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Das Ende einer schönen Epoche

Neue Dauerausstellung im Bröhan-Museum

 
Die Grafiken, mit denen der Besucher aus der aktuellen Ausstellung des Bröhan-Museums „Das Ende der Belle Epoque“ entlassen wird, erinnern eher an Francisco de Goyas „Desastres de la Guerra“ denn an Kunstwerke aus der „schönen Epoche“.

Die „schöne Epoche“ wird an der Wende zum 20. Jahrhundert ästhetisch vom Jugendstil begleitet. Es ist eine Kunstrichtung ausschweifender Schwingung, fließender Bewegungen und sinnlicher Körperlichkeit in ausgewogener ästhetischer Anmut. Davon zeigt das Bröhan-Museum nach dem Umbau in einer neuen Ausstellungsarchitektur über 300 Exponate. Es ist die umfangreichste Schau in der Geschichte des Museums. Während diese Ausstellungsstücke den Besucher auf den Flügeln der Phantasie in träumerische Gefilde davontragen, wird er am Ausgang brutal auf den Boden der Realität zurückgeholt: Der Zyklus „Memento“ von Willy Jeackel konfrontiert ihn schonungslos mit der Erbarmungslosigkeit des Krieges: Den blutigen Nahkampf beim Sturmangriff, Massenvergewaltigungen und das Elend des Sterbens auf dem Schlachtfeld. Die Ausstellung stößt den Besucher auf die Scheidelinie zweier Epochen.
Damit reiht Dr. Tobias Hoffmann, seit 2013 Direktor des Bröhan-Museums, diese Ausstellung in die historische Auseinandersetzung um den 100 Jahre zurückliegenden Beginn des I. Weltkrieges ein. Es ist die erste von ihm selbst an seiner neuen Wirkungsstätte kuratierte Ausstellung.

 

Foto © Frank Wecker

Dr. Tobias Hoffmann führt durch die Ausstellung.
Foto: Wecker


Dieser Krieg sollte zu einer grausigen Grunderfahrung der Menschheit, die sich tief im Bewußtsein verwurzelt hat, werden. Der Betrachter der Ausstellung sieht die „Belle Epoque“ im Licht dieser Erfahrung. Die Zeitgenossen haben die Bedeutung dieses Umbruchs nicht erahnen können. Einer der wenigen, die früh erkannten, was das für die Menschen bedeutet, ist Willy Jaeckel, der besagten Grafikzyklus bereits 1914/15 schuf. Er deutet schon auf die Zertrümmerung des Jugendstils, der nur noch in Versatzstücken bis in die Gegenwart fortlebt, durch den Expressionismus hin, wo auch Willy Jeackel kunsthistorisch eher eingeordnet wird. Unbewußt mögen zu Beginn des Krieges wohl schon viele Künstler geahnt haben, daß das alte europäische Staatengebilde mit seine drei großen Kaiserreichen auf den Zerfall zusteuert. Die industrielle Revolution sollte die gesamte Lebensweise umwälzen. Während einzelne aus dem Reichtum, den die Industrialisierung mit sich brachte, ihr Sinnen nach Schönheit ausleben konnten, entstanden auf der anderen Seite die Mietskasernen und das massenhafte Elend in den schnell wachsenden Großstädten. Dazwischen wuselten die Bonvivants, die Lebemänner, Nichtstuer und Flaneure. Kess traten die ersten mutigen Frauen als „femme fatale“ und Blaustrümpfe in die Öffentlichkeit. Sie wurden Künstler, Politiker und schließlich auch Arbeiter zum Ersatz für ihre an der Front sterbenden Männer. Von all dem erzählt die Ausstellung. Zum Synonym für das extravagante städtische Leben wurde das „Café des Westens“, das „Café Größenwahn“, was Willy Jaeckel in seinem Gemälde „Im Romanischen Café“ ebenfalls festhielt. Beide Arbeiten Willy Jaeckels bilden gewissermaßen eine Klammer um die Ausstellung. Strukturiert ist sie jedoch nach den großen Ausstellungen: der Weltausstellung von 1900 in Paris und der Werkbundausstellung von 1914 in Köln.
In diesen 14 Jahren finden wesentliche Umbrüche in der Lebensweise statt. In den Industriewerken der Städte werden massenhaft Arbeiter benötigt, die den Städten vom Land zufließen. Sie finden dort zwar bessere Arbeitsbedingungen und weitaus mehr gesellschaftliche und kulturelle Möglichkeiten zur Lebensgestaltung vor, zugleich tauschen sie aber das Sonnenlicht und den weiten Horizont des Landes gegen die Enge, den Mief und die dunklen Hinterhöfe in den Mietskasernen. Diese Themen werden von der Malerei aufgenommen. Praktisch führen sie zur Reformbewegungen. Es entstehen in Hellerau, Worpswede und Ahrenshoop neue, oftmals von Künstlern geprägte Kolonien, wo, wie in der vegetarischen Gartenkolonie in Eden bei Oranienburg, alternative Lebensweisen gepflegt werden.

 
Die Industrie ermöglicht aber auch, daß die Wohnungen preiswert und zugleich geschmackvoll möbliert werden können. Dabei ging allerdings die Aura des individuellen vom Handwerker gefertigten Einzelstücks verloren. Das führte zu einer Auseinandersetzung zwischen technischem und handwerklichem Design, dem sich die Ausstellung ausgiebig widmet. Die Industrie brauchte, um billig fertigen zu können, reduzierte Arbeitsgänge. Die Designer kamen dem mit Maschinen- und Typenmöbelprogrammen entgegen. Es wurde in Serie gefertigt, Individualität wurde dem Einzelstück durch aufgesetzte Ornamente gegeben. Neue technische Möglichkeiten bereicherten die Möbelgestaltung. Erstmals zeigt das Museum die Wiege von Jens Hoffmann, deren Herstellung erst durch das Bugholzverfahren möglich wurde. Von Alfred Grenander weiß der Berliner, daß er zahlreiche U-Bahnstationen gestaltet hat. Er hat aber auch Villen samt Inneneinrichtung entworfen. Sein Möbelensemble, womit sich Deutschland 1904 an der Weltausstellung in St. Louis beteiligt hatte, wird ebenfalls erstmals gezeigt. Das Bröhan-Museum überrascht beim Buffet von Hector Guimard, der auch den Metroeingang zur Station Boissiere gestaltet hat, mit einer weiteren Parallele zwischen U-Bahndesign und Mobiliar.

Foto © Frank Wecker

Schreibtisch von Alfred Grenander.
Foto: Wecker

Foto © Frank Wecker

Wohnensemble von Alfred Grenander.
Foto: Wecker


Der Jugendstil war eine europäische Bewegung. In Frankreich trägt sie den Namen „Art Nouveau“. Es ist ursprünglich der Name der Galerie von Siegfried Bing, der 1900 in Paris mit einem eigenen Pavillon vertreten war. Gleichzeitig war Bing ein Ostasienkenner, der die europäische Moderne mit dem Japonismus verband. Heute werfen dioe Europäer ihre Köpfe in den Nacken, um die riesigen Wolkenkratzer aus Glas und beton in den asiatischen Megastädten zu bestaunen. Der Vorläufer all dieser Bauten stand 1914 in Köln. Bruno Taut hatte den Pavillon für die deutschen Glasindustrie das Glashaus entworfen. Mit den Beginn des I. Weltkrieges wurde die Ausstellung abgebrochen und das Glashaus abgerissen. Das Modell ist im Bröhan-Museum zu sehen.

 

Foto © Frank Wecker

Glas in funktionaler und ästhetisierter Form sollte die Architektur dauerhaft prägen.
Foto: Wecker

 
 
Das Bröhan-Museum lädt an jedem Sonntag um 14 Uhr zu Führungen durch die Ausstellung ein. Bei freiem Eintritt finden an jedem ersten Mittwoch im Monat um 16 Uhr Kurzführungen statt. Dr. Tobias Hoffmann, Direktor des Museum und Kurator der Ausstellung lädt am Sonnabend, 14. Juni, um 14 Uhr zu einem Spaziergang zum Thema: „Die Belle Époque in Berlin“ ein. Es wird um Anmeldung unter Tel.: 326 906 00 oder per E-Mail unter info@broehan-museum.de gebeten.

 
Frank Wecker

Foto © Frank Wecker

Die Ästhetisierung des nackten Körpers wurde prägend für die Kunst der Zeit.
Foto: Wecker

 

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - 24. Mai 2014 - 21:48
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