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Musik mit Zündstoff

Deutsche Oper rebelliert

 
Mit zwei neuen Produktionen, deren einzige Gemeinsamkeit in der Provokation durch das Sujet besteht, wartet die Deutsche Oper in der Bismarckstraße 35 auf.
  
  

„Salome“ – auch nach 100 Jahren provokant

Am Sonntag, 24. Januar, hatte im großen Haus „Salome“ von Richard Strauss Premiere.
Eine Flucht nach Dresden wie vor 110 Jahren, weil die Enthauptung eines Familienvaters durch eine liebestolle Stieftochter und der „Tanz der sieben Schleier“ doch die biederen Bürger im preußischen Machtzentrum irritierte, ist heute nicht zu befürchten. Schon allein deshalb nicht, weil etliche beteiligte Künstler Ausländer sind. Die musikalische Leitung hat der Pariser Alain Altinoglu, der von armenischen Einwanderern abstammt. Die Titelpartie singt die US-Amerikanerin Catherine Nagelstad und ihre Mutter Herodias wird ebenfalls von einer US-Amerikanerin, Jeanne-Michele Charbonnet, interpretiert. Regie führt Claus Guth. Bis Ende Februar ist der Berliner Opernstar Burkhard Ulrich in der Rolle des Herodes zu erleben und Jochanaan wird von Michael Volle gespielt, der schon auf vielen bedeutenden Opernbühnen der Welt gestanden hat.

Mit dem Libretto eines Autors, Oscar Wilde, der wegen „grober Unsittlichkeit“ zwei Jahre inhaftiert war, läßt sich selbst der biedere Bürger heute nicht mehr erschrecken. Eher wird es brisant, wenn die Auseinandersetzung in einer kaputten Familie, wo der Stiefvater schon seine kindliche Tochter mißbraucht und die Mutter sie nicht schützen will, auf die Ebene der ganz aktuellen Auseinandersetzung zwischen den Religionen des Judentums, des Islam und des Christentums gehoben wird. So nimmt die Regie wenig Rücksicht auf die klassische Dramenstruktur und verlegt einen Teil der Handlung von der Terrasse des Königspalastes in eine Maßschneiderei und verteilt damit die ursprünglich angelegte Einheit von Raum und Zeit auf mehreren Spielebenen. Aus den sieben Schleiern werden sieben Stufen der Kindheit der Salome und schließlich schafft sie sich ihren Retter Jochaan als eine Gegenfigur zum Herodes. Jochaan ist der Prophet Johannes der Täufer, ein jüdischer Bußprediger, der sowohl im palästinensischen Judentum wie auch in der Diaspora eine Rolle spielte. Im Urchristentum wurde er als Wegbereiter von Jesus und damit als Heiliger verehrt. Im Koran ist Johannes nach Jesus und Mohammed einer der drei wichtigsten Propheten. Dieser Mann weist Salomes Begehren zurück, worauf sie von ihrem Stiefvater als Gegenleistung für den Schleiertanz dessen Kopf fordert und ihn auch – in der Legende – auf einem Silbertablett erhält. In dieser Inszenierung fällt ein Kopf gewissermaßen am Tisch bei der Familienmahlzeit, wo er dann den Platz von Herodes einnimmt.

 

„Salome“ in der Deutschen Oper/ Foto © Frank Wecker

Salome erinnert sich ihrer Kindheit.
Foto: Wecker

„Salome“ in der Deutschen Oper/ Foto © Frank Wecker

Die kindliche Salome entzückt mit ihrer jugendlichen Schönheit die Herrschaft.
Foto: Wecker

„Salome“ in der Deutschen Oper/ Foto © Frank Wecker

„Salome“ in der Deutschen Oper/ Foto © Frank Wecker

Salome begegnet erstmals Jochanaan,
der von Herodes in einer Zisterne gefangen gehalten wird (Bild li.).
Salome und ihr Stiefvater Herodes (Bild re.).
Fotos: Wecker
 
 



Katastrophe in der guten Stube

In der früheren Tischlerei der Deutschen Oper wurde am 23. Januar „Sensor“, ein „elektrisches Musiktheater“ mit der Musik von Konrad Boehmer zu Texten des Lyrikers Albert Ostermaier, uraufgeführt.

In diesem Musiktheaterstück für drei Personen wirken Morgane Ferru, Ruth Macke und Stephan Baumecker mit. Diese Darsteller dürften Besuchern, die lediglich an der Oper interessiert sind, unbekannt sein, es sei denn, sie verschmähen es nicht, sich hin und wieder im Fernsehen einen „Tatort“ anzusehen. Ihre eigentliche Wirkungsstätte sind jedoch die deutschsprachigen Schauspielbühnen. So sind die Schauspieler in der Deutschen Oper auch nicht als Sänger gefordert. Ihr Spiel zur Musik ist nicht einmal als rhythmischer Sprechgesang notiert, dennoch gibt die Musik den Rhythmus der Inszenierung vor. Die Akteure treten mit den Texten auch nur in wenigen Momenten direkt miteinander in den Dialog. Es scheint, daß jeder seinen Bericht über die Katastrophe, der der Zuschauer beim Anblick der Szenerie gewahr wird, gibt. In der Mitte des Theatersaales steht eine zertrümmerte Wohnung. Es kann ein Unfall geschehen sein, es kann aber auch ein Granattreffer gewesen sein, der die Wohnung derart verwüstet hat, so daß sie uns aus den täglichen Kriegsberichten bekannt vorkommt. Das Publikum bewegt sich um diese Szenerie herum. Das Geschehen nimmt der Zuschauer durch die eingerissenen Wohnungswände und mit Blicken durch Fenster oder die Tür wahr. Über Monitore kann der Besucher aber auch das Geschehen an den entfernten Orten der Szenerie verfolgen. Ein Blick auf das Vorgeschehen bieten die beiden Videowände, auf denen parallel zum Bühnengeschehen Ereignisse, die vor der Katastrophe stattfanden, zu sehen sind. Mit Versatzstücken aus der Szenerie und Kostüm werden auch direkte Beziehungen zum Bühnengeschehen hergestellt. Zum Schluß treten die beiden weiblichen Schauspieler aus dem Film und Bühnenbild heraus und schauen gemeinsam mit dem Publikum auf die Szene.


Musiktheaterstück „Sensor“ in der früheren Tischlerei der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Ruth Macke und Stephan Baumecker in Sensor.
Foto: Wecker

Musiktheaterstück „Sensor“ in der früheren Tischlerei der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Beziehungskrise in einer zertrümmerten Wohnung.
Foto: Wecker

Musiktheaterstück „Sensor“ in der früheren Tischlerei der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Musiktheaterstück „Sensor“ in der früheren Tischlerei der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Ruth Macke und Morgane Ferru in Sensor (Bild li.).
Morgane Ferru und Stephan Baumecker in Sensor (Bild re.).
Fotos: Wecker

 
Es sind Theaterabende, die aufwühlen und den Besucher nicht mehr loslassen, sucht er doch immer wieder Antworten auf Fragen, die beide Inszenierungen aufwerfen, die er jedoch nicht eindeutig finden wird. So ist er angeregt, sich mit unserer Lebenssituation auseinanderzusetzen, was ihn nicht nur aufwühlt, sondern sich auch in Musik und Gefühl ästhetisch genießen läßt. Ihm selbst eröffnet der Besuch die Möglichkeit, später einmal stolz berichten zu können: „Ich bin dabei gewesen“.

 
Frank Wecker

 

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - 25. Januar 2016 - 00:02
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