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Lobpreisung mit Spaßfaktor

Deutsche Oper zeigt Rossinis „Reise nach Reims“

Es geht um Europa, das krank zu sein scheint. Den ersten Teil von Gioacchino Rossinis Oper „Die Reise nach Reims“ hat Regisseur Jan Bosse in ein Krankenhaus verlegt. Doch auch im zweiten Teil läßt er dieses politische Konstrukt nicht besser aussehen. Bei einem großen Bankett ist die europäische Prominenz mit umgehängten blinkenden Reklameschildern angetreten, um ihre und vor allem den neuen französischen Herrscher in den höchsten Tönen, und das im wahrsten Sinne des Wortes, zu preisen.

 

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Die Chefin Madame Cortese (Hulkar Sabirova) hat den Angestellten
der Heilanstalt eine wichtige Mitteilung zu unterbreiten.
Foto: Wecker

 
Die Handlung spielt 1824. In Reims wird Karl X. zum König von Frankreich und Navarra gekrönt. Aus mehreren Ländern Europas eilen Adlige zu diesem Ereignis. Sie erreichen aber, da keine Pferde für die Weiterreise zur Verfügung stehen, nicht ihr Ziel, sondern müssen in einem Hotel (hier Krankenhaus) ausharren. Dieses Warten ist der Stoff der Oper, die Rossini für die im folgenden Jahr stattfindende feierliche Krönung des Monarchen in Paris komponierte. An dieser Huldigung beteiligen sich alle Opernhäuser und Theater Frankreichs, so auch Rossinis „Théâtre royal Italien“. Solche Lobeshymnen auf amtierende Herrscher kommen, abgesehen von der „Merkel“ in der Neuköllner Oper, auf der Bühne nur selten vor.

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Corinna (Elena Tsallagova, Bildmitte) glaubt als Diva das Geschehen im Griff zu haben.
Foto: Wecker

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Mit filmischen Mitteln wird das Bühnengeschehen kommentiert.
Foto: Wecker

 
Diese Speichelleckerei ist um so bezeichnender, wenn in Betracht gezogen wird, daß Karl X. die Inkarnation der Reaktion selbst zu sein scheint. Nach dem Sturm auf die Bastille flüchtete er aus Frankreich. Als ranghöchster Prinz der Bourbonen im Ausland stellte er sich an die Spitze der extremen Reaktionäre. Nach der Niederlage Napoleons kehrte er im Februar 1814 im Gefolge der alliierten Truppen nach Frankreich zurück. Im September gelangte er aufgrund des Ablebens seines Bruder Ludwigs VIII. auf den Thron. Mit der Krönung in der Kathedrale von Reims signalisiert er, daß er sich als König von Gottes Gnaden betrachtete und nicht als konstitutionellen Monarchen, wie es noch sein Bruder getan hatte. Überliefert ist sein Credo: „Ich würde lieber Holz hacken als ein König unter den Bedingungen des Königs von England zu sein!“ Unter seiner Herrschaft wurden die enteigneten Emigranten entschädigt. Als ihm die Opposition im Parlament zu aufmüpfig wurde, setzte er eine klerikale Regierung ein, löste faktisch die Kammern auf, schränkte das Wahlrecht und die Pressefreiheit ein. Die Antwort der Franzosen war die Julirevolution von 1830, die Karl X. nunmehr endgültig in die Emigration zwang. Mit ihm verschwand auch nach wenigen Aufführungen diese Huldigungsoper von der Bühne, bis sie in einer neuerlichen epochalen Zeitenwende in den 1980er Jahren wiederentdeckt wurde. Heute kann sie als Satire inszeniert durchaus Spaß machen, noch dazu, wenn die Gesangsleistungen Freude bereiten. Beides ist in der Deutschen Oper der Fall.

 

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Davide Luciano als Don Profondo und Vasilisa Berzhanskaya
als Marchesa Melibea geben ihre Herkunft zu erkennen.
Foto: Wecker

 
Die Oper enthält meisterliche Melodien, die eine ungewöhnlich hohe Anzahl ausgezeichneter Solisten verlangen. Im Unterschied zu einem musikalischen Drama reihen sich hier Szenen wie Revuenummern aneinander. Statt eines dramatischen Konfliktes, der sich um wenige Protagonisten rankt, wird hier das Handeln von Akteuren in unterschiedlichen Situationen vorgeführt. Rossini brauchte diese Anordnung um die unterschiedlichsten Arien- und Ensembleformen der damaligen Zeit auszukomponieren und Jan Bosse sieht heute darin die Chance, das Verhalten von Prominenten in absurden Situationen vorzuführen. Da kann er ähnlich wie in der Commedia dell'arte europäische Prominenz in den Formen von dramatischen Grundtypen wie des unglücklich Liebenden, der leidenden Diva, des eifersüchtigen Paares, des komischen Kauzes und aktuell des Fußballfans dem Gaudi preisgeben.

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

Auch die Fußballfans können sich im Bühnengeschehen wiedererkennen.
Philipp Jekal als Barone di Tromboniok und Davide Luciano als Don Profondo;

 

„Die Reise nach Reims“ in der Deutschen Oper / Foto © Frank Wecker

„Noch nie sah Frankreich die zarte Morgenröte solch glücklicher Tage anbrechen …“ singt
Corinna (Elena Tsallagova), in völliger Verkennung der bevorstehenden Ereignisse, zu Ehren Karls X.
Fotos: Wecker

 
Unter der musikalischen Leitung von Giacomo Sagripanti, einem Belcanto- und Rossinispezialisten, finden hier weltberühmte Opernstars zu einem Ensemblespiel zusammen. So ist hier zu erleben, was es bedeutet, wenn sich nicht das Werk an den einzelnen Star anschmiegt, sondern die Musik vom Ensemble emporgehoben wird. Das Starensemble setzt sich aus Gästen und Ensemblemitgliedern zusammen. Zu erleben sind unter anderem Elena Tsallagova, Siobhan Stagg, Vasilisa Berzhanskaya, Hulkar Sabirova, Gideon Poppe, David Portillo, Davide Luciano und Mikheil Kiria.

Frank Wecker

 

FW - Gastautoren, Kunst und Kultur - 18. Juni 2018 - 00:02
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