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20. August 2017 - 00:24Neue Zeichen in der Galerie Hulsch

Johann Manfred Kleber zeigt Neokubistisches, Enigmatisches und Skripturales


„Skriptopath“ nennt sich Johann Manfred Kleber. Das ist beileibe nicht das einzig Originelle an diesem Künstler, dessen Arbeiten bis zum 20. Oktober am neuen Standort der Galerie Carlos Hulsch im Ausstellungsfoyer des „abba Berlin hotel“ in der Lietzenburger Straße 89 zu sehen sind.


Johann Manfred Kleber in der Galerie Hulsch / Foto © Frank Wecker

Johann Manfred Kleber. Foto: Wecker 

Originell ist für den gestandenen Galeristen aus dem Klausenerplatzkiez, daß Johann Manfred Kleber unter den zahlreichen Künstlern seiner Galerie der einzige gebürtige Berliner ist. Dieser Hinweis ist deshalb wichtig, da der Künstler bereits im zarten Alter von fünf Jahren eine erste Arbeit vorlegte, die über 70 Jahre hinweg bis zur heutigen Ausstellung des Künstlers stilprägend ist: Nach Diktat schrieb er damals in Schönschrift: „eresimitemutsin“, was soviel wie „Ehret sie mit Demutsinn“ heißen sollte. Dem rätselhaften Sinn seiner Arbeiten, den Stiften zur Fertigung seiner ästhetisch angeordneten kalligraphischen Zeichen und dem Untergrund, Papier, Stoff und Pappe ist er bis heute treu geblieben.

Dazwischen lagen jedoch Jahre, in denen er sich zunächst als Galerist einen Namen machte. In den stürmischen endsechziger Jahren eröffnete er in Wilmersdorf nach dem Studium der Musik seine „Galerie Natubs“. Sie war eher eine Kneipe mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen. Dort traten schon Größen wie h. c. Artmann, Nicolas Born und Günter Herburger auf. Noch erfolgreicher wurde die gemeinsam mit seiner Frau gegründete „Galerie Kleber“, für die er Künstler wie Johannes Grützke, Manfred Bluth und Matthias Koeppel gewinnen konnte. Letzterer hielt zur Eröffnung seiner jüngsten Ausstellung die Laudatio.

Johann Manfred Kleber im Gespräch mit Matthias Koeppel in der Galerie Hulsch / Foto © Frank Wecker

Johann Manfred Kleber im Gespräch mit Matthias Koeppel.
Foto: Wecker
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14. August 2017 - 00:04Wie soll es mit den Bezirksbibliotheken weitergehen? - Teil 16: „Neuer Besen“ in Charlottenburg-Wilmersdorf



Die Bezirksbibliotheken im Vergleich

Der Jahresbericht 2016 der Berliner Öffentlichen Bibliotheken liegt seit kurzem vor. Wie stehen die sieben Bezirksbibliotheken in Wilmersdorf und Charlottenburg demnach da? Da der Bericht nur Angaben für das eine Jahr 2016 enthält, bietet sich ein Pro-Kopf-Vergleich mit anderen Bezirken an. Ich habe dazu den Nachbarbezirk Steglitz-Zehlendorf (West) und den einwohnerschwachen Bezirk Treptow-Köpenick (Ost) herangezogen:

 
Bezirke
 C-W  St-Z  T-K
 Anzahl der Bibliotheksbesuche je Einwohner  1,80  2,88  2,31
 Anzahl der Entleihungen je Einwohner  4,27  9,08  4,69
 Anzahl der Medien (1) je Einwohner  0,76  1,26  1,00
 Ausgaben für Medienerwerb je Einwohner (in €)
 0,91  1,28  0,92

 
Der Vergleich zeigt: Auch wenn sich die Verwaltungsoberen von „City West“ ins Zeug legen, wenn es um den Bau von Hochhäusern durch Investoren am Bf. Zoo geht – was jedoch die wichtigste Kultureinrichtung für die Einwohner selbst betrifft, nämlich die Stadtbüchereien, so lassen dieselben Oberen die Büchereien in allen Punkten hinter die beiden Vergleichsbezirke und überhaupt hinter alle anderen Bezirke zurückfallen – und das schon seit Jahren.

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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

05. August 2017 - 22:40SPD-Amtspersonen und Einwohnerfragen: sie passen einfach nicht zusammen! Senat ermittelt



Viele Bürger, die Einwohnerfragen stellen, kennen das: Da wartet und wartet man auf eine Antwort des Bezirksamts (gilt besonders für SPD- und CDU-Stadträte) und/oder man bekommt eine Antwort, die als unverschämt bezeichnet werden muß: nur ein Teil der Frage wird beantwortet / die Frage wird verdreht / die Antwort ist falsch/flapsig/arrogant/nichtssagend/von oben herab (gilt für SPD-, CDU- und Grünstadträte). Auch gelegentliche Praxis: die BVV-Vorsteherin verbietet kurzerhand eine Frage (CDU, SPD: letztmals am 4.7.).
Viele Bürger kennen das – besonders bekannt wurde dieses Umspringen mit fragenden Bürgern anläßlich der Kleingartenkolonie Oeynhausen oder der Tennisplätze im WOGA-Komplex hinter der Schaubühne. Immer dasselbe: das „demokratische Beteiligungsinstrument“ Einwohnerfrage wird von den Amtspersonen im Bezirksamt (und ihrer Gefolgschaft in der BVV) als lästig empfunden. Dieses große Unbehagen an fragenden Bürgern führte im April logischerweise zur einzigen Politiker-denkbaren Schlußfolgerung: das Fragerecht wurde erheblich eingeschränkt.

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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

01. August 2017 - 00:24„Mietrebellen“ im Divan


Am Donnerstag, dem 27. Juli 2017, stand im Stadtteilzentrum „DIVAN“ ein mietenpolitischer Abend auf dem Programm.

Die gemeinsamen Veranstalter - KiezKulturWerkStadt e.V. und MieterWerkStadt Charlottenburg - zeigten einleitend die „Mietrebellen“, einen Film der Filmemacher Gertrud Schulte-Westenberg und Matthias Coers. Matthias Coers nahm an der anschließenden Diskussion mit den Zuschauern teil.

Der 2014 erschienene Film zeigt die Mieterkämpfe in Berlin zwischen 2010 und 2014. Sie sind die Reaktion auf immer agressiver werdende Verwertungsstrategien der Vermieter und Inverstoren und die damit verbundene Verdrängung der angestammten und überwiegend auf niedrige Mieten angewiesenen Mieterschaft.

Ausgelöst wurde das Engagement meist durch gemeinsame Betroffenheit, etwa bei Kündigungen aller Wohnungen eines Hauses mit dem Ziel einer besseren wirtschaftlichen Verwertung (Umbau, Sanierung, Neubau nach Abriss) oder Modernisierungsankündigungen mit eklatanten Mietsteigerungen nach fragwürdigen „Verbesserungen“. Solidarität gab es aber auch in der Unterstützung einzelner Betroffener; hier zeigte der Film insbesondere die ideenreichen Aktionen des „Bündnisses Zwangsräumung verhindern“.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Zuschauer es als angenehm empfanden, dass der Film auf agitatorische Momente verzichtet. Die einzelnen Fälle des Anstoßes sprechen allerdings auch bei der nüchternen Sachverhaltsdarstellung derartig für sich, dass sich die jeweilige Solidarisierung und Unterstützung von allein erklärt.

Es gab weitgehendes Einvernehmen, dass der Film Menschen Mut macht, sich zu wehren. In allen aufgegriffenen Fällen hatten der Protest und die Gegenwehr zumindest Teilerfolge. Das zeigt, dass es sich lohnt, sich zusammenzuschließen und seine Forderungen gemeinsam zu erheben.

 

Plakat von jungen Frauen auf der Mieten-Demo "Wir bleiben alle!" (2012)

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MieterWerkStadt Charlottenburg - Gastautoren, Menschen im Kiez - Kein Kommentar / Kein Trackback

31. Juli 2017 - 00:24Ein Sommer der großen Erfolge

Woelfferbühnen gehen in die letzte Spielzeit


Das Theater am Kurfürstendamm 206/209 geht mit drei Produktionen in den Sommer, die noch einmal die größten Erfolge der Woelfferbühnen aufleben lassen. Danach beginnt die letzte Spielzeit an diesem einst von Max Reinhardt gegründetem Theater. Bevor beide Bühnen aus dem Blickfeld des Kurfürstendamms verschwinden, wird Intendant Martin Woelffer mit seinem Programm für die letzte Spielzeit dafür sorgen, daß hernach der Verlust dieses Hauses dem Publikum schmerzlich in Erinnerung bleiben wird. Während der Übergangszeit, in der das Theater unter die Oberfläche versenkt wird, wird das Ensemble im Schillertheater spielen.

Ein letztes Mal werden in diesem Sommer „Pension Schöller“, „Die 39 Stufen“ und „Veronika, der Lenz ist da“ zu sehen sein.

Winfried Glatzeder und Achim Wolff in der Komödie „Pension Schöller“ (2004) / Foto © Frank Wecker

Winfried Glatzeder und Achim Wolff in Pension Schöller in einer Aufführung von 2004.
Foto: Wecker

 
„Pension Schöller“ wurde 1997 erstmals in der Inszenierung und Bearbeitung von Jürgen Wölffer in der Komödie am Kurfürstendamm gezeigt. Seitdem wurde die Fassung fast 1300 Mal gespielt. Aufführungsorte waren außer Berlin, Dresden und Hamburg zahlreiche Tourneestationen in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz. Es ist eine Wiederbegegnung mit Winfried Glatzeder, Achim Wolff und Herbert Köfer, die bereits vor 20 Jahren in dieser Produktion zu sehen waren. Neu in der Pension Schöller sind Manon Strache als Ida Klapproth und Gisbert-Peter Terhorst in der Rolle des Löwenjägers. Außerdem spielen Christine Schild, Jürgen Wölffer, Oliver Betke und Victoria Sturm. Im Stück geht es um den Großgrundbesitzer Philipp Klapproth aus Kyritz an der Knatter, der nach Berlin reist, um dort einmal die Insassen einer Irrenanstalt erleben zu können. Damit möchte er zu Hause seine Stammtischbrüder beeindrucken. Statt in eine Irrenanstalt gelangt er zu einer Soiree in die Pension Schöller, deren Gäste er für die Patienten hält. Diese Geschichte sorgt seit der Uraufführung am 7. Oktober 1890 für Lachsalven.

 

Nicola Ransom und Ingolf Lück in „Die 39 Stufen“ (2008) / Foto © Frank Wecker

Nicola Ransom und Ingolf Lück in „Die 39 Stufen“ in einer Aufführung 2008.
Foto: Wecker
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FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

14. Juli 2017 - 22:24Langer Aufstieg und kurzes Ende des „Ökokiezes“



Basisdaten

Er machte um 2008/09 mit der Untersuchung „Prima Klima am Klausenerplatz“ seine ersten Schritte.
Seine Hoch-Zeit begann er nach 6jährigem Hin und Her im August 2014 mit der Einsetzung eines „Klimaschutzmanagements“.
Er endete ziemlich still am 6. Juli 2017 abseits seines Viertels im makrobiotischen Lokal Natural‘Mente, in Anwesenheit von 2 Dutzend Teilnehmern – Bezirksstadtrat und andere Bezirksbeamten, Vorsitzender und einzelne Mitglieder des lokalen Vereins „Kiezbündnis“ sowie einige geladene Gäste aus entfernteren BIs – bei Power-Point-Präsentation und anschließendem Empfang.
Er kostete nachweislich 212.511,69 € (siehe Fußnote) – nicht eingerechnet die stets verschwiegenen Personalkosten im Umweltamt und anderswo für →die Vorbereitung des Antrags auf Förderung des „Klimaschutzkonzepts“ sowie →des Antrags auf Förderung des „Klimaschutzmanagements“, für →die Bearbeitung der verschiedenen „Nachforderungen“ des Projektträgers und →der Bewerbungen um die Stelle des Klimaschutzmanagers. Also bald an ¼ Mio. € öffentlicher Gelder.

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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

11. Juli 2017 - 00:26Schmierenkomödie? – Eine Klarstellung


Das von der BezStRin Schmitt-Schmelz (SPD) teilweise verlesene Schreiben behandelt keinen neuen Standort des »vom Stadtbezirk eingerichteten und betriebenen städtische(n) Ausländerlager für Arbeitsleistungen im Verwaltungsinteresse«,
denn:

Es gab zu keinem Zeitpunkt ein solches vom Bezirksamt Wilmersdorf betriebenes Lager.

Die von mir aufgenommene Sichtung von GBI Unterlagen im Bundesarchiv – und hier besonders der: »Zentrale Unterkunftsnachweis des GBI« –  ergab bisher, dass kein Lager mit der Bezeichnung »städtische(s) Ausländerlager für Arbeitsleistungen im Verwaltungsinteresse« des Stadtbezirks Wilmersdorf mit der Anschrift »Wilhelmsaue 40« in den eingesehenen Dokumenten von 1942 und 1943 aufgeführt wird.

»Warum ist die Hausnummer 40 von so großer Bedeutung? Wofür steht sie? Dort befand sich nicht nur ein „normales“ Zwangsarbeiterlager, sondern das durch Dokumente nachgewiesene Lager des Bezirksamts Wilmersdorf«, schreibt MichaelR. Damit widerspricht er sich selbst hier mehrfach. Er führte aus: »Offiziell gab es die Hausnummer 40 nicht.« 1

Die Hausnummer »Wilhelmsaue 40« ist als offizielle Hausnummer erst seit 1946 nachweisbar. Die Bauakte von 1952 bis 1969 ohne schriftliche Hinweise auf vorherige Nutzung  im Landesarchiv Berlin B Rep. 209 Nr. 2715 als Nachweis der Hausnummer »Wilhelmsaue 40« auch in der NS-Zeit anzuführen, ist unwissenschaftlich  und  strikt abzulehnen.

Zugleich weist Herr MichaelR selbst in seiner Erarbeitung »Zwangsarbeit für das Bezirksamt Wilmersdorf« im BGW Rundbrief 15/1 darauf hin: »[…] Auf allen amtlichen Karten von 1931 bis 1943 […] ist beim Grundstück Wilhelmsaue 39-41 „Kinderheim“ vermerkt« und „[…] Tatsächlich handelte es sich um ein einheitliches Grundstück mit der Nummer 39-41.« 2

Diese Aussage wird durch die Eintragungen in den Adressbüchern von Wilmersdorf bestätigt, in denen das Grundstück seit 1908 als Wilhelmsaue 39 / 41 geführt wird.  So vermeldet u.a. das Adressbuch Berlin, 1942 »Wilhelmsaue 39 / 41 Spielschule. Eigentümer: Stadt Berlin. Büro u. Fuhrpark der Städt. Reinigung. T. Kinderheim.“« 3

Aber auch Cord Pagenstecher (Berliner Geschichtswerkstatt), der die Listen der Berliner Gesundheitsämter – also auch die Liste des Gesundheitsamtes Wilmersdorf vom 30.11. 1942 – bewertete, stellte fest: »[…] Häufig sind die Angaben zu Adressen und Ärzten lücken- und fehlerhaft«. 4

Diese zur Berichtigung an alle Bezirke, also auch an Wilmersdorf, zurückgewiesenen Listen sind die Grundlage der These von Herrn MichaelR über ein vom Stadtbezirk Wilmersdorf auf städtischem Boden (also der Reichshauptstadt Berlin gehörend!– Anm. d. Verf.) eingerichtetes und betriebenes „städtische(s) Ausländerlager  für Arbeitsleistungen im Verwaltungsinteresse“ in der Wilhelmsaue 40.

Aus diesen Gründen ist es sehr unwahrscheinlich, dass in den verschiedensten Unterlagen des Bundesarchivs, des Landesarchivs  oder anderer Einrichtungen Hinweise bzw. Dokumente über ein »vom Stadtbezirk eingerichtetes und betriebenes städtisches Ausländerlager für Arbeitsleistungen im Verwaltungsinteresse« am Standort Wilhelmsaue 40 zu finden sind.

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Stefan Knobloch - Gastautoren, Geschichte - fünf Kommentare / Kein Trackback

26. Juni 2017 - 22:41Georgien im Fokus

SOS-Kinderdörfer weltweit fördern georgische Jugendliche


Traditionell präsentiert die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit jährlich zwei neue Editionen von international bekannten Künstlern zugunsten eines SOS-Kinderdorfes. Verbunden ist dies mit einem Sommerfest in dem Berliner Büro der SOS-Kinderdörfer Gierkezeile 38.

Auch diesmal ist mit Jeppe Hein ein renommierter Künstler vertreten, dessen Werke weltweit in Museen vertreten sind. Beim diesjährigen Sommerfest stand jedoch nicht sein Heimatland Dänemark im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern anläßlich des deutsch-georgischen Jahres Georgien.

 

Nona Svinaidze, Mariami Reviskevili und Nazibrola Kortua als Ehrengäste des diesjährigen Sommerfestes im Berliner Büro der SOS-Kinderdörfer in Charlottenburg (Gierkezeile 38) / Foto © Frank Wecker

Die georgischen Studentinnen Nona Svinaidze, Mariami Reviskevili und Nazibrola Kortua
waren die Ehrengäste des diesjährigen Sommerfestes von SOS-Kinderdörfer weltweit.
Foto: Wecker

 
Aus diesem Grund nahmen in Begleitung von Botschaftsrätin Maka Khvadagiani drei georgische Studentinnen an dem Fest teil. Eine von ihnen ist die Künstlerin Nazibrola Kortua, die mit ihren Arbeiten die Jeppe Hein gegenüberliegende Galeriewand belegt. Ein glücklicher Zufall läßt tatsächlich die Werke ganz unterschiedlicher Künstler miteinander korrespondieren. Nazibrola Kortua war erst acht Monate alt, als ihre Mutter die Malleidenschaft ihrer Tochter entdeckte und sie förderte. Ihre Mutter drängte sie auch nicht in einen Beruf, der der Familie vielleicht aus den ärmlichen Verhältnissen hätte heraushelfen können. Im Gegenteil, im Alter von 14 Jahren konnte sie eine Malklasse besuchen, und als ihre Mutter sie aus finanziellen Gründen nicht weiter fördern konnte, nahm sich SOS-Kinderdorf ihrer an. SOS-Kinderdorf ermöglichte ihr die Aufnahme eines Kunststudiums. Heute belegt sie einen Studiengang für Animationsfilme und interessiert sich auch für Fotografie und Film. Als Künstlerin läßt sie sich von Persönlichkeiten, die ihr im Alltag begegnen, inspirieren. Zu ihrer ersten Ausstellung im Ausland hat sie Zeichnungen von ihr vertrauten Menschen zumeist aus der Familie mitgebracht. Diese zumeist lustigen Ganzkörperporträts wären sicherlich auch geeignet, die drückende Atmosphäre in Krankenhäusern oder Wartezimmern von Ärzten aufzuheitern.

 

Die Künstlerin Nazibrola Kortua präsentiert ihre Zeichnungen im Berliner Büro der SOS-Kinderdörfer in Charlottenburg (Gierkezeile 38) / Foto © Frank Wecker

Die Künstlerin Nazibrola Kortua. Foto: Wecker
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22. Juni 2017 - 00:28Berliner Theaterleben im Buch

Theaterclub präsentiert Jubiläumsband


In diesem Jahr wird der Berliner Theaterclub 50 Jahre alt.
„50 Jahre Berliner Theaterclub“ heißt der neue Jubiläumsband, den Vereinspräsident Otfried Laur am 16. Juni im Renaissancetheater vorstellte.

Otfried Laur präsentiert den Jubiläumsband „50 Jahre Berliner Theaterclub“ / Foto © Frank Wecker

Otfried Laur stellt den Jubiläumsband vor. Foto: Wecker

 
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Künstler wie Felix Martin, Judy Winter und Horst Pillau teil. Der Theaterclub ist eine der größten Berliner Besucherorganisationen der Nachkriegszeit. Sein Wirken geht weit über den Vertrieb von Eintrittskarten hinaus. Immer wieder hat er sich für die Entwicklung der Berliner Theaterlandschaft eingesetzt, wenn es auch in den letzten Jahren mehr um deren Erhalt ging. Da gab es auch bittere Niederlagen wie den Verlust des Schillertheaters, des Hansatheaters, der Tribüne zu verkraften, wozu sich wahrscheinlich auch bald die Ku’dammbühnen gesellen werden. Auf der Erfolgsseite stehen die Ifflandmedaille, mit der der Theaterclub das Wirken bedeutender Berliner Künstler hervorhebt und der „Goldene Vorhang“, der für die Ausgezeichneten oftmals der am meisten geschätzte Preis ist, weil die Preisträger jeweils direkt vom Berliner Theaterpublikum gekürt werden. Über die Preise, Demonstrationen, die vielfältigen Veranstaltungen berichtet der Jubiläumsband.

Vorstellung des Jubiläumsbandes „50 Jahre Berliner Theaterclub“ / Foto © Frank Wecker

Bert Beel und Andrej Hermlin gehörten zu den ersten Käufern. Foto: Wecker

 
Der Theaterclub ist untrennbar mit dem Wirken von Otfried und Reni Laur verbunden, die den Klub vor 50 Jahren geschaffen haben. Nach dem Höhepunkt des Jubiläums, der Festveranstaltung am 24. September um 16 Uhr in der Deutschen Oper, wollen sie die Leitung des Klubs in jüngere Hände legen. Vielleicht, so hoffen viele Künstler und Theaterbesucher, werden sie doch noch weiter machen.

Das Buch gibt es im Büro des Theaterclubs in der Hardenbergstraße zum Selbstkostenpreis von 29,80 Euro. Das Büro ist Montag bis Freitag von 8.15 Uhr bis 16.15 Uhr geöffnet.

Frank Wecker

Felix Martin mit dem Jubiläumsband „50 Jahre Berliner Theaterclub“ / Foto © Frank Wecker

Auch Musicalstar Felix Martin ist Besitzer des Jubiläumsbandes.
Foto: Wecker
 

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21. Juni 2017 - 00:04Der Machtkampf ist grausam

Die Deutsche Oper zeigt „Boris Godunow“


Was kann nicht alles geschehen, wenn eine Weltmacht von einem Verrückten beherrscht wird?
Deutschland hat es erfahren, gegenwärtig starrt die Welt gebannt auf die USA, und an der Deutschen Oper wird diese Frage mit einem tiefen Blick in die russische Geschichte gestellt. Premiere hatte dort die Oper „Boris Godunow“ von Modest P. Mussorgski.

 

„Boris Godunow“ von Modest P. Mussorgski in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Boris Godunows Sohn Fjodor wird von seinen Lehrern auf die Herrschaftsnachfolge vorbereitet.
Foto: Wecker

 
Boris Godunow ergriff die Macht, als in Rußland unter der Herrschaft von Zar Fjodor die Erfolge der Machtpolitik Iwan des Schrecklichen (Iwan IV.) zerfielen. Rußland hatte bedeutende Ländereien hinzugewonnen, es griff nach den eisfreien Häfen der Ostsee und nach den Reichtümern Sibiriens. Doch auch schon zu früherer Zeit gab es Herrscher, die historische Errungenschaften leichtfertig verspielten. Boris Godunow sah die Notwendigkeit und auch die Möglichkeit, diesen Verfall aufzuhalten. Dem stand einzig im Wege, daß er nicht in der Erbfolge auf den Zarenthron stand. Der stand seinem Mündel Dimitri Iwanowitsch, dem jüngsten Sohn von Iwan dem Schrecklichen, zu. Wie schon andere große Herrscher zuvor löste er dieses kleine Problem, zumindest nach der auch unter Beteiligung des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin gestrickten Legende, indem er den rechtmäßigen Thronfolger ermorden ließ. Damit war der Weg frei, daß Rußland erneut segensreich geführt werden konnte. Der Legende nach, und das stellt die Oper ausgiebig dar, ist Zar Boris Godunow über Reue an diesem Mord in Verzweiflung gestorben. Er fürchtete die Rache Dimitris. Sein Namen hatte der Mönch Grigori angenommen, unterstützt von den Bojaren und Godunows Vertrauten des Zaren Fürst Schuski mit einem Heer auf Moskau marschierte.

„Boris Godunow“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Stolz zeigt Boris Godunows Sohn Fjodor (Julius Röttger), wie er das Reich auszuweiten gedenkt.
Foto: Wecker
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20. Juni 2017 - 00:24Ein Abend der großen Stars

Theater am Kurfürstendamm zeigt „Bette & Joan“


Es muß nicht immer das Gretchen oder die Desdemona sein, auch für Darstellerinnen, deren Alter diesem Rollenfach nicht mehr entspricht, gibt es heute auf den Bühnen dankbare Rollen. Manon Strache und Desiree Nick haben sich solche Rollen erobern können. Sie verkörpern in Anton Burges Stück „Bette & Joan“ die einstigen Hollywoodstars Bette Davis und Joan Crawford. Die Gastproduktion des Hamburger Ernst Deutsch Theaters in der Regie von Folke Brabant steht bis zum 23. Juli auf dem Spielplan des Theaters am Kurfürstendamm.

„Bette & Joan“ im Theater am Kurfürstendamm / Foto © Frank Wecker

Desiree Nick spielt vor dem Filmhintergrund. Foto: Wecker 

 
Die Oscarpreisträgerinnen Bette Davis und Joan Crawford wurden mit Auszeichnungen überschüttet. Bette Davis war insgesamt zehnmal für den angesehensten Preis von Hollywood, nominiert. 1962 führten die Dreharbeiten zu dem Film „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ die beiden Diven zu einer gemeinsamen Arbeit zusammen. Dieser Film erhielt auch einen Oscar, allerdings trug die Trophäe keine der beiden Damen nach Hause. Sie wurde für die beste Kostümausstattung verliehen. Die Britische Film Academy machte dies wieder gut und nominierte die beiden Darstellerinnen als beste ausländische Schauspielerinnen. Letztlich gingen sie auch wieder leer aus, was aber der künstlerischen Bedeutung dieses Films, die von den beiden Frauen getragen wird, keinen Abbruch tun kann.

 

Desiree Nick und Manon Strache in „Bette & Joan“ im Theater am Kurfürstendamm / Foto © Frank Wecker

Divenkrieg in der Garderobe, Desiree Nick und Manon Strache in „Bette & Joan“.
Foto: Wecker
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19. Juni 2017 - 00:24UNDERGROUND

Ausstellung von Willi Sarfeld (Video-Installation) und Horst Kranz (Photographie)



Eingeleitet wird die Ausstellung UNDERGROUND thematisch passend mit einer PunkParty am Freitag, 23. Juni 19:00 h. Passend zum Underground.

Zwar beschäftigen sich Horst Kranz und Willi Sarfeld im engeren Sinn mit dem Berliner Untergrund, streng genommen mit der Untergrund-Bahn, es wäre aber nicht der Photograph Horst Kranz wenn er es bei dokumentarischen Fotos beließe.

Die Kranz´schen Photos sind geformt, reduziert und als Unikat bearbeitet – streng nach dem Lehrsatz seines Meisters Jean Schmitz, „zeige nur das was Du ausdrücken willst“, präsentiert uns Horst Kranz die Unterwelt als UNDERGROUND von Berlin, wobei die Assoziation über den Untergrund von Verkehr und Kultur zur Subkultur, dem Punk führt und schließlich Samt (Velvet) Lou (Reed) den Andy (W) der späten 60er touchiert.

Der Untergrund folgt seinen eigenen Regeln und bricht sie unerwartet. UNDERGROUND zeigt dies und baut mit den Photographien eine neue Bildwelt auf – vertraut und doch fremd, statisch und stetig verfremdet. Passend und ergänzend, eigenständig kreiert, kontrastiert Willi Sarfelds Video-Installation mit Pulsierendem, dem Puls des Augenblicks im Untergrund.

Die Ausstellung wird vom 24. Juni 2017 bis zur Sommerpause (30. Juli) im Schlorrendorfer täglich außer mittwochs und samstags zu sehen sein.


Kultur-Club Westend im Schlorrendorfer
(Kiez- und Kulturgaststätte)
Meerscheidtstraße 9 - 11 (U2 Kaiserdamm)
14050 Berlin-Charlottenburg


Die Kiez- und Kulturkneipe Schlorrendorfer im Westend zeigte in den vergangenen drei Jahren überraschende und ungewöhnliche Ausstellungen aus Malerei, Bildhauerei/Skulpturbildung und Fotografie. Konsequenterweise wagt sich die inzwischen 27. Ausstellung auf ein auch künstlerisch neues Terrain.

  

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18. Juni 2017 - 00:02Gedenken an Bezirksamts-Zwangsarbeiter ohne Hausnummer?



Eine Schmierenkomödie der SPD, Stichwortgeber: CDU, gilt es im nachhinein zu bewundern:
Am Dienstag (13. Juni) befaßte sich der Kulturausschuß mit einem überfraktionellen Antrag für die Juni-BVV, in dem „das Bezirksamt beauftragt (wird), eine Gedenktafel an der Wilhelmsaue 40 in Wilmersdorf anzubringen, die an das Zwangsarbeitslager des Bezirksamtes Wilmersdorf sowie alle Zwangsarbeitslager in Wilmersdorf während des Zweiten Weltkriegs erinnert“.
Alles schien geklärt. Aber dann kam die anwesende BezStRin Schmitt-Schmelz (SPD) plötzlich mit einem Brief heraus, den sie erst am Vortag erhalten hätte -- weshalb sie keine Zeit gehabt hätte, ihn zu vervielfältigen. Sie las aus ihm vor – ohne den Namen des Absenders zu nennen: Es hätte sich ein neues Dokument gefunden, aus dem sich ergebe,daß das Zwangsarbeiterlager des Bezirksamtes in Hausnummer 43 bis 46 gelegen habe – ohne daß dem Brief eine Kopie des Dokuments beilag.
Sogleich schlug BV Hartmann (CDU) vor, nunmehr die Hausnummer 40 aus dem Antrag zu streichen.
Sogleich schlug BV Schulte (SPD) vor, den Antrag zu vertagen – oder die Hausnummer 40 zu streichen.
Sogleich erklärte BezStRin Schmitt-Schmelz, sie fände es „sympathisch*, die 40 rauszulassen“.
Ergebnis der anschließenden Diskussion: Ein anonymes** Schreiben, das keiner gesehen hat und dem keine Beweise beilagen, genügte den Bezirksverordneten, um die Hausnummer 40 aus dem Entwurf zu streichen.

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15. Juni 2017 - 00:04Küssen ist Kunst

„Kuss“ - eine neue Ausstellung im Bröhan-Museum


„Kuss“ heißt schlicht die neue Ausstellung des Bröhan-Museums. Seiner Bestimmung als Kunstmuseum des Jugendstils folgend beginnt die Präsentation am Ende des 19. Jahrhunderts reicht jedoch bis in die Gegenwart. Diese Zeitspanne beschreibt nicht ganz exakt der Untertitel „Von Rodin bis Bob Dylan“.

Bei Dylan wurde vielleicht der Vorname hinzugenommen, um den Besucher zu vergewissern, daß es sich tatsächlich um jenen berühmten Musiker handelt, der nunmehr auch Literaturnobelpreisträger ist, aber bisher weder in den schönen und noch angewandten Künsten hervorgetreten ist. Dennoch darf er vor anderen ausgestellten zeitgenössischen Künstlern wie Cornelia Schleime oder Wolfgang Mattheuer der Ausstellung den Untertitel geben. Dieser Bedeutung entsprechend befindet sich sein Bild „Der Kuss“ im Entree der Ausstellung neben der berühmten Bronzeskulptur August Rodins „Der Kuss“ und der anmutigen Marmorskulptur von Axel Poulsen „Erste Liebe“.

Mit dieser Anordnung unterstreicht das Bröhan-Museum ein weiteres Mal, daß es sich nicht auf den ausgetretenen Pfaden musealer Präsentation bewegt. Dafür steht auch Kuratorin Dr. Anna Grosskopf, die nach der beachtenswerten Ausstellung über das Muranoglas hier eine epochenübergreifende thematische Kunstausstellung präsentiert. Sie ordnet weder chronologisch noch stilistisch oder nach Motiven, sondern geht eigenwillig vor. Die Ordnung folgt ihren Relevanzen wie „Kuss und Ornament“, „Kuss und Lebensreform“, „Filmküsse“, „Todesküsse“, „Obsessionen“ und schließlich gibt es auch ein Kapitel „Kuss und Politik“, das Simon Häuser kuratiert. Wer dort einen weißen Vorhang beiseiteschiebt, findet dahinter noch aufregendere Arbeiten, die Minderjährigen vorenthalten bleiben sollen.

 

Skulptur „Erste Liebe“ von Axel Poulsen im Bröhan-Museum / Foto © Frank Wecker

Die Skulptur „Erste Liebe“ von Axel Poulsen fand bei der Eröffnung viel Interesse.
Foto: Wecker

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04. Juni 2017 - 00:24Entdeckungen in Venedig und Berlin

Carlos Hulsch stellt Efraim Habermann aus


Das macht den Unterschied: Während unsereins in Venedig den Gondoliere, den Markusplatz mit seinem Tauben und den Dogenpalast rundum abfotografiert, geben uns Künstler wie Efraim Habermann ein Gefühl für diese Stadt, lassen die Menschen darin aufleben und uns deren Sorgen und Freuden spüren.

 

Efraim Habermann in der Carlos Hulsch / Foto © Frank Wecker

Impressionen von Venedig in der Sicht von Efraim Habermann. Foto: Wecker

 
Für solche Erlebnisse lohnt sich der Blick in das Foyer des Hotels „abba“ in der Lietzenburger Straße 89, wo seit geraumer Zeit die Galerie Hulsch wegen des bevorstehenden Abrisses des Ku’dammkarrees ihre neue Heimat gefunden hat. Bis zum 11. August ist dort die Ausstellung: „Efraim Habermann: s/w-Leica-Fotos auf Barytpapier und Aquarelle“ zu sehen.

Ein Blick wird aber nicht genügen, um sich die Schönheit der Bilder zu erschließen. Während der Knipser in seinen Venedigbildern nur eine Gedankenstütze für seine Reiseerinnerungen hat, die nach einem kurzen Blick wieder aus dem Gedächtnis abgerufen werden, muß man bei einem Künstler wie Efraim Habermann dagegen schon länger hinschauen, um aus den Grautönen eines Schwarz-Weiß Fotos die Geschichten herauszulesen, die zwischen Licht und Schatten verborgen sind.

Ausstellung von Efraim Habermann in der Carlos Hulsch / Foto © Efraim Habermann

Dieses von Efraim Habermann fotografierte Porträt ist im
Original in der Ausstellung im Hotel „abba“ zu sehen.

 
Es sind Straßenfotos, wie sie Henri Cartier-Bresson oder Robert Doisneau zur Blüte gebracht haben. Bei Efraim Habermann kommen noch eine Prise Humor und ein feinsinniges Gefühl für die Bildkomposition hinzu. Ihm reichen eine „altertümliche“ Kamera mit Festbrennweite und ein Schwarz-Weiß-Film, um Geschichten zu erzählen. Auf seinen Abzügen fangen, sei es im verfallenden Venedig oder im politisch geteilten Berlin, Mauern zu sprechen an, blickt im Porträt ein Adliger im Standesdünkel vergangener Zeiten hochnäsig auf ein heutiges Mädchen herab, und wird in Berlin vor frei herumspringenden Känguruhs gewarnt.

Efraim Habermann kehrte1957 nach Berlin zurück, das er neunjährig mit seinen Eltern wegen des Rassenwahns der Nazis verlassen mußte. Erst hier wurde der heute 83jährige Künstler Fotograf. Einer seiner ersten Galeristen ist Carlos Hulsch.

Entsprechend der Gepflogenheiten in einem Hotel ist die Ausstellung zwischen10 und 22 Uhr zugänglich und der Eintritt frei.

Frank Wecker

 

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