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KJP, GEW, Auenkirche und Seniorenvertretung für Gedenken an Deserteur

Warum verzögert die Gedenktafelkommission demgegenüber langfristig das Gedenken?

 
Immer mehr Gremien und Organisationen sprechen sich für eine Gedenktafel für den 17jährigen aus, der in den letzten Kriegstagen von der SS ermordet wurde, weil er sich dem Krieg entzog.

 
Zu ihnen gehört jetzt auch das Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf (KJP). Das KJP besteht seit dem Schuljahr 2003/4. Jährlich wählen die Vollversammlungen der Grund-, Ober- und Berufsschulen sowie der Jugendfreizeitheime ihre Abgeordneten, die dort die Interessen junger Menschen im Bezirk vertreten. Ein Teil der Aktivitäten des KJP findet in Arbeitsgruppen statt, z.B. in der AG Gelbe Bänke.

 
Am 9. April faßte das KJP den folgenden Beschluß, der an die Gedenktafelkommission übermittelt wurde:
Wir, das Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf, haben auf unserer Plenarsitzung am 9.4.2014, in großer Mehrheit beschlossen, das Anliegen von Herrn Michael Röder zu unterstützen, eine Gedenktafel an der Uhlandstraße zu installieren.
An dieser Stelle wurde in den letzten Tagen des 2.Weltkrieges ein 17-jähriger Kriegsdeserteur erhängt, und zur Abschreckung anderer mehrere Tage dort hängen gelassen.
 
Wir wollen mit unserer Unterstützung ein Zeichen setzen und mahnen, die Schrecken des 2. Weltkrieges und die unvorstellbaren Verbrechen der Nazi-Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Auch heute kämpfen wir gegen jedes Erstarken von rechtsextremen und neurechten Strukturen, vor allem im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.
Wir sehen dies als unsere Pflicht an. Nicht nur als Menschen, die in dem Land leben, von dem der Terror des Dritten Reichs ausging, sondern eben vor allem als Menschen, sich für die Menschlichkeit und gegen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus und Faschismus, einzusetzen.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Niklas Schenker
(Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments Charlottenburg-Wilmersdorf)

  
                                                                       – – – – – – –

 
Auf Initiative der AG Friedenserziehung und Friedenspolitik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Berlin unterstützt der Geschäftsführende Vorstand der GEW Berlin ebenfalls die Initiative für die Gedenktafel. In seinem Schreiben vom 15. Mai an die Gedenktafelkommission schloß er sich dem bereits von zahlreichen Bürgern unterschriebenen Brief an.



                                                                      – – – – – – –

 
Die Evangelische Kirche in Deutschland gehörte in den 90er Jahren zu den Vorkämpfern für das Gesetz zur Aufhebung von NS-Unrechtsurteilen von 1998, das zweimal nachgebessert werden mußte (2002 und 2009), bis endlich alle Opfer bedingungslos rehabilitiert waren (1). 1996 hatte ihre Synode festgestellt:
„Es leben unter uns noch Mitbürger, die in der Zeit von 1939 bis 1945 durch die Wehrmachtsjustiz wegen Desertion, Gehorsamsverweigerung oder Wehrkraftzersetzung verurteilt wurden. Sie gelten nach wie vor als vorbestraft. Dies ist nicht länger zu verantworten.“

 
In dieser Tradition steht der Beschluß des Gemeindekirchenrats (GKR) der evangelischen Auen-Kirchengemeinde Wilmersdorf (14. Mai):

 

„Der GKR begrüßt die Initiative des Aktiven Museums, eine Gedenktafel für einen 17jährigen vor der Uhlandstraße 103 in Berlin-Wilmersdorf zu errichten.“
 
Beschluss: einstimmig

                                                                        – – – – – – –

Die Seniorenvertretung bietet eine institutionalisierte Möglichkeit für Menschen ab 60 Jahre, um sich am politischen, sozialen und kulturellen Leben zu beteiligen. Zu diesem Zweck hat sie Rederecht in den Ausschüssen und der Bezirksverordnetenversammlung und erarbeitet Vorschläge zu Maßnahmen, die der Bezirk plant und die für ältere Menschen bedeutsam sind.
Auf ihrem Plenum vom 26. Mai beschloß die Seniorenvertretung:

 


Die Seniorenvertretung Charlottenburg – Wilmersdorf unterstützt grundsätzlich Ihr Anliegen eine Gedenktafel für einen 17jährigen Deserteur aus der Uhlandstraße 103 in Berlin-Wilmersdorf zu errichten.
Überzeugend ist nach unserer Auffassung u.a., dass die Gedenktafel nicht nur an den SS-Mord in der Uhlandstraße 103 erinnern soll, sondern an viele ähnliche Schicksale in den Straßen unserer Stadt am Kriegsende 1945.

Wir leiten diesen Brief auch an die Gedenktafelkommission und den Kulturausschuss mit der Bitte weiter, sich möglichst zeitnah abschließend mit diesem Thema zu befassen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Jens Friedrich
Seniorenvertretung Charlottenburg-Wilmersdorf



                                                                     – – – – – – –

 
Diese vier neuen Befürworter einer Gedenktafel vor Uhlandstraße 103 kommen zu den bisherigen hinzu: das Aktive Museum, die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Prof. Johannes Tuchel) und die VVN-BdA Berlin. Ebenfalls hat Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) bei zwei Gelegenheiten sich für dieses Gedenken eingesetzt (siehe Pressemitteilung vom 26.6.2013 und Antwort an die VVN).
Auch weitere Einzelpersonen haben den Brief an die Gedenktafelkommission unterzeichnet, unter ihnen Klaus-Dieter Gröhler, MdB (CDU), Dr. Jürgen Hess, ehem. Mitglied des Kulturausschusses, der Gedenktafelkommission und des Denkmalbeirats der BVV, Dr. Peter Jahn, langjähriger Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst, und Prof. Reinhard Rürup, ehem. Inhaber des Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin, 1987-2004 Leiter der Gedenkstätte „Topographie des Todes“.

 
Es ist berührend, zu erleben, wie es mehreren hundert Einzelpersonen sowie verschiedenen Organisationen und Gremien ein Anliegen ist, mit einer Gedenktafel an das Schicksal des jugendlichen Mordopfers – und mit ihm auch an die vielen anderen, über die wir nichts mehr wissen – zu erinnern. Sie alle drücken damit ihr Mitgefühl für die Toten aus und ehren ihren Widerstand gegen einen verbrecherischen Krieg.

  
 

Warum verzögert demgegenüber die Gedenktafelkommission langfristig das Gedenken?

Unterstützung für diese Gedenktafel gibt es erfreulicherweise auch quer durch das gesamte Parteienspektrum.

Leider läßt sich das jedoch nicht von allen aktiven Parteipolitikern aus Bezirk, Land und Bund, die bisher angesprochen wurden, sagen (2). Warum sind sie sprachlos, statt ebenso wie das Kinder- und Jugendparlament klar und deutlich Verbrechen Verbrechen zu nennen und es „als ihre Pflicht anzusehen“, diese Opfer des Widerstandes zu ehren?

 
Besonders schwer verständlich ist das Verhalten der „Entscheiderinnen“, also der fünf Vertreterinnen von CDU, SPD, Grüner und Piratenpartei in der Gedenktafelkommission: Sie lassen Briefe und Anfragen unbeantwortet, halten ihre Beschlüsse geheim, verweigern jegliche öffentliche Diskussion und haben – im September 2013? oder Januar 2014? – sogar völliges Nichtstun bis in die Schulsommerferien (Juli/August) verabredet, wie erst vor wenigen Tagen bekannt wurde: Auf die Einwohnerfrage, wann denn nun der Überblick über die Gedenktafeln im Bezirk vorliegen werde, antwortete die Vorsitzende, Frau Stückler (CDU), am 22. Mai:

Es wurde bisher k e i n Auftrag vergeben. Das entspricht der Verabredung in der Gedenktafelkommission, entsprechendes Verwaltungshandeln bis zum Beginn bzw. im Laufe der Schulsommerferien zu initiieren. Ein Ergebnis einer solchen Prüfung liegt insoweit nicht vor. (14. Einwohnerfrage)


Das heißt, ein ganzes Jahr nach Eingang des Antrags im Juli 2013 wollen die Parteienvertreterinnen in der Kommission überhaupt erst mit einer Voruntersuchung beginnen (3). Und wenn dann das jetzt doch schon längst bekannte Ergebnis vorliegt, dann wollen sie als nächstes eine Projektgruppe einrichten, um zu prüfen, „wie man die SS-Geschichte im Stadtraum darstellen kann“:

Eine Projektgruppe existiert bisher nicht; entgegen Ihrer Fragestellung wurde vielmehr verabredet, zunächst die Prüfungen (vgl. Frage 1) abzuschließen, um danach ein solches Gremien zu bilden und sich dort mit den Ergebnissen zu befassen.


So sinnvoll grundsätzlich die Beschäftigung mit der Rolle der SS in Wilmersdorf (4) ist, so perfide ist es, dies mit dem Schicksal des 17jährigen zu verbinden, von dem wir zwar nicht wissen, ob und wodurch er Mitglied in der Waffen-SS wurde, von dem wir aber bestimmt wissen, daß er sich dem Krieg verweigert hat und dafür ermordet wurde. Auch Günther Grass, der mit 17 Jahren in die Waffen-SS ging, warf man nicht den Eintritt vor, sondern daß er ihn verschwiegen hatte. Wie könnte man auch einem 17jährigen, der vom Kindergarten an der NS-Propaganda ausgeliefert war, daraus einen Vorwurf machen?

 
Wer darüber direkt mit der Gedenktafelkommission sprechen möchte, findet hier Ansprechpartner (und am Fuß jener Seite einen Link zum „Verzeichnis der Gedenktafeln“, über die sich die Kommission erst noch einen Überblick verschaffen lassen will. Der Link „Nächster Sitzungstermin“ oben auf jener Seite führt zur Tagesordnung der nächsten Kommissionssitzung am 5. Juni).

 
Übrigens sind bisher über 500 € Spenden eingegangen. Wenn auch Sie spenden möchten (Spendenquittung wird ausgestellt): Aktives Museum e.V., Kontonr. 61 00 12 282 bei der Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Verwendungszweck (unbedingt angeben!): „Uhlandstraße 1945“.

 
MichaelR

 


Zeitgleich mit dem Erscheinen dieses Artikels geht auch der von Ihnen unterschriebene Brief an die Mitglieder der Gedenktafelkommission; das Alter der Unterzeichner reicht von 18 bis 93 Jahren. Außerdem werden wie üblich die zuständigen Redakteure der Lokalpresse über Brief und Artikel informiert.

 
(1) Freilich kam das 64 Jahre nach Kriegsende für die meisten von ihnen und für viele Angehörige von Hingerichteten zu spät.

(2) So hatte Franziska Becker, MdA (SPD) zum zugesagten Zeitpunkt nicht von sich hören lassen. Auf Nachfrage erklärte sie, so sei das eben im Berufsleben, sie habe „viele Aufgaben“; einen neuen Zeitpunkt wolle sie nicht nennen, sondern „zur gegebenen Zeit“ antworten (Gesprächswiedergabe auf Frau Beckers ausdrücklichen Wunsch). – Bleiben also noch Lisa Paus, MdB (Grüne Partei), deren Antwort immer noch aussteht, Ülker Radziwill MdA (SPD), die ihre ursprüngliche Unterstützung zurückgezogen zu haben scheint, und Stefan Evers, MdA (CDU), der sich bis Anfang Juni Zeit genommen hat. – Auch die 4 Fraktionen der BVV hüllen sich weiterhin in Schweigen.

(3) Ganz anders läuft es, wenn die Rathausparteien selbst Anliegen haben: Beispiel Grüne Partei: am 12.12.13 in der BVV, am 7.5.14 zum zweiten Mal auf der Tagesordnung im Kulturauschuß; Beispiel SPD: am 16.1.14 in der BVV, am 7.5. zum zweiten Mal auf der Tagesordnung im Kulturausschuß.

(4) Das SS-Führungshauptamt (SS-FHA) – das Hauptquartier der bewaffneten SS – lag in der Kaiserallee (heute Bundesallee) 188. Siehe dazu: Frank Flechtmann: Das SS-Führungshauptamt in der Kaiserallee 188 in: Arbeitskreis Wilmersdorf (Hg.), Wilmersdorf Ansichten, Berlin 2003, Seiten 170–207 [Stadtbücherei: B 152 Wil Wilmersdorf]


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - 01. Juni 2014 - 22:00
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acht Kommentare

Nr. 1, Siegfried Schlosser, 02.06.2014 - 10:35
Lieber Herr Roeder!

es ist gut, daß Sie trommeln. Weiter so. Aber bitte – keiner von uns, die wir in der GDK sitzen, will die von Ihnen angeregte Gedenktafel verhindern. Die Hinweise, die auch auf Ihre diversen Artikel hin gekommen sind, weisen darauf hin, daß es wesentlich mehr solcher Vorfälle gegeben haben muß. Das hat dazu geführt, zu überlegen, wie man mit dem Thema umgeht. Das wiederum führte zu der Idee, die Gedenkstätte im Murellental sozusagen “aus dem Wald heraus” und in die Lebenswirklichkeit der Menschen, also in die Stadt zu holen. Und das widerum braucht Vorbereitung, und die braucht Zeit. Ich denke, es ist doch auch in Ihrem Sinn, wenn wir versuchen, ein einheitliches Konzept für möglichst alle Gedenkstätten dieses Terrors zu entwickeln.
Also: trommeln Sie weiter, haken Sie nach, gehen Sie uns (das meine ich positiv) auf die Nerven. Aber bitte haben Sie auch Geduld. Sie wissen, daß ich die Nicht-Öffentlichkeit der GDK kritisiere. Das werde ich weiter tun, in der leisen Hoffnung, da vielleicht doch noch eine Änderung anregen zu können. Dazu braucht es Unterstützung, und die können Sie mit Ihrer Arbeit geben – immer schön die Nadel in die Wunde stechen…
Nr. 2, MR, 02.06.2014 - 18:07
Lieber Herr Schlosser,

Sie machen mir also Mut, weiterzumachen. Schönen Dank. Bloß – haben Sie sich mal gefragt, warum ich das mache und dazu in einer Weise, die Sie positiv nervt? Weil eben von Ihrer (= Sie und alle anderen "Entscheider") Seite her n i c h t s geschieht. Keine Antworten kommen. Jede öffentliche Diskussion verweigert wird. Es Ihnen völlig egal ist, wieviel Bürger und Gremien dahinterstehen. Sie sogar erst einmal ein Jahr Nichtstun beschlossen haben. Sie sich einfach totstellen – das simpelste Machtinstrument jedes beliebigen Politikers, nur noch getoppt von der Bitte um "Geduld".

Wo wird denn "überlegt"? Wer "bereitet vor"? Und wer "entwickelt" ein Konzept? Weder habe ich von Ihnen oder einem anderen Mitglied der GTK oder einer Fraktion bisher jemals von so etwas gehört, noch bin ich je von der GTK oder (mit einer kleinen Ausnahme) von irgendeiner Fraktion je zum "Überlegen, Vorbereiten, Konzipieren" eingeladen worden. (Ihre hat noch nicht einmal geantwortet.) Oder läuft da was hinter dem Rücken der Öffentlichkeit samt mir als Antragsteller, wobei sich die eine oder andere Partei ausdenkt, was sich aus ihrer Sicht damit machen läßt?

Ich bitte also um konkrete Antworten auf meine Fragen oben (hier an dieser Stelle) – oder nehme Ihren Kommentar als die übliche Beschwichtigungsgeste eines Politikers zur Kenntnis.

P.S. Gut, daß wir in Sachen Öffentlichkeit der GTK an einem Strang ziehen. Übrigens liegt dazu schon seit über 2 Monaten etwas im Eingangskorb von openantrag und harrt seiner Bearbeitung.
Nr. 3, jn, 03.06.2014 - 09:01
dem kann ich mich nur anschließen:Auch von mir hängt seit längerem “etwas im Eingangskorb von Openantrag und hart seiner Bearbeitung”.
Die Arroganz der “Berufspolitiker” und die Kommunikationsdefizite zum Bürger/in sind nicht erst seit den Oeynhausen/Tempelhof Desastern offensichtlich und wird denselbigen immer mehr probleme bereiten.
Nr. 4, Siegfried Schlosser, 03.06.2014 - 11:01
tja, und da kommen wir zu dem Problem, vor dem ich stehe: aus nicht-öffentlichen Sitzungen kann ich nun mal nicht berichten, auch wenn ich es gerne will. Dazu habe ich am Anfang meiner Tätigkeit als BV eine entsprechende Erklärung unterschrieben, die – unter STrafandrohung – meine Verschwiegenheit einfordert. Das gefällt mir nicht, deshalb will ich ja – wie Sie auch – eine grundsätzliche Öffnung all dieser Gremien. Nur stoßen wir da halt auf teilweise immensen Widerstand – und bohren halt weiter die dicken Bretter…
Nr. 5, MR, 03.06.2014 - 14:29
Lieber Herr Schlosser,

der Jammer ist tatsächlich groß – also an die Arbeit: zuerst einmal sofort die Beantwortung meiner Fragen (Komm. 2)! Und dann den von mir genannten openantrag in die Juni-BVV – vielleicht in Zusammenarbeit mit einigen der bisherigen Gegner der Öffentlichkeit in der GTK, die jetzt allmählich verstehen, daß sie mit ihrer bisherigen Haltung nur der Entstehung von Gedenktafeln (und ihren eigenen Parteien) erheblichen Schaden zugefügt haben. (Und dann wäre da noch der Antrag von jn, aber das ist dann ein weiteres Feld.)
Nr. 6, MR, 03.06.2014 - 20:18
Klaus-Dieter Gröhler, MdB (CDU) hat am 2.6. ebenfalls seine Unterstützung ausgesprochen (sein Schreiben wird demnächst hier veröffentlicht). Der Text wurde dementsprechend aktualisiert.
Nr. 7, Siegfried Schlosser, 04.06.2014 - 09:11
ich kann die Fragen nicht beantworten. Nicht, weil ich das nicht will, oder die Antworten nicht kenne, sondern weil ich es nicht darf.
Nr. 8, jn, 04.06.2014 - 23:14
“..weil ich es nicht darf.” Wer sagt das, auf welcher basis? Ist die juristische richtigkeit der aussage überprüft worden ? gibt es juristische,politische spielräume ? Welche strafen liegen denn an ? Vielleicht sollte mann/frau nur etwas “mutiger” sein, die bürger von oeynhausen und tempelhof machen es doch vor.

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