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Straßen und Plätze: Spessartstraße (2)

Eine Kindheit in der Nachkriegszeit

 
Vereinzelt standen noch Wohnblocks in der Spessartstrasse, jedes zweite Haus war zerbombt oder dem Erdboden gleichgemacht. Überall wurden die Brachflächen zum Anpflanzen von Obst und Gemüse verwendet, zusätzlich wuchsen viele Blumen wild.

Spessartstr. 13 als Neubau 1914 / Foto Archiv Schultz

Spessartstr. 13 um 1955 / Foto © Archiv Schultz

Spessartstr. 13 im April 2013 / Foto © Suse


Dem Eckhaus Spessartstrasse 13 zur Gabelung an der Assmannshauserstrasse fehlten der Dachstock und das Obergeschoss. Immer wieder regnete es durch die verbliebenen Holzlatten und Dielen, der Treppenaufgang war feucht und muffig und der Zutritt ab der dritten Etage war versperrt. Im Treppenaufgang waren früher beidseits grosse Spiegelflächen, jetzt waren sie zersplittert. Immer wieder übernachteten in der Eingangshalle Obdachlose, Heimkehrer oder anderweitig Heimatlose. Wir Kinder hatten immer ein wenig Angst vor diesen Männern, vollkommen grundlos, waren sie doch in einer schlechteren Lage als wir, die in den Wohnungen von den ehemaligen Besitzern aufgenommen wurden.

 
Zwischen den verschiedenen Hausflügeln war ein winziger geschlossener feuchter Innenhof, der niemals von der Sonne beschienen wurde, er roch stets moderig. Dort waren wiederholt Bettler mit Drehorgeln, denen wir Kinder gerne Groschen zuwarfen. Meistens verfehlten diese ihr Ziel, die Filzmütze. Wir gingen dann, obwohl verboten, in den Innenhof und sammelten die Groschen für die Strassenmusikanten ein und übergaben diese mit Stolz. Auf der offenen Hinterhaus-Fläche nach Norden stand die eiserne Teppichklopfstange, rhythmisches Schlagen war täglich zu hören, sie war unser erstes Klettergerüst. Auf den Nordbalkonen lagerten Holz, Äpfel und Kartoffeln, die wichtigsten Reserven für die Winterzeit, die Vorratskammern bei den Küchen waren für Einlagerungen der Marmeladen- und Einmachgläser aus den Gartenfrüchten vom Sommer. Milchprodukte - so erhältlich - verdarben im Sommer rasch, sie waren nur in den kühlen Monaten geniessbar. Die Wäsche wurde in riesigen Zinnzubern auf dem offenen Herdfeuer gekocht unter ständigem Rühren mit der Holzkelle und unter Zugabe der Schmierseife, die nicht gut roch.


 
Ab morgens 5.00 Uhr kam der Pferdewagen mit riesigen Eisklötzen, die der kleine Lebensmittelladen im Haus Spessartstrasse 13 zur Kühlung der Frischwaren brauchte, möglicherweise aber auch die Apotheke - diese gibt es ja immer noch. Auch die Heizkohle wurde mit einem Pferdewagen angeliefert, das Pferd war mager und schmutzig und der Kohlenmann auch. Die Kohlenkeller unter den Häuserblocks waren für uns Kinder immer unheimlich, sie waren düster, schwarz-staubig und wir hatten Angst, dass wir nicht mehr herausfanden. All die Häuser in der Spessartstrasse bis zum Rüdesheimer Platz waren mit diesen unterirdischen Kellergewölben verbunden, wir konnten bis zur Landauerstrasse durch die Kellerverschläge mit klopfendem Herzen Erkundungstouren unternehmen.

Das Rheingauviertel im März 1945 - in der Straßengabelung rechts die Spessartstraße 13 - noch unbeschädigt / Foto © Archiv Schultz


Obwohl uns auch das Spielen in den Ruinen entlang dem Rüdesheimer Platz verboten war, war es doch sehr attraktiv, zwischen dem Geröll und Resten von Hausstrukturen und Treppenstufen Verstecken zu spielen, es war gefährlich aber deshalb reizvoll, allerdings bis zu dem Tag, an dem ein Kind in eine Lücke stürzte und sich verletzte. Natürlich haben wir auch nach Leichenteilen gesucht, von denen behauptet wurde, dass sie noch in den Ruinen zu finden seien.....

Zirka ab 6.00 Uhr morgens fuhr dann die U-Bahn unter den Häuserblocks der Spessartstrasse hindurch, das Bremsen und Anfahren zur U-Bahn-Haltestelle Rüdesheimer Platz war wie eine Zeituhr. Auch die zum Flughafen Tempelhof sehr tief fliegenden Maschinen machten einen irrsinnigen Lärm, wir aber hofften, dass sie mal wieder „Rosinen“ abwerfen würden.

Die zerschossenen Mietshäuser in der Spessartstrasse war für viele die erste Zuflucht nach Ende des Krieges. Bis zu 8 Personen wohnten in 3- bis 4-Zimmerwohnungen, Warmwasser und Heizung gab es nicht, ein kleiner Bollerofen musste diese Funktionen übernehmen, besonders im Winter, wenn die Wasserleitungen zugefroren waren.

 

Straßenszene am Rüdesheimer Platz 1958 / Foto © Archiv Schultz


Die Strassenlaternen waren noch alte Gaslampen mit funzeligem Licht, viele standen schief oder ihr trüber Glasschutz war zerborsten. Autos gab es erst keine, mal stand ein Auto (alter Buckelford) vor der Nummer 13, so dass die Strasse für uns Kinder als idealer Spielplatz fungieren konnte. Jetzt ist diese Gegend eine gutbürgerliche der Mittel- bis Oberschicht geworden, schick herausgeputzte Häuser, ein vollendeter Wiederaufbau, die Spuren der Bomben und Granatenlöcher in den Fassaden sind verschwunden, aber die Erinnerung an die Nachkriegszeit bleibt prägend.

 
Harriet Keller-Wossidlo – Aarau Mai 2013

 

Wir danken dem Archiv Schultz herzlich für die Überlassung der Bilder.

Der erste Teil über die Spessartstraße findet sich hier.



Harriet Keller-Wossidlo - Gastautoren, Geschichte - 05. Juni 2013 - 00:02
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