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Ein Romantiker aus Rom

Die subkutane Chiffre des laufenden Jahres 2008 liest sich Achtundsechzig, ihre Wurzeln finden sich an den Universitäten, vor allem in Berlin. Der mit diesem Begriff bezeichneten Generation ist der Ruf zu eigen, antiautoritär engagiert (gewesen) zu sein, gegen den Muff der Adenauerjahre revoltiert, die Geschlechterverhältnisse revolutioniert, Drogen als Accessoires eines lässigen Lebensstils genommen und an die Welt verändernde Kraft der Popmusik geglaubt zu haben. Das historische Urteil über die Studentenbewegung, ein Synonym für 68, fällt sicher nüchterner und differenzierter aus, wie es zahlreiche Publikationen und Ausstellungen zum Thema belegen. Unbestritten ist der enorme Modernisierungs- und Individualisierungsschub der Bundesrepublik, der vor 40 Jahren seinen Anfang nahm. Ein Kind dieser Zeit und damit nolens volens ein Chronist des rebellischen Geistes und seiner Folgen ist der Autor Friedrich Christian Delius (www.fcdelius.de), der nach Jahren des Nomadendaseins jetzt kieznah am Lietzensee wohnt.



Friedrich Christian Delius wird in 1943 in Rom geboren und wächst in Hessen auf. 1963 kommt er zum Studium der Germanistik nach Berlin, bereits ein Jahr später nimmt er erstmals am Treffen der Gruppe 47 teil. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit am Wahlkontor der SPD. Nach der Promotion 1970 arbeitet er als Lektor in den Verlagen Wagenbach und Rotbuch. 1972 strengt die Siemens AG einen Prozess gegen Delius an wegen seiner Arbeitsreportage „Unsere Siemenswelt“, den dieser gewinnt. Seit 1978 ist Delius freier Schriftsteller, er lebt zunächst in Nijmegen, sodann in Bielefeld, später in Rom und dann wieder in Berlin. Er publiziert Gedichte, Prosa und Essays, sitzt in Literaturpreisjurys und wird 1998 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sein literarisches Werk ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, die Verleihung des renommierten Georg-Büchner-Preises steht noch aus. Am 29. August 2008 wird F. C. Delius sein Amt als Stadtschreiber von Bergen-Enkheim antreten.

Thematisch ist Delius in seinen erzählenden Texten nicht festzulegen. In Anlehnung an eines seiner Vorbilder, Bertolt Brecht, glaubt er an den Verismus der Sprache und das Kenntlichmachen skandalöser Zustände durch satirische Überzeichnung. In seinem Roman „Ein Held der inneren Sicherheit“ (1981) führt er einen Ghostwriter und Redakteur vor, der durch die Entführung seines despotischen Chefs verunsichert wird. Dieses Verbrechen zwingt ihn, sich mit der nachwirkenden Nazivergangenheit Deutschlands auseinander zu setzen. In seinem Roman „Mogadischu Fensterplatz“ (1987) erzählt er die Geschichte der Kaperung der „Landshut“ durch palästinensische Terroristen aus der Sicht einer im Flugzeug eingesperrten Touristin. Und in seinem Buch „Mein Jahr als Mörder“ (2004) beschließt ein Berliner Student im Jahr 1968, einen gerade vor Gericht frei gesprochenen Nazirichter zu töten, um ein Zeichen gegen die systematische Verharmlosung des Dritten Reiches zu setzen.

Und doch sieht sich der oft so apostrophierte F. C. Delius nicht als politischen Autor, gar als linken: „Theorie war meine Sache nie … Im Grunde wär ich gern ein Romantiker.“ Delius schreibt quasi autobiographisch über das Jahr 1954, als er, elfjährig, im Radio vom Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in der Schweiz hört. Und er skizziert zärtlich und poetisch seine Mutter als junge Frau in Rom im Jahr 1943. Er tut dies, wie in all seinen Büchern, lakonisch, subtil und voller Humor, mit wachem Blick für das Detail und das große Ganze. Deswegen ist für ihn die Trennung von Privatem und Politischem eine künstliche, auch das ein Erbe von 1968. Delius sieht sich als einen Veteranen, als Angehörigen einer Generation, die noch ohne das Fernsehen groß gezogen wurde, als „einen altmodischen Menschen, der die bewußtseinserweiternden Wirkungen von Sprache und Dichtung bei allen Zweifeln lieber überschätzt als unterschätzt.“ Ach, gäbe es doch heute mehr von seinem Schlage!

Andrea Bronstering - Gastautoren, Kunst und Kultur - 19. August 2008 - 00:14
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ein Kommentar

Nr. 1, Ulli, 21.08.2008 - 11:50
Ein schöner Artikel.

Besonders empfehlenswert sind sicher auch:
"Der Tag, an dem ich Weltmeister wurde" – über Delius Kindheit in einem nordhessischen Pastorenhaushalt in den fünfziger Jahren und über das Eindringen der Verheißungen der weiten Welt in die Enge.
"Amerikahaus oder Der Tanz um die Frauen" – über das Berlin der Sechziger und über Psychoprobleme beim Frauenanbaggern, die ohne Zweifel sehr viele Studenten hatten.
Und: "Porträt der Mutter als junger Frau" – ein schöner Text.

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