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Tiere und Pflanzen im Kiez

Die Eibe

Dieser Beitrag war für das Kiezblatt für die Serie "Tiere und Pflanzen im Kiez" vorgesehen. Wurde dort aber nicht gedruckt. Ich veröffentliche ihn jetzt hier im Blog.

Die Vögel haben noch einige Eibenfrüchte übriggelassen.

Gruseliges über die Eibe

Die Europäische oder Gemeine Eibe (Taxus baccata) ist der älteste Nadelbaum und ein Relikt aus uralten Zeiten. Sie wächst strauchartig, sehr langsam und kann sehr alt werden. Gelegentlich findet man bis zu 2000-jährige Exemplare, die 10 bis 18 Meter hoch werden und einen Durchmesser von ca. 50 cm erreichen können. Die breiten Nadeln sind weich und pieken nicht. Ein weiteres Kennzeichen: becherartige orangefarbene Früchte anstelle von Zapfen. Wir finden Eiben z.B. entlang der Tannenalle, die zum Mausoleum im Schlosspark führt. Dies ist wohl kein Zufall, denn immergrüne Nadelgewächse symbolisieren die Hoffnung auf ein ewiges Leben.

Fast alle Teile dieser Taxusart sind stark giftig für Menschen, Pferde und Schweine, während der Genuss dieser Pflanze Widerkäuern und Vögeln nichts anhaben kann. Sie enthalten das giftige Taxin, das Magen-Darm-Katarrh, Atemlähmung und Herzstillstand bewirken kann. Der einzige genießbare Teil ist der orange Samenbecher der weiblichen Bäume (Arillus). Eiben sind zweigeschlechtlich (diözisch), d. h. es gibt männliche und weibliche Exemplare. Aber um gefährliche Irrtümer oder Verwechslungen zu vermeiden, sollte man besser nichts von von der Pflanze in den Mund stecken!

Die Mythologie dieses Baumes ist eher eine dunkle. Die Griechen und die Römer bezeichneten ihn als Totenbaum und glaubten, der Weg zur Unterwelt sei von Eiben gesäumt. Im Altertum glaubte man, der Schlaf unter einer Eibe könne rauschartige Zustände und schlechte Träume bewirken. Den Kelten war dieser Baum heilig und man glaubte, aus dem Mund eines jeden Toten wachse eine Eibenwurzel. Auf Friedhöfen findet man auch die meisten und ältesten Exemplare.

Eibenholz ist gelblich-weiß, feinringig, hart und schwer – aber auch sehr biegsam. Deshalb wurden daraus im Mittelalter außer Gebrauchsgegenständen und Mobiliar besonders gerne Bögen und Armbrüste hergestellt und waren eine wichtige militärische Ressource. Aber der Bedarf an Kriegsgerät für die Heere überstieg die Wuchsleistung des langsam wachsenden Baumes, sodass dieser durch Übernutzung bei uns fast ausgerottet wurde. Er steht heute unter Naturschutz.

Heidi zu Klampen

- Grabowskis Katze - 07. September 2007 - 12:10

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