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"Computeria" macht weiter (?)

Die "Computeria" in der Danckelmannstraße 41 war einige Zeit geschlossen. Auf einem Plakat wird aber angekündigt, daß es jetzt am Montag, 7. April 2008 ab 12.00 Uhr weitergehen soll - weitergeführt mit Ehrenamtlichen.

"Computeria" in der Danckelmannstraße 41

Schön, wollen wir hoffen, daß es klappt. Hoffen wir, daß sich genug Ehrenamtliche dafür melden und eine der richtig guten Einrichtungen im Kiez weitermachen kann.

Allerdings kommt mir beim Lesen dieser Mitteilung auch wieder so einiges hoch.


Die "Computeria" hatte im August 2007 angefangen, wir hatten hier im Kiezer Weblog darüber berichtet. Und nun? Anscheinend war Schluß mit Unterstützung. Hatte man damals noch groß getönt und sich allerschönst publikumswirksam zur Eröffnung präsentiert: hier u.a. Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen gemeinsam mit dem Geschäftsführer des JobCenters Charlottenburg-Wilmersdorf zur offiziellen Eröffnung am Freitag, dem 31.8.2007. War jetzt Schluß mit der wohlgemeinten Unterstützung? Jetzt sollen es (mal wieder) die unbezahlten Ehrenamtlichen machen? Reichen knapp 7 Monate, daß die Menschen mit dem Auftritt mit den großen Worten keine Verbindung mehr zum Jetzt herstellen können?

Werden nicht Fördergelder zum Teil für Dinge rausgeschmissen, bei denen sich jeder normale Bürger nur noch an den Kopf faßt? Werden sie nicht liebend gerne vordringlich innerhalb der eigenen Partei-Cliquen verschoben, abgesprochen in Hinterzimmern und am Kneipen-Tresen? Und die guten Sachen müssen leiden und werden einfach fallengelassen? Wir im Kiez, wissen ein Lied davon zu singen und kennen einige der Beteiligten recht gut.

Paßt es nicht mal wieder in euer Gesellschaftsbild?: eine Gesellschaft mit Heerscharen von unanständig unterbezahlten Arbeitskräften, dazu der ach so tolle neue "Sklavenhandel"mit den 1-Euro Kräften, noch besser nur noch mit den völlig unbezahlten Praktika-Beschäftigten und natürlich den Ehrenamtlichen?

Und hört mir auf mit dem Gejammere wegen Geld. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Es gibt hier reichlich Geld. Es ist nur angesammelt und ungerecht verteilt. Schaut in Eure eigenen Statistiken!
So ist es jedenfalls schäbig, einer anständigen Gesellschaft unwürdig. Oder ihr zahlt endlich jedem ein angemessenes Grundgehalt. Dann können wir uns auch über ehrenamtliche Beschäftigungen unterhalten - unter richtigen, fairen Bedingungen.

Ehrenamtliches Engagement ist eine ganz hervorragende Sache! Es beruht auf Freiwilligkeit, dient einer Gesellschaft, genau wie auch dem Aktiven selbst.
Es ist aber kein Notnagel für die Unfähigkeit und Wertelosigkeit der Politik. Sie als Lückenbüßer auszunutzen ist schäbig und unanständig.
Ausgenutzt und einfach nur als kostenlose Arbeitskraft benutzt zu werden, könnte auch vielen Ehrenamtlichen gründlich den Spaß an der Sache verderben.

Ihr Politiker widert mich an - immer mehr - und auch noch aus vielen anderen Gründen! - Und genau so, jene vereinzelten "Schmarotzer" aus der sog. "Sozial-Mafia"!

- Kiez, Kinder und Jugendliche, Politik - 06. April 2008 - 18:08
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drei Kommentare

Nr. 1, Basti, 06.04.2008 - 20:58
Hallo Maho!

Auch wenn es mir schwer fällt! Ich gebe Dir Recht!

Manchmal kommt man sich vor, als sei man die Melk-Kuh der Politiker und dieser Hartz-IV-Vermittler! Vielleicht denken die da oben ja auch, Hartz-IV sei eine Art Grundgehalt und nun habe man was zu machen!

Der Geschäftsführer vermittelt doch selber Hartz-IV-Leute in 1-Euro-Jobs! Hat er keine mehr auf Lager?

Basti!
Nr. 2, Lillo, 09.04.2008 - 11:23
Ehrenamt ist keine Ehre, sondern eine Verarschung von meist Arbeitslosen, die früher für solche Leistungen bezahlt bekommen haben.
Wenn man soetwas macht, ist man für die nur die letzte Hilfskraft und unterstützt bloß den Sparkurs der Politiker, die solange im sozialen, pädagogischen und Dienstleistungsbereich streichen, bis es wirklich nicht mehr anders geht.
Nr. 3, maho, 09.04.2008 - 22:52
Ich kann das schon verstehen. Meine Wut darüber, habe ich auch zum Ausdruck gebracht.

Allerdings hat ehrenamtliches Engagement einen hohen Wert, auch für viele ehrenamtlich Tätige selbst.
Entscheidend sind die Umstände und die Bedingungen, dabei stimme ich Dir zu.

Vielleicht sollten ja einfach mal alle Ehrenamtlichen so etwa einen Monat lang komplett streiken. Da würden sich aber einige wundern…...

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