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Straßen und Plätze: Vereinsweg

In Erinnerung an Frau V.

 
Diese Privatstraße ist selbst in der näheren Umgebung manchem nicht bekannt; kein Wunder, ist sie an ihren Enden doch nur durch Toreinfahrten betretbar, und ein Straßenschild hat sie auch nicht wirklich. Eigentlich ist es auch nur ein Weg über einen langgestreckten Gartenhof, der Horstweg und Wundtstraße miteinander verbindet: der Vereinsweg.

 
Der Zugang von der Wundtstraße ist links zu erkennen 

Blick durch den Vereinsweg vom Horstweg aus

 
Seinen Namen erhielt der Vereinsweg zwischen 1910 und 1912 nach dem Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin, der diese Wohnanlage zwischen 1907 und 1909 von Paul Mebes für seine Genossenschaftsmitglieder bauen ließ – zusammen mit weiteren Häusern längs des Horstwegs einschließlich der Kopfbauten an Sophie-Charlotten-, Danckelmann- und Wundtstaße (damals: Königsweg). Diese beiden Wohnanlagen westlich und östlich der Danckelmannstraße stehen als „Charlottenburg IIa und b“ unter Denkmalschutz.




Genossenschaftswesen 

Das Genossenschaftswesen war seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Aufschwung unter Landbevölkerung, Handwerkern und im Einzelhandel (1). Immer ging es den jeweiligen genossenschaftlich zusammengeschlossenen Mitgliedern um Selbsthilfe in Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die bekanntesten Protagonisten des Genossenschaftswesens waren Friedrich-Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, nach Erlaß des Genossenschaftsgesetzes für das Deutsche Reich (1889), begann sich das Genossenschaftswesen auch im Wohnbereich auszubreiten; die erste Wohnungsbaugenossenschaft in Berlin entstand 1892, der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin 1900. Zu den Gründen für seine Entstehung heißt es auf Seite 5 seiner Festschrift zum 50jährigen Bestehen (1950) mit Bezug auf die Wohnverhältnisse zu Beginn des Jahrhunderts:

„Zur Zeit der Gründung unserer Genossenschaft bestand Wohnungsnot! Um die Jahrhundertwende hatte die intensive Entwicklung der Industrie dem Kriege von 1870-1871 eine starke Zunahme der Bevölkerung zur Folge. Damit ging ein großes Bedürfnis nach gesunden, preiswerten Klein- und Mittelwohnungen Hand in Hand. Die starke Nachfrage nach solchen Wohnungen zeitigte aber eine erhebliche Mietsteigerung. Es wurde für viele Beamte, besonders solche mit Kindern, ein Ding der Unmöglichkeit, preiswerte Wohnungen zu finden.“


Die Wohnungsbaugenossenschaften verfolgten nicht nur den Zweck, preiswerten Wohnraum zu schaffen, sondern das Wohnen sollte auch gesund sein. Das bedeutete eine völlige Abwendung von der in dieser Zeit typischen Blockrandbebauung mit „Mietskasernen“ und mehreren engen Hinterhöfen; stattdessen sollten die Wohnungen gut beleuchtet und belüftet sein in aufgelockerter Bauweise mit viel Grünfläche ringsum. Und sie sollten einen hohen Standard haben: So verfügten im Jahr 1908 alle 2708 Wohnungen des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin über ein Badezimmer mit Toilette (statt Außenklo), und 2500 von ihnen hatten sogar Loggia oder Balkon. (2)

 
Vereinsweg 7 

Südseite des Vereinswegs

Die für den Hausbau nötigen Gelder kamen durch die Einlagen der Genossen und in größerem Maße durch staatliche Darlehen zusammen, die durchaus absichtsvoll zur Verfügung gestellt (3) wurden, wie diese Äußerung von Freiherr v. Rheinbaben, 1901 bis 1910 preußischer Finanzminister, zeigt: „Wer ein behagliches Heim besitzt, fühlt sich wohl und ist gefeit gegen destruktive Tendenzen.“ (zit. nach: Berliner Wohnquartiere, S. 78)

 

Vereinsweg

Wenn man den Vereinsweg betritt, kann man sich durchaus in ein anderes Jahrhundert versetzt fühlen. Es ist deutlich ruhiger in diesem in sich gekehrten, langgestreckten Garten, der frei von jedem Straßenverkehr ist; auch Geschäfte gibt es hier nicht (genausowenig wie in den anderen Häusern der gesamten Wohnanlage „Charlottenburg II“). Fünfgeschossige Bauten umgeben den Hof mit Ausnahme einer in der Mitte der Südseite ausgesparten Stelle, was dort zu einer Ausweitung des Hofes führt und damit dem Eindruck von Gleichförmigkeit und Enge entgegengewirkt. Dadurch daß die beiden Zugänge zum Vereinsweg schräg zu dessen Längsachse stehen, geht der Blick des Besuchers nicht direkt von der einen Toreinfahrt zur anderen, sondern schweift über die Hauswände, die von Kletterpflanzen überzogen sind, aus deren dunklem Grün die hellgelb gestrichenen Loggien hervorleuchten; die Rasenflächen beiderseits des in einem leichten Bogen geschwungenen Mittelwegs sind von flachen Hecken umrahmt und nicht zum Betreten bestimmt.

   
St. Florian am Ausgang zum Horstweg 

Vereinsweg 4

Im Vereinsweg befinden sich überwiegend kleine oder mittlere Wohnungen mit 1 ½ bis 3 Zimmern, alle mit Bad und Loggia. Die Ausgestaltung der Hauswände mit figürlichem Schmuck (u.a. einem brandlöschenden St. Florian) und der Blick in einen Hausflur zeigen, daß auch viel Wert auf eine ästhetische Gestaltung der Einzelteile gelegt wurde.

 
MichaelR – Fotos: maho
 


Herzlichen Dank an den Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin für seine Unterstützung.

 
(1)
Daß solche aus der Not geborenen Selbsthilfeorganisationen im Laufe der Jahre durchaus wirtschaftliche Bedeutung und sogar Macht erlangen können, zeigt sich z. B. bei den Wohnungsbaugenossenschaften, von denen es im Land Berlin über 80 mit einem Gesamtbestand mehr als 180.000 Wohnungen gibt, was mehr als 10 % der Wohnungen ist (lt. Wikipedia) – oder noch mehr bei Edeka, heutzutage das größte deutsche Einzelhandelsunternehmen, 1898 entstanden als „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“.

(2) 1909, im Jahr der Fertigstellung des Vereinswegs, stellte der Architekt und Stadtplaner Hermann Jansen fest: „Der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin verfolgt den Zweck, für seine Mitglieder, deren Zahl zurzeit etwa 10000 beträgt, preiswerte und vor allem unsteigerbare Wohnungen zu bauen. […] Es sollen gesunde, gut beleuchtete und durchlüftbare Wohnungen geschaffen und insbesondere die typischen Hofwohnungen nach Möglichkeit vermieden werden.“ (H. Jansen, Neubauten, S. 49) Ähnlich die Festschrift (S. 74), die auf die Rolle der „weiträumigen Planung bei der Grundstückserschließung unter besonderer Berücksichtigung der Belichtung und Besonnung“ und der „guten architektonischen Durchbildung“ hinweist.

(3) So heißt es in einem Erlaß des Preußischen Staatsministeriums vom 5.2.1901 (St.M.21), daß „es gern bereit ist, den Bestrebungen des Vereins wohlwollende Förderung zu Theil werden zu lassen“ (Festschrift, S. 6).
 
 
Materialien:

Berliner Wohnquartiere. Ein Führer durch 60 Siedlungen in Ost und West, 1994 (Dietrich Reimer Verlag) Berlin, S. 76-81 [Stadtbücherei: H 234 Berl]

Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, 18. September 1950 (Nachdruck 2000)

Historische Wertpapiere, Nonvaleurs: Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eGmbH

Hermann Jansen, Neubauten des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, in: Der Baumeister, 7. Jg., H. 5, Februar 1909, S. 49-54 [vor allem über die Wohnanlage „Steglitz II“ am Fritschweg]

Luise Berlin (Edition Luisenstadt): Vereinsweg

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: Charlottenburg IIa und b [Denkmale und Denkmalkarte]

Wikipedia: Wohnungsbaugenossenschaft


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - 17. Juni 2013 - 22:35
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