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Herr und Frau S.


"Goethe lebt in Afrika"
, so faßt Frau S. gut 40 Jahre ihres Lebens zusammen. Aber Goethe war bekanntlich nie in Afrika, und er hat sich so gut wie nie dazu geäußert. Wenn man jedoch 'Goethe' als Synonym für 'deutsche Kultur' versteht, wird Frau S.' Aussage faßbarer, aber es bleibt offen: Was hat die deutsche Kultur mit Afrika zu tun? Zur Beantwortung dieser für das Lebenswerk von Herrn und Frau S. bedeutsamen Frage muß hier kurz auf Frobenius und Senghor eingegangen werden.

Der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) war nach mehreren Forschungsreisen zwischen 1905 und 1935 in das Afrika südlich der Sahara, auf denen er u.a. Mythen und Märchen sammelte, zu dem Ergebnis gekommen, daß deutliche Parallelen zwischen diesen und germanischen Märchen und Volkssagen bestehen - so sehr, daß der senegalesische Philosoph, Poet und Politiker Léopold Sédar Senghor (1906-2001) zugespitzt feststellte: "Die schwarze Seele und die deutsche Seele sind Schwestern." Überhaupt trugen Frobenius' Gedanken - er sah, im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen, die afrikanische und die europäische Kultur als gleichwertig an - wesentlich dazu bei, daß sich unter den Studenten aus den afrikanischen Kolonien im Paris der 20er und 30er Jahre (unter ihnen Senghor) die Idee der Négritude entwickelte: ein gegen die französische Kolonialmacht gerichtetes Konzept von der Eigenständigkeit der afrikanischen Kultur und Lebensweise.
Die Gedanken des Deutschen Frobenius hatten nicht nur den Deutschenfreund Senghor gepackt, sondern auch den Vater von Herrn S., der Senghors Bewunderung für die deutsche Kultur so sehr teilte, daß er seinen Sohn veranlaßte, in Leipzig Germanistik zu studieren. Dort lernten sich Herr S. und die von dort stammende Frau S. kennen, heirateten und gingen 1964 in Herrn S.' Heimat.

So viel also zum Zusammenhang von Goethe und Afrika, zumindestens in den Personen von Herrn und Frau S.. Aber wieso "lebt" Goethe dort?
Die Antwort hierauf hat auch mit den über 40 Jahren zu tun, die Herr und Frau S. in Senegal gearbeitet haben. Die ersten fünfzehn Jahre waren ein fortwährender Kampf: keine Stelle als Deutschlehrer verfügbar, also fachfremder Unterricht "im Busch"; Nichtanerkennung ihrer DDR-Diplome, also erneutes Germanistikstudium, diesmal in Frankreich, wodurch erst die Arbeit als Deutschlehrer an einem Gymnasium in der Hauptstadt möglich wurde. Und dann nahm Senghor 1972 erneut Einfluß auf das Leben von Herrn und Frau S., als auf seinen Wunsch hin an der Universität eine Deutsch-Abteilung gegründet wurde, an der sie beide von Anfang an unterrichteten.

Die folgenden Jahre ließen sich als erfolgreiche akademische Laufbahnen darstellen, einschließlich Professuren, Leitungsfunktionen, Symposien, einer eigenen Zeitschrift und, als Krönung, der Gründung der ersten afrikanischen Goethe-Gesellschaft im Jahr 2002. Es ist aber etwas ganz anderes, fast
Unscheinbares, das Herrn und Frau S. besonders am Herzen liegt, weil es ihnen zeigt, daß Goethe tatsächlich in Afrika lebt: ein Goethe-Kalender mit mehreren Gedichten und Textstellen, der in Zusammenarbeit mit Schülern, Studenten und Lesern gestaltet, in die Landessprache Wolof übertragen und farbig illustriert wurde. Über 500 Exemplare haben Herr und Frau S. im Laufe der Zeit davon in Handarbeit hergestellt und verteilt - und oft wurden sie gefragt: Sind das die Gedichte eines senegalesischen Dichers?

Vor zwei Jahren waren Herr und Frau S. aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, kurzerhand alles stehen und liegen zu lassen und hierher zu ziehen. Zwar arbeiten sie aus über 5000 km Entfernung weiter an ihrem Thema, indem sie ein neues Heft ihrer Zeitschrift herausgeben und Herr S. die Biographie seines Vaters für eine deutsche Veröffentlichung vorbereitet, aber ihnen fehlt sehr das Leben, wie sie es nach ihrer Emeritierung in den letzten Jahren dort hatten: frei von allen universitären Zwängen, die Tür zu ihrer großen Bibliothek und zum Garten weit offen, und Schüler, Studenten und Leser kommen aus freien Stücken zu ihnen herein.


MichaelR

Michael R. - Gastautoren, Menschen im Kiez - 30. Juli 2009 - 00:04
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drei Kommentare

Nr. 1, Basti, 30.07.2009 - 19:34
Schade…netter Text, aber man hätte noch auf folgende Seiten verlinken können, wenn man die Namen schon erwähnt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Frobeni..

http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9opol..
Nr. 2, bertha, 18.08.2009 - 01:16
Na dann schlagt auch noch den dritten Namen der Väter-Generation nach:
http://fr.wikipedia.org/wiki/Abdoulaye_S..
Nr. 3, michaelr, 19.08.2009 - 14:40
Liebe Bertha, gut! Ich wüßte gern, wie Du das rausgefunden hast. michaelr

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