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Wie soll es mit den Bezirksbibliotheken weitergehen? - Teil 3

Zum Tag der Bibliotheken

 
Hieß es beim letzten Mal im Juni noch, daß die sieben Bibliotheksstandorte im Bezirk „zu 80 %“ bestehenbleiben (schon nicht mehr mitgezählt die Musikbibliothek, die ab 1. November provisorisch ins Rathaus Charlottenburg verlegt wird), so schält sich immer mehr heraus, daß im bezirklichen Bibliotheksentwicklungsplan (soll Ende November der BVV vorliegen) der alte Traum von einer bezirklichen Zentralbibliothek auftauchen wird – mit der Folge, daß mindestens eine der beiden
bisherigen Hauptbibliotheken (am U-Bahnhof Blissestraße, im Rathaus Charlottenburg)  bis Herbst 2013 geschlossen wird. Man kann es richtig sehen, wie die politisch und fachlich leitenden Personen mit den heutigen zwei Hauptbibliotheken unglücklich sind und der Umsetzung dieses Traumes entgegenfiebern.

Diesen alten Traum träumte schon der vormalige Bibliotheksstadtrat (SPD), der jetzige (CDU) träumt ihn weiter. Vorträumerin der beiden ist die Leitung des bezirklichen Bibliothekswesen –  oder man sollte besser sagen: Vorbeterin. Denn es ist unter den führenden Amtspersonen seit Jahren ein Aberglaube ausgebrochen, dessen Kerndogma da lautet: In Zeiten der öffentlichen Geldknappheit – ausgenommen bei Flughäfen, Hohenzollernschlössern, Auto- und U-Bahnen u.ä. Großbauten –  hilft nur die Befolgung der Regeln der KLR. KLR ist eine Art Götze und bedeutet in profaner Ausschreibung „Kosten-Leistungs-Rechnung“.
Die Hohepriester der Stadtstaatsverwaltung erklären uns Laien in der ihnen eigentümlichen Sprache deren Stellenwert so:

“Die bisherige bundesrechtlich vorgegebene Kameralistik wurde ergänzt durch eine Kosten- und Leistungsrechnung, basierend auf einer sachlich tief gegliederten Produktsystematik.“

Die vom vormaligen Kultursenator Th. Flierl (Linkspartei) einberufene externe Expertenkommission wurde 2005 schon einen Schritt verständlicher:
„Notwendig sind die Einführung einer stringenten, transparenten und steuerungsorientierten Kosten-Leistungs-Rechnung und die Einführung gleicher Qualitätsstandards für alle Öffentlichen Bibliotheken. Vorgeschlagen wird u.a. ein Leistungsgrad von 6 Entleihungen pro Einwohner, eine Ausleihquote von 25.000 Medien pro vollzeitverrechnetem Mitarbeiter und ein Anschaffungsetat von 1,50 Euro pro Einwohner, berechnet auf das gesamte Berliner bezirkliche Bibliothekswesen.“


Wer noch nicht so ganz verstanden hat, was das dann in der Praxis bedeutet, dem erklärt es der Ortsverein Pankow derselben Partei unter der Überschrift „Der Irrsinn der Kosten-Leistungsrechnung - cui bono?“ (März 2012):

„Jedes Jahr werden in Berlin die durchschnittlichen Kosten errechnet, die ein Leihvorgang in einer öffentlichen Bibliothek verursacht. Darin einberechnet sind Personalkosten, Immobilienausgaben, der Kaufpreis des Buches und vieles mehr. Stellen wir uns eine fiktive Zahl von durchschnittlich 15 Euro pro Leihvorgang für ganz Berlin vor. Das bedeutet, dass z.B. ein Leihvorgang in Spandau mit angenommenen 10 Euro besonders günstig ist und einer in Pankow mit fiktiven 18 besonders teuer. Pankow wird daraufhin aufgefordert, den Durchschnitt von 15 Euro zu erreichen. Nach einem Jahr hat es Pankow tatsächlich geschafft, durch diverse Einsparungen und Streichungen, z.B. Entlassungen, einen Durchschnittspreis von 16 Euro zu erreichen. Leider wird nun wieder eine neue Berechnung vorgenommen und durch die Einsparungen in Pankow und anderen Bezirken liegen die nun zu erreichenden Durchschnittskosten nicht mehr bei 10, sondern vielleicht bei 8 oder 9 Euro, die dann wiederum erreicht werden müssen. Auf diese Weise entsteht eine unendliche Kürzungsspirale, an deren Ende schlicht das Nichts steht.“


Das heißt, daß die Bezirksbibliotheken gezwungen werden, untereinander um die besten Durchschnittswerte zu konkurrieren (S. 73ff.), da perfiderweise die Mittelzuweisung des Senats davon abhängt. Das ist also das simple Geheimnis des Götzen KLR. Das ganze hat absolut nichts mit einer besseren bibliothekarischen Versorgung der Bürger ‚nach dem neuestem Stand der Bibliothekswissenschaft‘ zu tun, sondern soll vielmehr letztlich den Bibliotheken das Wasser abgraben als unnützen Geldfressern (1). Daß sich zuständige Stadträte und Bibliothekswesensleitungen dafür hingeben, liegt in der Natur der Dinge, ist Nachweis, wie gut sie funktionieren, und Beweis für die Befähigung zu höheren Aufgaben. Schade nur, falls dies auch „einfache“ Bibliothekare vor Ort unterstützen, die den Benutzern (Lesern) und Medien (Büchern) doch eigentlich nahestehen und es in der Ausbildung bestimmt anders gelernt haben.

Entlassungen sind ein Mittel, um der KLR zu huldigen (2). Das ‚zwingt‘ dann natürlich zu verkürzten Öffnungszeiten sowie zur ‚Entlastung‘ der restlichen Bibliothekare vom eigentlichen Geschäft, nämlich der fachgerechten Betreuung der Bücherei (dazu gleich mehr beim Stichwort „ekz“). Weiterer erheblicher Personalabbau bis 2016 ist auch schon angekündigt (und bleibt sicher nicht auf diesen Bereich beschränkt).
Ein anderes Mittel ist die Anschaffungs- und Bestandspolitik. Man muß nämlich die KLR auch dadurch günstig stimmen, daß man einerseits Medien, die wenig ausgeliehen werden, „makuliert“ (rausschmeißt) – deren bloße Existenz im Bücherregal ist für den/die KLR-Jünger/in ein echter Schadensfall – und andererseits nur noch Medien kauft, die eine hohe Ausleihe versprechen. Das läuft am besten, indem man einer darauf spezialisierten Firma – Fa. ekz – Auswahl und Herrichtung der Medien überträgt, und die liefert dann eben das, was „im Wochenrhythmus tagesaktuell“ ist (so die Philosophie der Bibliotheksamtsleitung und ihres Stadtrats in der Antwort auf eine Bürgerfrage. Das Ergebnis hat die Journalistin Mely Kiyak einmal so beschrieben:

„In meiner Berliner Stadtteilbibliothek steht man vor halbleeren Regalen. Dann schaut man sich um und entdeckt als erstes DVDs und …“ (Frankfurter Rundschau 13.5.2011/Berliner Zeitung 14.5.2011).


In unserem Bezirk sieht es so ähnlich aus: mindestens 20 % Leerstand in den Regalen – ein der KLR huldigender Bibliothekar freut sich darüber sogar sehr, denn angeblich sollen volle Regale  potentielle Leser nur abschrecken (3) -, immer mehr DVDs, und bei den Neuanschaffungen überwiegen Ratgeber aller Art, in der neuen Bibliothekssprache „Baustein ‚Alltagsbewältigung‘“ genannt (nichts gegen Alltagsbewältigung und Hilfe dabei). Dazu noch Bestseller, die ebenfalls automatisch und jeweils in mehreren Exemplaren nach Vorgabe des „Spiegels“ ins Haus geliefert werden und ein beliebtes Zubrot sind. Man kann sagen, es ist den Bibliotheksstadträten unter Anleitung der Bibliotheksamtsleitung gelungen, den einzelnen Bibliotheken die inhaltliche Verantwortung für ihren Bestand voll und ganz zu nehmen. Und die Bibliotheksverantwortlichen machen gleichzeitig  Fortschritte dabei, den Benutzern ein differenziertes Literaturangebot zu verweigern.

Eine Methode der Nivellierung, wenn man Bücher nicht einfach rausschmeißen kann, geht so (am Beispiel der französischsprachigen Literatur in der Bücherei am U-Bahnhof Blissestraße): Die Amtsleitung stellt kein Geld für Neukäufe zur Verfügung, weil diese Literatur doch kein „Schwerpunkt“ dieser Bibliothek sei (dieser Begriff stammt auch aus dem Arsenal der KLR), und läßt die störende Abteilung einfach verkommen, wohl in der Hoffnung, daß die Ausleihequote so weit sinkt, bis sich die Sache „von selbst“ erledigt hat. (Da stören Geschenke von Bücherfreunden nur beim angestrebten Verfall.)

Ein dritter Weg, dem Götzen KLR zu dienen, ist schließlich die Verringerung der Anzahl der Bibliotheken (4), was in den KLR-Kreisen auch ein Non-plus-Ultra des modernen Bibliothekswesens darstellt. Es sei daran erinnert, daß die Unterhaltung einer Bibliothek keine freiwillige Leistung ist, sondern ein Grundbestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Schon 1994 legte eine vom Senat gebildete Arbeitsgruppe ‚Bibliotheksentwicklungsplanung‘ ihren Entwurf für einen Bibliotheksentwicklungsplan (BEPl) für Berlin vor, worin es u.a. hieß:

“Jeder Bürger soll in max. 1,5 km eine öffentliche Bibliothek erreichen.“

Der Plan wurde im Januar 1995 vom Senat beschlossen, vom Abgeordnetenhaus aber nur zur Kenntnis genommen und ist daher nie verbindlich geworden.



Folgerungen

Die folgenden Forderungen vom Bibliothekstag 2011 werden im Hinblick auf ‚alte Träume‘ und forcierte Anwendung von KLR immer dringlicher, nämlich
  • dem Kahlschlag unter den öffentlichen Bibliotheken, den Stellenstreichungen und Etatkürzungen ein Ende zu setzen
  • die KLR abzuschaffen
  • ein Bibliotheksgesetz zu verabschieden, das den Senat und die Bezirke zum bürgernahen Erhalt der öffentlichen Bibliotheken (Recht der Bürger auf ihre Bibliothek im Stadtteil) und zu deren Förderung verpflichtet, wozu nicht nur die Deckung der allwöchentlich ermittelten Nachfrage gehört, sondern auch ein am Bildungsauftrag orientiertes Angebot (siehe das Reden von der „Bildungsrepublik Deutschland“), das der Bedeutung der öffentlichen Bibliotheken für ein demokratisches Gemeinwesen gerecht wird.

Sehr wünschenswert wäre, wenn die Mehrheit der Bibliothekare sich an ihre eigentlichen Aufgaben im obigen Sinn erinnert und sich von einem KLR-getriebenen  Büchereiwesen abwendet.
Schluß muß auch sein mit einem Ausschluß der Bürger von ihren eigenen Angelegenheiten, wie es uns die BVV-Vorsteherin (CDU) bei der Einberufung der Einwohnerversammlung zum Bezirkshaushalt im März 2012 vorgemacht hatte, als sie mitteilte:
„Eine angemessene Einbeziehung der Einwohnerschaft Charlottenburg-Wilmersdorfs war allerdings wegen der engen Zeitvorgaben nicht möglich“, oder wie es der Bibliotheksstadtrat (CDU) fest vorzuhaben scheint, indem er eine Einbeziehung der Bürger ablehnt, weil allein die ökonomischen Daten (also die KLR) zu entscheiden hätten.

   
   


(1) Der Erwerbsetat aller Bezirksbüchereien ist von 12,9 Mio. DM 1993 auf 2 Mio. € (= 4 Mio. DM) 2003 reduziert worden. (Quelle für diese und die folgenden Statistiken: Jahresberichte der Berliner Öffentlichen Bibliotheken; zitiert nach einem höchst lesenswerten Diskussionsbeitrag vom Bibliothekstag 2011)

(2)  So ist die Zahl der bezirklichen Bibliotheksangestellten von 1098 Stellen (2001) auf 815 (2009) gefallen.

(3) Der Gesamtbestand der Stadtbüchereien ist von knapp 8 Mio. Medieneinheiten (1992) auf 4 Mio. (2009) gefallen.

(4) Hier war man extrem erfolgreich: von ca. 220 öffentlichen Büchereien im Jahr 1990 sind  gerade noch 85 (davon 12 Nebenstellen) übriggeblieben (2009).


Bisher veröffentlicht:
* Teil 1 (März 2012)
* Teil 2 (Juni 2012)


MichaelR

Michael R. - Gastautoren, Politik - 24. Oktober 2012 - 00:02
Tags: ///////



zehn Kommentare

Nr. 1, neu, 24.10.2012 - 10:56
MoPo,BZ und Kurier träumen heute bereits von der Zentralbibliothek Berlins im ICC

http://www.bz-berlin.de/bezirk/charlotte..
Nr. 2, neu, 24.10.2012 - 11:10
radiotipp (manuskript bestellen)

http://www.kulturradio.de/programm/sendu..
Nr. 3, neu, 24.10.2012 - 11:19
Bürgerbeteiligung leicht gemacht, dank "liquid feedback":

http://www.taz.de/Direkte-Demokratie-in-..
Nr. 4, Basti, 24.10.2012 - 14:48
Ach.

Liquid Feedback.

Wie süß!

Jetzt will die SPD auf einen fahrenden Zug springen um so ihren Mut zu beweisen?

Feedback bzw. Interaktionsmöglichkeiten gab es doch schon lange vor Liquid Feedback. Soll die SPD doch einfach mal die Kommentare in ihren diversen Kanälen (Facebook, Webseiten im allgemeinen) lesen und endlich auch mal verstehen.

Sogar auf den Kiezseiten gab es Feedback-Möglichkeiten. Foren, Kommentare, und mehr.

Sobald man mit so etwas beginnt, zeigt man schon Offenheit und Diskussionskultur. Sowas läßt die SPD doch stark vermissen.

Basti
Nr. 5, Brigitte, 25.10.2012 - 10:21
Das Prinzip KLR gilt inzwischen für so gut wie alles, Knöllchen, Grünflächen. Fehlt nur noch das Klopapier für jede BVV-Sitzung. http://www.berlin.de/imperia/md/content/..
Nr. 7, NEU, 25.10.2012 - 13:03
BEKOMMT CHARLOTTENBURG DIE LANDESBIBLIOTHEK ? – die diskussion ist eröffnet

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/na..

http://www.tagesspiegel.de/berlin/intern..

http://www.morgenpost.de/berlin/article1..
Nr. 8, NEU, 25.10.2012 - 13:13
WAS WÄRE WENN ß

Frage an den autor: nehmen wir an die landesbibliotheke käme in das ICC gebäude – statt auf das tempelhofer feld.Wäre das nicht ein gewinn für den bezirk, käme nicht nach dem KLR prinzip dies auch dem land viel billiger ? Und dann ebenfalls dem bezirk ? Die bibliothek im RH charl könnte auf jedenfall wegfallen und vom neuen(alten) rathaus genutzt werden.
Nr. 9, MichaelR, 25.10.2012 - 22:47
zu Nr. 8
Ich habe mich noch nicht mit der Frage beschäftigt, ob die Schaffung einer zentralen Landesbibliothek überhaupt zwingend notwendig ist oder ob es nicht nur wieder eines dieser ruhmreichen Bauprojekte eines Landes ist, das beim Alltag seiner Bürger ansonsten lieber spart.
Was die KLR im Bibliothekswesen betrifft, so möchte ich sie eigentlich ganz verschwinden sehen (s.o. "Folgerungen").
Und ich habe mich oben auch gegen Bibliotheksschließungen ausgesprochen, die natürlich auch eine Folge (und ein Ziel) der Zwangszusammenlegung der Bezirke sind: sparen, sparen.

P.S. zu Nr. 5:
Vielen Dank für diesen Link, er hatte bisher oben gefehlt!
Nr. 10, maho, 25.10.2012 - 23:42
Eine Reaktion?
Pressemitteilung des Bezirksamts vom 25.10.2012:
“Bücherspende des Freundeskreises zum Deutschen Jugendliteraturpreis

Am 12. Oktober 2012 wurde Norman Junge auf der Frankfurter Buchmesse der Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration verliehen. Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Neuanschaffung mehrerer seiner Bücher für die Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek in der Brandenburgischen Straße 2, 10713 Berlin (Mo–Fr. 11–19:30 Uhr, Sa 11–14 Uhr), finanziert.”

Bezirksstadtrat Klaus-Dieter Gröhler:
“Der 2002 gegründete Freundeskreis unterstützt unsere Stadtbibliothek mit Bücherspenden, Veranstaltungs- und Lobbyarbeit und ist zu einer wichtigen Initiative für Bildung und Leseförderung in Charlottenburg-Wilmersdorf geworden.”

http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-w..

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