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Der Concierge vom Lietzensee

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt, wusste schon Ludwig Wittgenstein. Diesem Gedanken zufolge lässt sich an der Zusammensetzung des Wortschatzes nicht nur der Horizont der Sprechenden, sondern auch die soziale Struktur einer Gesellschaft ablesen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Dynamik des Vokabulars, dem Verschwinden alter und dem Auftauchen neuer Wörter. So mancher Begriff ist aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verschwunden und wirkt schlicht anachronistisch. Wer kauft heute noch beim Kolonialwarenhändler, wo sind die Tante-Emma-Läden geblieben, wo gibt es noch Kurzwaren zu erstehen, und was bietet ein Feinkostgeschäft? Die letzte Frage zumindest kann für den Kiez beantwortet werden: in der Sophie-Charlotten-Str. 67/68, praktisch an der Ecke zum Kaiserdamm, liegt das Feinkostgeschäft Conrad, hier werden Fisch, Geflügel, Wild und Delikatessen feilgeboten. Und zwar seit 1951.

Der Inhaber Horst Conrad, mittlerweile 75 Jahre alt, untersetzt, mit schütterem Haar und lichten Zahnreihen, steht an jedem Werktag bis 18:00 in seinem Laden. Das kleine Geschäft mit seinen abgetretenen Bodenfliesen, dessen Einrichtung so gar nichts mit der Take-away-Kultur der gesichtslosen Fastfood-Ketten gemein hat, ist erfüllt von einem Geruchsgemisch aus Hering, Dill und Speiseöl. In Zeiten, in denen trendige Fachgeschäfte für den gehobenen Genuss sich einen minimalistischen Retrolook verpassen (und diesen durch den Gebrauch von Handy, Notebook und iPod ironisch brechen), ist dieser Laden wie aus der Zeit gefallen und wirkt unfreiwillig museal. Auch das Angebot zum Sofortverzehr scheint sich seit Jahren kaum verändert zu haben. Es gibt Zwiebelbrötchen, Fischbouletten, Gewürzgurken und Matjesheringe, ohne Konservierungsstoffe, deftig, frisch und würzig, aber kaum cholesterinbewusst. Ein antikes Emailleschild hinter der Theke wirbt für feine Mayonnaise.

Horst Conrads treue Stammkundschaft dankt es ihm und deckt den Bedarf an Kaninchenkeulen, Putenbrust und Rehrücken vor Ort. Und immer wieder machen Polizisten, Briefträger und Bauarbeiter im Laden ihre Pause, trinken einen Kaffee und plaudern mit dem redseligen Besitzer. Ihm kommt ohne Übertreibung die Funktion eines Kiezgedächtnisses zu. Ob zu einer Schießerei auf dem Kaiserdamm aus dem Jahre 1965, den bewegten Zeiten der Hausbesetzungen im Kiez in den 1970er Jahren oder schlicht zum Wandel der Gewerbestruktur in der erweiterten Nachbarschaft – Horst Conrad kann zu jedem Thema eine Geschichte erzählen. Viele Geschäfte hat er kommen und gehen sehen, und natürlich auch etliche MieterInnen der Sophie-Charlotten-Str. 67/68. Ihnen gibt er, wenn er mit ihnen täglich ein paar Worte wechselt, das Gefühl, wie ein guter Concierge über das Wohl des Hauses zu wachen.

Der Laden sticht aus dem monotonen Einerlei der Ladenzeilen und Shopping-Arkaden angenehm heraus, er passt gut in die Gewerbelandschaft rund um den Lietzensee mit den vielen kleinen Einzelhändlern. Und der Besitzer, der mit steiler Handschrift das tägliche Angebot auf die Fensterfront des Ladens schreibt, ist ein echtes Berliner Original mit Herz und Schnauze. Einen Teil seines Umsatzes macht er mit dem Anrichten kalter Platten für Geschäftskunden. Der Ruhestand ist nicht in Sicht, möge ihm der Hauseigentümer mit einer niedrigen Gewerbemiete gnädig sein.

Andrea Bronstering - Gastautoren, Gewerbe im Kiez, Kiezreportagen - 13. Februar 2008 - 12:59
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drei Kommentare

Nr. 1, Saskia Hoffmann, 13.02.2008 - 19:57
Hallo,

ich möchte nur kurz mal sagen, dass die Texte von der Frau Bronstering sehr lesenswert sind.

Sehr angenehme Wortwahl und die Themenvielfalt ist einfach großartig.

Leider fehlen bei ihren Texten Bilder, damit sich der Leser auch ein reales Bild zum Vergleichen machen kann. Ich würde gerne meine Bilder, die bei mir im Kopf entstehen, mit den realen Bildern vergleichen können.

Aber das ist nur ein ganz kleiner Wehrmutströpchen, der aber den Lesegenuß nicht wirklich stört.

Jedenfalls zeigt diese Autorin, im Gegensatz zu anderen Autoren im Internet, sehr viel Herzblut bei ihren Texten.

Vielen Dank dafür.
Ich hoffe, man kann diese Schreibweise noch öfters lesen.

Und morgen werde ich mir mal dieses Feinkostgeschäft anschauen.
Leider fehlen die Öffnungszeiten, aber ich denke, so gegen 15:00 Uhr wird das Geschäft geöffnet sein.

Viele liebe Grüße

S. Hoffmann
Nr. 2, maho, 13.02.2008 - 20:29
Hallo Saskia,
da möchte ich Dir voll und ganz zustimmen.
Andrea ist einfach begnadet. Ich freue mich, ebenso wie sicher viele andere, auf viele weitere Beiträge.

Andrea hat von uns, bzw. auch von mir ganz persönlich, das konkrete Angebot, jederzeit Fotos machen zu können – oder auch von uns erstellen zu lassen. Es steht ihr frei, dieses Angebot zu nutzen. Allerdings stehen ja auch ihre Beiträge schon so für sich.

Ebenso würde ich sie gern gewinnen, noch ein Interview mit Herrn Conrad für das KiezRadio zu machen. Aber auch das steht ihr selbstverständlich frei.

Auch so ist sie ein strahlender Gewinn für den Blog und die Leser – wir freuen uns riesig! Ebenso freuen wir uns über Leser, denen es gefällt und ihre Leistung würdigen!

Gruß
Martin
Nr. 3, Saskia Hoffmann, 14.02.2008 - 01:35
Oh,

diese Radiosendungen kenne ich ja noch gar nicht.
Vielen Dank für diesen Hinweis.

Auf diesen Seiten findet man immer mehr interessante und neugierig machende kleine Schätzchen, die einem auch auf die kleinen geheimen und nicht ganz so geheimen Schätzchen aus unserem Kiez aufmerksam machen.

Vielen Dank dafür.

Woher holt ihr nur diese ganzen Ideen?

S. Hoffmann

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