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Frauen im Krieg

Fotografien aus Kriegszeiten im „Verborgenen Museum“


Das „Verborgene Museum“ hat die viel beachtete Ausstellung „Kriegsfotografinnen in Europa 1914 - 1945“ bis zum 25. März verlängert.

Obwohl das Museum in der Schlüterstraße 70 etwas verborgen im Hinterhof untergekommen ist, gibt nicht dieser Umstand den Ausschlag für seinen Namen. Gemeint sind die Künstlerinnen, die dort ausgestellt werden. Das Museum ist aus der feministischen Bewegung hervorgegangen und will Künstlerinnen, die ansonsten der Vergessenheit anheimfallen würden, aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit holen.

Diesem Anspruch wird das Museum insbesondere mit dieser Ausstellung über die Kriegsfotografinnen gerecht, der seitens des Vermarkters, der Agentur „Artefakt Kulturkonzepte“, der reißerische Titel „Kriegsalltag und Abenteuerlust“ vorangestellt wurde.

 

Florence Farmborough - Ein toter Soldat auf dem Schlachtfeld an der Ostfront, 1916. / Foto © Imperial War Museum, Ref. Q 98431

Florence Farmborough: Ein toter Soldat auf dem Schlachtfeld an der Ostfront, 1916.
© Imperial War Museum, Ref: Q 98431

Käthe Buchler - Frauen in Männerberufen - Schaffnerinnen, Braunschweig 1916 / Foto © Museum für Photographie Braunschweig

Käthe Buchler: Frauen in Männerberufen: Schaffnerinnen, Braunschweig 1916
© Museum für Photographie Braunschweig 


Mag sein, daß möglicherweise für die eine oder andere Fotografin Abenteuerlust der Grund gewesen sein mag, sich an die Front zu begeben. Wir wissen zum Beispiel nicht, warum die Britinnen Elsie Knocker und Mairi Chisholm sich als Krankenschwestern mit einer mobilen Ambulanz direkt an die Front meldeten und dort letztlich Opfer eines Giftgasangriffes wurden. Wir können nur den ungeheuren Schatz ungeschönter Dokumente vom Leben und Sterben an der flandrischen Front bestaunen, den wir dem Mut dieser beiden Frauen zu verdanken haben. Mit Rollfilmkameras fotografierten sie das Elend in der von Granaten zerrissenen Landschaft, die Verwundeten, die Verwüstungen, die Soldaten bei der Hygiene und schließlich, wie jene im Schützengraben an den Boden gepreßt liegend jeden Augenblick mit dem Tod rechnen müssen. Helden haben sie jedenfalls nicht an der Front fotografiert.

 

Mairi Chisholm und Elsie Knocker mit Stahlhelmen, vermutlich in Pervijze, Belgien, 1917 / Foto © Imperial War Museum, Q 105969

Mairi Chisholm und Elsie Knocker mit Stahlhelmen, während sie ihre
Kameras kontrollieren, vermutlich in Pervijze, Belgien, 1917.
© Imperial War Museum, Ref: Q 105969

 
Das blieb, so erweckt zumindest die Ausstellung den Eindruck, deutschen Fotografinnen vorbehalten, die für das Propagandaministerium arbeiteten. Von ihnen sind unter anderem der Duce in fast schon an eine Karikatur gemahnende Heldenpose, Ritterkreuzträger und die Hilfstruppen der Achsenmächte in den besetzten Ländern zu sehen.

Helden haben auch die sowjetischen Bildreporterinnen Natalja Bode und Olga Lander fotografiert. Sie erscheinen jedoch nicht als kantige Typen, die mit stählernem Blick himmelwärts schauen. Ihre Bilder zeigen den Stolz von Soldaten, die sich der in aller Welt gefürchteten deutschen Luftwaffe und Panzertruppe, die andere Staaten in nur Tagen überrannt hatten, siegreich in den Weg stellten. Ihre Bilder hatten ebenfalls eine propagandistische Funktion, denn insbesondere in der Anfangsphase des Krieges nahmen auch die Sowjetsoldaten vor diesen furchteinflößenden Waffen Reißaus. Am interessantesten ist die Ausstellung dort, wo die Frauen mit den Objektiven direkt in die Gesichter blicken. Da sind die Fotos dieser beiden Korrespondentinnen beeindruckend. Im Schnee liegt ein toter deutscher Soldat. Die Augen in seinem jungen Gesicht sind geschlossen. Unmittelbar hinter der Leiche zeigen die deutsch beschrifteten Schilder eines Wegweisers unter anderem nach Stalingrad. In der Tiefe des Bildes ziehen zwei Pferdegespanne auf Baracken in der Schneewüste zu, wo sich auch ein sowjetischer Panzer befindet. Mit einem Bild ist Wesentliches über die bis dahin größte Schlacht der Menschheitsgeschichte erzählt. Bei einem anderen Foto blickt Natalja Bode in die Gesichter von vier kriegsgefangenen deutschen Soldaten. Im Unterschied zur Masse der bekannten Bilder aus dieser Schlacht sind die Gefangenen weder zerlumpt noch ausgezehrt oder vom Frost gezeichnet. Sie sind auch nicht gebeugt oder verängstigt. Wenn nicht das überhebliche Lächeln der Siegesgewißheit fehlen würde, könnte es fast ein Kameradschaftsfoto für die Heimat sein. Ein Soldat blickt mit einem Reststolz demonstrativ an der Kamera vorbei, einer schaut neugierig und verunsichert aus dem Hintergrund, einer blickt abgestumpft direkt in die Kamera und der vierte schließlich schaut aus dem Bild heraus, als würde er am liebsten in die Blickrichtung davonlaufen. Die Fotografinnen berichten von auf Panzertürmen musizierenden und turnenden Artisten, von den Ruhepausen der Soldaten, vom Flicken der Uniformen und gewähren einen intimen Blick auf ein Bad unter der Frontdusche. Wie ihre Kolleginnen aus anderen Nationen auch fotografieren sie unmittelbar an der Front neben den angreifenden Artilleristen und Infanteristen. Diese Bilder sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

 

Natalja Bode - Stalingrader Front, Januar 1943. / Foto © FotoSojus, Moskau

Natalja Bode: Nach der Einnahme einer deutschen Stellung
vor Stalingrad, Stalingrader Front, Januar 1943.
© FotoSojus, Moskau

Olga Lander - Veranstaltungen im Rahmen der Truppenbetreuung für die 36. Panzerbrigade, Bahnhof Rasdelnaja, vermutlich August 1944. / Foto © Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau

Olga Lander: Veranstaltungen im Rahmen der Truppenbetreuung für die 36. Panzerbrigade,
3. Ukrainische Front, Bahnhof Rasdelnaja, vermutlich August 1944.
© Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau

 
Zwischen den beiden großen Kriegen haben Internationalisten aus aller Welt versucht, die spanische Demokratie gegen den von den faschistischen Großmächten unterstützten Putschisten Franco zu verteidigen. Zu den meistpublizierten Dokumentaristen dieses Krieges gehört Gerda Taro. Verdienst dieser Ausstellung ist es, zu zeigen, daß es neben ihr noch viele weitere Fotografinnen gab, die ihr Leben und Schaffen in den Dienst der Demokratie stellten.

Die Ausstellung erschöpft sich nicht im Frontgeschehen. Sie zeigt Frauen, die in der Heimat die Arbeit der an die Front verpflichteten Männer fortsetzen. Hervorhebenswert sind die Aufnahmen der zum Teil lebensgefährlichen Arbeit in der Rüstungsindustrie von Ruth Hallensleben.

Alle diese Bilder zeigen, daß es in der Fotografie keinen „weiblichen Blick“ gibt, sondern nur einen ehrlichen oder einen, der die Wahrheit verzerren will. Dem Feminismus ist es zu verdanken, daß hier Fotografien von Künstlerinnen und Dokumentaristinnen vorgestellt werden, die ohne den einschränkenden Blick auf die spezifischen Leistungen der Frauen noch immer im Verborgenen wären. Das ist das Verdienst der Kuratorinnen Marion Beckers und Elisabeth Moortgat.

 
Die Ausstellung ist donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

Frank Wecker

 

FW - Gastautoren, Geschichte - 15. Januar 2018 - 00:24
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