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Straßen und Plätze: Wilhelmsaue

Die Wilhelmsaue (ursprünglich: Dorfstraße) hat in den über 700 Jahren ihres Bestehens viele Veränderungen erfahren im Hinblick auf Anwohner, Ausdehnung und Namen.  

Vermutlich nach 1220 (1293 wird Wilmersdorf erstmals urkundlich erwähnt) kamen im Rahmen der Ostsiedlung durch die askanischen Markgrafen die ersten deutschsprachigen Siedler an diese Stelle, an der es wahrscheinlich keine slawische Vorgängersiedlung gab. Das Dorf wurde parallel zum nördlichen Rand eines in West-Ost-Richtung (vom Hubertussee bis zum Rudolf-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg) verlaufenden Nebenarms der eiszeitlichen Grunewaldrinne angelegt. Damals befand sich auf Höhe des Dorfes der Wilmersdorfer See, der nach 1900 zunehmend verlandete und gegen 1920 endgültig zugeschüttet war. Letzte Spuren der Eiszeit sind hier und im weiteren Verlauf des Volksparks Wilmersdorf die riesigen Pfützen auf den Liegewiesen, die bei starkem Regen entstehen.

Berlin-Wilmerdorf, Ansicht um 1900. Wilmersdorfer See und Dorfkirche (Auenkirche) / Bildquelle Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Nr. II3420 / Fotograf Waldemar Titzenthaler

Karte von 1842 / Bildquelle Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)/Wikipedia]



Bis in die 1880er Jahre bestand Wilmersdorf – abgesehen von einigen Kleinbauernhäusern  an der nördlich vom Dorf vorbeiführenden Berliner Straße (damals: Hintere Straße) – im wesentlichen nur aus der Dorfstraße und war umgeben von Heide, Bruch und Wiesenland. Die Siedler betrieben Landwirtschaft, vor allem Schafzucht, und Fischfang. Von dieser bäuerlichen Zeit zeugt noch die Straßenführung zwischen Blisse- und Mehlitzstraße mit dem - damals von den Gehöften der Bauern umgebenen – breiten Mittelstreifen, dem ehemaligen Dorfanger, auf dem es bis in die 1870er Jahre Gemeinschaftseinrichtungen und einen Dorfteich gab (der heutige künstliche Tümpel nahe der Kreuzung mit der Uhlandstraße, auf dem gelegentlich im Frühjahr Stockenten einen Zwischenhalt machen, ist eine kleine Reminiszenz daran).

Lageplan von Deutsch-Wilmersdorf im Jahr 1856 / Quelle - © Museum Charlottenburg-Wilmersdorf 

Tümpel auf dem Mittelstreifen der Wilhelmsaue




Das älteste Wohnhaus in Wilmersdorf

1752 wurde auch hier auf Anordnung des Königs Friedrich II. der kurzlebige Versuch gemacht, auf einer seit dem 30jährigen Krieg wüsten Hofstelle (Nr. 126) eine Maulbeerplantage zur Seidenraupenzucht anzulegen, um den teuren Import aus Frankreich zu vermeiden.  Nach wenigen Jahren wurde die Tätigkeit wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt und das ebenerdige Lehm-Fachwerkhaus verkauft. An seiner Stelle entstand 1765 ein Sommersitz (Foto von 1906), wie er unter wohlhabenden Berlinern seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Mode kam.  Es folgten viele weitere Besitzerwechsel, bis 1893 der Augenarzt Prof. Heinrich Schoeler das beträchtliche Grundstück erwarb, das sich bis hinunter zum See und außerdem auf das Gelände am östlichen Ende der Dorfstraße erstreckte. Seitdem trägt das Gebäude den Namen Schoelerschlößchen.

Die im Fluchtlinienplan von 1891 vorgesehene und wenig später durchgeführte Verlängerung der Wilhelmsaue (Wilmersdorf um 1893) über das Schoelersche Anwesen hinweg bis zur Bundesallee (damals: Kaiserallee) war der erste Schritt einer Entwicklung, die nach dem Tod von Schoeler (1918), als das Haus in der Inflationszeit zum Spekulationsobjekt wurde, beinah zu seinem Abriß führte. 1929 übernahm der Bezirk Wilmersdorf das Haus samt dem dahinter liegende kleinen Park mit dem alten Baumbestand - den letzten Rest des einstigen Grundstücks.

Das Schoelerschlößchen wurde dem Jugendamt übergeben; die Winterhilfe, eine Heimatschau und seit 1935 die HJ (1936 Aufstockung um ein zweites Obergeschoß) nutzen in den Folgejahren das Gebäude, schließlich ab 1946 eine Kindertagesstätte, für deren Zweck es von Lage und Garten her sehr gut geeignet war.

Allerdings hatte die öffentliche Hand  (Bezirksamt) nie dafür Geld, die Kriegsschäden am Dach (Carl Timmer, Schoelerschlößchen, 2006, Öl/Leinwand, 40 x 50 cm) zu beheben, ein zweites Treppenhaus einzubauen oder auch nur das Gebäude gut in Schuß zu halten. Ein kleiner Brand in einer Küche kam daher 2003 dem Bezirksamt sehr zupaß: Statt zu sanieren, löste es die Kita auf und schloß 2006 einen 20jährigen Nutzungsvertrag mit der Stiftung Denkmalschutz Berlin. Es folgten jahrelange Querelen über den von der Stiftung geforderten Abriß des unbarocken zweiten Obergeschosses, bis sie sich mithilfe des Bezirks gegen das Landesdenkmalamt durchsetzte. Für diese erzwungene Wiederherstellung des barocken Erscheinungsbildes durch die private Stiftung war nunmehr genug Geld (öffentliche Fördergelder und privat) da. Seit Abschluß der Arbeiten Ende 2011 steht das Gebäude leer.

   

Vom Dorf zur Großstadt

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Wilmersdorf ein immer beliebteres Ausflugsziel für Berliner.  Grund war zunächst die Milch der Schafe (Wilmersdorf war dafür berühmt) (1), später kamen eine Badeanstalt auf der Südseite des Wilmersdorfer Sees und verschiedene Ausflugslokale, die Tausende von Besuchern bewirten konnten, hinzu. Eines von ihnen, der Victoria-Garten (Ansichtskarte von 1903), reichte von der Wilhelmsaue (Nr. 114/115) bis hinunter zum See. Dieses Gartenlokal war 1899 auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts angelegt worden, gegenüber der Einmündung der vom Kurfürstendamm kommenden Uhlandstraße (2); es verfügte auch über einen großen Tanzsaal mit einer Bühne  für Theater- und Konzertaufführungen und bot Kahnfahrten auf dem See an.
Schon früh war der Victoria-Garten ein beliebter NS-Treffpunkt; am 10.5.1929 wurde hier der NS-Schülerbund Berlin gegründet. Das Ausflugslokal wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; seit 1965 führt die Uhlandstraße – im Zuge des Umbaus auch von Wilmersdorf zu einer autogerechten Stadt – in Form einer mehrspurigen Schnellstraße über das Grundstück zur Mecklenburgischen Straße und zerschneidet so in einer breiten Schneise die ehemalige Dorfaue (genauso wie es in kaum geringerem Maße an der nächsten Kreuzung die Blissestraße macht).
Daneben (Nr. 113, jetzt ein Wohnhaus aus der Nachkriegszeit) lag der Dorfkrug, der ebenfalls 1899 zu einem Ausflugslokal mit Festsälen (H. Rudolph) ausgebaut wurde.
Von Wilmersdorf als Vergnügungsstätte sind keine baulichen Spuren erhalten.

Anders sieht es aus mit der Wilhelmsaue als Ort des Wohnens: Seit Ende des Deutsch-Französischen Krieges (1871), im Zuge der Gründerjahre, floß viel Geld an die hiesigen Bauern („Millionenbauern“), einerseits durch Landkauf seitens der Ringbahngesellschaft, andererseits von Bodenspekulanten, denn wohlhabende Berliner konnten es sich nun leisten, in der Stadt zu arbeiten und auf dem Land zu wohnen, nachdem seit November 1877 die westliche Teilstrecke der Ringbahn mit den Bahnhöfen Bundesplatz (früher: Wilmersdorf-Friedenau) und Heidelberger Platz (früher: Schmargendorf) in Betrieb genommen war.

Von dieser Zeit des Übergangs vom Dorf zu Großstadt – 1895: 2.400 Einwohner in Deutsch-Wilmersdorf, 1906 Stadtrecht, 1910 über 100.000 Einwohner in (seit 1912 ) Berlin-Wilmersdorf – zeugt noch ein Teil der Bebauung der Straße. Ein frühes Beispiel, das zeigt, wie auch ansässige Bauern selbst zum Wandel des dörflichen Erscheinungsbildes beitrugen, ist die bäuerliche Stadtvilla Nr. 17 von 1875. Hingegen steht das Landhaus für die Familie Blisse Nr. 120 aus den Jahren 1890/1 

 

Wilhelmsaue 120

 

schon am Ende dieser Phase von Vorstadtvillen, nachdem seit 1890 4-5stöckige großstädtische Mietshäuser zunehmend die Oberhand gewannen. Einen eher verhaltenen Schritt in diese Richtung stellt das Mietshaus Nr. 111A (1896-9) dar. Bis 1906 waren die Spuren dörflichen Lebens schließlich gänzlich beseitigt.

Auenkirche von NO; im Vordergrund der ehemalige Schlageter-Stein



Hinzu kamen sonstige der neuen Zeit angemessene Gebäude; besonders sind zu nennen die neugotische Auen-Kirche mit Pfarrhaus (Nr. 119) von 1895/7 (Architekt: Max Spitta), die die jetzt unterdimensionierte Dorfkirche von 1772 ersetzte (die Auen-Kirche ist bekannt für ihre Orgel und die Konzerte); und das Blissestift (Nr. 116/7, erbaut 1908-11), ursprünglich ein evangelisches Waisenhaus, jetzt eine Einrichtung des Jugendamtes, das mit den drei Mio. Goldmark erbaut wurde, die das Millionenbauern-Ehepaar Christian (1823-1905) und Auguste Blisse (1845-1907) der Stadt zu diesem Zweck vererbt hatten.

Blissestift

 
     

Von der Dorfstraße zur Wilhelmsaue

Diese Entwicklung brachte auch Namensänderungen mit sich: schon vor 1874 erhielt die Dorfstraße den Namen Wilhelmstraße nach Kaiser Wilhelm I.; wenige Tage nach dessen Tod im März 1888 wurde der Straßenname zur leicht poetisch anmutenden Wilhelmsaue abgeändert und der Anger in eine Grünanlage verwandelt; 1895 errichte man dort eine Büste des Namensgebers gegenüber der Einmündung der Uhlandstraße (zur Zeit des Nationalsozialismus beseitigt).

  
Der oben erwähnte Fluchtlinienplan von 1891 sah auch eine Verlängerung der Wilhelmsaue nach Westen vor, über ihr damaliges Ende auf Höhe der Mannheimer Straße hinaus bis zur Rudolstädter Straße (Plan: Wilmersdorf 1893).

Diese Absicht geriet jedoch mit dem Ausbau des städtischen Friedhofs an der Berliner Straße in Widerspruch, mit der Folge, daß die verlängerte Wilhelmsaue seit 1906 schon an der Barstraße am Friedhof endete und seit 1946 an der Mannheimer Straße. Der damals geplante Verlauf der Straße läßt sich aber noch im Lageplan des Friedhofs erkennen, und der Verzicht auf die Verlängerung hat aufgrund der hufeisenförmigen Numerierung dazu geführt, daß die Hausnummern auf der rechten Seite bei Nr. 42 abbrechen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite bei Nr. 99 weitergehen.

  
 
 

 Nach dem Ersten Weltkrieg

1926 entstand das Eckhaus Nr. 13 (und Mehlitzstraße) auf dem Grundstück eines Pferdefuhrbetriebs (3). Die Gestaltung der Erdgeschoßfassade hat Ähnlichkeit mit einem Blockhaus, und im Türsturz befindet sich ein Relief mit den Freimaurersymbolen Winkelmaß und Zirkel (ebenfalls in den Eingängen Mehlitzstraße 3 und 3a).

Kurz nachdem das Schoelerschlößchen in städtischen Besitz übergegangen war (s.o.), wurde 1930 damit begonnen, nach den Entwürfen von Fritz Buck die restliche Fläche des ehemaligen Schoelerschen Anwesens mit 290 Kleinwohnungen zu bebauen, um dem damaligen Wohnungsmangel zu begegnen. Die Wohnanlage am Schoelerpark entstand für die Heimstätten-Siedlungsgesellschaft Berlin-Wilmersdorf (sie ging 1937 mit anderen städtischen Wohnungsbaugesellschaften in der GSW auf), umrahmt das Schoelerschlößchen und den Schoelerpark, wodurch ein parkähnlicher Innenraum entsteht, und reicht bis zur Straße am Volkspark.

Ein weiteres Gebäude dieser Zeit ist die Erste Kirche Christi, Wissenschafter der Christian Science (Nr. 112), eine Kombination von Vereinshaus und Kirchenraum, 1936/37 von Otto Bartning im Stil der Klassischen Moderne gebaut und nach der Zerstörung im Dezember 1943 unter seiner Leitung 1956/57 wiederaufgebaut (4).

1941 wurde diese Religionsgemeinschaft reichsweit verboten und ihr Eigentum von der Gestapo beschlagnahmt, darunter auch Nr. 112. 1943 ging das Haus an die Waffen-SS, die den Kirchenraum (damals 1000 Plätze) als Kino benutzte.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges gab es in der Wilhelmsaue ein „Städtisches Ausländerlager für Arbeitsleistungen im Verwaltungsinteresse“, ein Zwangsarbeiterlager, um den „ausserordentlichen Mangel an männlichen Arbeitern“ abzudecken, wie es im Kriegsverwaltungsbericht des Bezirksamts heißt (5). Der genaue Standort ist nicht bekannt.

Schon gleich zu Beginn ihres Machtantritts hatten die Nationalsozialisten im Rahmen ihres  reichsweiten Gedenkens an den 10. Jahrestag der Hinrichtung von Leo Schlageter  am 11.5.1933 auch auf dem Mittelstreifen der Wilhelmsaue einen 3,80 m hohen bayerischen Findling als Schlageter-Stein (siehe Foto oben) aufgestellt.

Schlageter-Denkmal im Schloßpark Friedrichsfelde (Aufnahme 1934) / Bildquelle - Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-09-03 Nr. 66-7270 / Fotograf k.A.

Schlageter-Denkmal im Schloßpark Friedrichsfelde (Aufnahme 1934) - als Beispiel für einen solchen Gedenkstein (Quelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-09-03 Nr. 66-7270 / Fotograf: k.A.)

 
1956 wurde auf ihm eine Bronzetafel befestigt, die den Findling zu einem Erinnerungsstein an die Dorfaue in der Mitte des 18. Jahrhunderts umwidmen sollte.


 
 

Die Wilhelmsaue seit 1945

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren besonders auf der Nordseite der Wilhelmsaue viele Häuser schwer beschädigt oder zerstört (Plan: Gebäudeschäden 1945) worden. Einen erheblichen zusätzlichen Eingriff in die Bausubstanz (durch Abriß von Häusern) und in das Aussehen der Straße bedeutete außerdem die Ausweitung von Blisse- und Uhlandstraße auf die doppelte Breite (und besonders  die Verlängerung der letzteren über die Wilhelmsaue hinweg, s.o.).

1995 wurde an der Ecke zur Mehlitzstraße (Nr.12a) ein kleines zweistöckiges Gebäude aus dem 19. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt. Hier hatte ein Malereibetrieb seinen Sitz, der einst etwa 170 Beschäftigten einer der größten gewerblichen Arbeitgeber in Wilmersdorf gewesen war. Der Neubau, dem ein 20 m hoher Efeu an der Brandmauer des angrenzenden Hauses Mehlitzstraße 6 geopfert wurde, fällt in seiner grobschlächtigen Gestaltung – mit dem überdimensionierten Eckturm, den stockwerkübergreifenden dreieckigen Erkern, den auffällig breiten Stirnseiten der Dachüberstände sowie der bläulich reflektierenden Glasfassade – erheblich aus dem Gesamtbild der sonstigen Bebauung der Straße.

Von der Mehrzahl der Altbauten, die noch stehen, ist – wie auch anderswo – der Stuck abgeschlagen worden, wodurch die Fassaden ihre Lebendigkeit eingebüßt haben, und die vielen kleinen Geschäfte des täglichen Bedarfs, wie man sie auf dieser Postkarte von vor 100 Jahren sieht, gibt es schon lange nicht mehr, genausowenig wie die spielenden Kinder auf der Straße; die sind jetzt in einer der hiesigen Kitas oder auf dem Spielplatz auf dem Mittelstreifen untergebracht. So ist die heutige Wilhelmsaue eine recht ruhige Wohnstraße gleich um die Ecke von der verkehrsreichen Berliner Straße.

Wilhelmsaue 133 und 132, nach 1905 / Quelle - © Museum Charlottenburg-Wilmersdorf

  

(1) Eine letzte Spur von der Bedeutung der Milchwirtschaft ist noch im Hof von Nr. 11 zu sehen: ein Hinweis auf Milchverkauf, der bis in die 60er Jahre aus einem Stall im selben Hof stattfand.

(2) Die Uhlandstraße war erst zwischen 1888 und 1892 über die Güntzelstraße (damals Gartenstraße) hinaus bis zur Wilhelmsaue verlängert worden.

(3) Der Betrieb hatte 1910 an die 120 Pferde und befaßte sich vor allem mit dem Transport von Baumaterialien sowie der Straßenreinigung und Müllabfuhr in Wilmersdorf und umliegenden Orten. Nachdem 70 bis 80 Pferde vergiftet worden waren, gab der Inhaber das Geschäft auf und errichtete dieses Gebäude.

(4) Otto Bartning (1883-1959) erklärte in einem Brief an einen Architekten, „was mit der Straßenfront des Gebäudes […] gemeint war“, nämlich der „unverkleideten Gradheit des christlichen Denkens, Fühlens und gegenseitigen Helfens […] klaren Ausdruck geben. Daher die wenigen deutlichen Elemente der Straßenansicht: Die rechteckigen, breitempfangenden Portale, ausklingend in den Pfeilern des Gitters, in welchem die Inschrift geschmiedet stand. Darüber Bibliothek und Saal, wieder mit klaren Rechteckfenstern.“

(5) In dem Lager waren u.a. Kriegsgefangene aus Polen und Frankreich, Ausländer aus den Niederlanden und der Tschechei und Juden; sie mußten in der Stadtgärtnerei, bei der Stadtreinigung und im Krankenhaus arbeiten.


Der Text basiert auf Gesprächen mit Anwohnern der Straße und auf der im folgenden genannten Literatur. Dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf sei herzlich gedankt für seine freundliche Unterstützung und dem Kiez-Web-Team für die Internetaufbereitung und die Reproduktion der Fotos.

MichaelR  Fotos: c.


Literatur:

Baumeister Otto Bartning – Kirchen, hg. vom Gemeindekirchenrat der Ev. Himmelfahrt-Gemeinde Wedding, Berlin 1989 (Archiv der Ersten Kirche Christi, Wissenschafter)

Berlin Wilmersdorf, dargestellt im Kartenbild der Jahre von 1588 bis 1938, hg. von Udo Christoffel, Kunstamt Wilmersdorf 1983 (Archiv des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf)

Berlin-Wilmersdorf in StadtAnsichten, hg. von Udo Christoffel, Kunstamt Wilmersdorf 2. A. 1984 (Bezirksbibliothek: H 260 Berl)

Bothe-v. Richthofen, Felicitas: Widerstand in Wilmersdorf, Bd. 7 der Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin 1933-1945, hg. von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, 1993 (H 260 Both)

Heimatkundliches aus dem Teltow und dem Bezirk Wilmersdorf, Bd. II (Archiv des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf)

Moritz, Lilli: Die Geschichte des „Schoelerschlößchens“ zu Berlin-Wilmersdorf, 1961 (Sonderdruck: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte, 12) (H 260 Mori)

Von der Wilhelmsaue zur Carstenn-Figur. 120 Jahre Stadtentwicklung in Wilmersdorf, hg. vom Bezirksamt Wilmersdorf, Berlin (Wilhelm Möller) 1987 (H 260 Von)

Wilmersdorf, hg. vom Arbeitskreis Geschichte Wilmersdorf, Berlin 2003; darin: Wolfgang Homfeld, Zwangsarbeit in Wilmersdorf. Hinweise auf Lager und Einsatzstellen (Archiv des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf)

Wilmersdorfer Blätter, hg. vom Magistrat der Stadt Deutsch-Wilmersdorf, 1/1907 (Archiv des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf)

Wilmersdorfer Bruchstücke. Beiträge zur Geschichte des Bezirkes Wilmersdorf, Bd. I, hg. vom Arbeitskreis Geschichte Wilmersdorf, Berlin 1997 ( H 260 Wilm)
 

 

Weitere Informationen zu einzelnen Gebäuden:
* Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf - Stichwortsuche und Lexikon
* Luisenstädtischer Bildungsverein e.V. (Edition Luisenstadt) - Wilhelmsaue


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - 07. Februar 2013 - 21:49
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ein Kommentar

Nr. 1, M.R., 14.03.2015 - 17:18
Wilhelmsaue 112 (Erste Kiche Christi, Wissenschafter – siehe dazu oben!): Die lokale Wilmersdorfer Zeitung “Der Westen” am 14.12.1943: “Die Ufa eröffnet am Dienstag, dem 14. Dezember 1943, in Wilmersdorf, Wilhelmsaue 112, das neue Ufa-Theater Wilhelmsaue mit dem Bavaria-Film ‘Die Reise in die Vergangenheit’.” Zwei Tage später wurde das ganze Haus samt dem Kino im Kirchenraum bei einem Luftangriff zerstört. ( http://www.luise-berlin.de/lexikon/chawi.. )

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