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Herr S.


Wenn man Herrn S.' Namen bei Google eingibt, findet man Hinweise auf Artikel aus vier Zeitungen bzw. Zeitschriften von vor anderthalb Jahren, als ein Supermarkt auf 'Shopping rund um die Uhr' umgestellt wurde. (Außerdem hatte ihn in jener ersten Nacht im August 2007 ein Fernsehteam die ganze Schicht über begleitet.) Es mag im ersten Moment überraschen, daß Herr S. damals ein solch gesuchter Interviewpartner war, denn er arbeitete dort als 'Warenverräumer' (auch 'Auspacker' oder 'Regalauffüller' genannt). Aber es gab zwei Gründe, die ihn für die Medien besonders interessant machten: er wurde als Leiharbeiter beschäftigt, und er war vorher mittlerer Bankangestellter.


Natürlich sieht man beides Herrn S. nicht an, wenn man ihn bei der Arbeit trifft. Was man sieht, ist ein Endfünfziger im Kittel des Supermarktes, der Waren in die Regale einsortiert und den Kunden freundlich und sachkundig Fragen beantwortet.- Freundlicher Umgang mit Kunden ist für Herrn S. normal; in seinem früheren Beruf war dies eine Selbstverständlichkeit. Aber es kommt jetzt noch hinzu, daß er erleichtert ist, wieder gebraucht zu werden, eine Arbeit und damit auch soziale Kontakte zu haben. Dabei spielt es für ihn keine entscheidende Rolle, daß er - trotz dieses Kittels - weiterhin nur Leiharbeiter ist, obwohl das bedeutet, daß er 30% weniger Stundenlohn als ein Festangestellter verdient, daß ihm überhaupt nur zwei Stunden Beschäftigung je Woche von seiner Leihfirma garantiert werden und daß er jederzeit an einen anderen Einsatzort beordert werden kann. "Mir geht's ganz gut im Vergleich zu den Menschen, denen es noch viel schlimmer geht." Eigentlich bräuchte Herr S. hierbei gar nicht auf all die hinzuweisen, für die jeden Abend die Reste, die sonst weggeworfen würden, eingesammelt und an die 'Tafel' weitergegeben werden. Denn er hat selbst erfahren, was es bedeutet, bei Hartz IV zu landen: es ist "das Ende".

Vierzehn Jahre lang hatte Herr S. bei einer Bank gearbeitet. Er hatte seine Arbeit gemocht, sie war abwechslungsreich und forderte ihn. Dann aber wurde die Filiale geschlossen, und auch er war im 'Überhang'. Er entschied sich für die Kündigung mit finanzieller Abfindung, statt sich hinausmobben zu lassen. Es folgten ... Monate vergeblicher Arbeitssuche. Dann konnte Herr S. zum ersten Mal aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen werden,da er dem Arbeitsamt einen 'Businessplan' vorlegte und man ihm gern eine Förderung für die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit gewährte. Er begann Modelleisenbahnen nebst Zubehör über ebay zu verkaufen. Das ging fast ein Jahr gut, bis im Sommer der Markt einbrach.- Zum zweiten Mal fiel Herr S. aus der Arbeitslosenstatistik, als er mit 55 Jahren bei einer DB-eigenen Gesellschaft eine Ausbildung zum Lokführer begann. Zwar hatte er den Sehtest nicht bestanden, aber er wurde dennoch angenommen, da die Gesellschaft dafür einen Zuschuß von 15.000 Euro vom Arbeitsamt erhielt. Nach einem viertel Jahr brach Herr S. die sinnlose Ausbildung ab.- Wieder schrieb er - nun als Hartz-IV-Empfänger - Bewerbungen ohne Ende, überallhin, auch an Burger King, alles ohne Erfolg. Herr S. wurde depressiv, sein Familienleben litt.

Seit eineinhalb Jahren taucht Herr S. nun zum dritten Mal nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auf, seitdem er nämlich bei einer Leihfirma beschäftigt ist, die ihn an diesen Supermarkt ausgeliehen hat. Nach anfänglicher Skepsis der Festangestellten, ob dies nicht ihre Arbeitsplätze bedrohe - immerhin kommen z.B. die meisten Kassiererinnen schon von Leihfirmen -, fühlt er sich jetzt in die Belegschaft integriert. Sein Selbstvertrauen ist spürbar gestiegen. Aber wenn es bei der Arbeit mal ruhiger zugeht, stellt Herr S. sich manchmal vor, wieder selbständig zu sein und Modelleisenbahnen zu verkaufen.
Er wäre dann wieder sein eigener Herr, könnte sein technisches Geschick für etwas einsetzen, das ihm am Herzen liegt, sich seine Zeit selbst einteilen (auch wenn er dann bis zu vierzehn Stunden am Tag arbeiten müßte), und würde sich bei dieser anspruchsvolleren Tätigkeit zufriedener fühlen.

MichaelR

Michael R. - Gastautoren, Gesellschaft, Menschen im Kiez - 10. Februar 2009 - 00:04
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