Kiezer Weblog

Ein Projekt vom "Kiez-Web-Team Klausenerplatz".
Autoren
Impressum

Kategorien

Alfred Rietschel
Blog-News
Cartoons
Charlottenburger Kiez-Kanonen
Freiraum
Gastautoren
Geschichte
Gesellschaft
Gewerbe im Kiez
Gewinnspiel
Grabowskis Katze
Kiez
Kiezfundstücke
KiezRadio
Kiezreportagen
Kinder und Jugendliche
Kunst und Kultur
Mein Kiez
Menschen im Kiez
Netzfundstücke
Philosophisches
Politik
Raymond Sinister
Satire
Schlosspark
Spandauer-Damm-Brücke
Technik
Thema des Monats
Wissenschaft
ZeitZeichen

Archive

01.Jan - 31 Jan 2018
01.Nov - 30 Nov 2017
01.Okt - 31 Okt 2017
01.Sep - 30 Sep 2017
01.Aug - 31 Aug 2017
01.Jul - 31 Jul 2017
01.Jun - 30 Jun 2017
01.Mai - 31 Mai 2017
01.Apr - 30 Apr 2017
01.Mär - 31 Mär 2017
01.Feb - 28 Feb 2017
01.Jan - 31 Jan 2017
01.Dez - 31 Dez 2016
01.Nov - 30 Nov 2016
01.Okt - 31 Okt 2016
01.Sep - 30 Sep 2016
01.Aug - 31 Aug 2016
01.Jul - 31 Jul 2016
01.Jun - 30 Jun 2016
01.Mai - 31 Mai 2016
01.Apr - 30 Apr 2016
01.Mär - 31 Mär 2016
01.Feb - 29 Feb 2016
01.Jan - 31 Jan 2016
01.Dez - 31 Dez 2015
01.Nov - 30 Nov 2015
01.Okt - 31 Okt 2015
01.Sep - 30 Sep 2015
01.Aug - 31 Aug 2015
01.Jul - 31 Jul 2015
01.Jun - 30 Jun 2015
01.Mai - 31 Mai 2015
01.Apr - 30 Apr 2015
01.Mär - 31 Mär 2015
01.Feb - 28 Feb 2015
01.Jan - 31 Jan 2015
01.Dez - 31 Dez 2014
01.Nov - 30 Nov 2014
01.Okt - 31 Okt 2014
01.Sep - 30 Sep 2014
01.Aug - 31 Aug 2014
01.Jul - 31 Jul 2014
01.Jun - 30 Jun 2014
01.Mai - 31 Mai 2014
01.Apr - 30 Apr 2014
01.Mär - 31 Mär 2014
01.Feb - 28 Feb 2014
01.Jan - 31 Jan 2014
01.Dez - 31 Dez 2013
01.Nov - 30 Nov 2013
01.Okt - 31 Okt 2013
01.Sep - 30 Sep 2013
01.Aug - 31 Aug 2013
01.Jul - 31 Jul 2013
01.Jun - 30 Jun 2013
01.Mai - 31 Mai 2013
01.Apr - 30 Apr 2013
01.Mär - 31 Mär 2013
01.Feb - 28 Feb 2013
01.Jan - 31 Jan 2013
01.Dez - 31 Dez 2012
01.Nov - 30 Nov 2012
01.Okt - 31 Okt 2012
01.Sep - 30 Sep 2012
01.Aug - 31 Aug 2012
01.Jul - 31 Jul 2012
01.Jun - 30 Jun 2012
01.Mai - 31 Mai 2012
01.Apr - 30 Apr 2012
01.Mär - 31 Mär 2012
01.Feb - 29 Feb 2012
01.Jan - 31 Jan 2012
01.Dez - 31 Dez 2011
01.Nov - 30 Nov 2011
01.Okt - 31 Okt 2011
01.Sep - 30 Sep 2011
01.Aug - 31 Aug 2011
01.Jul - 31 Jul 2011
01.Jun - 30 Jun 2011
01.Mai - 31 Mai 2011
01.Apr - 30 Apr 2011
01.Mär - 31 Mär 2011
01.Feb - 28 Feb 2011
01.Jan - 31 Jan 2011
01.Dez - 31 Dez 2010
01.Nov - 30 Nov 2010
01.Okt - 31 Okt 2010
01.Sep - 30 Sep 2010
01.Aug - 31 Aug 2010
01.Jul - 31 Jul 2010
01.Jun - 30 Jun 2010
01.Mai - 31 Mai 2010
01.Apr - 30 Apr 2010
01.Mär - 31 Mär 2010
01.Feb - 28 Feb 2010
01.Jan - 31 Jan 2010
01.Dez - 31 Dez 2009
01.Nov - 30 Nov 2009
01.Okt - 31 Okt 2009
01.Sep - 30 Sep 2009
01.Aug - 31 Aug 2009
01.Jul - 31 Jul 2009
01.Jun - 30 Jun 2009
01.Mai - 31 Mai 2009
01.Apr - 30 Apr 2009
01.Mär - 31 Mär 2009
01.Feb - 28 Feb 2009
01.Jan - 31 Jan 2009
01.Dez - 31 Dez 2008
01.Nov - 30 Nov 2008
01.Okt - 31 Okt 2008
01.Sep - 30 Sep 2008
01.Aug - 31 Aug 2008
01.Jul - 31 Jul 2008
01.Jun - 30 Jun 2008
01.Mai - 31 Mai 2008
01.Apr - 30 Apr 2008
01.Mär - 31 Mär 2008
01.Feb - 29 Feb 2008
01.Jan - 31 Jan 2008
01.Dez - 31 Dez 2007
01.Nov - 30 Nov 2007
01.Okt - 31 Okt 2007
01.Sep - 30 Sep 2007
01.Aug - 31 Aug 2007
01.Jul - 31 Jul 2007
01.Jun - 30 Jun 2007
01.Mai - 31 Mai 2007
01.Apr - 30 Apr 2007
01.Mär - 31 Mär 2007
01.Feb - 28 Feb 2007
01.Jan - 31 Jan 2007
01.Dez - 31 Dez 2006
01.Nov - 30 Nov 2006
01.Okt - 31 Okt 2006
01.Sep - 30 Sep 2006
01.Aug - 31 Aug 2006

Blogsuche (via Google)

Kiez_Netzwerk
Kiez_Klausenerplatz
Kiez_News
Kiez_Termine
Kiez_Wiki
Kiez_Radio
Kiez_Forum
Kiez_Galerie
Kiez_Kunst
Kiez_Mieterbeirat Klausenerplatz
Kiez_Klausenerplatz bei Facebook
Kiez_Klausenerplatz bei Twitter
Kiez_Klausenerplatz bei YouTube
Initiative Horstweg/Wundtstraße

BerlinOnline_Charlottenburg
Bezirk_Termine
Mierendorff-Kiez
Bürger für den Lietzensee
Auch ein_Charlottenburger Kiez
Charlottenburger Bürgerinitiativen
Blog_Rote Insel aus Schöneberg
Blog_potseblog aus Schöneberg
Blog_Graefekiez
Blog_Wrangelstraße
Blog_Moabit Online
Blog_Auguststrasse aus Mitte
Blog_Modersohn-Magazin
Blog_Berlin Street
Blog_Notes of Berlin
Blog@inBerlin_Metropole Berlin

KiezBlogs

urbanophil.net
ABRISSBERLIN
Mietenpolitisches Dossier
Steigende Mieten stoppen!
Gentrification Blog

Icke_Berliner Rockpoet
Blog_'AQua!'
Blog_Icke, Neuberlinerin
Blog_gesichtspunkte.de
Blog_Ullis Mord & Totschlag

Sonstiges

Powered by Pivot - 1.40.8: 'Dreadwind' 
XML-Feed (RSS 1.0) 
XML: Atom Feed 

« Über den Dächern von … | Home | Wiedereröffnung des B… »

Straßen und Plätze: Sybelstraße 20/21 – Reformschule


Das Gebäude

Im Jahr 1902 erwarb die Stadt Charlottenburg ein 7368 m² großes Grundstück in der damals noch als Straße 9 bezeichneten und 1904 nach Heinrich von Sybel benannten Straße für den Bau zweier weiterer Gemeindeschulen. Der Vorentwurf dazu stammte von dem Architekten Walter Spickendorff, damals Stadtbauinspektor, die endgültige Fassung von Heinrich Seeling. Der Baubeginn war im Mai 1908.

Auf L-förmigem Grundriß entstand ein Bau mit einem Straßenabschnitt von 74 m Länge und einem 88 m langen Seitenflügel. Die Gebäudefront mit dem quadratischen Uhrturm ist auf die Roscherstraße ausgerichtet, die hier auf die Sybelstraße stößt. Schon von jenseits des Kurfürstendamms sieht man die von einer Haube gekrönte offene Aussichtsplattform des Nachts angestrahlten Turmes (Gesamthöhe ca. 67 m) weit über die Wipfel der Straßenbäume emporragen.


Reformschule Charlottenburg in der Sybelstraße

 
Der 5geschossige Mauerwerksbau ist an der Straßenfront mit roten Ziegeln – teils im Fischgrätenmuster – verblendet, der Sockel und schmückende Elemente sind aus Muschelkalk. Die Straßenfassade ist äußerst abwechslungsreich gegliedert durch zurückspringende Bauteile, Erker, Balkone, kleinteilige Schmuckreliefs und Giebel, wodurch die Gebäudemasse stark aufgelockert wird. Hinzu kommt ihre asymmetrische Anlage, die bedingt ist durch den aus der Mittelachse leicht nach rechts gerückten Uhrturm, den von steinernen Sitzbänken eingerahmten Doppeleingang für die Schüler auf der linken und als Gegenstück die Tordurchfahrt auf der rechten Seite sowie die im rechten Bauteil zusammengefaßten, von beiden Flügeln aus zugänglichen Räume, die an ihren großen Fenstern zu erkennen sind: unten die (ehemalige) Turnhalle, darüber die Aula; schließlich noch unter der Traufe Klassenräume für Physik und Zeichnen.

Es fallen eine Vielzahl von dekorativen Elementen am und im Gebäude ins Auge. Dazu gehören u.a. die kleinteiligen Sprossenfenster, die in Stein gemeißelte Inschrift „25. und 26. Gemeindeschule“ über dem Doppeleingang , die von Mosaik umrahmte Schuluhr in der Eingangshalle mit der Ermahnung „Es eilt die Stunde – Nutze die Zeit“, die feingliedrige Gestaltung der Treppengeländer und die (ehemaligen) Trinkbrunnen aus dunkelgrün glasierten Kacheln auf den Fluren.



Ursprünglicher Schülereingang

Haupteingang

 

 
Stilistisch läßt sich der Bau einordnen in die Zeit des Übergangs vom Jugendstil zur Moderne.

Am 7. Oktober 1909 fand die Einweihung der Schule statt, deren Errichtung 956.400 Reichsmark gekostet hatte. Um 1920 erfolgten kleinere Umbauten. Die relativ geringen Kriegsschäden am Turm und obersten Stockwerk wurden 1951-53 behoben und dabei die Aula neu gestaltet. 1982-84 wurde das Gebäude in seiner ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt.

Seit Gründung der Reformschule, einer Gemeinschaftsschule, im Jahr 2009 finden im und am Haus noch lange nicht abgeschlossene Bauarbeiten statt, mit denen es für seine neue Nutzung hergerichtet werden soll: Einbau eines Fahrstuhls, Wiederherstellung der Lehrküche im Erdgeschoß des Seitenflügels, Beseitigung von Zwischenwänden, um Doppelräume für Gruppen von 48 Schülern zu schaffen (1), Einrichtung von Nebenräumen der Klassenzimmer (für Garderoben und Schließfächer) auf Kosten der Flurfläche („Entflurung“), Gruppenarbeitsplätze auf den Fluren u.s.w. Bei all dem geht es darum, Raum und Arbeitsbedingungen für eine Schule von der 1. bis zur 10. Klasse zu schaffen (im Grundschulbereich 3ügig, dann 4zügig), also für ca. 800 Schüler, die sich von 8 Uhr bis 16 Uhr im Gebäude aufhalten. Das schließt auch ein, daß verschiedene Räume für ganz andere Zwecke als ursprünglich gedacht hergerichtet werden: die Eingangshalle hinter dem Doppeleingang als Café, die Turnhalle als Bibliothek (hinten auf dem Hof steht eine neue Turnhalle).


Raumkonzept der Reformschule. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Reformschule

Arbeitsplatz auf dem Flur

 



Die Nutzung des Gebäudes

Das Gebäude kann auf eine 104jährige Geschichte zurückblicken. In dieser Zeit gab es in seiner Nutzung viel Kontinuität und manchen Wandel.

Ursprünglich war der Bau für zwei (damals 8jährige) Volksschulen errichtet worden: die 25. Gemeindeschule (gegründet am 1.4.1906 in der Lützowstr. 1/2, Knabenschule, im Straßenflügel untergebracht) und die 26. Gemeindeschule (gegründet am 8.1.1907, Mädchenschule, im Seitenflügel angesiedelt). Beide Schulen wurden 1925 umbenannt in 25. bzw. 26. Volksschule. Während des Krieges (1940-1945) wurden sie in die Sybelstraße 2/4 (heute Sophie-Charlotte-Oberschule) ausgelagert, da das Schulgebäude als Lazarett genutzt wurde.

Außerdem befand sich für ein Schuljahr (1939/40) die 21. Volksschule (eine Knabenschule) im Haus.

Neben den erwähnten Volksschulen waren in dem Zeitraum bis 1945 u.a. zwei höhere Schulen vorübergehend hier untergebracht: in den Jahren 1910 bis 1915 die Höhere Mädchenschule IV (gegründet 1906 oder 1909) und von 1935 bis 1939 die Gudrunschule/Mädchenmittelschule (1935 hier gegründet).

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten im Oktober 1945 die 25. und 26. Volksschule in das Gebäude zurück. Die erstere (Knabenschule) bezog Räume im Straßenflügel, die letztere (Mädchenschule) im ersten und zweiten Obergeschoß des Seitenflügels.

Einschulung der gebürtigen Charlottenburgerin Ute Becker im Juni 1948

 

Im Rahmen der Schulreform von 1951 (2) wurden die beiden Schulen in koedukative Grundschulen (mit sechs Jahrgängen) umgewandelt und erhielten neue Namen: 3. bzw. 4. Grundschule. Gleichzeitig befand sich hier im selben Jahr noch eine dritte Grundschule: die 2. Grundschule (1873 als Mädchen-Stadtschule C gegründet); sie wurde jedoch nach einem Schuljahr in die 4. Grundschule aufgelöst.

Für die Schüler ab Klasse 7 mußte eine Lösung in Form einer neuen Hauptschule gefunden werden. Daher zog 1955 die 1951 in der Danckelmannstraße 26/28 gegründete 4. OPZ (vgl. 2) in den dritten und vierten Stock des Seitenflügels.

1954 begann man in Westberlin, den Schulen Namen zu geben; seitdem hießen die Schulen Goerdeler-Schule (3. Grundschule)  (nach dem Juristen und nationalkonservativen Politiker Carl-Friedrich G. (1884-1945), der zum Kreis der Attentäter vom 20. Juli 1944 gehört hatte), Helene-Lange-Schule (4. Grundschule) (nach der Pädagogin und Frauenrechtlerin, 1848-1930) und Pommern-Schule (4. OPZ) (so genannt im Zusammenhang mit der Patenschaft, die der Bezirk Charlottenburg 1955 für die Landsmannschaft Pommern übernommen (und 2006 beendet) hatte).

Eine weitere Umbenennung erfolgte 1967 nach einer neuen Systematik in 3. G, Goerdeler-Grundschule, 4. G, Helene-Lange-Grundschule und 4. OH, Pommern-Hauptschule (schon zwei Jahre später erneut umbenannt in 1. OH, Pommern-Oberschule (Hauptschule)).

1980 tauschten die Goerdeler-Grundschule und die Pommern-Hauptschule ihre Räume, so daß die beiden Grundschulen jetzt gemeinsam im Seitenflügel untergebracht waren, getrennt von der Hauptschule. (3) Jedoch wurde die Helene-Lange-Grundschule, nachdem sie 1981/82 nur noch einzügig war, im folgenden Schuljahr in die Goerdeler-Grundschule aufgelöst. So befanden sich ab dem Schuljahr 1982/83 nur noch diese und die Pommern-Oberschule im Gebäude.

1998 wurde die Grundschule in eine Staatliche Europa-Schule mit der sprachlichen Ausrichtung Deutsch-Polnisch umgewandelt (zwei Züge zweisprachig, der dritte Zug blieb einsprachig). Zehn Jahre später, am Ende des Schuljahrs 2007/08, erfolgte die Ausgliederung des deutsch-polnischen Teils der Schule an die Katharina-Heinroth-Grundschule, die seitdem Staatliche Europa-Schule Deutsch-Polnisch ist.

Der Hauptschule angeschlossen war seit 1959 eine Abendschule, auf der der einfache Hauptschulabschluß (9. Klasse) nachgeholt werden konnte; die Abendschule ist seit 2010 an die Peter-Ustinow-Schule verlagert.

Außerdem war viele Jahre lang bis 2009 freitags eine taiwanesische Schule im Gebäude untergebracht.



Kreative Nutzung weiteren Raumes in den Fluren

Lichtdurchflutete Verbindung zwischen den Gebäudeflügeln




Mit dem Schuljahr 2009/10 wurden die Goerdeler-Grundschule und die Pommern-Oberschule aufgelöst und die verbliebenen Klassen der Grundschule in die neu gründete 1. Gemeinschaftsschule Charlottenburg übernommen (die Hauptschüler gingen über an die Peter-Ustinow-Schule). Diese Schule trägt den Namen Reformschule. Obwohl es diese Schule erst im vierten Jahr gibt, zeigt doch dieser Rückblick, daß sie auf eine lange Tradition zurückblicken kann, seien es die 104 Jahre, die das Gebäude dort steht, seien es die 107 Jahre, seitdem am 1. April 1906 die 25. Gemeindeschule gegründet wurde.


Ursprüngliche Eingangshalle


 
 
MichaelR – Fotos: maho



(1) Dahinter steht folgende Zielvorstellung: Die Reformschule ist ein Haus des offenen, selbstgesteuerten Lernens, in dem die Schüler – entsprechend ihren eigenen Interessen – dorthin gehen, wo sie etwas lernen möchten. Die Doppelräume sollen das unterstützen, da die Bildung von mehreren kleineren Gruppen aus einer großen Gruppe besser möglich ist. In den Doppelräumen sind immer zwei Lehrer – mit denselben oder unterschiedlichen Fächern – gleichzeitig anwesend. Die Schüler finden Arbeitsplätze, außer im Doppelraum, in angrenzenden Teilungsräumen oder auf dem Flur.

(2) Im Juni 1948 trat das Groß-Berliner Schulgesetz von 1947 in Kraft, in dem eine 12klassige Einheitsschule vorgesehen war. Nach der Teilung Groß-Berlins (im September 1948) und mit zunehmendem Ost-West-Gegensatz drohte der Westberliner Einheitsschule die Isolation von der Entwicklung in der BRD, da sie von konservativer Seite als kommunistisch verdammt wurde. Der besonders über die Schulfrage geführte Wahlkampf für das (Westberliner) Abgeordnetenhaus im Dezember 1950 brachte eine Koalition aus (geschwächter) SPD, CDU und FDP hervor. Gemeinsam revidierte man das Schulgesetz von 1947 dahingehend, daß die Einheitsschule auf sechs Jahre Grundschule beschränkt wurde (wie in Bremen und Hamburg, im Gegensatz zu den vier Jahren der übrigen Bundesländer), gefolgt von der schon bisher vorhandenen dreigliedrigen Oberschule, deren vager Anspruch eines gemeinsamen Zieles sich in deren Namen ausdrückte: Oberschule Praktischer, Technischer, Wissenschaftlicher Zweig (OPZ, OTZ, OWZ), was natürlich nichts anderes als Hauptschule, Realschule, Gymnasium war – genannt „Berliner Schule“.

(3) Genau das Gegenteil geschieht in der Reformschule, nämlich ein „wildes Durcheinander“. JüL bedeutet „jahrgangsübergreifendes Lernen“, also Schüler aus zwei bis drei Jahrgängen in einer Klasse. 2005 waren die Grundschulen im Land Berlin zu diesem System verpflichtet worden, seit 2011 ist ihnen die Entscheidung freigestellt; bis Anfang 2013 haben sich mittlerweile ein Drittel der Grundschulen dagegen entschieden. Noch um 1970 gab es im ländlichen Raum viele „Zwergschulen“, die jahrgangsübergreifend betrieben wurden, bevor neue pädagogische Vorstellungen damals das Prinzip von Jahrgangsklassen an Mittelpunktschulen durchsetzten.




Materialien

Der Text basiert auf Gesprächen mit Mitarbeitern der Schule sowie folgenden Materialien:
- „Nach 1945 aufgelöste Grundschulen. Ehemalige Gemeindeschulen“ [Archiv Museum Charlottenburg-Wilmersdorf]
- Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, hg. vom Amt für Denkmalpflege im Auftrag des Senators für Bau- und Wohnungswesen, Berlin 1961 - Band: Stadt und Bezirk Charlottenburg, S.294 (auf der Grundlage der Akten des Bauaufsichtsamtes Charlottenburg und des Berichts über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt Charlottenburg für das Verwaltungsiahr 1909, Charlottenburg 1910, S.63 - Nachdruck)
- Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf (Edition Luisenstadt): Goerdeler-Grundschule, ebenfalls: Pommern-Oberschule
- Konferenzprotokolle zwischen 30.10.1945 und 1.12.1970
- Pressestelle des Bezirksamts, Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z: Schulgebäude: Reformschule
- Schulentwicklungsplan (SEP) Charlottenburg-Wilmersdorf 2009
- Gudrun Wedel, Berliner Schulalmanach. Verzeichnis aller öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Berlin (West) (1952-1982), Hohengehren (Schneider-Verlag) 1993 [Archiv Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, Aktenordner „Schulgeschichte. Materialien“]
- Horst Wieder, Verzeichnis der öffentlichen Schulen Charlottenburgs von 1867 bis 1951, Bezirksamt Charlottenburg Abt. PVKultur/Heimatmuseum Charlottenburg, 1997 [Archiv Museum Charlottenburg-Wilmersdorf]


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - 21. März 2013 - 00:02
Tags: ////



zwei Kommentare

Nr. 1, maho, 22.03.2013 - 01:11
“Icke” (Marcel Krüßmann), Musiker vom Klausenerplatz, ist seit einigen Jahren an verschiedenen Schulen engagiert tätig – darunter die vorgestellte Gemeinschaftsschule Charlottenburg in der Sybelstraße und auch die Nehring-Grundschule bei uns im Kiez – und bringt Kinder und Jugendliche in den Band AGs von der 3.-13. Klasse dazu, zu singen, zu lachen und Instrumente zu spielen.
http://icke-rockpoet.de
Nr. 2, neu, 18.04.2013 - 03:15
Als Ergänzung: die Reformschule als Gemeinschaftsschule (Konservative nennen Sie als polemisches Pendant zum DDR-Schulsystem auch: Einheitsschule) beansprucht alle Schüler (im Gegensatz zum herrschenden dreigliedrigenden Schulsystem) in einer Schulform zu begleiten. d.h.bis zum Abitur.
Die Oberstufe wird sich erst mit der Zeit entwickeln und am selben Standort keinen Platz mehr finden könnnen.

Lange Zeit stand der Schulstandort Leistikowallee zur Debatte, nun sollen die Klassen 11-13 in die nach und nach freiwerdende Peter-Jordan- Schule einziehen. In jedem Jahrgang kommen 50 Schüler a 2 Klassen dazu. Die Oberstufe der Reformschule wird neue Fachräume für den Chemie-, Biologie-, und Physikunterricht erhalten.
Die dort bereits seit langem bestehende Nehringschule wird erster Partner.
Somit wird ein Bogen vom “Stuttgarter Platz” (Unter- und Mittelstufe) zum “Klausenerplatz” (Oberstufe) geschlagen.
Ob die räumliche Trennung der Schule, den Schülern und Lehrern (wechselnde Arbeitsstätte ? ) gut tun wird, wird die Zeit erweisen.

Kein Trackback

Trackback link:

Bitte aktiviere JavaScript in Deinem Browser, um eine Trackback URL generieren zu können.


  
Persönliche Informationen speichern?

Emoticons / Textile

Auf dieser Seite werden die Kommentare moderiert.
Das bedeutet, dass die Kommentare erst veröffentlicht werden, nachdem sie durch den Moderator freigeschaltet wurden.



E-Mail verbergen:

Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt.
URLs oder E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.