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Gedenktafel vor Uhlandstraße 103: endlich gebilligt

 
Am Montag, den 17. November billigte die Gedenktafelkommission in bewährt-vertraulicher, also geheimer Sitzung die Gedenktafel für den Ende April 1945 ermordeten 17jährigen Deserteur. Allen, die durch ihre Unterschrift unter den Brief an die Kommission, durch ihren Einsatz in Gremien und Organisationen oder auf andere Weise dies gefördert haben, sei herzlicher Dank dafür!
Im einzelnen bedeutet der Kommissionsbeschluß:

  • Es wird sich um eine pultartige Gedenktafel aus Edelstahl handeln.
  • Sie wird auf dem südlichen Mittelstreifen der Uhlandstraße (an der Kreuzung mit der Berliner Straße) neben dem Fußgängerübergang stehen.
  • Der Text der Tafel wird lauten:
         Hier wurde in den letzten Tagen des April 1945
         ein 17-Jähriger von Nationalsozialisten erhängt.
         Zur Erinnerung an ihn und alle anderen,
         die sich der Teilnahme am Krieg verweigerten

         und deshalb ermordet wurden.
  • Als Tag der Enthüllung ist Freitag, der 24. April 2015, 16 Uhr vorgesehen.

Die Gedenktafel (Entwurf, Herstellung) selbst wird etwa 1500 € kosten; hinzu kommen ca. 150-200 € für die Fundamentierung, so daß unter Berücksichtigung möglicher weiterer Nebenkosten mit insgesamt bis zu 1900 € zu rechnen ist. Davon sind bereits gut 1100 € durch Privatspenden gedeckt. Weitere Spenden sind herzlich willkommen auf das folgende Konto (ein eventueller Überschuß soll beim Aktiven Museum für eine satzungsgemäße Verwendung, vorzugsweise für andere Gedenktafeln, verbleiben):
      Aktives Museum e.V., Nr. 610012282 bei der Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00),
      Verwendungszweck (bitte angeben!): „Uhlandstraße 1945“ (Spendenquittung möglich)

 

Die 16 Monate von der Antragstellung (Juli 2013) bis heute sind ein Beispiel für die Art von würdeloser Vorgehensweise, wie sie in einer Demokratie bei der Beratung und Entscheidung über Gedenken nie wieder vorkommen sollte. Statt durch offene und öffentliche Diskussion war diese Zeit gekennzeichnet durch Gesprächsverweigerung, Verschleppung und Heimlichtuerei, getragen von der Mehrheit der Gedenktafelkommission – und, was noch schlimmer ist, schweigend geduldet von den beiden Parteien auf allen ihren Ebenen. Der folgende Text gibt davon einen Eindruck.
 

  

Die schwarz-grüne Mehrheit der Gedenktafelkommission gedenkt ermordeter Deserteure
unter Anwendung ihrer Grundsätze für Bürgerbeteiligung

 
„Mehr Bürgerbeteiligung, das heißt auch, die
Bürger/innen zu ermutigen, sich einzumischen
und ihre Interessen aktiv zu vertreten.“
(A)

„Die wirkliche Bürgerbeteiligung wird aber …
in Gesprächen … stattfinden.“
(B)
 
„Eine wirkliche Einbindung [der Bürger] kann
nur erfolgen, wenn … Informationen zur
Verfügung gestellt und Fragen vollständig
beantwortet werden.“
(C)

 
Gleich im August 2013 wurde die Sorge geäußert, dieser Antrag könnte die Schleusen zu einer Vielzahl von Gedenktafeln für ermordete Deserteure öffnen:

„Wenn wir für jeden toten Deserteur eine Gedenktafel errichten, erkennen wir die Straßen und Wege nicht mehr." (D)

Und gibt es nicht sowieso schon hinter der Waldbühne am Murellenberg eine Gedenkstätte?
Es bestanden also in der Kommission gegen ein Gedenken mitten in der Stadt starke Bedenken, versteckt hinter der Sorge vor Verschandelung der Straßen und gepaart mit dem Wunsch, es mit dem Gedenken fernab im Grunewald genug sein zu lassen. Das heißt aber auch, es gab eigentlich genug Anlaß, offen und öffentlich über den Antrag zu diskutieren. Stattdessen zog es die schwarz-grüne Mehrheit vor, das Anliegen auf die lange Bank zu schieben, alles mit dem Schleier des Geheimen zu umhüllen und jegliche Diskussion zu verweigern – vielleicht in der Hoffnung, auf diese politikertypische Weise die ganze Angelegenheit mit der Zeit auszusitzen?

Auf die lange Bank schieben     Man faßte den Beschluß, daß die Leiterin des Kunstamtes einen Überblick über alle Gedenkorte des Bezirks anfertigen solle, bevor man sich überhaupt inhaltlich mit dem Antrag beschäftigen werde. – Natürlich sollte eine Gedenktafelkommission solch einen Überblick haben – und zwar seit ihrer Gründung vor zehn Jahren! Andererseits gibt es den aber schon längst, und zwar im eigenen „Bezirkslexikon“. Dort kann jedermann jederzeit alle Informationen zu den relevanten Stichwörtern (1) finden – also auch jedes Mitglied der Gedenktafelkommission, das seine Aufgabe ernst nimmt. Daher war bei der Beschlußfassung sicher allen bekannt, daß es solch eine Gedenktafel für die vielen Mordopfer in den Straßen der Stadt im ganzen Bezirk eben nicht (und in der restlichen Stadt gerade mal dreimal) gibt.
Als dann endlich im Juni 2014 die „Recherche“ mit dem Titel „Gedenkkultur in Charlottenburg-Wilmersdorf“ vorlag – die erwartungsgemäß fast ausschließlich aus (völlig unbearbeiteten) Ausdrucken aus dem „Bezirkslexikon“ besteht –, war ein Jahr lang eine inhaltliche Diskussion in der Gedenktafelkommission durch bloßes Abwarten vermieden worden. Es fand sich auch sogleich jemand, um dieser Verzögerungstaktik die nötige Bedeutungsschwere zu verleihen:

„Kommunalpolitik dauert. Demokratische Prozesse dauern. Das gefällt nicht jedem." (E)


Mit dem Schleier des Geheimen umhüllen     Dies alles sieht in der Öffentlichkeit nicht schön aus. Deshalb stießen Pressevertreter mit ihren Anfragen auf eine Mauer des Schweigens; mir wurde folgende Antwort zuteil, als ich wissen wollte, wieso die Beschäftigung mit dieser Gedenktafel so lange auf Eis gelegt worden war, bloß um den Ausdruck von jedermann jederzeit im Internet zugänglichen Texten abzuwarten:

„Sie werfen Fragen zu internen Beratungsunterlagen der Gedenktafelkommission und Verfahren in diesem nichtöffentlichen Gremium auf. Sicher haben Sie Verständnis, dass eine Beantwortung daher nicht möglich ist." (F)

Da ist es ebenso verständlich, daß mir kein Exemplar dieser „Recherche“ überlassen wurde.

 
Diskussion verweigern    Nicht nur wurden mir – wie auch der Presse – wiederholt Informationen vorenthalten, sondern per Mehrheitsbeschluß der schwarz-grünen Mitglieder auch jegliche Teilnahme an Sitzungen der Kommission untersagt – und das trotz schriftlicher Zusage (Februar 2014):

„Sobald die Angelegenheit [gemeint: die Gedenktafel] beratungsreif ist, werde ich Sie zu einer Sitzung der Gedenktafelkommission einladen.“ (G)

Meine Nachfrage ein halbes Jahr später, wann das denn nun sein würde, erregte Unwillen:

„Soweit es die Gedenktafelkommission für erforderlich hält, wird eine Erörterung mit Ihnen stattfinden. Im Übrigen werde ich in der Zukunft auf inquisitorische Fragen nicht antworten.“ (G)

Auch hier fand sich jemand, um die verhinderte Transparenz schönzureden:

„Die Gedenktafelkommission tagt nicht geheim, sondern vertraulich. Dies ist ihr gutes Recht.“ ( H )

Dem Senat hingegen wurde – für die Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage (2) – folgende mit den Tatsachen kollidierende Mitteilung gemacht (und vom Kulturstaatssekretär unterschrieben):

„Es ist bewährte Praxis, die Initiatorin oder den Initiator zu einer persönlichen Anhörung einzuladen."

Dieselbe Diskussionsverweigerung erfolgte auch vonseiten der beiden Fraktionen, als ich Mitte Februar 2014 anbot, mit ihnen Fragen und Bedenken zu besprechen:

„Die Fraktionäre im Kulturausschuss sehen sich ausreichend informiert.“ (I)
„Unsere Fraktion möchte die ... Recherchen [gemeint: den oben erwähnter Überblick über alle Gedenkorte im Bezirk] abwarten, um sich dann eine abschließende Meinung zu bilden wie Ihr Anliegen umgesetzt werden soll / werden kann. Sollten wir nach dem Vorliegen der Ergebnisse noch Fragen oder Diskussionsbedarf haben, kommen wir gern auf Ihr Gesprächsangebot zurück." (J) (3)

Fragen oder Diskussionsbedarf gab es nicht.  
  
 

Diskussion in der Öffentlichkeit

Trotz aller Geheimhaltungspraxis und Diskussionsverweigerung wurde diese Art des Umgangs mit dem Gedenken an die Mordopfer jedoch zu einem Diskussionsthema in der Öffentlichkeit. Dazu trugen verschiedene Berichte in Zeitungen und Zeitschriften (4) bei. Allerdings schätzte die Kommissionsmehrheit die Einbeziehung der Vierten Gewalt nicht wirklich:

„... wie sehr Sie den engagierten Menschen in der Kommission – besonders mit Ihrem Weg über die Presse – Unrecht tun“ (E).

Im Juli 2014 traf ein offener Brief bei der Gedenktafelkommission ein. Jedoch schien man sich dort nicht zu freuen über die inzwischen mehr als 600 Bürger, „die es wichtig finden, derer öffentlich mitten in der Stadt zu gedenken, die sich als Soldat oder Zivilist dem Zweiten Krieg verweigert haben und dafür ermordet wurden“ – wie diese einzige bekanntgewordene Reaktion aus der Kommission vermuten läßt:

„Ob Sie noch weitere 500 Unterschriften sammeln oder nicht, das ändert nichts an der Tatsache, dass die Gedenktafelkommission ... eben so lange braucht wie sie braucht." (E)

Die Unterstützung durch zehn Organisationen und Gremien – unter ihnen das Aktive Museum, der Bundesverband Opfer der NS-Militärjustiz, das Kinder- und Jugendparlament und die Seniorenvertretung, die VVN und die ev. Auenkirchen-Gemeinde – wurde mit Schweigen – der Waffe nicht nur des kleinen Politikers gegen die Bürger – übergangen.
 
   

Würdeloser Umgang mit NS-Opfern

Es ist erschreckend, welchen Mangel an Mitgefühl und Achtung die schwarz-grüne Mehrheit der Gedenktafelkommission gegenüber Menschen gezeigt hat, die Widerstand geleistet haben und dafür ermordet wurden – und niemand aus den jeweiligen Fraktionen oder Parteien ist ihnen dabei in den Arm gefallen! Statt ihre bürokratische Macht auszuüben, hätten sie sich öffentlich für diese Ehrung einsetzen oder offen Bedenken äußern sollen – um auf diese Weise ihren in den Medien gern verbreiteten Vorstellungen von „Bürgerbeteiligung“ und „bürgerschaftlichem Engagement“ gerecht zu werden. (5)
   

Konsequenzen

Daß es auch ganz anders geht – mit Bürgerbeteiligung, Transparenz und Öffentlichkeit – zeigt eine Umfrage in den elf übrigen Bezirken der Stadt: Dort ist fast durchgängig die Beschäftigung mit Gedenktafeln öffentlich, sei es im Rahmen der Gedenktafelkommissionen (vier Bezirke; im fünften werden jedenfalls Antragsteller immer einbezogen), sei es in Kulturausschuß und BVV (so die restlichen sechs Bezirke). Nur in unserem Bezirk ist es ganz anders: nicht nur tagt die Kommission nichtöffentlich, sondern sie hat seit ihrer Neukonstituierung im Oktober 2011 in geschlagenen 3 Jahren nicht einen einzigen Antragsteller eingeladen, selbst wenn diese es wünschten. Damit muß unbedingt Schluß sein, damit es nie wieder zu solch einem würdelosen Vorgang wie hier kommt. Für die Einführung der Öffentlichkeit in der Gedenktafelkommission durch die BVV gibt es auch bereits seit Monaten einen fertigen Antrag, aber offensichtlich fehlt der Mehrheit der BVV-Parteien der Wille, ihn zu beschließen und die von ihnen in Reden und Textbeiträgen so gern hochgehaltene „Bürgerbeteiligung“ hier einzuführen.

MichaelR

 
Die beiden Parteien und ihre BVV-Fraktionen wurden bereits gebeten, sich freundlicherweise zu äußern, ob sie sich wirklich die von ihnen propagierte "Bürgerbeteiligung" so vorstellen und ob sie es weiterhin ablehnen, daß die Gedenktafelkommission öffentlich tagt. Wir hoffen auf eine Antwort.


Quellenangaben
A Grüne Partei, Thema des Monats Oktober 2013

B CDU, Thema des Monats Oktober 2013

C CDU, Thema des Monats Mai 2013

D CDU, E-Mail vom 11.12.2013

E Grüne Partei, E-Mail vom 22.8.2014

F CDU, 6. Einwohnerfrage, Oktober 2014

G CDU, 2. Einwohnerfrage, Juli 2014

H CDU, 6. Einwohnerfrage, September 2014. – Das BVV-Büro ließ diese anonyme Antwort zu.

I Grüne Partei, E-Mail 19.3.2014

J CDU, E-Mail 2.3.2014

 
Anmerkungen
(1) Stichwörter: Ehrengräber; Gedenkstätten und Steine; Krieger- und Gefallenendenkmale; Gedenktafeln; Stolpersteine. Bei den übrigen Abschnitten des schließlich vorgelegten Überblicks (Zwangsarbeiterlager, NS-Behörden) handelt es sich nicht um bestehende Gedenkorte.

(2) Schriftliche Anfrage M. Delius (Piraten) – DS 17/14708

(3) Die netzaffine Piratenpartei im Bezirk hat nicht einmal geantwortet, später ein Gespräch sogar ausdrücklich abgelehnt. Nur die SPD lud mich zu einem Gespräch in ihren Fraktionsarbeitskreis Kultur ein.

(4) Berichte erschienen in folgenden Presseorganen: Berliner Woche, Berliner Abendblatt, Tagesspiegel, Auen-Zeitung (S. 11), KiezWilmersdorf, blz (Zeitschrift der GEW Berlin), Aktives Museum (Mitgliederrundbrief S. 14), Berliner Woche; demnächst auch im Rundbrief der Berliner Geschichtswerkstatt. Herzlichen Dank an die verantwortlichen Redakteure und Mitarbeiter für ihr Interesse!

(5) Zur Glaubwürdigkeit gehört es ganz wesentlich, daß man zu seinem Wort steht. Daher schneiden Politiker bei einer GfK-Umfrage von Februar 2014 zu „Vertrauen in Berufsgruppen“ mit 15 % nicht grundlos am schlechtesten ab.


MichaelR - Gastautoren, Geschichte - 20. November 2014 - 00:18
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sieben Kommentare

Nr. 1, Friedrich, 20.11.2014 - 23:09
Sehr geehrter MiachaelR
und sehr geehrtes blog-Team,

hochinteressanter und informativer Beitrag. Herzlichen Dank dafür!

Es ist schon symptomatisch, immer wenn es wirklich um prekäre Fragen geht, dann trumpfen bspw. die Grünen mit Ihrer B-Garde auf und verbreiten Unmut. Neben der SPD eine weitere Partei, die man im Bezirk nicht mehr politisch verorten kann.

Friedrich
Nr. 2, Karin Pewe, 21.11.2014 - 17:44
Vielen Dank für Ihr Engagement in dieser mühsamen Geschichte. Viele Politiker sind offensichtlich völlig moralbefreit. Von der CDU erwarte ich nichts Anderes, dass aber die Grünen sich auch so verhalten… Na ja,das große Vorbild diesbezüglich (Totschweigen, Weggucken) sitzt ja ganz, ganz oben.
Liebe Grüße
Karin Pewe
Nr. 3, Amelie Döge, 24.11.2014 - 21:09
Lieber Herr Roeder, vielen Dank für Ihren langen Atem bei dieser unerfreulichen Auseinandersetzung . Beim Lesen Ihres ausführlichen Berichts wird deutlich , dass um Selbstverständlichkeiten gerungen werden muss und mit welchen Dreistigkeiten Sie konfrontiert waren.
Mit freundlichen Grüssen, Amelie Döge
Nr. 4, Ellis Huber, 30.11.2014 - 23:01
Lieber Herr Röder,
ich hatte mich gefreut, dass wir die von Ihnen ausgehende Initiative erfolgreich realisieren konnten. Sie aber sind nicht zufrieden und klagen uns weiter an. Ich darf Sie erst zitieren, damit mein Unverständnis auch verstanden werden kann:

"Sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder der Kreis- und Fraktionsvorstände der CDU und der Bündnisgrünen in Charlottenburg-Wilmersdorf,
ich wende mich deshalb an Sie gemeinsam, weil Ihre beiden Parteien in der Gedenktafelkommission (GTK) bei der Beschäftigung mit der Gedenktafel für einen ermordeten Deserteur ja ihrerseits eng zusammengewirkt haben.
Es geht um die Art und Weise, wie durch das Verhalten Ihrer Vertreter in der GTK die von Ihnen beiden gern propagierte "Bürgerbeteiligung" unter die Räder kam und dies zu einem würdelosen Umgang mit dem Gedenken an NS-Opfer führte. Es geht aber auch darum, daß Sie als Mitglieder der Fraktions- und Kreisvorstände diese Vorgänge geduldet haben. Ich lade Sie also ein, meine Erlebnisse mit Ihren Parteien – samt Ihren eigenen Äußerungen! – hier nachlesen: http://blog.klausenerplatz-kiez.de/archi...
Gleichzeitig bitte ich Sie, sich zu meinen Ausführungen zu äußern (bitte als öffentlicher Kommentar unter dem Text im Internet): ob Sie sich nämlich "Bürgerbeteiligung" wirklich so vorstellen – und ob sie es weiterhin ablehnen, daß die Gedenktafelkommission öffentlich tagt (siehe dazu auch die im letzten Absatz genannte Umfrage in der restlichen Stadt!.
Sie würden mich sehr freudig überraschen, wenn Sie auf diese Weise in einen öffentlichen Dialog treten würden. Dringend notwendig wäre das ja schon (siehe Fußnote 5 zur Glaubwürdigkeit von Politikern!).
Mit freundlichen Grüßen
M. Roeder"

Bisher hatte ich Ihnen möglichst zeitnah auf Ihre Mails geantwortet und glaubte auch, dass ich das mit Achtsamkeit und Respekt für Sie und Ihr Anliegen vermochte. Die zitierte Mail machte mich zunächst sprachlos und bevor ich reagieren konnte kam auch schon von Ihnen die nächste Mahnung:

"Sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder der Kreis- und Fraktionsvorstände der CDU und der Bündnisgrünen in Charlottenburg-Wilmersdorf,
ich möchte Sie an mein Schreiben vom 21.11. (siehe unten) erinnern – und bei der Gelegenheit auf die drei Kommentare hinweisen, die unter dem unten erwähnten Text (siehe Link) veröffentlicht wurden.
Vielleicht konnten Sie sich jeweils untereinander noch auf keine Antwort einigen – aber daß eine kommt, möchte ich doch schwer annehmen, da Sie immerhin die Verantwortlichen sind.
Mit freundlichen Grüßen
M. Roeder"

Warum Sie nur zwei von fünf Fraktionen der BVV angreifen ist schon seltsam. Die Fehldarstellung des Sachverhaltes für die Öffentlichkeit wirkt diffamierend und ungerecht. Sie bitten mich nun, die Stellungnahme, die Sie von mir persönlich erhalten haben, hier zu veröffentlichen. Ich komme dem gerne nach und hoffe dabei, dass Sie auch bereit sind, die Realität zu sehen und dass Ihre Anwürfe nicht angemessen sind. Ich schrieb Ihnen am 27.11.2014:

Sehr geehrter Herr Roeder,
ich habe Schwierigkeiten, Ihre ständige Anklage und destruktive Kommunikation zu verstehen. Für mich ist dies ebenso kränkend wie für alle Mitglieder der Kreis- und Fraktionsvorstände der einzelnen Parteien, die Sie mit mir allesamt und völlig ungerechtfertigt anprangern. Die Gedenktafelkommission hat Ihre Vorschläge voll und ganz aufgenommen und die Aufstellung der Gedenktafel beschlossen. Ich habe mich auch in mehreren Gesprächen mit Ihnen dafür eingesetzt, dass Sie etwas gelassener und im Ton sachlicher auftreten können. Ihre jetzigen Vorwürfe zeigen eher eine Eigenheit Ihrer eigenen Person als ein falsches Verhalten von Politikern. Ich darf Ihnen das nochmals an wenigen Beispielen meiner Arbeit in der Sache eindringlich verdeutlichen:

Bereits beim Gesundheitstag 1980 hier in Berlin kümmerte ich mich mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen um eine offene und gegenüber den Opfern respektvolle Behandlung des Themas NS Medizin. Als Ärztekammerpräsident konnte ich dann die Austellung „Der Wert des Menschen – Medizin in Deutschland 1918 – 1945“ fördern, die sich mit der Rolle der Ärzteführer in der Nazi-Zeit beschäftigte. Die außerordentlich erfolgreiche Ausstellung wurde in den Folgejahren in mehrerendeutschen Städten präsentiert und ging in einer englischen Fassung auf Tournee durch Nordamerika und Japan. Dort ermutigte sie die japanischen Ärzte, die eigene Geschichte in der Zeit des zweiten Weltkrieges vergleichbar kritisch zu reflektieren.

Der offene Umgang der Ärztekammer Berlin mit der Schuld der Deutschen Ärzteschaft im Nationalsozialismus fand ein überzeugendes und vertrauensstiftendes Echo in der Öffentlichkeit. Die IPPNW begründete in der Folge den Kongress „Medizin und Gewissen“ und in Berlin entstand das „Behandlungszentrum für Folteropfer“. Beides zeigt, wie eine innovative Ärztekammer öffentliche Wirkung entfalten kann. Die Initiative der Ärztekammer Berlin führte auch dazu, dass 1989 mit einer Gedenktafel vor der Philharmonie an die Euthanasiezentrale Tiergarten 4 erinnert wurde. Heute befindet sich dort der vom Deutschen Bundestag beschlossene „Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde“. Der Gedenkort ist am 2.9.2014 eröffnet worden.

Vor diesem Hintergrund unterstützte ich auch, ebenso wie alle Mitglieder der Gedenktafelkommission, Ihr eigenes Engagement zur Verwirklichung einer Gedenktafel für den Ende April 1945 ermordeten 17jährigen Deserteur. Ihre jetzige Kampagne gegen uns und die dadurch motivierten Kommentare auf Ihrer Homepage zur Sache selbst sind unangemessen und menschlich böse. Ihr eigener Anspruch der Vollkommenheit bei der Definition von Bürgerbeteiligung ist nicht redlich und eher einem narzistischen Geltungsbedürfnis als eine liebevollen Gedenkkultur zuzuordnen. Ihre Wahrnehmung der Dinge kann ich nachempfinden, sie entsprechen aber leider nicht der Realität. Die rigide Selbstgerechtigkeit Ihres Auftretens und auch Ihrer öffentlichen Anklage macht es gemeinhin notwendig, Ihnen möglichst wenig Bühne zu geben. Mit Ihrem Aktionismus entwerten Sie zusätzlich Ihre berechtigten Anliegen. Menschen, die so ungerecht und unabhängig von ihrem jeweiligen Engagement für das Gedenken an die Opfer des Naziterrors diffamiert und beschuldigt werden, haben ein gutes Recht, den Kontakt zu Ihnen zu meiden. Da ich bei meinen Begegnungen mit Ihnen versucht habe, Sie anzunehmen und zu verstehen, muss ich jetzt mit aller Deutlichkeit Ihre Vorwürfe und Falschdarstellungen zurückweisen. Sie pflegen einen "Furor Teutonicus", der auf sie selbst zurückfallen muss. Ich bitte Sie daher eindringlich, nach der erfolgreichen Verwirklichung Ihres Anliegens durch die angegriffenen Personen, zu einem Kommunikationsstil zurück zu finden, der menschlich angemessen ist. Erst dann wird es auch wieder möglich sein, Sie öffentlich anzuhören und auch ernst zu nehmen. Es geht in der Sache mehr um Ihre eigene Glaubwürdigkeit als um die Glaubwürdigkeit von Politikern. Ich wäre froh, wenn Sie zur Vernunft kommen könnten und stelle Ihnen frei, diese Mail als Stellungnahme zu Ihren Vorwürfen zu veröffentlichen.

Mit lieben Grüßen und der Hoffnung auf ein Einsehen
Ihr
Ellis Huber

Auf dieser Seite sind die von mir an Sie übersandten Links zu den angesprochenen Aktionen leider nicht drin. Ich darf aber klar feststellen, dass wir gerne Öffentlichkeit bei unserer Arbeit haben und zulassen. Es kann aber nicht sein, dass öffentliche Sitzungen zur zeitraubenden Selbstdarstellung mißbraucht werden und in diffamierenden Behauptungen enden, die eindeutig falsch sind und auch, wie die Kommentare zeigen, einen falschen Eindruck hinterlassen. Wir könnten gemeinsam viel Positives auf den Weg bringen, wenn Sie auch bereit sind, andere Menschen als ernsthaft, nachdenklich und engagiert zu respektieren. Darum bitte ich Sie herzlich.
Nr. 5, M.R., 02.12.2014 - 23:12
Lieber Herr Huber,

von allen vier Vorständen sind Sie das einzige Mitglied, das geantwortet hat – jedoch kein Bundestagsabgeordneter oder stellv. Fraktionsführer im Abgeordnetenhaus von der CDU – und überhaupt kein Mitglied der BVV-Fraktionen Ihrer Partei oder der CDU, obwohl alle, die Fraktionen schon seit Ende Februar, von mir informiert wurden über den schleppenden Fortgang meines Anliegens und die Tatsache, daß ich von Anfang an aus der Diskussion ausgeschlossen wurde. Dafür danke ich Ihnen.

Nun zu Ihren Anmerkungen:
– Gleich zu Beginn schreiben Sie: „dass wir die von Ihnen ausgehende Initiative erfolgreich realisieren konnten“. Tatsächlich ist mit dem Beschluß der GTK am 17.11. nichts „realisiert“ worden, sondern es hat schlicht 16 Monate gedauert, bis die Kommission ihr Placet gegeben hat – davon 12 Monate Verzögerung (s. den Text oben) und 3 Monate Vertagung. Und wieso „wir“? Auf dem Frühlingsfest am 17.6. hatten doch Sie selbst die mir bereits eingeräumte Möglichkeit, am Ende des Programms über das Mikrofon um weitere Unterschriften unter den Brief an die GTK zu bitten, unterbunden. Und sonst, hat sich Ihre Partei z.B. auf ihrer Website irgendwann zu meinem Anliegen geäußert? Mit mir geredet? (Ich wurde erst zu einem Kulturtreff eingeladen, n a c h d e m bereits eine Entscheidung der GTK gefaßt worden war.)

„nur zwei von fünf Fraktionen der BVV angreifen“: Es gibt dort vier, eine war sehr engagiert, die zweite jedenfalls nicht hinderlich; das hingegen war nur Ihre Fraktion in Zusammenwirken mit der CDU (s. Zitate im Text), daher habe ich nur die beiden „angegriffen“.

– Ihr Einsatz für die Opfer der NS-Ärzteschaft: Den habe ich nie infrage gestellt, sondern finde ihn sehr verdienstvoll. Aber es ging mir in obigem Artikel nicht um Ihre Verdienste – es ging mir um den eklatanten Widerspruch (s. Titel!) zwischen der von den Parteien öffentlich vorgetragenen Begeisterung für „Bürgerbeteiligung“ und der ernüchternden Realität, was in diesem Fall zu einem würdelosen Umgang mit dem Gedenken für NS-Opfern führte.

– Letzter Absatz vor Ihrer Unterschrift: „... macht es gemeinhin notwendig, Ihnen möglichst wenig Bühne zu geben“ und „... haben ein gutes Recht, den Kontakt zu Ihnen zu meiden“ und „Es geht in der Sache mehr um Ihre eigene Glaubwürdigkeit als um die Glaubwürdigkeit von Politikern.“:
Sie sind ans Ende Ihres Briefes gekommen und haben zu meinen beiden Fragen nichts gesagt, weswegen ich nochmals frage:
Ist diese mit reichlich Zitaten belegte Vorgehensweise die von Ihnen propagierte „Bürgerbeteiligung"? Lehnen Sie es weiterhin ab, daß die Gedenktafelkommission öffentlich tagt?
Stattdessen billigen Sie offenbar die Vorgehensweise Ihrer Partei und leiten daraus auch noch deren Recht ab, einen Bürger, über den sie sich ärgert, dann eben totzuschweigen und ihm das Gespräch zu verweigern, bis er sich bessert. (Und bedauerlicherweise nehmen Sie die Gelegenheit wahr, diesen Bürger auch noch ein bißchen persönlich herabzusetzen.) Diese Reaktion läßt stark vermuten, daß meine mit vielen Zitaten belegte Kritik offensichtlich zutreffend ist. Und wie Sie auf meine Kritik (nicht) eingehen und den Spieß umzudrehen versuchen, ist genau der Grund dafür, daß laut GfK-Umfrage 2014 (siehe oben FN 5) bei den Bürgern von allen Berufsgruppen Politiker in puncto Glaubwürdigkeit am schlechtesten abschneiden – nicht umgekehrt.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf Ihren Einsatz für mehr tatsächliche „Bürgerbeteiligung“, was auch bedeutet, das Gespräch mit jedem Bürger zu suchen – und als einen Schritt dorthin: endlich auch in unserem Bezirk Öffentlichkeit der Sitzungen der GTK zu schaffen!
M.R.
Nr. 7, M. Lehmann, 04.12.2014 - 14:04
Sehr geehrter Herr Huber,
Sie sollen zu diesem Fall sinngemäß gesagt haben, es sei traurig, dass es überhaupt der Sammlung von 600 Unterschriften bedarf um eine derartige Gedenktafel durchzusetzen. Ob Sie das so gesagt haben oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Da ich das auch so sehe führt es zu einem gewissen Wohlwollen, mit dem ich Ihre Zeilen ebenso wie den Text von Herrn Röder nun mehrmals gelesen habe um zu prüfen, ob Ihren Anschuldigungen nachvollziehbar sind.
Sie bezeichnen den Beitrag von Herrn Röder als: diffamierend, ungerechtfertigt beschuldigend, anprangernd, unangemessen und inhaltlich falsch.
Herrn Röder als Person bezeichnen Sie als: unsachlich, zu wenig gelassen im Ton, menschlich böse, mit narzistischen Geltungsbedürfnis, selbstgerecht, aktionistisch, menschlich unangemessen im Kommunikationsstil, unvernünftig und selbstdarstellerisch.
Herr Röder hat, mit Beispielen und Zitaten unterlegt dargestellt, – dass es 16 Monate von der Antragstellung bis zur Genehmigung gedauert hat – er als Initiator und Spendensammler für die Tafel zu keiner einzigen Sitzung der Kommission eingeladen wurde – er monatelang vertröstet wurde mit der Begründung, man müsse sich erst einen Überblick über bestehende Tafeln verschaffen, den es längst gab und bei dessen Verschaffung am Ende eine Liste stand, die am Anfang in ähnlicher Form bereits vorlag – dass hier grundlos verzögert und nicht öffentlich und damit nicht überprüfbar gehandelt wurde.
In Ihrer Antwort hier haben Sie sich zu keiner einzigen Aussage inhaltlich geäußert, sie als falsch dargestellt und kein einziges Gegenargument gebracht. Darüber hinaus haben Sie Herrn Röder intensiv und ausführlich persönlich diffamiert.
Bitte geben Sie Argumente, wieso der Ausgangstext so fehlerbehaftet ist und unterlegen Sie Ihre Behauptungen ebenso, wie es Herr Röder getan hat. Sind Sie der Meinung, die Gedenktafelkommission sollte weiterhin nichtöffentlich tagen und keine Begründungen liefern müssen? Finden Sie die geschilderte Vorgehensweise der Kommission und auch der Mitglieder Ihrer Partei angemessen und unterstützen sie? Erachten Sie als engagiertes Handeln, wenn die Gedenktafelkommission sich nach 10-jährigem Bestehen einen Überblick über bestehende Gedenktafeln verschafft?
Ich würde mir wünschen, dass Sie, Herr Huber, sich genauer ansehen, wie sich Ihre Fraktion – auch in anderen Themen – verhält.
Herr Röder recherchiert seine Texte sehr gründlich und ist ein in vielen Themen des Bezirks engagierter Bürger, dem ich an dieser Stelle für sein Engagement ausdrücklich danken möchte. Ich bedauere, dass er hier von Ihnen ohne jedes inhaltliche Argument persönlich so angegriffen wird und dass sich hier niemand die Zeit nimmt, zu äußern, wie befremdlich Ihr Beitrag ist. Was Sie ihm vorwerfen, praktizieren Sie leider selbst. Aus meiner Sicht sollten Sie sich für die persönlichen Angriffe entschuldigen.
Nr. 8, Siegfried Schlosser, 07.12.2014 - 12:03
ich habe als Mitglied der Gedenktafelkommission dafür geworben, daß wir öffentlich tagen sollten. Das wurde vom Gremium immer abgelehnt. Ein entsprechender Antrag für die BVV wurde im Kultur-Ausschuß komplett abgeändert und dann bei Enthaltung der Piraten-Vertreterin beschlossen:
http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-w..

Ich schätze Herrn Röder als ausgesprochen kenntnisreichen Menschen, der seine Anliegen mit Nachdruck verfolgt, wofür ihm zu danken ist. Leider trifft dieser Nachdruck im politischen CharlWilm nicht immer auf entsprechend positive Resonanz, was sicher auch im Auftreten von Herrn Röder liegen kann. Aber: wir brauchen ihn, und wir brauchen mehr Menschen wie ihn, die uns Politiker “triezen” wo sie können…

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