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Wie soll es mit den Bezirksbibliotheken weitergehen? - Teil 16: „Neuer Besen“ in Charlottenburg-Wilmersdorf



Die Bezirksbibliotheken im Vergleich

Der Jahresbericht 2016 der Berliner Öffentlichen Bibliotheken liegt seit kurzem vor. Wie stehen die sieben Bezirksbibliotheken in Wilmersdorf und Charlottenburg demnach da? Da der Bericht nur Angaben für das eine Jahr 2016 enthält, bietet sich ein Pro-Kopf-Vergleich mit anderen Bezirken an. Ich habe dazu den Nachbarbezirk Steglitz-Zehlendorf (West) und den einwohnerschwachen Bezirk Treptow-Köpenick (Ost) herangezogen:

 
Bezirke
 C-W  St-Z  T-K
 Anzahl der Bibliotheksbesuche je Einwohner  1,80  2,88  2,31
 Anzahl der Entleihungen je Einwohner  4,27  9,08  4,69
 Anzahl der Medien (1) je Einwohner  0,76  1,26  1,00
 Ausgaben für Medienerwerb je Einwohner (in €)
 0,91  1,28  0,92

 
Der Vergleich zeigt: Auch wenn sich die Verwaltungsoberen von „City West“ ins Zeug legen, wenn es um den Bau von Hochhäusern durch Investoren am Bf. Zoo geht – was jedoch die wichtigste Kultureinrichtung für die Einwohner selbst betrifft, nämlich die Stadtbüchereien, so lassen dieselben Oberen die Büchereien in allen Punkten hinter die beiden Vergleichsbezirke und überhaupt hinter alle anderen Bezirke zurückfallen – und das schon seit Jahren.



Wie hat sich die wichtigste Kultureinrichtung des Bezirks seit 2014 entwickelt?

Mit einem Rückgriff auf die Berichte für 2014 und 2015 (2) läßt sich beurteilen, welche Entwicklung unser Bezirksbibliotheken in den letzten Jahren genommen haben: 

 
 Bezirk C-W  2014  2015  2016
 Anzahl der Bibliotheksbesuche je Einwohner  1,86  1,83  1,80
 Anzahl der Entleihungen je Einwohner  4,41  4,52  4,27
 Anzahl der Medien je Einwohner  0,82  0,81  0,76
 Ausgaben für Medienerwerb je Einwohner (in €)
 0,87  0,72  0,91

Kurz gesagt: vorwiegend abwärts. Im einzelnen:

  • Anzahl der Medien   Jedem Büchereibesucher ist auf Anhieb erkennbar, wie leer die Regale sind; einige sind sogar ganz beseitigt, bei allen anderen ist die Anzahl der benutzten Borde reduziert (leerbleibend oder abgebaut). Gelegentlich wurde als Rechtfertigung dafür bemüht, volle Regale würden Besucher nur abschrecken. Tatsächlich gibt es aber seitens des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) eine Pflicht zum Wegwerfen („Makulieren“): „Abgangsquote entspricht mind. 75% der Erneuerungsquote p.a.“  (Dezember 2016, 9. Frage, 2. Unterfrage). Was allerdings die „Erneuerung“ im Buchbereich betrifft, so liegt der Schwerpunkt unübersehbar auf Ratgebern und gängiger Unterhaltung – ganz nach der derzeit herrschenden Vorstellung vom Kulturbedarf der Bürger, die die Kultur-BzStRin (SPD) kritiklos weitergibt: „Die öffentlichen Bibliotheken haben die Aufgabe der Grundversorgung [?] der Bevölkerung mit aktueller Information und Literatur“ (ebenda). Wer mehr will, muß bei der ZLB oder in den anderen Bezirken, die meist besser bestückt sind als unserer, bestellen – immer für 3 € je Buch. (Übrigens: das kleinere Treptow-Köpenick hat mehr Medien (3) als dieser Bezirk.)
     
  • Ausgaben für Medienerwerb   Dies ist der einzige Bereich mit einer leichten Steigerung, wobei man jedoch berücksichtigen muß, daß für die Bezirksbüchereien im Jahr 2015 77.000 € weniger ausgegeben wurde, als der Senat in seiner Globalüberweisung an den Bezirk rechnerisch vorgesehen hatte; wofür wurde das Geld eigentlich stattdessen vom Bezirksamt benutzt? (März 2017, 15. Frage). So liegen 2016 gegenüber 2014 die Aufwendungen für Neuanschaffungen um 0,04 € je Einwohner höher – und sind damit weiterhin, wie schon seit Jahren, landesweit die niedrigsten Pro-Kopf-Ausgaben eines Bezirks für den Medienerwerb: „City-West“ – wirklich ein kulturaffiner Bezirk im Interesse seiner Bürger!

 
 

„Neue Besen …“

In dieser Situation ernannte der Bezirk 2016 einen neuen Fachbereichsleiters für die Stadtbibliotheken, Andres Imhof (4). Gemäß seiner Selbstdarstellung verfügt er über keine bibliothekarische Ausbildung. Seit seinem Studienabschluß im Jahr 1997 hat er sich ausschließlich mit digitalen Diensten für Bibliotheken und Archive beschäftigt: Ordnen, Erschließen, Vernetzen, Zugang zu Texten, Ausleihe und Rückgabe von Medien (Einführung von RFID in den Bezirksbibliotheken). Wir haben es bei Herrn Imhof also in erster Linie mit einem „Bibliothekstechniker“ und nicht mit einem fachlich versierten Bibliothekar zu tun.
Wem diese Einschätzung übertrieben erscheint, schaue sich seinen Beitrag für den Jahresbericht 2016 (S. 19) an: „im erheblichen Umfang um zusätzliche digitale Angebote erweitert; neue elektronische Inhalte zum Download und Streaming eingeführt; je eine neue Gaming-Zone mit einer PS4-Spielekonsole inklusive Virtual-Reality-Brille eingerichtet; Sprechstunden, in denen die Handhabung von E-Book-Readern, Tablets, Smartphones, Notebooks erläutert werden; zur Inspiration der Besucherinnen und Besucher Informationsmonitore“ usw. Sein aufs Digitale reduzierte Verständnis von Bibliothek wird hier augenfällig bestätigt.
„Neue Besen kehren gut“, heißt ein Sprichwort. Daher sei ein Blick auf das geworfen, was er als „neuer Besen“ bisher unternommen hat.
 

Informationsmonitore, Gaming-Zonen

Eine seiner digitalen Neuheiten, die er als Mittel „zur Inspiration der Besucherinnen und Besucher“ (Jahresbericht) anpreist, sind die „Informationsmonitore“, von denen in jeder Bibliothek einer, an den beiden Hauptstandorten zwei hängen (4a). Die Bildschirme sind so an den Zugängen angebracht, daß sie den Blick des Benutzers unwillkürlich auf sich ziehen. Eine Umfrage ergab, daß jedoch noch nie jemand gesehen wurde, der länger als diesen einen Augenblick draufschaute oder gar absichtsvoll davor verweilte, wie ich es jetzt in einem Selbstversuch ¼ Stunde lang tat (5). Offenbar kommen die Benutzer nicht in die Bibliothek, um einen Bildschirm zu betrachten – nach all den Monitoren, denen man in der U-Bahn, beim Zeitungshändler, im Wartezimmer oder beim Fußballgucken schon ausgesetzt ist. Daher hat sich mir auch nicht erschlossen, wieso sie eine „Inspiration“ seien und worauf die Behauptung gründet, dadurch habe „die Stadtbibliothek die Aufenthaltsqualität sichtlich steigern können“ (Jahresbericht).

Landesweit einzigartig sind die von Herrn Imhof in den beiden Hauptbüchereien eingerichteten „Gaming-Zonen mit einer PS4-Spielekonsole inklusive Virtual-Reality-Brille“ für 20.000 € (ohne die Spiele). Nach seiner Aussage zielt er mit ihnen auf Menschen der Altersgruppe zwischen 12 Jahren und jungen Eltern, damit sie „wieder in die Bibliothek kommen“: „Nach dem Zocken sollen die Kinder zu Büchern greifen.“ (BZ 29.11.2016). Leider ist es dem Bezirksamt nicht möglich, die angenommene „breite Akzeptanz“ zu belegen, denn „es werden keine Zählungen vorgenommen“, und zwar „aus datenschutzrechtlichen Gründen“ (April 2017, 9. Frage).
Einen ganz anderen Zweck nannte er einer anderen Zeitung (Berliner Woche 14.11.2016): Hier könnten Erwachsene „einfach und kostenlos virtuelle Welten erfahren“ und dabei „ihre Scheu verlieren“, „denn dies ist die Zukunft“.
Und worin besteht diese „Zukunft“, d.h. was für Spiele wurden im Rahmen des jährlichen 1.000-€-Budgets von Sony gekauft? Im August 2017 waren es 21 Spiele, darunter 7 Virtual-Reality-Spiele, aus Bereichen wie Autorennen, Rätsel, Sport, Action, dazu das Raumschiffnahkampfspiel (Ballerspiel) „Eve: Valkyrie“ und schließlich „Job Simulator“, das in einer von Robotern bestimmten Comic-Spielwelt des Jahres 2050 die vier Berufsfelder Kfz-Mechaniker, Koch, Büroangestellter und Verkäufer zum Ausprobieren anbietet – alles nicht gerade altersgerecht, um Erwachsenen die „Scheu“ vor der „Zukunft“ zu nehmen (und letzteres noch nicht einmal geeignet, um Jugendliche auf die Arbeitswelt vorzubereiten).
 

Von der Bibliothek zur „Smart Bücherei“

Aber man kann die genannten Ziele für Jugendliche und Erwachsene getrost als nicht ernstgemeint vergessen, denn die BzStRin für Kultur erklärt, worum es tatsächlich geht: „Sollten dauerhaft die Wartezeiten für interessierte Bürger*innen für die Nutzung des Angebots ein erträgliches Maß überschreiten und wäre damit ein weiterer Bedarf ersichtlich, werden die genannten Maßnahmen [d.h.: mehr Gaming-Zonen bzw. längere Betreuungszeiten für die VR-Brille] in Erwägung gezogen.“ (April 2017, 9. Frage). Es sollen also nicht im Sinne eines Bildungsangebots neue Leser gewonnen werden, sondern dies ist ein Schritt, um die Bibliotheken in Orte der Freizeitgestaltung und in Erlebnisstätten umzugestalten und sie so als eigenständige Institution abzuschaffen: „Smart Büchereien für Smart Cities", wie es so schön heißt. (6)
 

Und was meinen die realen Bibliotheksbenutzer dazu?

Die bundesweite Repräsentativbefragung „Die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland“ durch das Institut für Demoskopie Allensbach vom November 2015 ergab: Sowohl die Bevölkerung von 16 bis 75 Jahre insgesamt als auch die Bibliotheksnutzer der letzten 12 Monaten speziell stimmten der Aussage, eine Bibliothek „sollte Computerspiele für den PC oder für Spielekonsolen anbieten, die man auch in der Bibliothek spielen kann“, mit 16 % zu (Schaubild 4 und 5) – was in beiden Fällen die 21. und somit letzte Erwartung war, „wie eine öffentliche Bibliothek sein sollte, die Sie gerne nutzen“. An erster Stelle hingegen – 76 % alle, 93 % Büchereibenutzer – stand die Erwartung: eine Bücherei sollte „ein umfangreiches Angebot an Büchern, E-Books, Zeitschriften, Musik, Filmen usw. haben“.
Das gilt auch für Kinder – laut „Kinder-Medien-Studie 2017“ (Börsenblatt.net 8.8.2017) nutzen auch Kinder gedruckte Medien, vor allem Bücher – und eben auch für die Jugendlichen, die Herr Imhof mit VR-Spielen u.ä. ansprechen will: „Die lesen echte Bücher. Überraschung: Jugendliche mögen es gedruckt und auf Papier.“ (Zeit online 29.1.2015).

Die seit Jahren laufende und durch den neuen Fachbereichsleiter forcierte Entwicklung einer Bibliothek mit vor allem immer weniger Büchern und immer mehr digitaler Unterhaltung ist also genau das Gegenteil dessen, was sich die tatsächlichen Nutzer wünschen. Mit einer digital first-Strategie könnten die Bibliotheken also ins Abseits manövriert werden. Die Ursache zu geringer Nutzung muß in Charlottenburg-Wilmersdorf anderswo liegen, vielleicht im mangelhaften und zu geringen Bestand (siehe oben) und am Ambiente der Räumlichkeiten (7).

 
MichaelR für den Arbeitskreis Berliner Stadtbibliotheken


(1) Medien sind Bücher, Zeitschriften, Musiknoten, Schallplatten, CDs, Hörbücher, E-Books, DVDs und die Angebote der „Onleihe“ (online-Angebote – „virtuelle Medien")

(2) Die Daten für die Jahre davor findet man – nach vielen Zwischenschritten – bei Deutsche Bibliothekstatistik, die Einwohnerzahlen bei Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

(3) Wenn man bedenkt, daß trotz der rasanten Zunahme der online-Angebote, die ja auch unter „Medien“ fallen, und trotz der ins Auge springenden deutlichen Zunahme der DVDs und Hörbücher die Gesamtzahl der Medien seit Schaffung des Doppelbezirks im Jahr 2001 kontinuierlich abgenommen hat (von damals 1,32 Medien pro Kopf auf 0,76 im Jahr 2016), dann kann man ermessen, welcher Kahlschlag unter den gedruckten Medien betrieben wurde im Sinne der „Grundversorgung“. Siehe dazu auch weiter unten.

(4) gleichzeitig stellvertretender Sprecher der Ständigen Konferenz (StäKo) der 12 Fachbereichsleiter der Bibliotheken

(4a) Zu den Anschaffungskosten der insgesamt 9 Monitore teilte BzStRin Schmitt-Schmelz am 2.9.2017 per Email mit: "Die Anschaffungskosten umfassen neben den Kosten für die Hardware zusätzlich die Kosten für Anbringung und Installation, Softwarelizenzen sowie eine Einweisung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus Gründen der Vertraulichkeit können die exakten Kosten nicht benannt werden."

(5) In dieser Zeit wurden 20 Themen präsentiert unter Oberthemen wie: Wussten Sie schon?, Digitale Angebote, Bezirksamt, Digitale Sprechstunde, Spielfilm des Monats, Kalenderblatt usw. Verschiedene Informationen hatten mehreren Seiten, so daß gut alle 15 Sekunden das Bild wechselte. In der gesamten Zeit gab es keine Wiederholungen.

(6) Fortsetzung in Teil 17: "Smart Bücherei" in der "Smart City"

(7) An zweiter Stelle der bundesweiten Repräsentativbefragung stand nämlich die Erwartung (71 % bzw. 87 %): „Es sollte eine angenehme Atmosphäre herrschen, man sollte sich dort wohlfühlen.“


MichaelR - Gastautoren, Politik - 14. August 2017 - 00:04
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ein Kommentar

Nr. 1, M.R., 15.09.2017 - 10:11
Bestätigung der repräsentative Umfragen, was das Publikum von Bibliotheken erwartet: eine ersten Auswertungen der Studie ALMPUBhttp://blog.informationswissenschaft.ch/..

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