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10. Juli 2018 - 00:02Die Punks der Kaiserzeit

Aufsässige Weiber im Abba Hotel


Im Abba Hotel Berlin sind sie plötzlich wieder da: Gestalten aus der Kaiserzeit, die längst vergessen schienen: „bunte Hunde“, Malweiber und Dandetten. Zu verdanken ist das der Künstlerin Barbara Gauger, die sie wieder aufleben läßt, und Carlos Hulsch, der sie in seiner Galerie in die Öffentlichkeit bringt.

„Neue Arbeiten, Zeichnungen und Malerei von Bunten Hunden, Malweibern und Dandetten nach Hermann Harry Schmitz, Ilna Wunderwald, Marie Freiin von Berlichingen und Harriet Sundström“ heißt der Titel der Ausstellung.

Wem diese „phantastischen Vier“ nicht geläufig sind, braucht sich um diese Bildungslücke nicht zu sorgen, denn dann ist der Besuch der Ausstellung um so mehr eine Entdeckung. Er wird zu einer Reise zu den Ursprüngen der Emanzipationsbewegung, zu Personen und Figuren, die einst die Kleinbürger im Deutschen Kaiserreich erschreckten und dank Barbara Gauger nun wieder unter dem Teppich hervorkommen, unter den sie einst die Biedermänner kehrten. Da sind sie die „Malweiber in Möckmühl“, das Modell Ilona, die Nackttänzerinnen, die einst erotisierende Mode des Hosenrocks und Humpelrocks sowie mit Seidentuch umspannten Waden, Träumereien in Möckmühl und auf Capri.

 

Die Künstlerin Barbara Gauger / Foto © Frank Wecker

Die Künstlerin Barbara Gauger.
Foto: Wecker
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07. Juli 2018 - 19:42Ein Jahr – zwei Ausstellungen

Bröhan-Museum blickt 50 Jahre zurück


Die neue Sonderausstellung des Bröhan-Museums vereinigt zwei völlig unterschiedliche Themen: „Das französische Grafikerkollektiv Grapus“ und „Jablonec 68 – Der Ost-West-Schmuckgipfel“.

Beide Ausstellungen verbindet einzig die Jahreszahl 1968. Vor 50 Jahren war die Welt in den Ostblock und in von den USA geführte Militärallianzen geteilt, deren Ursprung wiederum im gut 20 Jahre zuvor begonnenen Kalten Krieg lag. Dessen Ziel war es, den Kommunismus zu zerschlagen, der in der Folge des II. Weltkrieges aufgrund des Sieges der Sowjetarmee und des kommunistischen Widerstandes in den besetzten Ländern großen Auftrieb erhalten hatte. Auf halber Etappe wurde im Jahr 1968 ein Meilenstein gesetzt. Beide politischen Systeme gerieten weltweit ins Wanken. In Griechenland war die Nato-Mitgliedschaft nur durch einen faschistischen Militärputsch zu retten gewesen, in Paris und weiteren westlichen Städten kam es zu bürgerkriegsartigen Zuständen und in der Tschechoslowakei bahnte sich die Möglichkeit an, das Land aus dem Ostblock herauszubrechen. Während in Griechenland die Lage mit nationalen Kräften gesichert werden konnte, in Frankreich und der BRD dazu die Polizei allein ausreichte, konnte die Tschechoslowakei nur durch massiven militärischen Einsatz des Warschauer Paktes gesichert werden.

Kurz vor diesem Einsatz kam es im böhmischen Gablenz (Jablonec) zu einer Begegnung von Schmuckgestaltern aus Ost und West, die prägend für die Entwicklung des europäischen Autorenschmucks werden sollte. Das geriet aber in dieser politisch bewegten Zeit in Vergessenheit. Tagebuchaufzeichnungen sowie der Initiative und der Sammlung des Münchner Goldschmiedes Herrmann Jünger ist es zu verdanken, daß sich heute für eine Ausstellung die Geschehnisse unmittelbar vor dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes rekonstruieren lassen. Dieser Teil der Ausstellung wird von Dr. Petra Hülscher von Münchner Design Museum kuratiert.

 

Dr. Tobias Hoffmann, Direktor des Bröhan-Museums / Foto © Frank Wecker

Museumsdirektor Dr. Tobias Hoffmann kuratiert gemeinsam mit Dr. Anna Grosskopf
die Ausstellung „Das französische Grafikerkollektiv Grapus“.
Foto: Wecker
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01. Juli 2018 - 00:02SOS für Lateinamerika

Hoher Besuch bei SOS-Kinderdörfer weltweit


Anfang Mai verkündete der US-amerikanische Vizepräsident Michael Pence, er wolle radikal reinen Tisch machen und „Venezuela, Kuba und Nicaragua mit einem Schlag befreien“. Unter der brutalen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kriegstreiberei der USA, haben zuerst die Kinder zu leiden.

Bei einer der jüngsten Unruhen, die unter dieser Zielrichtung von den USA in Nikaragua angezettelten wurden, war unter den 138 Todesopfern ein junger Mann zu beklagen, der in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen ist. Daran erinnerte Paul Oquist Kelley, der als Ehrengast am diesjährigen Sommerfest der Berliner Niederlassung von SOS Kinderdörfer weltweit teilnahm. Der als UNO-Repräsentant in diversen internationalen Gremien wirkende Politiker und derzeitige persönliche Berater des Präsidenten von Nikaragua nahm diese Gelegenheit wahr, um einerseits SOS-Kinderdörfer für ihr Engagement zu danken und um andererseits auf die derzeitigen Probleme Nikaraguas aufmerksam zu machen. Das Land leide an hoher Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichem Niedergang, ausbleibendem Tourismus und vor allem an der Gewalt im öffentlichen Raum. Diese Misere zerstöre Familien mit der Folge, daß nicht nur immer mehr Kinder verarmen, sondern ihnen obendrein die familiäre Geborgenheit entzogen wird. Ein kleiner Lichtblick sind da die acht Einrichtungen der Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit, die in Nikaragua über 1000 solcher verwaisten Kinder einen familiären Ausgleich bieten. Diese Leistung bewegte den hochkarätigen Politiker von internationalem Ansehen, zu dem Sommerfest zu kommen.

Dieser Dank gebührt aber nicht allein den deutschen Organisatoren des internationalen Hilfswerkes. Vorstandsmitglied Petra Horn führte aus, daß derzeit die Filialorganisationen in den einzelnen Regionen in die Lage versetzt werden, aus eigener Kraft den Kindern in ihrer Region Hilfe zu leisten. Das gelte auch für Nikaragua.

Petra Horn (Vorstand von SOS-Kinderdörfer) im Gespräch mit dem UNO-Repräsentanten Paul Oquist Kelley / Foto © Frank Wecker

SOS-Kinderdörfer Vorstand Petra Horn im Gespräch mit Paul Oquist Kelley.
Foto: Wecker
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24. Juni 2018 - 22:06Kristina Gordadze singt

Ausnahmesopran tritt in Charlottenburg auf


Zwei Schwierigkeiten standen demjenigen im Wege, der der Empfehlung des Blogs folgend, das Jazzkonzert der Jazz Big Band „Batumi“ besuchen wollte: Einmal ein publikumanziehendes Fußballspiel, bei dem sich die Kicker der deutschen Nationalmannschaft gegen ein frühes Aus bei der aktuellen Weltmeisterschaft abstrampelten, und zum anderen war der Konzertsaal dermaßen überfüllt, daß Spätkommer keinen Platz mehr fanden.

Einen Trost gibt es für diejenigen, die das Konzert verpaßt haben: In kleiner Form können sie dieses Erlebnis am kommenden Donnerstag nachholen: Unter dem Titel „Melodies of the Soul“ gibt der Bandleader Vakhtang Gordadze mit seiner Tochter Kristina am 28. Juni um 19 Uhr im Terzo Mondo in der Grolmannstraße 28 ein Konzert. Obwohl es diesmal nicht kostenlos ist (Eintritt 10 Euro), kann dieses Konzert nur wärmstens empfohlen werden, denn die jetzt in Potsdam lebende georgische Sopranistin verfügt über eine Stimme, die das Herz springen läßt. Wenn sie zu „Summertime“ aus Gershwins Oper „Porgy and Bess“ anhebt oder das Lied von Satchmo „What a wonderful world“ singt, sind die größten Interpreten dieser Lieder aus dem Ohr. So manchem Besucher des Konzerts standen beim Klang dieser glasklaren lyrischen Stimme, die, wie die Callas anscheinend spielerisch im Stakkato eine Oktave über die nächste setzen und dabei noch trillieren kann, die Tränen in den Augen. Ihr Vater, der sie am Klavier begleitet, wird auch solistisch konzertieren und dabei zudem eigene Kompositionen zu Gehör bringen.

Frank Wecker

 

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18. Juni 2018 - 00:02Lobpreisung mit Spaßfaktor

Deutsche Oper zeigt Rossinis „Reise nach Reims“

Es geht um Europa, das krank zu sein scheint. Den ersten Teil von Gioacchino Rossinis Oper „Die Reise nach Reims“ hat Regisseur Jan Bosse in ein Krankenhaus verlegt. Doch auch im zweiten Teil läßt er dieses politische Konstrukt nicht besser aussehen. Bei einem großen Bankett ist die europäische Prominenz mit umgehängten blinkenden Reklameschildern angetreten, um ihre und vor allem den neuen französischen Herrscher in den höchsten Tönen, und das im wahrsten Sinne des Wortes, zu preisen.

 

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Die Chefin Madame Cortese (Hulkar Sabirova) hat den Angestellten
der Heilanstalt eine wichtige Mitteilung zu unterbreiten.
Foto: Wecker

 
Die Handlung spielt 1824. In Reims wird Karl X. zum König von Frankreich und Navarra gekrönt. Aus mehreren Ländern Europas eilen Adlige zu diesem Ereignis. Sie erreichen aber, da keine Pferde für die Weiterreise zur Verfügung stehen, nicht ihr Ziel, sondern müssen in einem Hotel (hier Krankenhaus) ausharren. Dieses Warten ist der Stoff der Oper, die Rossini für die im folgenden Jahr stattfindende feierliche Krönung des Monarchen in Paris komponierte. An dieser Huldigung beteiligen sich alle Opernhäuser und Theater Frankreichs, so auch Rossinis „Théâtre royal Italien“. Solche Lobeshymnen auf amtierende Herrscher kommen, abgesehen von der „Merkel“ in der Neuköllner Oper, auf der Bühne nur selten vor.

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Corinna (Elena Tsallagova, Bildmitte) glaubt als Diva das Geschehen im Griff zu haben.
Foto: Wecker
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17. Juni 2018 - 22:28Jazz aus Batumi

Georgische Big Band zu Gast in Berlin


Am Freitag, 23. Juni, tritt um 19 Uhr im Forum Factory in der Besselstr. 13 in 10969 Berlin die georgische Jazz Big Band „Batumi“ auf. Unter der Leitung von Vakhtang Gordadze spielen sie Jazz, Swing, Bossa Nova und klassische Kompositionen. Stargast ist die Tochter des Orchestergründers, die Sopranistin Kristina Gordadze. Ihre internationale Karriere begann mit dem Engagement am Moskauer Staatstheater. Sie gewann mehrere Opernwettbewerbe in Deutschland, Rußland und Holland. Regelmäßig gibt sie innerhalb der EU, in Osteuropa und im Kaukasus Gastkonzerte. Seit 2011 lebt sie in Potsdam.

Die Sopranistin Kristina Vakhtang / Foto © Lothar Rahn

Die Sopranistin Kristina Vakhtang.
Foto: Lothar Rahn

 
Ihr Vater hatte das Jazzorchester 2007 in Georgien gegründet. Ihm gelang es, Jazzmusiker aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien zu gewinnen. Das Orchester vereint Jazz, mit der Klassik und Volksmusik.

Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Spenden gebeten. Weitere Informationen gibt es auf der englischsprachigen Webseite: www.gordadze.com

Frank Wecker

 

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07. Juni 2018 - 00:24Che zwischen Kunst und Mode

Helmut Newton Stiftung zeigt Arbeiten aus der Sammlung von Carla Sozzani


Mit der jüngsten Sonderausstellung der Helmut Newton Stiftung beschreitet Kurator Matthias Harder Neuland: Es werden nicht einzelne Fotografen, die mit Helmut Newton eng verbunden sind, mit ihrem Werk nebst Bildern von Helmut Newton vorgestellt, sondern 89 Fotografen mit 230 Arbeiten.

Manche Fotografen sind wie Alberto Korda nur mit einem Foto vertreten. Das ist dafür weltweit zu einer Ikone geworden. Es trägt Titel den: Heroic Guerilla Fighter Ernest 'Che' Guevara 1960. Es ist jenes Bild, das hundertausendfach auf T-Shirts und Fahnen gedruckt wurde. Erst jüngst griffen die protestierenden Eisenbahner Frankreichs auf dieses Bild zurück. Das Barett mit dem Roten Stern ersetzten sie durch eine Dienstmütze. Zu den Glanzpunkten der Ausstellung gehören auch drei Arbeiten Helmut Newtons, die noch nie zuvor in Berlin gezeigt wurden, denn die Fotos dieser Ausstellung stammen aus der Sammlung von Carla Sozzani, einer engen Freundin Helmut Newtons. Im Videoraum ist ein Kurzfilm über ihre Zusammenarbeit für eine Parfümwerbung in Monte Carlo zu sehen. Die genannten Arbeiten bilden nicht einmal den Schwerpunkt der neuen Ausstellung „Between Art & Fashion. Photographs from the Collection of Carla Sozzani“, sondern Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Paolo Roversi, Sarah Moon, Bruce Weber und, soweit sie im Berliner Bestand vertreten sind, auch mit Helmut Newton. Diesen Künstlern ist zudem jeweils ein gesonderter Ausstellungsraum gewidmet.

 

Die Sammlerin Carla Sozzani in der Helmut Newton Stiftung / Foto © Frank Wecker

Die Sammlerin Carla Sozzani.
Foto: Wecker
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17. Mai 2018 - 00:02Veranstaltungstipps



  • Benefiz-Keramiktrödel im Museumsgarten
    Schon zum 13. Mal in Folge lädt der Förderverein des Keramikmuseums zum Besuch seines beliebten Benefiz-Keramiktrödels an den beiden Pfingstfeiertagen ein.

    Im Museumsgarten des 300 Jahre alten Charlottenburger Bürgerhauses kann wieder gestöbert, getrödelt, gekauft und gefachsimpelt werden. Und alles für einen guten Zweck: der gemeinnützige Förderverein KMB, der das Keramik-Museum ohne öffentliche finanzielle Unterstützung betreibt, hat wieder viele tolle und interessante Gefäße und Objekte aus vergangenen Zeiten für diesen Benefiz-Markt gespendet bekommen. Neben Nippes und wunderbarem Kitsch können auch Vasen, Schalen, Figuren, Objekte oder Gebrauchsgeschirr (Service / Serviceteile) aus Porzellan, Steinzeug, Fayence, Steingut oder Irdenware ertrödelt werden. Feine Unikate anerkannter Künstler oder einfache, rustikale sowie skurrile Keramikobjekte sind im Angebot, wie auch das eine oder andere Stück aus bekannten Manufakturen (z.B. KPM, Rosenthal, H. Bollhagen, Karlsruhe, Velten-Vordamm, Waltraud Eich).

    Am Pfingstmontag runden zwei Vorstellungen (13:00 und 15:00 Uhr) mit traditionellem japanischem Tanz (Chihoko Yanagi) begleitet auf der Koto (Ritsuko Takeyama) die Veranstaltung ab.

    Für den ermäßigten Eintrittspreis von 2,- Euro, der an beiden Tagen gilt, kann man sich auch die beiden aktuellen Sonderausstellungen anschauen:
    • Im Rausch der Farben. Glasuren von Gerda Conitz (Ausstellung bis zum 28. Mai)
    • Die Berliner Sammlung. Keramik in Landesbesitz (Ausstellung bis zum 13. August)
     


    Sonntag, 20. und Montag, 21. Mai 2018
    jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr

    Keramik-Museum Berlin (KMB)
    Schustehrusstraße 13, 10585 Berlin-Charlottenburg
    Öffnungszeiten:
    Fr - Mo von 13:00 bis 17:00 Uhr
    Eintritt 4,00 Euro, ermäßigt 2,00 Euro
    Jeder letzte Montag im Monat: Eintritt frei 
      
     
     
     

     
     
  • Poets' Corner in der Villa Oppenheim
    Wo gibt es Raum für Poesie in Berlin? Welche Themen und Formen sind wichtig derzeit?
    Poets' Corner, veranstaltet vom Haus für Poesie, überzieht die ganze Stadt mit Gedichten. Unterstützt von den Bezirken lesen und performen in Berlin lebende Lyriker ihre Werke - in Bibliotheken, Galerien, Museen und Kulturzentren: überall, wo es Raum gibt für Poesie und sie auf die Bewohner der Stadtteile trifft.
    Es lesen Brygida Helbig, Kerstin Hensel, Anna Hetzer, Marius Hulpe, Iwona Mickiewicz und Kathrin Schmidt. Moderation: Karolina Golimowska
    Villa Oppenheim

    Samstag, 26. Mai 2018 um 14:00 Uhr
    Museum Charlottenburg-Wilmersdorf
    in der Villa Oppenheim
    Schloßstraße 55, 14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
 
 


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15. Mai 2018 - 00:02Himmlische Aussichten in freudloser Zeit

Die Stachelschweine blicken auf uns herab

Wahrlich, heute gibt es kaum noch etwas zu lachen: Jeden Morgen ist bange zu fragen, herrscht hierzulande noch Frieden, steht das SEK vor der Tür, weil gestern Demo gegen Privatisierung war, hat ein neuer Sprachflitz der 3-Sterne-FeministInnen und -Außen die Medien erobert oder liegt bereits wegen eines Komplimentes die Klage betreffs sexueller Belästigung vor?

Allein das Kabarett „Die Stachelschweine“ zeigt, daß auch in solch trüber Zeit gelacht werden kann. Die Rettung bringt der Blick von oben auf diese Welt. So heißt denn auch das jüngste Programm, für das Klaus-Peter Grap und Thilo Bock verantwortlich zeichnen, „Himmlische Aussichten“, denn die Kabarettisten blicken aus göttlicher Perspektive auf das Publikum im Untergeschoß des Europa-Centers herab. Auf der Bühne stehen Kristin Wolf, Björn Geske und Daniel Kröhnert, die erneut die mit viel Bravour den hohen Ruf des Hauses aufrechterhalten. Schnelles Spiel, paßgenau sitzende Pointen, rasante Szenenfolgen und blitzschnelle Verwandlungen haben sie zu meistern. Diese Leistung verlangte auch solch gestandenem Autor wie Horst Pillau Respekt ab. „Das war brillantes und kurzweiliges Kabarett bester Güte“, sagte er nach der Premiere gegenüber diesem Blog.

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05. Mai 2018 - 19:00Plastische Akte

Camera Work zeigt Yoram Roth


Wer Aktfotos sehen möchte, der braucht nur in einem Internetsuchprogramm entsprechende Schlagworte einzugeben, und schon kann er sich durch Millionen Aufnahmen unbekleideter Körper arbeiten. Wer von vornherein Wert auf Qualität legt, sucht nur bestimmte Seiten auf, und wer direkt www.yoramroth.com eingibt, der kann sich überlegen, ob er sich mit den Darstellungen auf dem Bildschirm begnügt oder sich doch besser der Mühe unterzieht, sich diese Bilder in der Auguststraße 11 – 13 in Berlin Mitte anzuschauen.

Die CWC Gallery ist eine Dependance der renommierten Galerie Camera Work in der Kantstraße, die sich vorrangig zeitgenössischen Fotografen widmet. In der CWC Gallery – auch Camera Work Contemporary – sind bis zum 9. Juni drei Serien des Berliner Künstlers Yoram Roth zu sehen. Der Weg in die Galerie bringt nicht nur den Vorteil, die Bilder in originaler Größe und einer Auflösung zu sehen, die das eigene Auge hergibt, sondern ist die einzige Möglichkeit, die Bilder authentisch auf sich wirken zu lassen. In der jüngsten Serie von Yoram Roth „Spatial Concepts“, die der Ausstellung auch den Namen gibt, handelt es sich faktisch um räumliche Arbeiten, deren Wiedergabe auch der beste Bildschirm nur vortäuschen kann.

 

Yoram Roth / Foto © Metropol Studios [2843]

Der Photograph Yoram Roth.
Foto: © Metropol Studios
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01. Mai 2018 - 22:04Fledermaus flattert außer Zeit und Raum

Opernhaus im Walzerrausch


Es ist ein Fest der Melodien und der Stimmen, wenn sich in der Deutschen Oper in der Bismarckstraße der Vorhang zur Neuinszenierung „Der Fledermaus“ von Johann Strauß hebt.

Das Haus hat das Potential, die Krone der Wiener Operettenkultur mit Spitzenpersonal zu besetzten und hat es auch getan, wobei die Entscheidung bei der Möglichkeit, die Adele gleich vierfach besetzen zu können, schwer fiel und eine Auswahl getroffen werden mußte. So wurde entschieden, wenigstens Meechot Marrero und Nicole Haslett alternierend einzusetzen. Aus dem Hausensemble konnten mit Thomas Blondelle, der den Gabriel von Eisenstein gibt, mit Enea Scala die Rolle des „Alfred“ und Markus Brück die Figur des „Frank“ hervorragend besetzt werden. Für die „Rosalinde“ wurde der Berliner Opernstar Annette Dasch gewonnen, als Prinz Orlowsky wurde Angela Brower und als Frosch, einst legendär gespielt von Hans Moser, Florian Teichtmeister vom Theater in der Josefstadt an das Berliner Opernhaus geholt.

Meechot Marrero, Annette Dasch und Thomas Blondelle in „Die Fledermaus“ an der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Meechot Marrero als Adele, Annette Dasch als Rosalinde und Thomas Blondelle
als Gabriel von Eisenstein in „Die Fledermaus“ an der Deutschen Oper.
Foto: Wecker
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09. April 2018 - 00:02Der Schrei des Pfauen in der Nacht

Ein musikalisches Projekt mit jugendlichen Flüchtlingen


Der Opernabend beginnt mit der zärtlichen Melodie eines persischen Schlafliedes.
Sie wird von Mädchen dargeboten, die jung genug sind, sich an die Wärme und Geborgenheit zu erinnern, mit der sie zu diesen Tönen in den Schlaf gewiegt wurden, und alt genug, daß die Gründung einer eigenen Familie greifbar wird. Gemeinsam ist den Interpreten des „musiktheatralen Rechercheprojektes“, wie die Deutsche Oper das Genre ihrer jüngsten Produktion, „Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ in der Tischlerei nennt, daß sie erst vor kurzem in Deutschland eingetroffen sind.


„Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ in der Tischlerei der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

In Erinnerungsfetzen berichten die Jugendlichen von ihren Erlebnissen.
Foto: Wecker 

 
Die Deutsche Oper greift mit dieser Produktion ein vor zwei Jahren begonnenes Projekt auf, mit jugendlichen Flüchtlingen musikalisches Theater zu spielen. Wieder geht es darum, daß die Jugendlichen mit musikalischen und gestischen Mitteln ihre Erfahrungen in künstlerisch berührender Weise dem Publikum vermitteln. Die erste Erfahrung ist das Wiegenlied der Mutter, später sind es sehr unterschiedliche Töne, die ihre Erfahrungen bestimmen: das Glucksen des Wassers während der Überfahrt im Flüchtlingsboot, Schläge in der Schule oder eben der nächtliche Schrei des Pfauen, der im Zoo direkt hinter dem Haus der Großeltern lebte.

 

Musikalisches Theater mit jugendlichen Flüchtlingen in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Vor einem christlichen Kreuz werden die Erfahrungen aus anderen Kulturen dargestellt.
Foto: Wecker
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31. März 2018 - 00:02Deutsch-polnisches Theater feiert Geburtstag

„Lysistrata“ schafft am Salzufer Frieden


Auf dem Spielplan stand das erste Friedensstück der Theatergeschichte: „Lysistrata“ von Aristophanes. Allein für diese Entscheidung in Zeiten der Kriegshysterie und des militärischen Zuschlagens, wo es nur einigermaßen erfolgsversprechend ist, wäre dieses Theater hoch zu preisen. Dafür gibt es aber noch viel mehr Gründe:
Dieses Theater steht wie ein Fels in der Brandung Berliner Kulturpolitik, die schon viele bedeutende Häuser in den Abgrund gerissen hat: Je eine Volksbühne in Ost und West, das Schillertheater, das Hansatheater, die Tribüne und nunmehr auch Komödie und Theater am Kurfürstendamm. In dieses Bild paßt auch, daß nicht ein einziger Vertreter der aktuellen Politik den beiden Gründern dieser Bühne gratuliert hat.

Janina Szarek und Olav Münzberg - Gründer des Teatr Studio / Foto © Frank Wecker

Janina Szarek und Olav Münzberg sind die Gründer des Teatr Studio.
Foto: Wecker 

 
Das sind Janina Szarek und Olav Münzberg. Hierzulande ist letzterer als Schriftsteller, UdK Professor, früherer Vorsitzende des deutschen Schriftstellerverbandes und der Neuen Gesellschaft für Literatur der bekanntere. Janina Szarek stammt aus Polen, wo sie zu den bekanntesten Schauspielern und Regisseuren gehört und mehrfach mit Preisen bedacht wurde. Jüngst fügte sie dem den „Gloria Artis“ und den Kritikerpreis des Internationalen Theaterinstituts hinzu. Die am Salzufer gezeigte Inszenierung „Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine“ wurde im Ranking eines polnischen Theaterportals zu den weltweit fünf besten polnischen Produktionen gewählt.

Ensemble der ersten Produktion „Weiße Ehe“ im Teatr Studio / Foto © Frank Wecker

Das Ensemble der ersten Produktion „Weiße Ehe“.
Foto: Wecker 

 
Das Geheimnis dieses Erfolges ist, daß Janina Szarek eine von Jerzy Grotowski entwickelte Schule des Theaterspielens, das „arme Theater“, fortführt, die beginnend Mitte des vorigen Jahrhunderts das gesamte europäische und nordamerikanische Theater beeinflußte.

Mit Janina Szarek hat diese Schule auch Berlin erreicht. Auf dieser Basis hat sie gemeinsam mit Olav Münzberg ein deutsch-polnisches Studiotheater gegründet, das der deutsch-polnischen Schauspielschule „Transform“ zugehörig ist.

Janina Szarek und Olav Münzberg mit dem Ensemble ihrer Inszenierung „Zwei auf einer Bank“ im Teatr Studio / Foto © Frank Wecker

Janina Szarek und Olav Münzberg mit dem Ensemble ihrer Inszenierung „Zwei auf einer Bank“.
Foto: Wecker
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25. März 2018 - 00:02Vom Rinnstein in den Abgrund

Bröhan-Museum zeigt „Berliner Realismus“


Es ist ein Segen, daß sich das Bröhan-Museum nicht auf seinem unschätzbaren Bestand an Artefakten zum Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus ausruht, sondern immer wieder mit darüberhinausgreifenden Sonderausstellungen auf Entdeckungsreise geht.

Bis zum 17. Juni zeigt es die Ausstellung: „Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“. Damit schlägt das Museum den Bogen von der sozialkritischen Kunst des Kaiserreichs, dem Naturalismus, über den Expressionismus hin zur Neuen Sachlichkeit. Ein weiteres Verdienst des Bröhan-Museums ist, daß stets die Kunst mit der ihr zugrundeliegenden Kultur des Alltagslebens zusammengesehen wird. So ist hier eine thematische Schau zusammengetragen worden, die den Weg in die Katastrophen des 20. Jahrhunderts zeigt. Das erfolgt nicht aus der Sicht von Historikern, sondern aus dem Blickwinkel der Künstler, die das Unausgesprochene, die Befindlichkeiten und das Lebensgefühl der Menschen zum Ausdruck zu bringen vermögen. Dieses Lebensgefühl war von bitterer Armut bestimmt.

Die beiden promovierten Kuratoren Tobias Hoffmann und Anna Grosskopf gliedern die Darstellung in sieben Abschnitte. Sie beginnt mit der „Rinnsteinkunst“, einem von Kaiser Wilhelm II. geprägten Begriff, womit auch er sich in die Kunstgeschichte einschrieb. Heinrich Zille griff das Wort auf und versah damit eine 1902 gezeichnete Straßenszene. Aus Privatbesitz entliehen, ist sie jetzt in der Ausstellung zu sehen. Viele weitere Künstler wendeten diese Schmähung in eine Würdigung ihrer Kunst. Es entstand damals eine Sammlung „Lieder aus dem Rinnstein“, deren Einband Hans Baluschek gestaltete, und das Plakat zur Berliner Sezession von 1905, wo eine weibliche Figur Blumen aus dem Rinnstein pflückt, nahmen die kaiserliche Anregung ebenfalls auf. Damit ist es aber auch schon um die Heiterkeit in der Ausstellung geschehen.

Tobias Hoffmann und Anna Grosskopf - Kuratoren der Ausstellung „Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“ im Bröhan-Museum / Foto © Frank Wecker

Die Kuratoren Tobias Hoffmann und Anna Grosskopf erläutern Bilder von Heinz Baluschek.
Foto: Wecker

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22. März 2018 - 00:02Robert Gärtner bei Carlos Hulsch

„Erscheinungen“ im Abba Hotel


Im Ausstellungsfoyer des Abba Hotels ist die jüngste Ausstellung der Galerie Carlos Hulsch zu sehen:
Unter dem Titel „Erscheinungen“ werden dort 23 Arbeiten des Berliner Künstlers Robert Gärtner präsentiert. Das sind einmal fotografische Arbeiten unterschiedlichen Sujets und zum anderen Ölgemälde, die vorwiegend im Stile der Pop-Art eine junge schöne Frau porträtieren.

Die Fotos sind Ergebnis der Diplomarbeit Robert Gärtners an der Hochschule „Georg Simon Ohm“ in Nürnberg, wo er von 1996 bis 2000 Fotografie studierte. Die Serie hatte bereits damals den Titel „Erscheinungen“. Diese Serie wurde 2012 mit dem Palm Art Award, dem Preis einer international wirkenden privaten Förderinstitution für zeitgenössische Kunst und Design in Quedlinburg ausgezeichnet. Seit 2014 wird Robert Gärtner auch von Carlos Hulsch gefördert, wo er in mehreren Gruppenausstellungen vertreten war.

Die Fotos entfalten ihren Reiz durch eine Unschärferelation, die teils fotografisch und teils durch die Behandlung der Fotografien mit Säuren, Ruß und Farbpigmenten entstanden ist. Aus dem fotografischen Abbild entstand dabei ein Werk, das dem Zufallsprodukt eines Zerfallsprozesses geschuldet ist. Das entspricht dem künstlerischen Anliegen der Serie, Bewegung und Veränderung im statischen Bild sichtbar zu machen, die dem Betrachter als „Erscheinungen“ entgegentreten.

 

Robert Gärtner in der Galerie Carlos Hulsch / Foto © Frank Wecker

Der Künstler Robert Gärtner.
Foto: Wecker
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