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Rede im Bundeswirtschaftsministerium „Forum Integrationsmanagement“

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Gastgeber,

ich danke Ihnen für die freundliche Einladung und die Möglichkeit, Ihnen kurz meine Sicht auf das Thema Integration darstellen zu können.

Mein Name ist Recep Agtas.
Ich bin 27 Jahre alt, Sohn einer türkischen Familie, die nunmehr in 3. Generation in Berlin lebt.

Meine Familie betreibt seit vielen Jahrzehnten einen kleinen Eissalon. Vor zwei Jahren haben wir ein weiteres Eiscafé und eine Pizzeria eröffnet – alle im Kiez des Klausenerplatzes. Unser hochwertiges Speiseeis stellen wir in eigener Produktion nach eigenen Rezepten her und beliefern auch andere Geschäfte in Berlin.

Wir empfinden uns als vollständig integriert.

Dass sich gerade alteingesessene Berliner Türken von der unerträglichen Integrationsdebatte irritiert fühlen, kann nur derjenige ermessen, der die Lebensgeschichte vieler erfolgreichen Berliner Türken kennt.
Die aktuelle öffentlich geführte Debatte über Defizite bei türkischen Jugendlichen ist scheinheilig. Zum einen wird verschwiegen, dass die Probleme nicht nur türkische Jugendliche betrifft; zum anderen wird behauptet, der Staat hätte alles nötige und mögliche getan.

Wenn ich meine eigene Vita hier darstellen soll, um einen Vorzeigetürken zu präsentieren, muss ich passen. Als Berliner Türke mit Fachabitur in Sozialwesen habe ich anlässlich zweimaligem halbjährlichen Praktikums in Kitas erfahren müssen, welche Chancen Kinder aus den unterprivilegierten Klassen haben, welchen Aufwand der Staat zur Förderung dieser Mitglieder betreibt und in welchem krassen Gegensatz die Realität zu den großen Worten und Versprechungen der Politik steht.

Lassen Sie mich ein positives Beispiel zum Thema „Integrationsmanagement“ anführen – obwohl ich zugebe, dass ich mit dem Begriff NICHTS anfangen kann.

Gegenüber meines Eiscafés befindet sich die Nehring-Grundschule, in der ich als Kind die Schulbank drücken durfte. Angeregt durch einen persischen Kräuterspezialisten, mit dem ich einen Kräutergarten für die Siemens Betriebskrankenkasse angelegt habe, reifte in mir das Projekt, so etwas auch in meiner ehemaligen Schule zu initiieren.

Es herrschte große Begeisterung auf allen Seiten, bei der Umsetzung reduzierte sich dann die Hilfe leider auf eine Familie (der Familie Vaaben) und der Konrektorin Fr. Thomsen-Schmidt – denen ausdrücklich mein herzlichster Dank gilt. Trotzdem konnten zwei 80qm große Kräuterspiralen angelegt werden. 6t Erde und 6t Natursteine wurden verbaut – zu meinem Bedauern ohne finanzielle Unterstützung anderer.

Die selbst angebauten Krätuer sollen in Zukunft als Bereicherung in der Schulküche zum Einsatz kommen. Die Kinder sollen in Arbeitsgemeinschaften, z.B. 1x pro Woche, auf den Reichtum der Kräuterwelt sensibilisiert werden.

Zur Eröffnung kamen viele mir wichtige Gäste. Zu unserem Bedauern mussten der Schulrat und der Schulträger trotz Zusage kurfristig wegen anderer Verpflichtungen absagen. Auch das Interesse der Presse hielt sich leider in Grenzen.

Dies wird aber dem Gelingen des Projektes nicht im Wege stehen.

Seit kurzem sind wir dank des BKW und des Jobstarterprojektes als Ausbildungsstelle in der Herstellung von Speiseeis zugelassen. Wer bei uns ausgebildet wird, erfährt die höchsten Standards. Bei der Wahl des Auszubildenden spielt die Herkunft keine Rolle.
Entscheidend ist seine Bereitschaft, etwas zu lernen und sich im Geschäft mit Herz und Seele einzusetzen. Das ist mein bescheidener Beitrag zur Ausbildung von jungen Leuten.

Aber viele meiner jungen türkischen Freunde finden keinen Job. Die meisten haben Abitur und eine Fachschulausbildung absolviert. Die Ablehnung der Berliner Wirtschaft gegenüber türkisch-stämmigen jungen Menschen ist jedoch enorm.
Im Gegenzug bemängelt die Industrie, dass das ALLGEMEINE Niveau der meisten jungen Arbeitnehmer schlecht sein. Wie passt das zusammen?

Ist das Dilemma der Diskriminierung zu lösen?

Ich glaube nicht, dass reaktionäres Herumposaunen pseudo-prominenter Politiker wirklich die Meinung der Deutschen reflektiert. Kommen Sie zu uns in den Kiez, schauen Sie in unsere türkischen Läden, wie viele Deutsche dort einkaufen, nett und herzlich bedient werden. Keiner möchte das gegen die Sterilität der Karton-Supermärkte eintauschen.

Die Deutschen müsschen sich fragen lassen, was sie wirklich über die Menschen wissen, die zum Teil seit vielen Jahren daran beteiligt sind, den Reichtum Deutschlands mit erarbeitet zu haben.

Zu allererst muss die verbale Ausgrenzung der Bürger aufhören. Keinen US-Amerikaner, der nach Deutschland umzieht, wird man einen Bürger mit Migrationshintergrund bezeichnen.

Desweiteren muss die Islamophobie aufhören, als ob an jeder Ecke ein Al-Quaida-Kämpfer säße. Die Bürger aus islamischen Ländern sind automatisch als Muslims geboren und die meisten praktizieren ihre Religion wenn überhaupt nur sehr sporadisch. Es sind besonders die Älteren, die in der Tradition aufgewachsen sind, und darin auch ihren kulturellen Halt, aber vor allem auch ihre soziale Einbindung finden. Das soll man nicht unterschätzen. Auch dei Äthiopier haben ihre Kirche, die Griechen und Russen gehen in den orthodoxen Gottesdienst und keiner käme auf den Gedanken, ihnen dies vorzuwerfen.

Was wissen die Deutschen über die Kulturen ihrer ausländischen Landsleute? Die Deutschen gehören zu den Völkern, die man garantiert auf den entferntesten Flughäfen der Welt treffen kann. Millionen von ihnen kommen die Türkei besuchen oder leben dort. Was hört man schlechtes von dort? Gibt es in der Türkei eine Integrationsdebatte über die nicht türkisch-sprechenden Deutschen, oder gar die Millionen in Spanien, die außer „ein Bier“ meistens kein Wort spanisch sprechen. Wo bleibt die Toleranz, meine Damen und Herren?

Deutschland – das Land der Dichter und Denker? Auch andere Völker haben eine große und reiche Literatur.

Wir wünschen uns vor allem, dass die Deutschen weltoffener werden, begreifen, dass Deutschland ein Land mit zehn angrenzenden Völkern (einschließlich Liechtensteins) eine gemeinsame Grenze hat. Wie viele Deutsche sprechen dänisch, tschechisch oder französisch?

Die Zuwanderung aus über 120 Staaten nach Berlin ist DIE Chance für Berlin und Deutschland. Den kulturellen Reichtum den diese Völker – und sind sie noch so klein wie Fidji z.B. – mitbringen ist wie eine Bluttransfusion. Wir sollten dankbar dafür sein, dass andere Völker uns diesen Reichtum teilen lassen, die Opfer die wir dafür aufbringen müssen, sind gering für das, was wir von ihnen erhalten.
Gehen Sie zu den Volksfesten und nationalen Feiern der verschiedenen Nationen. Der ungeheure gute Wille all dieser Neubürger, sich „anzupassen“, zu integrieren, wie es autoritär heißt, wird von den meisten ganz anders verstanden. Dies sind Bürger, die genau wissen, dass die Sprache der Schlüssel zum Verständnis einer Nation und Kultur ist.

Die soziale Kluft, die heute mehr und mehr Kinder aus unterprivilegierten Schichten – und darunter zugegebenermaßen eben auch viele türkische Kinder – betrifft, kann nicht wegdiskutiert werden. Die Gründe sind ALLEN bekannt, keiner kann mehr behaupten, man wüsste nicht davon. Eines der reichsten Länder der Welt zeigt sich unfähig oder vielleicht auch unwillig, ein Problem anzugehen, was in wenigen Jahren entschärft werden könnte, vorausgesetzt, es bestünde der Wille dazu!!

Meine Damen und Herren, ich lade Sie alle dazu ein, zu uns zu kommen, mit uns gemeinsam anzusehen, was jeder von uns leisten kann und einmal nicht nur die angeblich so zahlreichen negativen Seiten, sondern vor allem die großen Erfolgsstorys hervorzuheben. Das stünde uns allen gut an.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Recep Agtas - Gastautoren, Gesellschaft, Kinder und Jugendliche, Politik, ZeitZeichen - 16. Oktober 2010 - 20:30
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