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Matthias Koeppel - Große Ausstellung im Ephraim-Palais

Matthias Koeppels Jüngstes Gericht

Der Maler Matthias Koeppel im Interview mit sich selbst über eines seiner Bilder. Der Text stammt von 2011 und wird hier erstmals publiziert. Wir danken Herrn Koeppel für die Überlassung von Text und Bild.


Kennen Sie Goethes Ausspruch: „Bilde Künstler, rede nicht!“?
Ja, deswegen schreibe ich etwas auf, anstatt zu reden.

Warum haben Sie ein Jüngstes Gericht gemalt?
Der Anlass liegt weit zurück: 1973 im Gründungsjahr der Malergruppe „Schule der Neuen Prächtigkeit“ beschlossen wir, jeder ein großes Bild mit einem „großen“ Thema zu malen, um damit eine Ausstellungstournee zu machen. Da wir uns (Grützke, Koeppel, Ziegler, Bluth) damals neben unserer Malerei auch bei der Nachstellung historischer Werke vergnügten, wählte ich das Thema „Die Nachstellung des Jüngsten Gerichts des Lucas van Leyden durch die Schüler der Neuen Prächtigkeit am Anhalter Bahnhof“. Das Bild, ein Triptychon, das sich heute im Besitz der Berlinischen Galerie befindet, ließ mir gedanklich keine Ruhe: Sollte man den Altvorderen alleine die Spekulationen überlassen, wie es am Jüngsten Tag zugeht, wer kommt in den Himmel und wer kommt in die Hölle? Ist es der Herrgott, sein Sohn oder der Erzengel, der Gericht hält? Luca Signorelli, der Renaissance-Maler, den meine Frau und ich auf einer Italien-Reise im Dom zu Orvieto entdeckten, schuf in seinem Jüngsten Gericht klare Verhältnisse, indem er den Dante-Visionen folgte. Aber gottseidank werden wir nicht mehr von der Inquisition verfolgt, wenn wir an diesem Muster unsere Zweifel äußern.

Was bezweifeln Sie?
Alles.

Und warum malen Sie es dann? – und warum am Brandenburger Tor?

Das Jüngste Gericht, Triptychon, 245 x 300 cm, Öl/Leinwand, 2010 (Foto © Matthias Koeppel)

Die Zweifel sind ja durchaus in Bilder zu fassen.
Ich weiß, dass ich nichts weiß, ist das eigentliche Thema dieses Bildes. Eine Endzeitkatastrophe ist ja durchaus vorstellbar. Ansätze dazu haben wir in Japan gesehen. Ich bekam einen Schreck, als ich sah, wie die Autowracks durch die Gewalt des Tsunamis zu bizarren Haufen aufgetürmt wurden – ähnlich, wie ich das auf meinem Bild am Brandenburger Tor habe geschehen lassen – allerdings ein Jahr früher. Das Brandenburger Tor ist ja nicht irgendein Ort, sondern der Mittelpunkt, man kann auch sagen: das Herz unserer Stadt, die in der Welt eine Rolle spielt. Katastrophen können in vielerlei Gestalt auf uns, auf die Welt zukommen: Krieg, Feuersbrünste, Epidemien, extremer Klimawandel, Hungersnöte. In meinem Bild ist die Ursache der Not nicht näher definiert. Immerhin brennt im Hintergrund der Reichstag, was auf ein politisches Katastrophenpanorama schließen lassen könnte.

Aber was geschieht nun?
Die Katastrophe ist da, die Menschen versuchen sich zu retten. Der Herrgott (den ich mir aus der Sixtinischen Kapelle „ausgeliehen“ habe) verweist mit dem berühmten Zeigefinger auf Gevatter Hein, den Tod. Letzterer verkörpert die Gewissheit, an der kein Mensch einen Zweifel haben kann.

Wofür stehen die anderen Figuren?
Die vielen Menschen versuchen natürlich irgendwie in den Himmel zu kommen. Angesichts des Feuers, das in der ehemaligen Baugrube des U-Bahnhofs Pariser Platz schon lodert, unternehmen einige den Versuch, über Leitern die Terrasse der Akademie der Künste zu erklimmen, von wo aus es einen Weg zu geben scheint, der zu dem Riesenrad führt, das als Fähre in den Himmel dienen könnte. Auch der Versuch, mit selbst aufgeblasenen Luftballons in himmlische Sphären zu entkommen, wird natürlich ebenso scheitern wie die Flucht per Riesenrad. Man beachte auch, dass der nackte Engel seine Flügel nur umgeschnallt hat.

Wenn das alles nicht funktioniert, welche Botschaft wollen Sie uns dann vermitteln?
Ich habe eine Geschichte oder ein Ereignis gemalt, das von der Hilflosigkeit der Menschen erzählt, mit ihren Vorstellungen vom Jenseits umzugehen. Ganz konkrete Glaubensbekenntnisse und abenteuerliche Vermutungen, ob uns Himmel- oder Höllenfahrten bevorstehen, habe ich zu einer großen apokalyptischen Szenerie zusammengefasst. Die Botschaft mag sein, der Phantasie auf die Sprünge zu helfen und damit die Vermutungen und Ahnungen der Mitmenschen zu entwickeln und vielleicht auch zu verstärken.
Auch wenn wir wissen, dass wir nichts wissen, können wir uns zumindest auf den Unterhaltungswert des Bildes einlassen. Trotz der apokalyptischen Situation gibt es kein Szenario möglicher Grausamkeiten. Eine unterschwellig melancholische Heiterkeit bestimmt das Geschehen, das man auch umdeuten könnte als aufwendige Inszenierung für eine neue Staffel von RTL: Deutschland sucht den Super Star. Einige Polit-Stars laufen wie zufällig mit durchs Bild und verweisen uns darauf, dass wir alle gleichmäßig betroffen sind, die großen und die kleinen Leute.

Warum sitzen Sie selber fast alleine außerhalb des Geschehens?
Ich bin der malende Erzähler, der im Bilde ein Bild und zwar ein Triptychon malt, und ich zeige damit, dass es meine ganz persönlichen Phantasien sind, die ich hier ausbreite, und dass ich nicht ein kämpferisches Glaubensbekenntnis abgeben will. Ich mache gerade noch eine zeichnerische Studie des rechten Fußes von dem Modell, das ein Darsteller schon für die nächste Aktion hochgehoben hat. Hinter mir meine Frau, die unsere Tochter vom Betatschen des Bildes zurückhalten will, weil sie noch nicht in der Lage ist, die gemalte von der wirklichen Realität unterscheiden zu können. Der Engel mit den umgeschnallten Flügeln hat schon an mehreren Stellen des Bildes als Modell gedient. Ihm gegenüber auf dem rechten Flügel des Triptychons steht „Gevatter Hein“ und erscheint dann auch auf dem Bild im Bilde als „Public viewing“ – die vielleicht einzige Wahrheit dieses Bildes.

Matthias Koeppel

 

Vom 21. März bis 28. September 2014 zeigt das Ephraim-Palais die Ausstellung „Himmel, Berlin“ mit 100 Bildern von Matthias Koeppel aus der Zeit von den 60er Jahren bis heute, darunter auch die beiden hier erwähnten Jüngsten Gerichte. Die Vernissage findet am Donnerstag, den 20. März um 19:00 Uhr in der Nikolaikirche statt.

Die Galerie SMK, Wittelsbacher Straße 28 (nahe U-Bf. Konstanzer Straße), stellt Arbeiten von Matthias Koeppel und seiner Frau Sooki Koeppel aus. Geöffnet jeden Samstag von 15:00 bis 18:00 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (0177-873 89 34).

- Kunst und Kultur - 17. März 2014 - 21:24
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ein Kommentar

Nr. 1, maho, 18.03.2014 - 00:22
Die Berliner Morgenpost vom 16.03.14 über Matthias Koeppel und seine neue Ausstellung:
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/..

Update:
rbb-Abendschau vom 19.03.2014
http://www.rbb-online.de/abendschau/arch..
Der Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/portra..

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