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16. Juli 2018 - 00:02Straßen und Plätze: Mansfelder Straße – stilles Wohnen an denkmalgeschützten Rückseiten




Die Mansfelder Straße ist eine Wohnstraße ohne ein einziges Geschäft. Sie fällt im Stadtplan dadurch auf, daß sie sich ungewohnt anmutig in umgekehrter S-Form von der Mannheimer Straße zur Cicerostraße schwingt – bis kurz nach dem Krieg* sogar noch eine Querstraße weiter bis zur Einmündung der Nestor- in die Seesener Straße. Die Stille der einen Kilometer langen Straße wird nahe ihrer Mitte zweimal lautstark zerschnitten durch die Hauptverkehrsadern Hohenzollerndamm und Konstanzer Straße.
Benannt ist die vormalige Straße 3 seit 1916** nach Mansfeld, einem Ort im östlichen Harzvorland, der bis in die frühe Neuzeit bekannt war durch seinen Kupfer- und Silberbergbau und seit 1996 mit dem tourismusfördernden Zusatz „Lutherstadt“ versehen ist, denn M. Luther verbrachte dort die ersten vierzehn Jahre seines Lebens. Zunächst endete die Straße an der Bielefelder Straße, bis ihr 1930 als westliche Fortsetzung die Straße 50 zugeschlagen wurde.

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17. Juni 2018 - 22:48Spaziergänge durch Charlottenburg und Wilmersdorf



Im Laufe von fünfeinhalb Jahren sind in der Reihe „Straßen und Plätze“ eine ganze Anzahl von Ortsbeschreibungen – außer zu den namengebenden Straßen und Plätzen auch zu Brücken, Tunneln, Verkehrsinseln, Großgaragen, Kinos und anderen Unterhaltungsstätten, Betrieben, Wohnhäusern, Schulen, Skulpturen, Kirchen, Friedhöfen, Gewässern und Verkehrsmitteln – entstanden, so daß es jetzt möglich ist, daraus so etwas wie Stadtführer für Charlottenburg und für Wilmersdorf zusammenzufügen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß diese Stadtführer zwar jeweils eine Art ausgedehnten Rundgang ermöglichen, diese Rundgänge aber zu Orten führen, die allein nach dem persönlichen Gutdünken des Verfassers ausgewählt sind.

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11. Juni 2018 - 00:24Der Tod der Freiheit

Aus dem Leben einer Widerstandskämpferin


Frank Wecker hat sich in seinem neuen Buch mit dem Leben und Sterben der Widerstandskämpferin Libertas Schulze-Boysen (1913-1942) beschäftigt. Michael Roeder hatte das Buch im Kiezblog vorgestellt.

Am Mittwoch, 20. Juni, 18 Uhr findet im Integrationszentrum „Harmonie“ in der Katzlerstraße 11 in 10829 Berlin-Schöneberg die Premiere des Buches „Der Tod der Freiheit. Der letzte Tag im Leben von Libertas Schulze-Boysen“ statt. 

 

Die Handlung spielt am 22. Dezember 1942. Es ist der letzte Lebenstag von Libertas Schulze-Boysen. Sie hat von der Ablehnung ihres Gnadengesuchs und den Zeitpunkt ihrer Hinrichtung erfahren. Fortan kann das Leben im Sekundentakt herabgezählt werden. Mit jedem Herzschlag nähert sich die Todesstunde. Libertas Schulze-Boysen läßt ihr Leben in Form eines Filmes Revue passieren. Der Ablauf des Tages von der Überstellung vom Frauengefängnis bis zum Gang zur Hinrichtungsstätte in Plötzensee und die entsprechenden Vorbereitungen bestimmen die Struktur des Wechsels zwischen dem Erleben des Todestages und den Zeitsprüngen der Erinnerung.

Wie in biographischen Erzählungen üblich, wird vieles ausgeschmückt und hinzugedichtet, dennoch gibt es einen Unterschied: Da Libertas Schulze-Boysen weiß, daß dieser Film nie aus ihrer Gedankenwelt heraustreten wird, hat sie keinen Grund, weder gegen sich noch gegenüber der Nachwelt unehrlich zu sein.

Es lesen Absolventen der Schauspielschule „Transform“. Nach der Lesung besteht die Möglichkeit, bei Getränken und Gebäck mit dem Autor ins Gespräch zu kommen und Bücher signieren zu lassen.

Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung unter E-Mail: Frank_Wecker@t-online.de oder unter Tel.: 03304 250 313 gebeten.

 

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07. Mai 2018 - 00:24Leseempfehlung (20): Widerstandskämpferin Libertas Schulze-Boysen



Jedes Jahr wird am 20. Juli republikweit der Offiziere gedacht, die 1944 ein Attentat auf A. Hitler unternahmen, um die sich schon längst abzeichnende Niederlage im Krieg zu verhindern.
Ganz anders, wenn es um das weitverzweigte Netz von Männern und Frauen geht, die den Krieg selbst verhindern wollten und dazu unter anderem ihre detaillierten Kenntnisse über Kriegspläne an die Sowjetunion und die USA weitergaben. Die Rede ist von der Schulze-Boysen/Hartnack-Gruppe, die die Nationalsozialisten „Rote Kapelle“ nannten. Lange wurden sie als Verräter bezeichnet, und einen Gedenktag haben sie bis heute nicht.
Unter den elf, die als erste von über 50 Männern und Frauen am 22. Dezember 1942 in Plötzensee durch Erhängen oder Köpfen ermordet wurden, waren neben den Namensgebern Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen auch dessen Ehefrau Libertas Schulze-Boysen (1913-1942). Über sie brach die Nachwelt, die sich selbst nie unter Lebensgefahr ihrer Regierung widersetzt hat, in besonderem Maße den Stab, hatte sie doch während ihrer Haft im Herbst 1942 einer Spitzelin gutgläubig die Namen von Gruppenmitgliedern genannt, um diese zu warnen, und war sie doch nicht „mannhaft“ mit ihren Schergen zum Köpfen mitgegangen, weil sie leben wollte. So ist es nicht erstaunlich, daß die Literatur, die an sie erinnert, selbst 75 Jahre nach ihrem Tod an einer einzigen Hand abgezählt werden kann.

Allein schon daher ist es erfreulich, daß Frank Wecker sich mit ihr in seinem neu erschienenen Buch Der Tod der Freiheit. Der letzte Tag im Leben von Libertas Schulze-Boysen beschäftigt hat.

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15. April 2018 - 23:14Straßen und Plätze: Neufertstraße / Reithalle



Offenbar hatte man im März 1950 bei der Umbenennung mancher Charlottenburger Straßen insofern eine glückliche Hand, als man ihnen die Namen von Lokalpolitikern (aus der Zeit Charlottenburgs vor der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920) gab, denen man nachsagen kann, daß sie einerseits den Posten eines Stadtrats als Fachleute erhielten anstatt ihn als wahlsiegende Parteienvertreter zu erbeuten und daß sie daher andererseits als Stadtrat für die Bürger Nützliches getan haben. Einer von ihnen war der Architekt und Stadtbaurat Heinrich Seeling (1852-1932).
Ein anderer Straßennamensgeber war der Lehrer und seit 1899 Charlottenburger Stadtschulrat Hermann Neufert (1858-1935). Zusammen mit dem Kinderarzt Bernhard Bendix (1863-1943) gründete er 1904 die weltweit erste Freiluftschule „Waldschule für kränkliche Kinder“ am Rande des Grunewaldes. Unterricht und sonstige Aktivitäten fanden dort weitestgehend an der frischen Luft statt. Denn Mangel an frischer Luft und Überfluß an kränklichen Kindern waren damals ein Kennzeichen der Mietskasernenviertel von Berlin und Umgebung – also auch des Arbeiterviertels am heutigen Klausenerplatz.

 
Neufertstraße an der Ecke zur Schloßstraße

Neufertstraße am Klausenerplatz

Die Neufertstraße - von der Schloßstraße (li.) und vom Klausenerplatz
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18. März 2018 - 22:36Die Straßenbahn in Wilmersdorf/Wilhelmsaue



Vorbemerkungen:
Die folgenden Ausführungen sind nur ein sehr grober Überblick über die verzwickte Entwicklung des Straßenbahnwesens, zudem beschränkt auf die Umgebung der Wilhelmsaue, und sie gehen insbesondere nicht auf die einzelnen Betreiber* der Straßenbahnen, ihre Linien und deren Bezeichnungen ein; all dies befand sich in fortwährender Veränderung.
Um der Übersichtlichkeit willen werden nur die heutigen Straßennamen benutzt.


Die Anfänge bis 1902

Die erste Straßenbahn auf Wilmersdorfer Grund war 1883 eine Pferdeeisenbahn durch die Rankestraße zum Joachimsthalschen Gymnasium am Anfang der Bundesallee. Ab 1886 fuhr eine Dampfstraßenbahn längs des Kurfürstendamms zur Kolonie Grunewald und eine Pferdebahn über die Bundesallee nach Steglitz. Der Ortskern von Wilmersdorf wurde erstmals im Juli 1888 erreicht, als die Dampfstraßenbahn vom Nollendorfplatz nach Schmargendorf eröffnet wurde und eine Streckenführung über Berliner Straße-Mehlitzstraße**-Wilhelmsaue- Blissestraße-Mecklenburgische Straße erhielt.

Weitere Linien der verschiedenen Gesellschaften folgten in den nächsten Jahren, so daß 1902 von Haltestellen in Wilhelmsaue, Berliner Straße und Bundesallee aus Ziele wie Bahnhof Zoo, Potsdamer Platz, Spittelmarkt, Lichtenberg, Rheinstraße, Schloßpark Steglitz, Roseneck, Hundekehle, Bahnhof Halensee und Charlottenburg erreicht werden konnten. 1902 ist insofern ein guter Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz, da von 1899 bis 1901 sämtliche Strecken elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut worden waren. Bei der Gelegenheit (August 1901) wurde der Abschnitt durch die Mehlitzstraße ersetzt durch Fortführung der Gleise auf der Berliner Straße bis zur Blissestraße.
Schienen verliefen somit im Jahr 1902 im Bereich des Ortskerns von Wilmersdorf in folgenden Straßen:

Straßenbahn-Streckennetz (Dezember 1902)

Abb. 1 - Streckennetz Dezember 1902
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03. März 2018 - 22:32Helmut Ollk, ein Westberliner Architekt



Helmut Ollk wurde am 30.7.1911 in Schmargendorf geboren. Er lernte zunächst Maurer und studierte später Architektur. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er an der Neugründung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) (West)Berlin beteiligt. Er starb am 30.1.1979; sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Wilmersdorf (Abt. C 5 UW 1/21).

Helmut Ollk (Anfang der 1970er Jahre / Foto © Fam. Ollk)

Abb. 1 – Helmut Ollk (Anfang der 1970er Jahre; Foto: Fam. Ollk) 

 
„Die Welt“ nannte ihn Ende der 1960er Jahre einen „bekannten Architekten“*. Noch fast 40 Jahre nach seinem Tod erinnert sich Klaus-J. Thieme, ein Kollege aus der nachfolgenden Generation, an ihn als „einen der ganz großen Architekten der 50er bis 70er Jahre in Westberlin; seine Architektur war beeindruckend, anders als die Masse“. Dies wird bestätigt, wenn man etwa Ollks Entwurf für das Wohn- und Geschäftshaus am Henriettenplatz (s. u. Liste Nr. 5) mit der ursprünglichen Planung vergleicht:

Wohn- und Geschäftshaus am Henriettenplatz / Ursprünglicher Entwurf (1950/51)

Wohn- und Geschäftshaus am Henriettenplatz / Entwurf Ollk/v. Schöppenthau (1955)

Abb. 2 und 3 - Ursprünglicher Entwurf (1950/51) und Entwurf Ollk/v. Schöppenthau (1955)
für das Wohn- und Geschäftshaus am Henriettenplatz
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04. Februar 2018 - 00:02Straßen und Plätze: Wilhelmsaue 13/Mehlitzstraße 3, 3a – Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg



Zur Behebung der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg wurden reichsweit von Kommunen, Gewerkschaften und Betrieben (1) Institutionen zur Förderung des Wohnungsbaus gegründet. In Groß-Berlin entstand 1924 die „Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin m.b.H. (WFG)“, die zur Förderung von Neubauten Mittel vergab und deren Verwendung überwachte. An sie wandte sich 1925 der Fuhrunternehmer Carl (Karl) Haereke (2), als er sein Grundstück an der Ecke von Wilhelmsaue und Mehlitzstraße bebauen wollte. Als Architekten wählte er Walter Hämer (1899-1974) (3).

 

Abb. 1 - Grundriß (1925)

Entsprechend der Vorgabe der Wohnungsfürsorge entwarf Hämer das Wohnhaus so, „dass die Hauptgesimse der anstossenden Fassaden auch bei diesem Gebäude durchgeführt werden“ (Bauantrag vom 29.12.1925). Es gab dabei jedoch ein Problem, denn der Bauherr wollte „die Etagen in den einzelnen Geschossen nicht unnötig hoch ausbauen, weil die Wirtschaftlichkeit dieses Projekts dann in Frage gestellt ist“ – d.h., er wollte die 1925 in Berlin auf 2,50 m (4) gesenkte Wohnraummindesthöhe (in den angrenzenden Altbauten aus der Gründerzeit hatten die Räume eine tatsächliche Höhe von 3,30 m oder mehr) möglichst nicht überschreiten, um bei gegebener Gebäudehöhe mehr Geschosse und damit mehr vermietbare Fläche zu erzeugen. Das hatte aber zur Folge, daß zum Nachbargebäude in der Wilhelmsaue sechs Geschosse nötig waren, um die Vorgabe der Wohnungsfürsorge zu erfüllen. Allerdings sah § 7 Zi. 1 der „Bauordnung für die Stadt Berlin vom 3.11.1925“ maximal fünf Geschosse vor. Daher stellte die Baufirma am 12.1.1926 an den Polizeipräsidenten einen Antrag auf Dispens, da „bei dem Bau von nur 5 Geschossen ein häßlicher Brandgiebel des Nachbarhauses sichtbar bleiben würde, was fraglich eine grobe Verunzierung der ganzen Strasse und auch unseres Bauvorhabens bedeuten würde“. Der Dispens für die Überschreitung der Geschoßzahl und gleichzeitig der „Gebäudehöhe von 20,0 m um 0,30 m“ (5) wurde erteilt.

Abb. 2 - Bauplan, dem Bauantrag von Dezember 1925 beigefügt
(li. oben in Grün: „Geschoß nur zulässig auf Grund einer Befreiung von § 7 1 Bauordnung“)

Abb. 3 - Nachtrag von Mai 1926 (mit Änderungen in Rot)
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31. Januar 2018 - 00:24Erinnerung und Mahnung zugleich - Fotos gegen das Vergessen

Porträts von Verfolgten des Nationalsozialismus auf der Schloßstraße in Charlottenburg


Ein Jahr lang traf der deutsch-italienische Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano Verfolgte des Nationalsozialismus, die heute in Deutschland, den USA, der Ukraine, Israel und Russland leben. Er gab den Menschen Gelegenheit, vielleicht zum letzten Mal, ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Dabei entstanden mehr als 200 Porträt-Fotos – das Herzstück des Projekts.

Auf Initiative des Charlottenburg-Wilmerdorfer Bezirksstadtrats Oliver Schruoffeneger ist die Foto-Installation ‚GEGEN DAS VERGESSEN‘ noch bis zum 14. April 2018 auf dem Mittelstreifen der Charlottenburger Schloßstraße zwischen Spandauer Damm und Schustehrusstraße zu sehen.

 

Der Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano und Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger vor einem Portrait auf der Schloßstraße

Der Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano und Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (re.)

 
‚GEGEN DAS VERGESSEN‘ ist eine Installation mit überlebensgroßen Porträtfotos von Überlebenden des Nazi-Terrors. Informationstafeln, eine App sowie ein Dokumentarfilm ergänzen die Ausstellung.

Dies ist die fünfte internationale Station des Projekts. Neben Berlin wird ‚GEGEN DAS VERGESSEN‘ im Januar 2018 bei den Vereinten Nationen in New York gezeigt. Parallel wandert die Ausstellung schon seit einem Jahr in der Ukraine. Der Sekretär der Botschaft der Ukraine, Oleg Sokolovskyy, sprach in seinem Grusswort zur Eröffnung am Montag das Massaker von Babyn Jar im Jahr 1941 in seinem Land an.

Oleg Sokolovskyy, Sekretär der Berliner Botschaft der Ukraine, spricht zur Eröffnung von "GEGEN DAS VERGESSEN"

Worte von Oleg Sokolovskyy, Sekretär der Berliner Botschaft der Ukraine, bei der Eröffnung

 

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer neben Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann

Margot Friedländer spricht bewegende Worte zur Eröffnung 

 
Eine der portraitierten Frauen erinnerte bei der Eröffnung der Fotoinstallation am 29. Januar 2018 im Nachbarschaftszentrum am Klausenerplatz: die Jüngeren müssen die Geschichte zur Mahnung weitergeben und immer wachsam bleiben. Der Wunsch der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer ist schon kurze Zeit später bei Alt und Jung auf reges Interesse gestossen.

Foto-Installation ‚GEGEN DAS VERGESSEN‘ auf dem Mittelstreifen der Schloßstraße in Charlottenburg

Foto-Installation ‚GEGEN DAS VERGESSEN‘ auf dem Mittelstreifen der Schloßstraße

 
Weitere Informationen auf der Webseite des Projekts: www.gdv-2015.de.
Parallel zur Ausstellung werden in Kooperation mit der Jugendkunstschule Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Haus der Wannseekonferenz, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf Workshops für Schülergruppen und interessierte Besucher angeboten. Die Workshops sind kostenfrei.
Gerne können sich noch weitere engagierte Jugendliche melden, die bei den Leitungen von Workshops und Führungen mit aktiv werden möchten.
Anmeldungen per E-Mail: bne@charlottenburg-wilmersdorf.de

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung finden donnerstags und samstags um 15:00 Uhr statt. Treffpunkt ist an der Schloßstraße / Ecke Schustehrusstraße.

 

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21. Januar 2018 - 21:32Straßen und Plätze: Wilhelmsaue 31 – Vorstadtvilla und Gewerbe



In der Wilmersdorfer Dorfstraße, ab 1874 Wilhelmstraße, ab 1888 Wilhelmsaue, spiegeln nur noch wenige Gebäude den Übergang vom Dorf zur Großstadt (1) wider - also die Zeit zwischen dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1871 und den frühen 1890er Jahren, als 4-5geschossige großstädtische Mietshäuser zunehmend auch in Wilmersdorf die Oberhand gewannen. Eines davon ist die Vorstadtvilla Hausnummer 31 (2).

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war Wilhelmsaue 31 Teil eines Grundstücks (Eigentümer: August Haupt), das gemäß „Lageplan von Dt.-Wilmersdorf im Jahre 1856" (Abb. 3) das gesamte Areal zwischen Wilhelmsaue (Nr. 31) und Berliner Straße (Nr. 125) bis hin zur Blissestraße einnahm. Im Lauf der folgenden Jahre war es in elf Liegenschaften geteilt worden, wobei dieses Grundstück zur Wilhelmstraße 17/18 wurde. Dem Baugesuch von Dezember 1886 für das heutige Wohnhaus ist ein Lageplan beigefügt (Abb. 1), der eine zu dieser Zeit fast unbebaute Liegenschaft zeigt, die tief in das Areal hineinreicht (und dort an das Grundstück Berliner Straße 125 stößt). Anstelle eines abgebrannten Wohnhauses sollte ein neues mit mehr als der doppelten Grundfläche entstehen, zweigeschossig, traufständig und mit fünfachsiger Fassade (Abb. 2), außerdem ein kleineres Stallgebäude an der rechten Grundstückgrenze. Bauherr war Friedrich Stork (1846-1897), von 1892 bis zu seinem Tod Amts- und Gemeindevorsteher von Wilmersdorf (3).

Abb. 1 - Baugesuch von Dezember 1886: Situationsplan    Abb. 2 - und Fassade des Wohnhauses

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15. Januar 2018 - 00:24Frauen im Krieg

Fotografien aus Kriegszeiten im „Verborgenen Museum“


Das „Verborgene Museum“ hat die viel beachtete Ausstellung „Kriegsfotografinnen in Europa 1914 - 1945“ bis zum 25. März verlängert.

Obwohl das Museum in der Schlüterstraße 70 etwas verborgen im Hinterhof untergekommen ist, gibt nicht dieser Umstand den Ausschlag für seinen Namen. Gemeint sind die Künstlerinnen, die dort ausgestellt werden. Das Museum ist aus der feministischen Bewegung hervorgegangen und will Künstlerinnen, die ansonsten der Vergessenheit anheimfallen würden, aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit holen.

Diesem Anspruch wird das Museum insbesondere mit dieser Ausstellung über die Kriegsfotografinnen gerecht, der seitens des Vermarkters, der Agentur „Artefakt Kulturkonzepte“, der reißerische Titel „Kriegsalltag und Abenteuerlust“ vorangestellt wurde.

 

Florence Farmborough - Ein toter Soldat auf dem Schlachtfeld an der Ostfront, 1916. / Foto © Imperial War Museum, Ref. Q 98431

Florence Farmborough: Ein toter Soldat auf dem Schlachtfeld an der Ostfront, 1916.
© Imperial War Museum, Ref: Q 98431

Käthe Buchler - Frauen in Männerberufen - Schaffnerinnen, Braunschweig 1916 / Foto © Museum für Photographie Braunschweig

Käthe Buchler: Frauen in Männerberufen: Schaffnerinnen, Braunschweig 1916
© Museum für Photographie Braunschweig 
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19. Dezember 2017 - 00:32Eine Frau und ihre Henker

Vor 70 Jahren wurde Libertas Schulze-Boysen hingerichtet


Am 22. Dezember, 20.30 Uhr jährt sich zum 75. Male die Todesstunde von Libertas Schulze-Boysen.

Die Schergen des Naziregimes zerrten die 29jährige Frau im wahrsten Sinne des Wortes in Plötzensee zum Schafott. Sie wurde geköpft, weil sie bestrebt war, das millionenfache Morden der Nazis zu beenden.

 
Libertas Schulze-Boysen war eines der führenden Mitglieder der größten und wirksamsten Widerstandsgruppen im Inneren des Nazireichs, der nach ihrem Ehemann Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack benannten Schulze-Boysen / Harnack Gruppe. Sie verfügte über weitverzweigte Kontakte in europäische Hauptstädte, nach Moskau und Washington. Dem gesamten Netz wurde von den Nazis wegen ihres Funkverkehrs der Name „Rote Kapelle“ gegeben. Der Berliner Gruppe um die Ehepaare Schulze-Boysen und Harnack gelang es unter anderem, die Aufmarschpläne der faschistischen Heere zu den entscheidenden Schlachten vor Moskau und in Stalingrad sowie auch den Termin des Überfalls auf die Sowjetunion rechtzeitig zu übermitteln. Daß diese Informationen in Moskau nicht die gebührende Bachtung fanden, ist eine weitere tragische Facette des so kurzen Lebens Libertas Schulze-Boysen.

 

Hinrichtungsschuppen der Nazis in Plötzensee / Foto © Frank Wecker

Der Hinrichtungsschuppen von Plötzensee.
Foto: Wecker
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FW - Gastautoren, Geschichte - zwei Kommentare / Kein Trackback

19. Dezember 2017 - 00:24SPD will weiterhin aus politischem Kalkül BA-Zwangsarbeiter nicht ehren



Wie ist es mit der provisorischen Gedenktafel für die ehemaligen Zwangsarbeiter des Bezirksamtes Wilmersdorf in der Wilhelmsaue 40 seit ihrer Enthüllung* am 9.12.2017 weitergegangen?
Fünf Tage danach stellte Bezirksverordneter A. Kaas Elias (Grünenfraktion) dankenswerterweise auf der BVV-Sitzung vom 14.12. dem Bezirksamt folgende Frage (Frage 3, Drucksache 0549/5):

Wie bewertet das Bezirksamt die provisorische Gedenktafel der Berliner Geschichtswerkstatt zum Gedenken an das Zwangsarbeiterlager in der Wilhelmsaue 40?
Wie kann dieses Provisorium in eine dauerhafte Lösung überführt werden?

Der Tenor der Antwort der BzStRin Schmitt-Schmelz (SPD) war: 1. Es gäbe verschiedene Meinungen zu dem Thema; das Bezirksamt habe seine diesbezüglichen Nachforschungen aber noch nicht abgeschlossen. 2. Einen genauen Zeitpunkt dafür könne sie noch nicht nennen, denn die Nachforschungen sollten ja gründlich sein. 3. Nach Abschluß werde sich dann die Gedenktafelkommission mit dem Thema befassen (vehementer Beifall, nur von SPD-Fraktion).

 1. Die Ausgangslage

Es geht im Kern um die Bewertung dieser beiden Dokumente: (a) die vom Gesundheitsamt Wilmersdorf aufgestellte Liste der Zwangsarbeiterlager im Bezirk (30.11.1942), in der in der drittletzten Zeile sich das Bezirksamt selbst („Bez.Verw. Wilmsdf.“) als Betreiber eines Lagers in der Wilhelmsaue 40 bezeichnet; und (b) die Anweisung des stellv. BzBgm. vom 30.4.1944, in der er festlegt: „Ich behalte mir den Arbeitseinsatz der Ausländer selbst vor.


Liste des Gesundheitsamts Wilmersdorf (1942)

Anweisung des stellvertretenden Bürgermeisters von Wilmersdorf (1944)

Liste des Gesundheitsamtes (1942) und Anweisung des stellvertretenden Bürgermeisters (1944)
 
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MichaelR - Gastautoren, Geschichte - zwei Kommentare / Kein Trackback

11. Dezember 2017 - 00:02Wenigstens eine provisorische Gedenktafel für die ehemaligen Zwangsarbeiter des Bezirksamtes in der Wilhelmsaue 40! Jetzt ist der Bezirksbürgermeister (SPD) dran, endlich Verantwortung zu übernehmen



Provisorische Gedenktafel in der Wilhelmsaue 40


Am Sonnabend, den 9. Dezember fand unter der Beteiligung von drei Dutzend Bürgern die Enthüllung einer provisorischen Gedenktafel in der Wilhelmsaue 40 statt. Diese Tafel erinnert an das Lager für die ehemaligen Zwangsarbeiter des Bezirksamtes Wilmersdorf an dieser Stelle. Die Berliner Geschichtswerkstatt hatte die Feier ausgerichtet und wurde dabei unterstützt vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Topographie des Terrors und vom Aktiven Museum. Kurze Ansprachen hielten Herr Karwelat (BGW) und Frau Dr. Glauning (Leiterin des Dokumentationszentrums).

Diese Gedenktafel war nötig geworden, nachdem der Bezirksbürgermeister und sein Bezirksamt drei Jahre lang, seitdem sie Kenntnis von dem Zwangsarbeiterlager der Vorgänger haben, immer wieder mit fadenscheinigen Gründen eine Erinnerung an dieser Stelle verhinderten – und auch sonst absolut nichts getan haben, um den Tausenden von ehemaligen Zwangsarbeitern im Bezirk eine Erinnerung zu schaffen. Offenbar paßt in ihr Bild von der City West nicht, daß die NS-Amtvorgänger des heutigen Bezirksbürgermeisters dort Herren über Zwangsarbeiterlager waren.
Mehr dazu in der elektronischen Ausgabe der Berliner Woche vom 10.12.2017.

MichaelR

Enthüllung einer provisorischen Gedenktafel in der Wilhelmsaue 40

MichaelR - Gastautoren, Geschichte - Kein Kommentar / Kein Trackback

27. September 2017 - 00:24Kann der Kant-Garagenpalast nicht nur als Gebäude, sondern auch als Baudenkmal erhalten werden?


Einladung zur Podiumsdiskussion Zukunft der Kantgaragen am Do., 28. September um 19.30 im Bücherbogen am Savignyplatz – Stadtbahnbogen 593 (Teilnehmer u.a. Dirk Gädeke/Gädeke & Sons und René Hartmann) 


Der Verfasser des folgenden Artikels promovierte an der Technischen Universität Berlin über das Thema „Architektur für Automobile – Hochgaragen und Parkhäuser in Deutschland. Eine Auto[mobil]-Vision im 20. Jahrhundert". Seit 2014 setzt er sich in der Initiative zur Rettung des Kant-Garagenpalasts für den denkmalgerechten Erhalt des Gebäudes ein.

 

 

Vor 100 Jahren wurde das staatliche bauhaus in Weimar gegründet. 2019 wird dieses Jubiläum weltweit mit Interesse verfolgt werden. Dabei werden vor allem die in Deutschland noch erhaltenen baulichen Zeugnisse der klassischen Moderne, also des Neuen Bauens, größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Der Kant-Garagenpalast in Berlin gehört zum Kanon der herausragenden Bauten der klassischen Moderne. Als bedeutendste und einzige authentisch erhaltene Hochgarage des Neuen Bauens ist der Kant-Garagenpalast von Zweigenthal, Paulick, Lohmüller, Korschelt und Renker ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Die Hochgarage zählt zum Kanon der Ikonen des Neuen Bauens, ist also in einem Atemzug mit dem Bauhaus in Dessau (Gropius), dem Haus Schminke in Löbau (Scharoun), dem Doppelhaus der Weißenhofsiedlung (Le Corbusier) und der ADGB-Bundesschule in Bernau (Meyer) zu nennen. Wie diese Bauten, wird auch der Kant-Garagenpalast im Umfeld des bauhaus-Jubiläums wieder in vielen Publikationen besprochen und beschrieben werden.
Der Kant-Garagenpalast muss schon aus diesem Grund mit der gleichen Sorgfalt behandelt werden, die auch den anderen Ikonen der klassischen Moderne in Deutschland zuteilwird.
Ein weiterer Grund liegt in seiner Bedeutung für die Bauaufgabe Hochgarage. Von 1907 bis 1951 wurden in Deutschland nur 24 Hochgaragen gebaut. Hiervon sind bis heute lediglich 14 erhalten geblieben. 10 davon wurden bereits umgenutzt. Nur 4 werden noch zum Einstellen von Autos verwendet. Der Kant-Garagenpalast ist die einzige Hochgarage Deutschlands, die baulich nahezu unverändert erhalten blieb. Sie ist die einzige Hochgarage des Neuen Bauens in Berlin und Brandenburg und sie ist die älteste und einzige Hochgarage mit Wendelrampe und Vorhangfassade in ganz Europa. Der Kant-Garagenpalast ist ein Baudenkmal von internationalem Rang.

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R. Hartmann - Gastautoren, Geschichte - Kein Kommentar / Kein Trackback