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Leseempfehlung (10) – Ökofimmel

Den hier ansässigen Freunden der Ökosymbolik und Geldverschwendung ans Herz gelegt

Das Buch liest sich in seinem ersten Teil wie ein Bericht aus einer verkehrten Welt: Da werden also 64% des getrennten Plastikmülls ganz legal verbrannt; Wassersparen führt mancherorts zu Gestank und Zerstörung der Röhren; Energiesparlampen stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar und müssen auf ewig als Sondermüll eingelagert werden; Biosprit ist nicht nur für das Klima schädlicher als die fossilen Brennstoffe, sondern führt noch weitab in der Dritten Welt zu Existenz- und Umweltzerstörung; Papier- und Stoffeinkaufstüten sind u.U. ökologisch schlechter als Plastiktüten; usw. usf. Wie ist das möglich?

 
Mit den Gründen dafür, daß der gute Wille beim Umweltschutz so oft mehr schadet als daß er nützt, beschäftigt sich Alexander Neubacher im zweiten Teil seines Buches. Er weist hin auf die Rolle der Angst in einer schwer durchschaubaren Welt, weshalb Vernunft und Kritikfähigkeit leicht ausgeschaltet und der Weg freigemacht wird für eine auf Gefühl und Betroffenheit basierende Politik, die sich moralisch im Recht fühlt. Neubacher betont, daß Umweltpolitik in den vergangenen Jahrzehnten durchaus große Erfolge erzielt hat, warnt jedoch vor der zunehmenden Bevormundung der Menschen durch die „Ökokraten“ (siehe etwa die Reglementierung bei den Glühbirnen!) und daß dadurch zur Erosion der Demokratie beigetragen wird, wie z.B. mit dem Vorschlag, es solle neben den gewählten Bundestag und den Bundesrat eine „Zukunftskammer“ treten, die aus „Klimaweisen“ bestehen und ein Vetorecht gegen Gesetze haben soll.

In diesem Zusammenhang ist Neubachers Blick in die Vergangenheit auf damalige Blicke in die Zukunft (u.a. Thomas Malthus 1798 und den Club of Rome 1972) erhellend und bestätigt das Bonmot „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, denn allzu oft werde die menschliche Fähigkeit zur Anpassung an sich ändernde Umstände übersehen. Diese Katastrophenszenarios schaffen aber genau den Nährboden, auf dem sich dann mehrere hundert beim Bundestag akkreditierte Ökolobbyisten ansiedeln und beim Abfassen von Gesetzen „in erheblichem Umfang ministerielle Aufgaben“ in ihrem eigenen Interesse wahrnehmen, wie der Bundesrechnungshof 2009 monierte.


Als Motto des dritten Teils kann dieser Satz gelten: „Wir verschwenden Milliardenbeträge für angebliche Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, bei denen es sich in Wahrheit um wirkungslose Ökosymbolik handelt. Die deutsche Umweltpolitik gefährdet unseren Wohlstand und schadet dabei auch noch der Umwelt.“ (S. 169) Mit viel Sachkenntnis verschafft Neubacher dem Leser einen Einblick in die Welt der Photovoltaik, wozu gehört: das Verhältnis zwischen ihrem  Anteil an der Gesamtstrommenge und ihren Kosten für die Stromkunden mittels der EEG-Umlage [1] auf den Rechnungen (mit 13 Mrd. € im Jahr so viel wie der gesamte Bildungs- und Forschungsetat); das Verhältnis zwischen Wirkungsgrad der Solarzellen und Energieaufwand für ihre Herstellung; die dazu zwingend notwendige Doppelung durch „Backup-Kraftwerke“; und die zukünftigen Sondermüllprobleme. Das Ergebnis ist nach Ansicht des Autors desaströs. Noch schlimmer wird es durch die Kombination von EEG und Emissionsrechtehandel: Sie führt unter den gegebenen Umständen zu einer Verbilligung der gehandelten CO2-Zertifikate mit der haarsträubend widersinnigen Folge, daß Luftverschmutzung mit Treibhausgasen um so billiger wird, je mehr Kunden auf Ökostrom umsteigen.

Eine weitere äußerst kostspielige (für die Steuerzahler) und lukrative (für einige Wirtschafts- und Finanzunternehmen) Ökosymbolik verbirgt sich hinter „CDM“ [2]. Hierbei handelt es sich, kurz gesagt, um eine Maßnahme im Rahmen der Entwicklungshilfe, bei der der Staat als Belohnung für hypothetische Reduzierung von CO2-Ausstoß in der Dritten Welt kostenlose Luftverschmutzungszertifikate für zusätzliche reale Emissionen hierzulande ausgibt. Neubacher geht es bei all dem auch um die Kosten der (notwendigen) Klimaschutzmaßnahmen, denn es gibt noch eine Vielzahl weiterer weltweiter Probleme – wie Bildung, Hunger,Krankheiten -, die mit den begrenzten finanziellen Mitteln anzupacken sind. Und er beschränkt sich nicht auf Kritik, sondern leitet aus seinen Ausführungen bedenkenswerte Änderungsvorschlägen ab, um die Umweltpolitik effektiver und weniger verschwenderisch zu machen.

 
Neubacher ist seit 1999 Wirtschaftsredakteur beim Spiegel. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis und dem Medienpreis der deutschen Kinder- und Jugendärzte ausgezeichnet. Er versteht es, sein Thema erfrischend lebendig, bisweilen ironisch und gelegentlich sarkastisch, auf jeden Fall aber verständlich zu vermitteln; daher ist es bedauerlich, daß es keine Quellennachweise und auch kein Sachregister gibt. Das Buch ist unbedingt auch denjenigen zu empfehlen, die in Form von einschlägigen Bürgervereinen und lokalen Behörden für ihre Ökosymbolik öffentliche Gelder verschwenden.
 
 
[1] Erneuerbare-Energien-Gesetz, in der heute geltenden Form 2004 von SPD und Grüner Partei verabschiedet
[2] Clean Development Mechanism


Alexander Neubacher, Ökofimmel. Wie wir versuchen, die Welt zu retten – und was wir damit anrichten, München/Hamburg (DVA/Spiegel-Verlag) 2012 – 19,99 € (Stadtbücherei: SoP 2250 Neub)


MichaelR

Michael R. - Gastautoren, Gesellschaft - 14. August 2012 - 20:17
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vier Kommentare

Nr. 1, neu, 16.08.2012 - 09:47
..können wir leicht auf die umrüstung von gas-auf stromlicht übertragen, die im grunde eine vollstänige vernichtung des laternsystems bedeutet.
Vielleicht wird etwas co2 eingespart, doch kommt nicht der strom aus dem braunkohlenkraftwerk Jäntschwalde ?
Und wohin das rein ökonomisches denken der sozen – gegen jeglich historisch und kulturelle werte -führen wird, weiß keiner,werden doch in neueren prognosen von einer steigerung des strompreises von 70% ausgegangen, gegen einer moderaten steigerung des gaspreises durch abkoppelung vom ölpreis.
Und was die umweltverbände und fachwissenschaftler von den ökologischen folgen halten, findet man erst neuerdings in einem gutachten der fu physiker wider:
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/..
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/na..
Nr. 2, ulli, 16.08.2012 - 11:00
In der "Zeit" gabs mal einen kurzen Artikel zum Thema Berliner Gaslaternen. Darin ist von einer Firma "Semperlux" oder auch "Serlux" die Rede, die natürlich Lampen herstellt und anscheinend hinter dem allem steht. Man sollte aufhören, immer über Griechenland zu schimpfen und endlich mal die hiesige Vetternwirtschaft unter die Lupe nehmen. Womöglich ist die kaum besser!
siehe: http://www.zeit.de/2012/27/Berliner-Gasl..
Nr. 3, maho, 16.08.2012 - 22:04
Hallo Ulli,
lies mal zum Thema “Amigos” die Kommentare No 34 und den folgenden im Artikel:

http://blog.klausenerplatz-kiez.de/archi..
Nr. 4, maho, 19.08.2012 - 00:55
“Gedrucktes Fleisch für ein besseres Klima”
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fl..

noch etwas zum Nachdenken:
“....In Europa wird mit gespaltener Zunge gesprochen. Vormittags geht man zur Nachhaltigkeitstagung und sendet Klimaschutzgebete gen Himmel, um dann nachmittags Wirtschaftswachstum zu fordern.
....
Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung funktioniert nicht.”
http://www.n-tv.de/politik/Die-Wirtschaf..

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