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Gedenken an Charlottenburger Gegner des Nationalsozialismus (6)

  
Die Gedenktafelkommission des Bezirks hat am Dienstag, 8. Februar 2011, den Text der Gedenktafel für 71 Charlottenburger Gegner des Nationalsozialismus (einstimmig bei einer Enthaltung) beschlossen. Die Tafel soll am Freitag, 8. April 2011, um 16:00 Uhr am Haus der Jugend (Zillestr. 54) enthüllt werden.

Am Tag der Entscheidung in der Gedenktafelkommission veröffentlichte die Berliner Zeitung einen längeren Beitrag unter dem Titel "Die vergessene Geschichte" zur Entstehung der Gedenktafel - von der Idee bis zum Beschluß.

Die Wiedergabe des kompletten Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Berliner Zeitung.

 

Zillestraße
Die vergessene Geschichte


von Birgitt Eltzel

Berlin - Es ist still im Zauritzweg, der Sackgasse direkt hinter der vielbefahrenen Bismarckstraße. Autos parken dort, ein Fahrradfahrer stellt sein Bike ab und hastet zur U-Bahnstation. Der Kiez hinter der Deutschen Oper ist kein Gebiet zum Flanieren. Es gibt wenige Läden und auch nicht viele Kneipen.

Es stehen einige Gründerzeitbauten dort, vor allem aber schmucklose Nachkriegsbauten. Ein Blickfang ist nur die Backsteinfassade des denkmalgeschützten Charlottenburger Elektrizitäts-Umformerwerks, nahe der Stelle, wo die Zillestraße (früher Wallstraße) einen Knick macht.

„Kleiner Wedding“ wurde der Kiez in den 30er-Jahren genannt – eine Anspielung auf die organisierte Arbeiterschaft, die dort wohnte. Sozialdemokraten und Kommunisten lieferten sich mit dem SA-Sturm 33 einen Kampf um die Straße. Am Tag von Hitlers Machtantritt kam in der Wallstraße einer der SA-Schläger, Hans Maikowski, bei einer Schießerei ums Leben, ebenso der Polizei-Oberwachtmeister Zauritz.

Obwohl die Gestapo informiert worden war, dass die tödlichen Schüsse von einem anderen SA-Mann abgegeben wurden, wurde der Vorfall den Kommunisten in die Schuhe geschoben. Bei Schauprozessen wurden 56 Angeklagte zu bis zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Die Nazis, die Maikowski zu einem Märtyrer wie Horst Wessel erheben wollten, benannten die Straße nach ihm. Umbenannt in Zillestraße wurde sie 1947. Nach dem Polizisten Zauritz, von dem es heute heißt, er habe den SA-Sturm aufhalten wollen, wurde ein Abschnitt der Weimarer Straße in Zauritzweg umbenannt.

Geschmuggeltes Manuskript

Eine Chronik des antifaschistischen Widerstandes im Viertel liefert das Buch „Unsere Straße“ von Jan Petersen, eigentlich Hans Schwalm (1906–1969). Es wurde 1933/34 geschrieben, das Manuskript auf abenteuerlichen Wegen aus Deutschland herausgeschmuggelt.

1936 erschien der Roman, er wurde in zwölf Sprachen übersetzt. Nach Jan Petersen ist seit 1981 eine Straße in Marzahn benannt. Dort, wo sein Roman spielt, ist nicht nur der Autor heute weitgehend unbekannt, sondern auch der Kampf der Nazi-Gegner im Kiez.

Das soll sich ändern, sagt Michael Roeder. Der 65-jährige promovierte Historiker, Lehrer im Ruhestand, will gegen das Vergessen angehen. Der Wilmersdorfer hat am nahe gelegenen Klausenerplatz aus dem Roman gelesen; er schreibt im Kiezblog über die Geschichte der Zille-/Wallstraße.

Seit Anfang vergangenen Jahres kämpft Roeder für eine Gedenktafel, auf der 71 Namen stehen sollen – Widerstandskämpfer aus dem Viertel, die von den Nazis ermordet wurden oder zu hohen Gefängnis- oder Zuchthausstrafen verurteilt wurden. Nur an zwei Menschen davon werde bisher öffentlich erinnert, sagt Roeder: An Richard Hüttig (Gedenktafel am Haus Seelingstraße 21) und Otto Grüneberg (Gedenktafel am Haus Schloßstraße 22, Otto-Grüneberg-Weg).

Spenden für die Gedenktafel

Hüttig wurde am 14. Juni 1934 in Plötzensee hingerichtet, als „Rädelsführer“ einer Auseinandersetzung im Jahr 1933 zwischen Kommunisten und SA nahe der Wallstraße, die mit dem Tod des SS-Scharführers Kurt von der Ahé durch eine Kugel endete.

Die Kommunisten waren unbewaffnet gewesen, Hüttig kein Mord nachzuweisen. Dennoch wurde er zum Tode verurteilt. Otto Grüneberg, Mitglied der Roten Jungfront, war schon 1931 in der Schloßstraße von Mitgliedern des SA-Sturms 33 erschossen worden.

Roeder will, dass alle Namen erscheinen: „Es steht doch jeder einzelne von ihnen für die Mutigen, die sich in Deutschland gegen den Nationalsozialismus gewehrt haben.“ Er hat Spenden gesammelt zur Herstellung der Gedenktafel und auch schon einen Text vorbereitet.

Er hat mit Schülern diskutiert und dazu die inzwischen 100-jährige Schriftstellerin Elfriede Brüning eingeladen, einst jüngstes Mitglied im Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller. Er hat bereits vier Mal mit der Gedenktafelkommission des Bezirks beraten, mit Experten der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes sowie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

„Eine Chance für die Gegenwart“

Roeder ist ungeduldig: Noch wird um jedes Wort für die Tafel gerungen. Heinrich-Wilhelm Woermann von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der mehrere Bücher über den Kampf gegen das NS-Regime in Berliner Bezirken geschrieben hat, sagt: „Eine solch langwierige Diskussion ist gut, sie ist für jeden Beteiligten ein unglaublicher Lernprozess.“

Er sieht in der Erinnerungskultur auch „eine Chance für die Gegenwart“: „Es wird einem bewusster, wo man wohnt.“ Berlin sei durch seine Denkmale, durch Gedenktafeln und die Stolpersteine, die an durch die Nazis ermordeten Juden erinnern, „ein offenes Buch“ geworden. Noch sind aber längst nicht alle Seiten gefüllt.

Heute Abend wird sich die Gedenktafelkommission wieder mit Roeders Tafel beschäftigen. Marianne Suhr, die Vorsteherin des Bezirksparlaments, sagt, dass nun wohl endgültig darüber abgestimmt wird.

Voraussichtlich im Frühsommer soll die Tafel am Haus der Jugend ihren Platz finden, Zillestraße 52. Ein passender Ort, findet Michael Roeder. An dem früher dort stehenden Gebäude, das im Krieg zerstört wurde, hatte die SA seinerzeit den Schläger Maikowski mit einer Gedenktafel geehrt.

Quelle: Berliner Zeitung, 08.02.2011

Michael R. - Gastautoren, Geschichte - 10. Februar 2011 - 00:18
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