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Lesetipp II: Der Sünder an seiner Seite


Am 30. November hat das neue Kirchenjahr begonnen. Die Christenheit stimmt sich im Advent auf Weihnachten ein. Die dunkle Jahreszeit lädt dazu ein, den Blick nach innen zu richten und sich des eigenen Daseins zu vergewissern. Dazu passend, liegt seit kurzem ein seltsam hybrides Buch in den Buchhandlungen, Arnold Stadlers „Salvatore“, erschienen im S. Fischer Verlag. Es beginnt romanhaft mit der Geschichte des Protagonisten, eines „promovierten Träumers“. Dieser Mann in seinen 50ern schaut sich an Christi Himmelfahrt den Film „Das 1. Evangelium – Matthäus“ von Pier Paolo Pasolini aus dem Jahre 1964 an. Mit einem unbändigen Dazugehörigkeitsverlangen verlässt er die Vorführung; das Buch wandelt sich unter der Hand zur Filmanalyse und weiter zur Interpretation des berühmten Gemäldes „Die Berufung des Evangelisten Matthäus“ von Caravaggio.


Arnold Stadler, geboren 1954, hat katholische Theologie und Germanistik studiert, 1999 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Sein Werk umfasst neben Romanen und Essays auch eine Übersetzung ausgewählter Psalmen. In seinem neuen Buch „Salvatore“ erzählt er die Geschichte eines religiös bedingt Musikalischen, vom Ministrantendienst über das abgebrochene Theologiestudium hin zum freien Grabrednertum. Von Salvatore heisst es, er habe „sein bisheriges Leben mit Nachdenken und Träumen und Legenden verbracht.“ Gäbe es nicht seine Lebensgefährtin Bernadette, müsste er nach den Regeln der bürgerlichen Gesellschaft Privatinsolvenz anmelden. Die Alimentierung durch Bernadette erlaubt es ihm, in der norddeutschen Tiefebene Vorträge zu halten und sich dem nagenden Gefühl zu entziehen, „es nicht geschafft“ zu haben. Dieser Wiedergänger des Taugenichts erlebt nun unverhofft sein Erlösungsversprechen, als er sich Pasolinis epochalen Film anschaut.

Das Matthäus-Evangelium ist für Stadler ein Text wie kein zweiter, hat er doch die Menschheitsgeschichte dramatisch verändert. Unablässig kreist Salvatore (i. e. der Erlöser) um die Berufung des Matthäus, eines einfachen Zöllners, zum Apostel. Jesu Aufforderung „Folge mir nach!“ ist ungeheuerlich, gilt sie doch einem nach damaligen Maßstäben Sünder, einem Menschen am Rande der Gesellschaft, der nichts weniger will, als sein vertrautes Leben zu verlassen zu Gunsten eines waghalsigen und gefährlichen Daseins an der Seite eines Predigers, der sich Sohn Gottes nennt. Und dennoch zögert er nicht und leistet Jesu Ruf unbedingte Folge. Die Frohe Botschaft liegt für Stadler im Adressaten: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken! Ich will Barmherzigkeit und nicht irgendwelche Opfer! Die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten: Deswegen bin ich hierher gekommen.“ (Mt 9,9)

Für Stadler steht auch Pasolini in der Tradition der Sünder. Der italienische Autor, Regisseur, Kommunist und Homosexuelle, der 1975 von einem Strichjungen ermordet wurde, wählt für die Besetzung seines Films LaiendarstellerInnen aus, einfache Leute aus dem Volk, wie sie zu den ersten zählten, die vor 2000 Jahren Jesus nachfolgten. Und er zieht eine Parallele zu einem weiteren Sünder, zu Caravaggio, dem Bahn brechenden Maler des Frühbarock, der zum Mörder wurde, der die Modelle für seine schmerzhaft realistischen Gemälde in den Kneipen und Bordellen Roms fand. Sein Bild „Die Berufung des Evangelisten Matthäus“ von 1599/1600, das in Rom in der Kirche San Luigi dei Francesi hängt, zeigt den Moment der Offenbarung des Göttlichen in einer verderbten Welt, die damit nicht mehr rechnet. Christi Worte am Ende des Evangeliums „Seht, ich bin mit Euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28,20) sind Trost und Verheißung für jene, die ihrer am meisten bedürfen. Nach dieser Perspektive dürstet es auch Salvatore, der sein diffuses Leben voller Sehnsucht nach dem Großen lebt, in der Bereitschaft, sich ansprechen zu lassen. Er fühlt Christi Wort auf sich gemünzt, er bedarf zum Verständnis nicht der Exegese durch Theologen, Zensoren und Bescheidwisser. Nach Stadler hat jede Generation die Aufgabe, das Evangelium neu zu interpretieren. Was Pasolini und Caravaggio zu ihrer Zeit und mit ihren Mitteln getan haben, unternimmt Stadler nun im Heute. Herausgekommen ist ein teilweise sperriges, teilweise poetisches, rundum gelehrtes und humorvolles Buch, das den einen, alles erneuernden Moment beschwört, in dem das göttliche Licht in die dunkle Welt bricht und den Blick öffnet auf ein besseres Leben. Nachzulesen im Original bei Matthäus.

Andrea Bronstering - Gastautoren, Gesellschaft, Philosophisches - 04. Dezember 2008 - 00:01
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