Kiezer Weblog

Ein Projekt vom "Kiez-Web-Team Klausenerplatz".
Autoren
Impressum

Kategorien

Alfred Rietschel
Blog-News
Cartoons
Charlottenburger Kiez-Kanonen
Freiraum
Gastautoren
Geschichte
Gesellschaft
Gewerbe im Kiez
Gewinnspiel
Grabowskis Katze
Kiez
Kiezfundstücke
KiezRadio
Kiezreportagen
Kinder und Jugendliche
Kunst und Kultur
Mein Kiez
Menschen im Kiez
Netzfundstücke
Philosophisches
Politik
Raymond Sinister
Satire
Schlosspark
Spandauer-Damm-Brücke
Technik
Thema des Monats
Wissenschaft
ZeitZeichen

Archive

nächstes Archiv

01.Mär - 31 Mär 2017
01.Feb - 28 Feb 2017
01.Jan - 31 Jan 2017
01.Dez - 31 Dez 2016
01.Nov - 30 Nov 2016
01.Okt - 31 Okt 2016
01.Sep - 30 Sep 2016
01.Aug - 31 Aug 2016
01.Jul - 31 Jul 2016
01.Jun - 30 Jun 2016
01.Mai - 31 Mai 2016
01.Apr - 30 Apr 2016
01.Mär - 31 Mär 2016
01.Feb - 29 Feb 2016
01.Jan - 31 Jan 2016
01.Dez - 31 Dez 2015
01.Nov - 30 Nov 2015
01.Okt - 31 Okt 2015
01.Sep - 30 Sep 2015
01.Aug - 31 Aug 2015
01.Jul - 31 Jul 2015
01.Jun - 30 Jun 2015
01.Mai - 31 Mai 2015
01.Apr - 30 Apr 2015
01.Mär - 31 Mär 2015
01.Feb - 28 Feb 2015
01.Jan - 31 Jan 2015
01.Dez - 31 Dez 2014
01.Nov - 30 Nov 2014
01.Okt - 31 Okt 2014
01.Sep - 30 Sep 2014
01.Aug - 31 Aug 2014
01.Jul - 31 Jul 2014
01.Jun - 30 Jun 2014
01.Mai - 31 Mai 2014
01.Apr - 30 Apr 2014
01.Mär - 31 Mär 2014
01.Feb - 28 Feb 2014
01.Jan - 31 Jan 2014
01.Dez - 31 Dez 2013
01.Nov - 30 Nov 2013
01.Okt - 31 Okt 2013
01.Sep - 30 Sep 2013
01.Aug - 31 Aug 2013
01.Jul - 31 Jul 2013
01.Jun - 30 Jun 2013
01.Mai - 31 Mai 2013
01.Apr - 30 Apr 2013
01.Mär - 31 Mär 2013
01.Feb - 28 Feb 2013
01.Jan - 31 Jan 2013
01.Dez - 31 Dez 2012
01.Nov - 30 Nov 2012
01.Okt - 31 Okt 2012
01.Sep - 30 Sep 2012
01.Aug - 31 Aug 2012
01.Jul - 31 Jul 2012
01.Jun - 30 Jun 2012
01.Mai - 31 Mai 2012
01.Apr - 30 Apr 2012
01.Mär - 31 Mär 2012
01.Feb - 29 Feb 2012
01.Jan - 31 Jan 2012
01.Dez - 31 Dez 2011
01.Nov - 30 Nov 2011
01.Okt - 31 Okt 2011
01.Sep - 30 Sep 2011
01.Aug - 31 Aug 2011
01.Jul - 31 Jul 2011
01.Jun - 30 Jun 2011
01.Mai - 31 Mai 2011
01.Apr - 30 Apr 2011
01.Mär - 31 Mär 2011
01.Feb - 28 Feb 2011
01.Jan - 31 Jan 2011
01.Dez - 31 Dez 2010
01.Nov - 30 Nov 2010
01.Okt - 31 Okt 2010
01.Sep - 30 Sep 2010
01.Aug - 31 Aug 2010
01.Jul - 31 Jul 2010
01.Jun - 30 Jun 2010
01.Mai - 31 Mai 2010
01.Apr - 30 Apr 2010
01.Mär - 31 Mär 2010
01.Feb - 28 Feb 2010
01.Jan - 31 Jan 2010
01.Dez - 31 Dez 2009
01.Nov - 30 Nov 2009
01.Okt - 31 Okt 2009
01.Sep - 30 Sep 2009
01.Aug - 31 Aug 2009
01.Jul - 31 Jul 2009
01.Jun - 30 Jun 2009
01.Mai - 31 Mai 2009
01.Apr - 30 Apr 2009
01.Mär - 31 Mär 2009
01.Feb - 28 Feb 2009
01.Jan - 31 Jan 2009
01.Dez - 31 Dez 2008
01.Nov - 30 Nov 2008
01.Okt - 31 Okt 2008
01.Sep - 30 Sep 2008
01.Aug - 31 Aug 2008
01.Jul - 31 Jul 2008
01.Jun - 30 Jun 2008
01.Mai - 31 Mai 2008
01.Apr - 30 Apr 2008
01.Mär - 31 Mär 2008
01.Feb - 29 Feb 2008
01.Jan - 31 Jan 2008
01.Dez - 31 Dez 2007
01.Nov - 30 Nov 2007
01.Okt - 31 Okt 2007
01.Sep - 30 Sep 2007
01.Aug - 31 Aug 2007
01.Jul - 31 Jul 2007
01.Jun - 30 Jun 2007
01.Mai - 31 Mai 2007
01.Apr - 30 Apr 2007
01.Mär - 31 Mär 2007
01.Feb - 28 Feb 2007
01.Jan - 31 Jan 2007
01.Dez - 31 Dez 2006
01.Nov - 30 Nov 2006
01.Okt - 31 Okt 2006
01.Sep - 30 Sep 2006
01.Aug - 31 Aug 2006

Blogsuche (via Google)

Kiez_Netzwerk
Kiez_Klausenerplatz
Kiez_News
Kiez_Termine
Kiez_Wiki
Kiez_Radio
Kiez_Forum
Kiez_Galerie
Kiez_Kunst
Kiez_Mieterbeirat Klausenerplatz
Kiez_Klausenerplatz bei Facebook
Kiez_Klausenerplatz bei Twitter
Kiez_Klausenerplatz bei YouTube
Initiative Horstweg/Wundtstraße

BerlinOnline_Charlottenburg
Bezirk_Termine
Mierendorff-Kiez
Bürger für den Lietzensee
Auch ein_Charlottenburger Kiez
Charlottenburger Bürgerinitiativen
Blog_Rote Insel aus Schöneberg
Blog_potseblog aus Schöneberg
Blog_Graefekiez
Blog_Wrangelstraße
Blog_Moabit Online
Blog_Auguststrasse aus Mitte
Blog_Modersohn-Magazin
Blog_Berlin Street
Blog_Notes of Berlin
Blog@inBerlin_Metropole Berlin

KiezBlogs

urbanophil.net
ABRISSBERLIN
Mietenpolitisches Dossier
Steigende Mieten stoppen!
Gentrification Blog

Icke_Berliner Rockpoet
Blog_'AQua!'
Blog_Icke, Neuberlinerin
Blog_gesichtspunkte.de
Blog_Ullis Mord & Totschlag

Sonstiges

Powered by Pivot - 1.40.8: 'Dreadwind' 
XML-Feed (RSS 1.0) 
XML: Atom Feed 

25. März 2017 - 20:36Wer das Sagen hat

degewo & Co – wer sie steuert, lenkt und kontrolliert

 

"Quartierbüro" der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag im Klausenerplatz-Kiez

 
Die sechs landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften degewo AG, GESOBAU AG, Gewobag AG, HOWOGE GmbH, STADT UND LAND GmbH und WBM GmbH haben Gewicht und Einfluss. Kurz nach Inkrafttreten des rot-rot-grünen Koalitionsvertrages hoben sie Anfang Januar 2017 für viele Mieterinnen und Mieter die Mieten an. Das sorgte inmitten der hohe Wellen schlagenden Personalie Andrej Holm für zusätzlichen Wirbel. Die für Stadtentwicklung und Wohnen zuständige Senatorin Katrin Lompscher (DIE LINKE) geriet so ein zweites Mal unter Druck. Rechtlich waren die Mieterhöhungen zwar zulässig, stehen aber politisch nicht im Einklang mit den Vorgaben des Koalitionsvertrages. Zu deren Anpassung an den Koalitionsvertrag soll eine Kooperationsvereinbarung dienen. Sie wurde inzwischen von Senatorin Katrin Lompscher und Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) sowie den Wohnungsbaugesellschaften ausgehandelt. Ende März, Anfang April  soll sie unterzeichnet werden.

Die Wohnungsbaugesellschaften sind immer dabei, ob es nun darum geht, rechtliche Regelungen für eine soziale Wohnraumversorgung zu schaffen, Mieten zu erhöhen oder Wohnungen zu bauen. Deshalb lohnt ein genauerer Blick darauf, wer sie lenkt und steuert, kurz: wer das Sagen hat. Aufschlussreich ist dafür die Aufgabenverteilung (Amtsdeutsch: Geschäftsverteilung) des Senats. Danach ist Senatorin Lompscher fachlich für die Wohnungsunternehmen Berlins zuständig. Finanzsenator Kollatz-Ahnen ist sowohl für die Verwaltung als auch für die finanzielle, wirtschaftliche und personelle Steuerung der Wohnungs-gesellschaften zuständig. Damit zeigt sich – was die Machtverteilung im Senat angeht und nicht neu ist - die starke Stellung des Finanzsenators und mithin der SPD. Deshalb muss sich Wohnungsbausenatorin Katrin Lompscher mit Finanzsenator Kollatz-Ahnen in vielen fachpolitischen Aufgaben handelseinig werden, soweit diese mit wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen verbunden sind.

 

Plakat bei einer Mieterdemo (Sept. 2013)

Auf Ebene des Senats werden die strategischen Zielsetzungen und Festlegungen für das Handeln der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften getroffen, die dann für die operative Umsetzung dieser Entscheidungen zuständig sind. Hier muss der anvisierten sozialen Wohnraumversorgung auch personell mehr Nachdruck verliehen werden, damit politische Zielsetzungen für eine soziale Wohnraumversorgung gestärkt und abgesichert werden. Schließlich wurden mit den Festlegungen im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag Markt- und Gewinnorientierung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften nicht gebrochen, sondern nur geschwächt. Im Zuge von Stellenbesetzungen sollten deshalb Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte durch Personen ersetzt werden, die fachliches Können mit nachweislich sozialem und am Gemeinwohl orientiertem Engagement verbinden. Wie notwendig das ist, wird anhand eines genaueren Blicks auf die amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden deutlich, die eng mit den Geschäftsleitungen kooperieren sollen. Von den sechs Personen - allesamt mit SPD-Parteibuch - sind allein fünf neoliberal geprägt.

 
Wer sich ausführlicher informieren will, der kann sich hier die Langfassung des Beitrages herunterladen: www.detlef-bimboes.de/Gesellschaft

Detlef Bimboes

 

DB - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

24. März 2017 - 00:24Gesänge des Unterganges

Der „Tod in Venedig“ an der Deutschen Oper

 
 
Jeder hat seine Sorgen. Wem es gelingt, daß die Menschheit seinem Klagelied zuhört und mit ihm in Trauer versinkt, der muß ein ganz großer Künstler sein.

„Tod in Venedig“ an der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Paul Nilon singt die Partie des Schriftstellers Gustav von Aschenbach.
Foto: Wecker


Solch ein Stoff ist in Venedig angesiedelt: Ein lüsterner alter Mann entflammt für einen Knaben. Zunächst hat es Thomas Mann fertiggebracht, aus diesem banalen Vorgang eine Novelle zu schreiben, die heute zum Kanon der Literatur gehört, dann vermochte es Luchino Visconti, diese Novelle in einen Film zu verwandeln, der in den Kanon der Cinematographie gelangte, und schließlich ließ sich Benjamin Britten von dem Film inspirieren. Er schuf aus dem Stoff eine Oper, die zum Kanon der Musikkultur gehört.


„Tod in Venedig“ an der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Paul Nilon (sitzend) und Seth Carico, der in zahlreichen großen Partien an der Deutschen Oper
zu sehen ist. Allein im „Tod in Venedig“ spielt er acht Rollen. Foto: Wecker

 
Sie ist jetzt wieder, in der Deutschen Oper zu erleben. Schon ein Jahr nach ihrer Uraufführung 1974 wurde sie erstmals in dem Opernhaus in der Bismarckstraße aufgeführt.

Freilich haben all diese genialen Künstler aus diesem Stoff mehr gemacht, als das Gezeter eines alten Lüstlings, der nicht an das Ziel seiner perversen Begierde gelangt, zu Gehör zu bringen. So sieht es auch Donald Runnicles, der musikalische Leiter dieser neuen Aufführung im Berliner Opernhaus: „Ein alter Mann, der einem Jungen nachstellt, ist kein Thema für eine große Oper. Was man aus dieser vielschichtigen Oper herausfiltern kann, geht doch weit darüber hinaus. Sie fragt zum Beispiel: Sollte man von den verbotenen Früchten kosten?“ Doch selbst damit schätzt er die Tragweite des Operngeschehens zu bescheiden ein.

„Tod in Venedig“ an der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Für Frauen gibt es im „Tod in Venedig“ keine großen Partien. So sind hier Weltstars
wie Alexandra Hutton neben Paul Niton in eher kleinen Partien zu erleben.
Foto: Wecker

 
Der alte Herr zerbricht nicht allein daran, daß er nicht einmal den Versuch wagt, gegen die gesellschaftlichen Normen zu verstoßen. Schon das würde reichlich Zündstoff in einer Zeit der „politischen Korrektheit“ bergen, deren hanebüchenen Auswüchse selbst Durchschnittsbürger in die Verzweiflung treiben. Im Körper des Opernhelden wütet jedoch außer der ungestillten Begierde auch der Schaffensdrang eines Genies, der nicht zum Ausbruch gelangen kann. Daran leidet er in einer allmählich und unaufhaltsam versinkenden Stadt, über der der Hauch des Todes schwebt. Der wird durch die unbeherrschbare Macht einer Choleraepidemie unmittelbar.


„Tod in Venedig“ an der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Tai Oney (sitzend) gibt in „Tod in Venedig“ sein Debüt an der Deutschen Oper.
Foto: Wecker
[weiterlesen]

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

14. März 2017 - 00:24Zwangsarbeiterlager des Bezirksamtes Wilmersdorf: Prof. Benz und Prof. Rürup nehmen Stellung



Die Liste des Gesundheitsamts Wilmersdorf vom 30.11.1942 gibt als Ort des Zwangsarbeitslagers des Wilmersdorfer Bezirksamts an: Wilhelmsaue „40“. Dies war für die vergangene Gedenktafelkommission sowie ist für verschiedene Bezirkspolitiker Anlaß, seit über 1 ½ Jahren Zweifel an der Lage des Lagers zu haben, denn die amtlichen Karten bezeichneten das betreffende Grundstück mit „39-41“; folglich habe es „40“ gar nicht gegeben.

Liste des Gesundheitsamtes Wilmersdorf von 1942 / Quelle Landesarchiv Berlin

Liste des Gesundheitsamtes Wilmersdorf von 1942 (drittletzte Zeile: Bezirksamt)
Quelle: Landesarchiv Berlin


Daß eine amtliche Akte aus den Jahren 1937 bis 1940* mit „Kindergarten Wilhelmsaue 40“ beschriftet ist, eine ebenfalls amtliche Akte aus den Jahren 1952 bis 1964** die Aufschrift „Wilhelmsaue 39/40“ trägt und am heutigen Gebäude – dem ITDZ Berlin, einer Anstalt des öffentlichen Rechts – die Hausnummer „40“ steht – all dies hat die Zweifler bisher nicht überzeugt. Vielmehr gab eine Bezirkspolitikerin kürzlich in einem Gespräch zu bedenken, es könne ja auch ein Tippfehler vorliegen, und eigentlich sollte es Wilhelmsaue „4C“ heißen.

Ich habe daher zwei renommierten Historikern die drei hierzu bekannten Dokumente*** vorgelegt, sie über alle geäußerten Zweifel**** informiert und um ihre Stellungnahme gebeten. Die beiden Historiker sind Prof. Wolfgang Benz° und Prof. Reinhard Rürup°°. Mit ihrer Gestattung folgt hier der Abdruck ihrer Stellungnahmen:

[weiterlesen]

MichaelR - Gastautoren, Geschichte - fünf Kommentare / Kein Trackback

11. März 2017 - 00:24Wie geht es mit der Kantgarage voran?




Kantgarage - Straßenfassade 2017

Planung der Straßenfassade / Foto © 2017 Johanne Nalbach

Abb. 1 + Abb. 2 - Straßenfassade 2017 und Planung (mit Hotel re. neben der Garage)


Vier Monate, nachdem die Architektin Johanne Nalbach im Oktober 2016 zusammen mit dem neuen Eigentümer der Kantgarage, dem Immobilienunternehmer Dirk Gädeke, ihr Konzept für den Erhalt und die Neunutzung der Kantgarage vorgestellt hatte, führte sie am 28. Februar im Rahmen einer Veranstaltung der Stiftung Denk mal an Berlin Interessenten durch das Gebäude. Auf Nachfrage sagte Frau Nalbach, daß der ursprünglich ins Auge gefaßte Termin für den Abschluß der Arbeiten, nämlich Mitte 2018, auf das Jahresende bzw. Anfang 2019 verschoben werden müsse. Offenbar beanspruchen die Verhandlungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks und dem Landesdenkmalamt mehr Zeit als erwartet. Gegenüber dem im Oktober 2016 vorgestellten Entwurf gebe es keine wesentlichen Veränderungen.

MichaelR

Kant-Garage  - Rückfassade (1932) -  Wikipedia / Bundesarchiv, Bild 102-13123 / CC-BY-SA 3.0

Kant-Garage - Rückfassade (2017)

Abb. 3 + Abb. 4 - Rückfassade 1932 und 2017
 


Abbildungsnachweis:

1, 4 – MichaelR

2 – © 2017 Johanne Nalbach; Benutzung mit freundlicher Genehmigung

3 – Kant-Garage in Berlin-Charlottenburg; Wikipedia / Bundesarchiv, Bild 102-13123 / CC-BY-SA 3.0


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - Kein Kommentar / Kein Trackback

07. März 2017 - 00:02Mit Musik in den Frühling

Berlin inspiriert die Künstler

 
 
Es ist die Kreativität der Bürger, die Berlin und den Kiez so anziehend für Menschen aus aller Welt machen, so daß die Zugereisten oftmals schon nach wenigen Jahren wie angestammt zum Kiez gehören.

So macht das Cafehaus Mila in der Grolmanstraße 40 schon seit der Eröffnung unter anderem mit einer Reihe hochkarätiger Veranstaltungen auf sich aufmerksam. Am Sonntag 12. März, 19 Uhr werden sich dort die mehrfach preisgekrönte Geigerin Celia Schann und der welterfahrene Konzertpianist Alexander Reitenbach unter dem Motto „Sie alle waren in Berlin“ zu einem Duo vereinen. Auf dem Programm stehen Werke von Komponisten, die Berlin inspiriert hat. Zu ihnen gehören Künstler wie Robert Schumann, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner und Felix Mendelssohn. In dieser erlauchten Reihe steht auch die Wilmersdorfer Künstlerin Vera Osmankulova, deren Komposition „Frühlingserwachen“ von den beiden interpretiert werden wird. Der Eintritt beträgt 8 Euro.

 

Vera Osmankulova, Künstlerin aus Wilmersdorf / Foto © Frank Wecker

Die Wilmersdorfer Künstlerin Vera Osmankulova. Foto: Wecker

 
Am 7. April ist die Komponistin als Violinistin beim Osterkonzert im Französischen Dom am Gendarmenmarkt zu erleben. Sie musiziert im Ensemble der Deutschen Kammersymphoniker unter der Leitung von Gabriel Safron. Auf dem Programm stehen die Streichersinfonie Nr. 9 in C-Dur von Felix Mendelssohn, das „Kontrabaß-Konzert Op. 3“ von Sergej Koussevitzky und die „Streicherserenade Op. 22 in E-Dur“ von Antonin Dvorak. Solist auf dem Kontrabaß ist Edicson Ruiz. Karten gibt es ab 34,99 Euro.

Frank Wecker

 

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

04. März 2017 - 19:24Straßen und Plätze: Ehemaliger Güterbahnhof Charlottenburg an der Sophie-Charlotten-Straße 1-4



Blick von der Spandauer-Damm-Brücke auf die Gleisanlagen der Ringbahn

Blick von der Spandauer-Damm-Brücke auf die Gleisanlagen der Ringbahn
(li. und re. das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Charlottenburg) 

 
Will man über den ehemaligen Güterbahnhof Charlottenburg an der Sophie-Charlotten-Straße sprechen, muß man mit dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 anfangen. Dazu hier im Zeitraffer die vom Kriegsende angestoßenen wesentlichen Ereignisse der 1870er Jahre, die zu dem Güterbahnhof führten:

Eisenbahnnetz Berlin 1871 / Bildquelle Wikipedia (gemeinfrei)

Abb. 1 - Eisenbahnnetz Berlin 1871 

  

Der Krieg als der Vater des Güterbahnhofs

Sieg im deutsch-französischen Krieg 1871 – Gründung des Deutschen Reichs mit der Hauptstadt Berlin – umfangreiche französische Kontributionen: 5 Mrd. Francs Reparationen und die Abtretung von Lothringen mit seinen Kohle- und Erzgruben, Hüttenwerken und Maschinenfabriken als Anstoß zur Hochkonjunktur der „Gründerjahre“ – starkes wirtschaftliches Wachstum von Berlin und umliegenden Orten, verbunden mit Zunahme der Bevölkerung (Berlin 1880 über 1 Mio.) – notwendiger Ausbau der Infrastruktur für Personen- und Güterverkehr auf der Schiene im Raum von Berlin und im Reich

Eisenbahnnetz Berlin 1877 / Bildquelle Wikipedia (gemeinfrei)

Eisenbahnnetz Berlin 1882 / Bildquelle Wikipedia (gemeinfrei)

Abb. 2 und 3 - Eisenbahnnetz Berlin 1877 und 1882

[weiterlesen]

MichaelR - Gastautoren, Geschichte - Kein Kommentar / Kein Trackback

02. März 2017 - 22:23Wir sind das Kulturvolk

Ein neuer Abschnitt der Volksbühnenbewegung


Präsentation des neuen Logos „Kulturvolk“ / Foto © Veranstalter

Frank Bielka, Vorsitzender; Alice Ströver, Geschäftsführerin; Erik Günther, Presse und Marketing,
mit dem neuen Logo der Volksbühne. Foto: Veranstalter
 

 
In neue Abschnitte ist die 127 Jahre alte Volksbühnenbewegung schon häufig eingetreten. Letztmalig geschah dies 1993, nachdem der von der SPD gestellte Kultursenator Ulrich Roloff-Momin verkündet hatte: „Die ‚Freie Volksbühne‘ ist ein Sorgenkind des Berliner Theaters schon seit Langem. Hier beabsichtige ich, tiefgreifende Änderungen einzuführen. Das Ensemble wird nach dem Auslaufen der derzeitigen Verträge nicht verlängert.“ (Fehler im Original.) Damit war es um das letzte Theater des Kulturvereins der Arbeiterschaft geschehen.

Ihr erstes Haus wurde 1914 am damaligen Bülowplatz, heute Rosa-Luxemburg-Platz, eröffnet. 1933 lösten die Nazis den Verein auf und verleibten sich dessen Theater ein. Der nach dem II. Weltkrieg wiedergegründete Verein ging im Osten in der Gewerkschaft auf. Im Westen erlebte er eine neue Blüte, insbesondere nachdem in der Schaperstraße sein neues Haus eröffnet worden war. Wie in Zeiten ihres Ursprungs, als 1893 „Die Weber“ uraufgeführt wurden, ging unter der Leitung von Erwin Piscator hier erneut alles ein und aus, was im Theater Rang und Namen hatte. Nach dem Verdikt von Senator Roloff-Momin blieben von der Volksbühne nur ein fast in der Bedeutungslosigkeit versinkender Verein und der Name des Theatergebäudes am Rosa-Luxemburg-Platz übrig. Das gegenwärtig noch von Fank Castorf geprägte Theater trägt zwar den Markennamen „Volksbühne“, hat aber seit 1933 nichts mehr mit der Volksbühnenbewegung zu tun.

Der Träger dieser gesamten Tradition, der 1890 gegründete Verein „Freie Volksbühne Berlin“, ist dagegen gezwungen, sich einen neuen Markennamen überzustülpen, um die namentliche Verbindung zu seinem einstigen Theatergebäude zu kappen. Gefunden wurde der Begriff „Kulturvolk“. Das „Kulturvolk“ will sich auf seine Kernkompetenz, den preisgünstigen Vertrieb von Karten zu Kultur- und jetzt auch Sportveranstaltungen in Berlin und Brandenburg konzentrieren. Der gesamte öffentliche Auftritt wurde vom gedruckten monatlichen Magazin – Kulturvolk. Das Magazin - bis zum Internet modern gestaltet. Mit neuer äußerer Attraktivität und günstigen Angeboten sollen wieder Vereinsmitglieder gewonnen werden. Zu seinen Hochzeiten hatte die Bewegung 150 000 Mitglieder. Auch nach der Neugründung wurden nochmals 120 000 Mitglieder erreicht.

 
Bleibt, dem Neustart viel Erfolg zu wünschen, denn unter dem Begriff „Kulturvolk“ kommt die älteste deutsche Besucherorganisation, doch als ein Neuling unter den Platzhirschen daher. Im Internet ist Freie Volksbühne nunmehr unter www.kulturvolk.de zu finden.

Frank Wecker

 

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

27. Februar 2017 - 00:02Galerie Carlos Hulsch arbeitet weiter

Neue Bilder von Walter Karberg

 
Am Donnerstag, 23. Februar, fand die jüngste Vernissage der Galerie Carlos Hulsch statt. Dieses Ereignis ist an sich schon bedeutsam genug, denn Carlos Hulsch ist der langjährigste Mieter in jenem Ku’dammkarree, das demnächst abgerissen werden soll.


Bilder von Walter Karberg der Galerie Carlos Hulsch / Foto © Frank Wecker

Carlos Hulsch (links) und Walter Karberg sind zwei Urgesteine der Berliner Kunstszene.
Foto: Wecker

 
Aus diesem Grund konnte er nicht mehr in seine traditionellen Räume laden. Der neue Standort der Galerie ist jetzt das Ausstellungsfoyer im gegenüberliegenden Hotel „abba“ in der Lietzenburger Straße 89. Dorthin sind ihm viele seiner treuen Anhänger zur Vernissage gefolgt, um seinen Mut für diesen Neubeginn im gesetzten Alter zu stärken. Die Begrüßung und Eröffnungsrede hielt Werner Tammen, der Vorsitzende des Landesverbandes Berliner Galerien.

Ausstellungseröffnung in der Galerie Carlos Hulsch / Foto © Frank Wecker

Der Vorsitzende des Verbandes der Berliner Galeristen Werner Tammen bei seiner Eröffnungsansprache. Foto: Wecker

Bilder von Walter Karberg der Galerie Carlos Hulsch / Foto © Frank Wecker

Walter Karberg zeigt abstrakte Tuscharbeiten. Foto: Wecker

 
Eröffnet wurde die Ausstellung des Zehlendorfer Künstlers Walter Karberg. Von ihm sind zwölf großformatige abstrakte Tuschearbeiten zu sehen. Was wie ein leicht hingeworfener Pinselstrich aussieht, war in Wahrheit Schwerstarbeit. Walter Karberg zog in einem Strich einen acht Kilogramm schweren Pinsel über den bis zu 2,2 Quadratmeter großen Malgrund aus Karton, Leinwand oder handgeschöpftem Bütten. Das wechselnde Spiel der Grundfarbe erreichte er, indem eine Zusatzfarbe direkt auf den Pinsel getropft wurde.

Der Vorteil des neuen Galeriestandortes ist, daß die Bilder für im Hotel logierende Interessenten ständig zugänglich sind. Alle anderen Besucher sind gebeten, sich in der Zeit zwischen10 und 22 Uhr dem Kunstgenuß hinzugeben.

Frank Wecker

Galerie Carlos Hulsch - jetzt im Hotel „abba“ (Lietzenburger Straße 89) / Foto © Frank Wecker

Neben der durchgehenden Öffnungszeit erlaubt die neue Galerie im Ausstellungsfoyer des Abba-Hotels
auch eine ansprechendere Präsentation großformatiger Arbeiten. Foto: Wecker

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

26. Februar 2017 - 22:20Was nutzt den Bürgern eigentlich das Ordnungsamt im Alltag? – Teil 2

Im Gespräch mit Stadtrat Herz (CDU)

 
Ende letzten Jahres hat die CDU bei der Verteilung der Bezirksverwaltungen das Ordnungsamt von der SPD (vgl. Interview mit Herrn Schulte) übernehmen müssen. Danach gefragt, ob seine Partei mit dem ihr von SPD und Grünpartei zugewiesenen Ressort zufrieden sei, hatte Herr Herz geantwortet: „Auch daraus werden wir als CDU etwas Erfolgreiches machen. Denn genau bei diesen Ämtern beginnt eine der Wirklichkeiten vieler Menschen.“ (Im Westen Berlins, 14.11.2016)

Gut ein viertel Jahr später, am 13. Februar, fand das Gespräch mit Herrn Herz statt. Das Ergebnis läßt sich so zusammenfassen: In der Aufteilung des Außendienstpersonals zwischen viel Personal (96 Mitarbeiter) für die Parkgebühren (1) und wenig (48 Mitarbeiter) für die Bürgerinteressen ändert sich erst einmal nichts – oder so gut wenn nichts, denn Herr Herz hat festgestellt, daß sein Vorgänger Schulte (SPD) von den 48 Stellen des Allgemeinen Ordnungsdienstes (AOD) (2) „ein Fünftel bewußt nicht besetzt hat“, was er jetzt nachholen wolle.
Es wird also vorerst weitergehen mit der üblichen Wirklichkeit vieler Menschen: Fußgänger werden sich weiterhin die Bürgersteige – eigentlich ihr einziger Schutz- und Bewegungsraum im Straßenverkehr – teilen müssen mit parkenden Autos, Werbetafeln, Gastronomiemobiliar und natürlich mit Radfahrern; auf dem Fahrradstreifen parkende Fahrzeuge werden weiterhin zum Ausweichen auf die Fahrbahn zwingen; weiterhin Hunde auf Spielplätzen oder freilaufend, nächtlicher Lärm usw. Und den zwei bis drei Doppelstreifen pro Schicht in einer Stadt von über 300.000 Einwohnern.

[weiterlesen]

MichaelR - Gastautoren, Politik - ein Kommentar / Kein Trackback

25. Februar 2017 - 22:14Ein Niederländer in Berlin

Bröhan-Museum zeigt Werkschau von Jan Toorop


Während fast jede niederländische Familie stolz einen Nachdruck von Jan Toorop vorweisen kann, ist dieser Künstler in Deutschland fast unbekannt. Das kann sich ändern, denn mit der Ausstellung „Jan Toorop. Gesang der Zeiten“ erhält er in Deutschland seine erste umfangreiche Werkschau. Nachdem die vom Gemeentemuseum Den Haag besorgte Ausstellung in der Villa Stuck in München gezeigt wurde, ist sie nunmehr auch im Bröhan-Museum zu sehen.


„Jan Toorop. Gesang der Zeiten“ - eine umfangreiche Werkschau im Bröhan-Museum / Foto © Frank Wecker

Die Bleistiftzeichnung „Zwei Frauen von wogendem Haar umrankt“.
Foto: Wecker

 
Überraschend ist die Vielseitigkeit des Künstlers, der von 1858 bis 1928 gelebt hat. Er schuf Gemälde, Strichzeichnungen, Kaltnadelradierungen und Fliesentableaus. Er entwarf Bucheinbände und Plakate, illustrierte Bücher, bearbeitete Kupfer und gestaltete Spiegel. Auf allen diesen Gebieten war er, wie sich der Besucher überzeugen kann, genial. Er wirkte als Kunsttheoretiker und entwickelte Rahmungskonzepte für die Kunstpräsentation. Vielseitig war er auch in der Stilistik. Von der naturalistischen Gestaltung, über den Realismus, den Pointilismus und Symbolismus bis zum Jugendstil gehört er unumstritten zu den führenden Repräsentanten des jeweiligen Stils. Daraus ragen seine Beiträge zum Symbolismus und zum Jugendstil heraus.
 

„Jan Toorop. Gesang der Zeiten“ - eine umfangreiche Werkschau im Bröhan-Museum / Foto © Frank Wecker

Frauenporträt von Jan Toorop. Foto: Wecker

Kurator Hans Janssen vom Gemeentemuseum in Den Haag vor der Ausstellung „Jan Toorop. Gesang der Zeiten“ im Bröhan-Museum / Foto © Frank Wecker

Der Hauptkurator des Gemeentemuseums Den Haag Hans Janssen
erläutert das Bild „Die junge Generation“. Foto: Wecker

[weiterlesen]

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

25. Februar 2017 - 22:12Leseempfehlungen (18): Der Aufstieg von M. Schulz


Seit dem Abgang von G. Schröder im November 2005 hat die SPD nur noch als Regierungsgehilfin der CDU wirken dürfen – und natürlich auch gewirkt, ganz im Geiste des machtpolitischen Grundsatzes „Besser zweite Geige als Opposition“. Das soll jetzt endlich mit M. Schulz, seinem alten Kampfgefährten, wieder anders werden. Die folgenden Artikel beschäftigen sich mit diesen Bemühungen der SPD, wieder den wichtigsten Posten auf Bundesebene zu ergattern.

  • SPD läutet traditionelles linkes Halbjahr vor wichtigen Wahlen ein (Postillon, 21.2.2017) – Dieser Artikel umreißt den Rahmen, in dem das Ergatterungsbestreben traditionellerweise stattfindet – und geht auch kurz auf einen möglichen Grund für dessen allvierjährliche Wirksamkeit bei einem Teil der Wähler ein. Mit Slide-Show.
  • Martin Schulz und sein rotes Bobby-Car (Hans-Jürgen Arlt, Carta 11.02.2017) – Der Autor betrachtet die augenblickliche Schulzhype unter dem Gesichtspunkt, wie Medienöffentlichkeit funktioniert und welche drei Möglichkeiten die Medien dabei haben, mit der Nachricht vom Kandidaten Schulz Aufmerksamkeit zu wecken und aufrechtzuerhalten.
  • Der gefühlte Schulz (U. Gellermann, Rationalgalerie 23. Februar 2017) – In diesem Artikel geht es um das Verhältnis von Schulz als SPD-Wunsch und Schulz als Schulz-Wirklichkeit. Unbedingt auch in die Kommentare schauen!


Diese Texte wurden auf den Nachdenkseiten gefunden.

MichaelR

 

MichaelR - Gastautoren, Netzfundstücke, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

23. Februar 2017 - 00:02Abriß erlaubt

Schicksal der Ku’dammbühnen scheint besiegelt

 
Knallbunte Auslagen in großen Schaufenstern bilden ein Portal, das Passanten magisch anzieht, in Katakomben zu schreiten, wo es Waren in Hülle und Fülle zu kaufen gibt. Ein Produkt ist verführerischer als das andere. In einer synthetischen Welt mit Springbrunnen, künstlichen Lichtern und designten Düften werden vom Keller bis zum Dach Güter über Güter zum Kauf angeboten. Damit auch keiner diese Welt verpaßt, haben dort sogar die Verwaltungen ihre Ämter eingerichtet. Dazu passend haben die Beamten ihre Bittsteller in „Kunden“ umbenannt.

Das ist schön. Wird ein solches Portal nicht von Schaufenstern gebildet, sondern von Theatern mit ihren Schaufenstern flankiert, gilt es als ein städtebauliches Schandmal. Seit über 20 Jahren wird das Ku’dammkarree mit dem Theater links und der Komödie rechts des Portals als Schandfleck am edlen Ku’damm angesehen. Seither geht der Kampf darum, diese Hindernisse für die Errichtung einer weiteren Einkaufswelt abzureißen. Nunmehr haben wohl, wie das Theater und der Senat mitteilen, die Verkäufer den Sieg über die Künstler errungen. Die Phantasiewelten des Theaters werden unter die Erde verbannt und das unechte Lebensgefühl der künstlichen Konsumwelten darf mit seinen Fangarmen nach den Passanten des Ku’damms greifen.

Wie sich das die Investoren vorstellen, ist im Ausschuß für Stadtentwicklung zu erfahren. Der tagt am Mittwoch, 1. März, ab 17.30 Uhr im Sitzungssaal der Bezirksverordneten des Rathauses in der Otto-Suhr-Allee 100.

 
Im Mai 2018 wird sich in den beiden historischen Theatern zum letzten mal der Vorhang heben. Im Frühjahr 2019, so rechnen Experten, wird die Abrißbirne ihr Werk getan haben. Dann kann mit dem Neubau begonnen werden, der im Frühjahr 2021 beendet sein könnte. Die Erfahrung lehrt jedoch, daß da noch vieles dazwischen kommen kann. Der Baugrund hat schon mehrere Eigentümerwechsel mit stets neuen Plänen hinter sich. Ist erstmal der kulturelle Ballast in Form der Theater vom Erdboden verschwunden, wird das Filetgrundstück am Ku’damm beträchtlich an Wert gewinnen. Das könnte zum Anreiz für einen erneuten gewinnbringenden Verkauf werden.

 

Szene aus „Alles muss glänzen“ im Theater am Kurfürstendamm / Foto © Frank Wecker

Maria Furtwängler und Sarah Alles in „Alles muss glänzen“ im Theater am Kurfürstendamm.
Foto: Wecker
[weiterlesen]

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur, Politik - ein Kommentar / Kein Trackback

22. Februar 2017 - 22:56Leseempfehlungen (17): Demokratie



Man merkt es schon allenthalben – unsere Demokratie ist drauf und dran, wieder einmal auf ihren allvierjährlichen Höhepunkt zuzusteuern: die Bundestagswahlen. Da in unserer repräsentativen Demokratie der Souverän mit seiner Stimmabgabe das Sagen an die Gewählten, also die Parteien, abgibt, sprechen manche davon, unsere Demokratie sei eine Wahldemokratie. Daraus ergibt sich die spannende Frage, (aus der Sicht der Wähler) wie souverän der Wähler bei dieser Wahl ist bzw. (aus der Sicht der Parteien) wie sichergestellt werden kann, daß er richtig wählt. Die folgenden Texte befassen sich tagesaktuell mit grundsätzlichen Fragen zu den Themen Wahl und Demokratie.

  • Mehr Gerechtigkeit: Die alte Leier frisch aufgeschulzt (Wolfgang J. Koschnick, Telepolis 19. Februar 2017) – Es geht um den neuen Hoffnungsträger M. Schulz und um den 150jährigen Kampf der SPD für „mehr Gerechtigkeit“, und der Verfasser sieht die politischen Parteien als größten Klotz am Bein der Demokratien.
  • Die Angst der Machteliten vor dem Volk (Rainer Mausfeld, November 2016) – Der Text geht aus von der alten Metapher von den Schafen (Volk) und den Hirten (Machteliten) und deren unterschiedlicher Sicht auf die Demokratie und konzentriert sich im folgenden auf das Demokratiemanagement der Eliten, um durch „Soft Power“-Techniken den Status quo zu sichern; in dem Zusammenhang wird auch auf die repräsentative Demokratie als Mittel dazu sowie die Rolle gewisser Nichtregierungsorganisationen dabei eingegangen.
  • The Rise of the Weaponized Artificial Intelligence Propaganda Machine (Berit Anderson, Brett Horvath, on Scout 2017) – Im Mittelpunkt des Textes steht die Firma Analytica aus Cambridge, die ein Computerprogramm entwickelt hat, mit dem es möglich ist, aus wenigen im Internet gefundenen Informationen über eine beliebige Anzahl von Personen (die ja gleichzeitig Wähler sind) auf deren Persönlichkeit zu schließen, um so individuell und automatisiert auf Ansichten und Verhalten dieser Personen Einfluß zu nehmen.


Diese Texte wurden auf den Nachdenkseiten gefunden.

MichaelR

 

MichaelR - Gastautoren, Netzfundstücke, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

20. Februar 2017 - 00:02Lauter Jubiläen

Theaterclub wird 50

 
2017 ist ein Jahr der Jubiläen. 100 Jahre ist es her, daß die russische Oktoberrevolution die politische Konstellation der gesamten Welt veränderte. Vor 70 Jahren wurde das politische Magazin „Der Spiegel“ gegründet. Gleichen Geburtstag feiert am 25. Februar im Kino International die linke Tageszeitung „junge Welt“.

Am 24. September feiert schließlich ein Berliner Verein Geburtstag, der sich auf seine Fahnen geschrieben hat, allen Berlinern Freude, ein wenig Glanz und viel Besinnliches in den Alltag zu bringen. Das ist der Berliner Theaterclub. Er wurde von einem Ehepaar, Reni und Otfried Laur, das mit dieser Gründung ebenfalls Revolutionäres vollbrachte, gegründet. Unbekümmert ging es in einen Markt, der mit zigtausenden Mitgliedern von der kurz zuvor gebildeten Berliner Theatergemeinde und schließlich von der bereits 1890 mit emanzipatorischem Anspruch ins Leben gerufenen Volksbühne beherrscht wurde. Letztere verfügte zeitweise über 100 000 Mitgliedern und hatte in der Theatergeschichte mehrere Meilensteine gesetzt. Heute ist der Berliner Theaterclub die mitgliederstärkste Besucherorganisation und überhaupt die größte Kulturgemeinde Berlins. Das Modell der Familie Laur bewies seine Überlegenheit letztlich dadurch, daß der Theaterclub seinen Mitgliedern von Anfang an eine freie Veranstaltungswahl bot. Es drohte nicht der Verfall der geleisteten Beiträge, wenn auf Theaterabende verzichtet wurde, die nicht dem Geschmack entsprechen. Dieser neue Zugang zu den Bühnen Berlins wurde um eine Vielzahl weiterer moderner Angebote vom Bällen bis zu Fernreisen ergänzt, die alle das Ziel haben, Publikum und Künstler in einen unmittelbaren persönlichen Kontakt zu bringen.

 

Otfried Laur präsentiert die Briefmarkenserie zum Jubiläum des Theaterclubs / Foto © Frank Wecker

Otfried Laur zeigt schon mal die Briefmarkenserie zum Jubiläum des Theaterclubs.
Foto: Wecker

 
Selbst der Geburtstag des Berliner Theaterclubs steht in einem bedeutsamen geschichtlichen Zusammenhang. An diesem Tag werden wegen des legendären Berlin Marathons zahlreiche Gäste aus aller Welt in der Stadt weilen, und es wird der neue Deutsche Bundestag gewählt werden. In der Deutschen Oper, wo mit einem Galaprogramm unter Beteiligung zahlreicher hervorragender Künstler der Geburtstag des Theaterclubs gefeiert werden wird, werden nicht nur die Ehrengäste aus Politik, Kunst und Sport viel zu besprechen haben, es wird auch zu einer Begegnung zwischen Theaterfreunden und Philatelisten kommen. Die Deutsche Oper wird an diesem Abend ein Sonderpostamt beherbergen, wo die ersten Postsendungen mit einer dem Theaterclub gewidmeten Briefmarkenserie samt begehrtem Erstausgabestempel aufgegeben werden können.

Frank Wecker

Das Ehepaar, Reni und Otfried Laur - Gründer des Berliner Theaterclubs / Foto © Frank Wecker

Reni und Otfried Laur sind die Macher des Berliner Theaterclubs.
Foto: Wecker

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

04. Februar 2017 - 21:32Wer mäht den Rasen?

Beziehungsdrama in der Komödie am Kurfürstendamm
 

Der Vorteil der Bühnenfassung gegenüber dem gleichnamigen Film „Im Sommer wohnt er unten“ ist, daß der Zuschauer die an der Cote d'Azur spielende luftige Sommergeschichte nicht zweidimensional abgelichtet, sondern in 3-D mit leibhaftigen Darstellern sehen wird. Weltweit wird dies zum ersten Mal am Sonntag, 5. Februar, um 18 Uhr in der Komödie am Kurfürstendamm 206 / 209 der Fall sein.


Lara Marian in „Im Sommer wohnt er unten“ in der Komödie am Kurfürstendamm / Foto © Frank Wecker

Lara Marian ist erstmals auf den Ku’dammbühnen zu sehen. Foto: Wecker

 

„Im Sommer wohnt er unten“ in der Komödie am Kurfürstendamm / Foto © Frank Wecker

Zwischen den beiden Frauen Camille (Lara Marian) und Lena (Jana Klinge) macht
Matthias (Kai Lentrodt) zunächst keine gute Figur. Foto: Wecker

[weiterlesen]

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback