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Lesetipp IV: Mit dem Mut zum Sentiment

Charles, 46, ist ein viel beschäftigter Architekt, dem die Haare ausfallen. Sein Büro baut in Paris, Toronto und Moskau, er selbst sitzt am Rechner, in Konferenzen und im Flugzeug. Seine Partnerin Laurence schläft schon lange mehr mit ihm, deren pubertierende Tochter Mathilde wird ihm zunehmend fremder. Sein Leben schleppt sich so dahin, von seiner einstigen Freude am Entwerfen ist nicht viel geblieben. In diese zähe Phase platzt eine Nachricht, die sein Leben in unerwartete Turbulenzen stößt: Die Mutter seines besten Schulfreundes Alexis ist gestorben. Die lebensfrohe Anouk war auch seine erste große Liebe; die Nachricht ihres Todes holt ihm seine Kindheit und Jugend wieder ins Bewusstsein. Er macht sich auf zu ihrem Grab und trifft seinen alten Freund wieder, der nach Jahren der Heroinsucht zurückgezogen seinem stillen Glück im Winkel frönt; seine Karriere als professioneller Trompeter ist versandet. Mit diesem Setting eröffnet die französische Schriftstellerin Anna Gavalda ihren neuen Roman „Alles Glück ist nie“, im Herbst 2008 bei Hanser erschienen.

 
Anna Gavalda, geboren 1970, hat Literatur studiert, sie lebt mit ihren zwei Kindern bei Paris. Sie debütierte 2002 mit einem Erzählband, ihr Roman „Zusammen ist man weniger allein“ (2005) wurde ein internationaler Erfolg, als Buch wie auch als Film. Ihre unbändige Lust am Fabulieren zeigt sich auch im neuen Werk. Charles lernt im kleinen Ort in der Nähe von Limoges, in dem Alex mit seiner Familie lebt, per Zufall Kate kennen, die fünf verwaiste Kinder auf einem uralten Gutshof inmitten zahlreicher Tiere, Bäume und Gemüsepflanzen großzieht. Die Geschichte dieser vernarbten, widerständigen Frau rührt ihn zutiefst an, er verliebt sich in sie, in ihr Schicksal, ihre Tragik und richtet sein Leben neu auf sie aus. Am Ende der Geschichte gewinnt Charles seine Lebendigkeit, die er unter Erfolg, Gleichförmigkeit und Erschöpftheit verschüttet wähnte, zurück. Er kapiert, worum es im Leben tatsächlich geht und wie es ihm seine Amme und Muse Anouk vorlebte, nämlich den Augenblick zu genießen, sich der Liebe nicht zu verschließen und das Glück nebenan nicht zu übersehen.

Der Text ist eher leichte literarische Kost, der Prix Concourt ist damit nicht zu gewinnen; die Figurenzeichnung ist schematisch, die Entwicklung der Geschichte manchmal geschraubt und irreal; der Spannungsbogen hält nicht bis zum Ende, zu vorhersehbar ist das Happy End. Die straffende Hand des Lektorats hätte den detailverliebten 600 Seiten sicher gut getan. Die Phantasie der Leserin ist die letzte Adressatin der Autorin, jede sich auch nur ankündigende Gefühlsregung wird in aller Ausführlichkeit be-, gar zerschrieben. Der sentimentale Text hat vor allem in den Dialogen etwas von der Überexaktheit der Regieanweisungen eines Drehbuchs, ganz als nähme Gavalda seine kommende Verfilmung bereits vorweg. Und dann gelingen ihr unvermutet Aphorismen von zeitloser Schönheit: „Aber alles ist eine Geschichte, Charles. Absolut alles und für alle. Man findet nur nie jemanden, der sie hören will.“ Charles hört ihr eine lange Nacht mit Wein und Zigaretten zu und kann seine Sehnsucht greifen. Als Kate ihm seinen schütteren Schopf zur Beinahe-Glatze schert, ist es um ihn geschehen.

Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann, ein Spezialist auf dem Gebiet des Alltags, stellt in seinem Buch „Was sich liebt, das nervt sich“ die entzaubernde These auf, dass das Leben in einer Beziehung im 21. Jahrhundert vor allem Arbeit an einer gemeinsamen Kultur bedeutet. Was zu Beginn nach Liebe wie von selbst aussieht, wird schon nach kurzer Zeit zum Aushandeln eines gemeinsamen Lebens, für dessen Gelingen es diverse Faktoren gibt. Er sagt dezidiert, dass, wer Bedarf an Romantik habe, Romane lesen bzw. Filme sehen solle. In genau dieses Vakuum stoßen die Texte Anna Gavaldas als moderne Märchen des Trivialen. Im besten Sinn ist das Buch „Alles Glück ist nie“ eine Stoffblüte zum Träumen, in einem Zug weg zu lesen in einer eingeschneiten Berghütte oder am Strand auf den Kanaren. Die Moral des Buches lässt sich zusammenfassen in der Überzeugung, dass sich eine Familie unterwegs finden lässt, dass der Blick aus Kinderaugen auf die Welt diese zum Glänzen bringt, dass das Glück im Zulassen besteht. Und im heiligen Wissen, dass es so flüchtig wie kostbar ist. Diese Weisheit erfüllt Kate, als sie zu Charles sagt: „Ich werde Ihnen keine Gelegenheit geben, mich zu verlassen.“ Mögen Charles und Kate den Schatz ihrer Liebe ganz ganz lange hegen und pflegen.

Andrea Bronstering - Gastautoren, Kunst und Kultur - 04. Januar 2009 - 18:08
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