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Lesetipp III: Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar

Ihre Texte werden seit Generationen in der Schule gelesen. Ihre berühmten Gedichte „Anrufung des Großen Bären“, „Böhmen liegt am Meer“ oder „Das erstgeborene Land“ bringen auch heute noch die Augen der Leserin zum Leuchten. In den 1950er und 60er Jahren zählt die österreichische Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin Ingeborg Bachmann zu den viel gelesenen und diskutierten Stimmen der Literatur. Sie experimentiert in ihren Gedichten mit der Form – mal wählt sie das strenge Korsett des Sonetts, dann schreibt sie eine vielstrophige Ballade, schließlich verzichtet sie in den Elegien ganz auf Reim und Metrik. Sprache ist ihr der Wahrheit verpflichtet, ebenso wie dem Bemühen, das Subjektive und das Nicht-Sagbare auszudrücken. Ergebnisse dieses Ansatzes sind Poeme voller Rätsel, Brüche und Bilder, in ihrer Wirkung wie Musik. Und immer wieder schimmern Melancholie und Phantasie durch ihre reflexiven Zeilen: „Ich mit der deutschen Sprache // dieser Wolke um mich // die ich halte als Haus // treibe durch alle Sprachen.“ Jedes Jahr Ende Juni finden in ihrer Geburtsstadt Klagenfurt die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ statt, auf denen ein nach ihr benannter Preis verliehen wird.


Ingeborg Bachmann wird 1926 geboren. Sie studiert Philosophie, Germanistik und Psychologie in Wien; 1950 promoviert sie mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Sie arbeitet als Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk in München und nimmt an den Treffen der Gruppe 47 teil, dem maßgeblichen Forum der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 1953 debütiert sie mit dem Gedichtband „Die gestundete Zeit“, es folgen Aufenthalte in Paris und Rom, Zürich und New York. 1958 wird ihr Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ uraufgeführt, für das sie den Hörspielpreis der Kriegsblinden erhält. 1959/60 lehrt sie Poetik an der Universität Frankfurt am Main, im Jahr darauf erscheint ihr Erzählband „Das dreißigste Jahr“; danach lebt sie für einige Jahre in Berlin. 1964 wird sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Im Jahr darauf lässt sie sich dauerhaft in Rom nieder. In ihren letzten Lebensjahren arbeitet sie am Romanzyklus „Todesarten“, von der sie 1971 den Band „Malina“ fertig stellt. 1973 stirbt sie an den Folgen eines Brandunfalls in ihrer Römer Wohnung.

Ingeborg Bachmann hat sich Zeit ihres Lebens als eine Unbehauste empfunden. Das wache Erleben des nationalsozialistischen Terrors lässt sie Österreich, wiewohl sie Wien, „die Stadt ohne Gewähr“, liebt, fliehen. Ein weiterer Grund ihres nomadischen Lebens ist in der materiell ungesicherten Existenz der Autorin zu suchen, die sie zwingt, auch als sie längst berühmt ist, den Möglichkeiten einer bezahlten Arbeit nachzureisen. Und dann sind es schließlich Freundschaften und Lieben, die sie ihre Aufenthaltsorte wechseln lassen. Zum gleichaltrigen Komponisten Hans Werner Henze, der ihre Libretti „Der kleine Lord“ und „Der Prinz von Homburg“ vertont, fühlt sie eine tiefe Seelenverwandtschaft. Henze lebt seit den 1950er Jahren in Italien, auch für Bachmann Sehnsuchtsland; als Homosexueller hält er die muffige Enge Nachkriegsdeutschlands nicht aus. In einem Brief an Henze schreibt Bachmann: „Es kommen Augenblicke im Leben, wo die Idee zu flüchten sich verkehrt in das Verlangen, sich in irgendeinen Winkel zurückzuziehen. Italien lädt überall und immer ein, die Augen zu öffnen, die Ohren …“

Eine unerfüllte Liebe verbindet sie mit dem rumänischstämmigen Lyriker Paul Celan, den sie 1948 in Wien kennen lernt. Nachdem Celan, dessen Familie im Holocaust umgekommen ist, nach Paris weiter zieht, lebt ihre Liebe in Briefen weiter. Sie schreibt ihm: „Manchmal möchte ich nichts, als weggehen und nach Paris kommen, spüren, wie Du meine Hände anfasst, wie Du mich ganz mit Blumen anfasst und dann wieder nicht wissen, woher Du kommst und wohin Du gehst. Für mich bist Du aus Indien oder einem noch ferneren, dunklen, braunen Land, für mich bist Du Wüste und Meer und alles was Geheimnis ist.“ Auch Bachmanns Beziehung zum Schweizer Autor Max Frisch ist nicht von Dauer. Als sei ihr auf Erden kein Glück beschieden, dichtet sie: „Ich aber liege allein // im Eisverhau voller Wunden. // Es hat mir der Schnee // noch nicht die Augen verbunden. // Die Toten, an mich gepresst, // schweigen in allen Zungen. // Niemand liebt mich und hat // für mich eine Lampe geschwungen!“ Die Autorin dieser unfassbar zerbrechlichen Zeilen ist am frühen Ende ihres Lebens von Alkohol und Tabletten gezeichnet. Ihre Lyrik aber bleibt ein lichtes Versprechen, das Leiden an der Welt durch die Sprache zu lindern.

Andrea Bronstering - Gastautoren, Kunst und Kultur - 15. Dezember 2008 - 00:05
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