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Geschichte wird gemacht – Woche der Widerspenstigen (09.09. bis 18.09.2011)

Geschichte wird gemacht. Eine Mieterbewegung hat gerade wieder berlinweit damit begonnen. Geschichte wurde auch schon vor 30 Jahren gemacht und daran soll mit zwei Veranstaltungen im Rahmen der "Woche der Widerspenstigen" hier bei uns im Kiez am Klausenerplatz im Regenbogenhaus (Nehringstraße 34) erinnert werden. Wie bereits hier im Blog angekündigt, sind alle Anwohner herzlich eingeladen:

Wir, ehemalige Besetzer_innen und Kollektivist_innen aus den 80ern und  Aktivist_innen von heute, wollen mit „Alten“ und „Jungen“ zusammen die damaligen Erfahrungen kritisch beleuchten und den Austausch anregen; eine Brücke zwischen „damals“ und „heute“  schlagen. Wir wollen uns kennen lernen, austauschen, zusammen tabulos streiten, besser vernetzen, lachen, staunen, in Frage stellen, tanzen und gemeinsam vorwärts gehen. Wir wollen aktuell existierende Ansätze und Initiativen einem größeren Kreis bekannt machen und alle potentiell Aufsässigen zum Mitmachen aufrufen. 

  • Geschichte wird gemacht – Woche der Widerspenstigen – 09.09. bis 18.09.2011
    Diskussionsveranstaltung "Charlottenburg-Kiez Klausenerplatz - Nur noch für Reiche?"
    Themen und Referenten:
    • "Monopoly im Chamisso-Kiez" mit „Schiri“, Bewohnerin aus dem Hausprojekt Willibald-Alexis-34
    Moderation: Jo van der Linde
    Ev. kleines Hoffest im Anschluss…
    Freitag, 9. September 2011 um 19:30 Uhr (bis 21:30 Uhr)
      
     
  • Zum Tag des offenen Denkmals
    Multimedia in der Kneipe - Zur Geschichte der Hausbesetzungen im Kiez Klausenerplatz und in Westberlin mit Andreas Schmidt
    Führung im Hof mit Jo van der Linde - Geschichte wird gemacht - Stündlich ab 11:00 Uhr
    Erzählcafe und Malaktion für Kinder mit Mathias Oster
    Sonntag, 11. September 2011 von 11:00 bis 18:00 Uhr

 

Das (damalige) Regenbogenhaus in der Nehringstraße / Ecke Neufertstraße

 
Das Regenbogenhaus im Klausenerkiez öffnet seine Pforten
30 Jahre Hausbesetzungen und der Tag des Denkmals

Vor 30 Jahren erreichten die Proteste gegen die verfehlte Wohnungsbaupolitik des Senats und der „Neuen Heimat“ eine neue Dimension – 160 Häuser in Berlin-West wurden besetzt! Im Kiez am Klausenerplatz war es am 7. Februar 1981 soweit. Nach einer Demonstration besetzten eine Handvoll junger Leute das Haus Nehringstraße 34. Vom 9. bis 18. September 2011 erinnert ein breites Bündnis von ehemaligen BesetzerInnen, UnterstützerInnen aus den Achtzigern, jungen und alten engagierten Bewohnern von heute mit einer „Woche der Widerspenstigen“, an diese Zeit.

Aktuell ist heute eine ähnliche Entwicklung wie vor 30 Jahren zu beobachten: in Mitte, Kreuzberg, ja selbst in Neukölln steigen die Mieten rasant („Neukölln, jetzt 23% Prozent teurer“, TAZ vom 15. Juni 2011). Die Spekulanten haben Berlin „entdeckt“ und versuchen Kasse zu machen. Wie lange dauert es noch, bis auch im Kiez rund um den Klausenerplatz sich die Bewohner die bange Frage stellen:
„Charlottenburg – Kiez Klausenerplatz – nur noch für Reiche?“

Der Verein Leben und Arbeiten e.V. – die Bewohner der Nehring 34 – machen bei der Woche der Widerspenstigen mit und wollen informieren. Alle BewohnerInnen vom Kiez rund um den Klausenerplatz sind eingeladen, am zweiten Septemberwochenende im „Cafe Sowieso“ in der Nehring 34 vorbei zu schauen.

Was gibt es zu sehen und zu hören? Wir starten am 9. September 2011 mit einer Veranstaltung zur aktuellen Entwicklung der Wohnungspolitik in Berlin. Joachim Oellerich von der Berliner Mietergemeinschaft referiert über die prekäre Wohnungssituation in der deutschen Hauptstadt. Am Beispiel des Chamisso-Kiezes in Kreuzberg wird eine Bewohnerin von der Mieterinitiative „WAX34“ (Willibald-Alexis-Straße 34) informieren, was Häusern und ihren Mieterin droht, wenn Häuser von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften verkauft werden. Und wie es am Klausenerplatz konkret ausschaut, das wird von einem/einer Vertreter/-in des Mieterbeirates Klausenerplatz dargestellt.


Bundesweiter Tag des Denkmals 11.September 2011
Am Tag des Denkmals am 11.September 2011 geht es in die zweite Runde. Der Fotograf und Aktivist aus der Hausbesetzerzeit, Andreas Schmidt, der heute noch im Kiez lebt wird in einer audiovisuellen Diashow Bilder aus der Zeit der Hausbesetzung in Charlottenburg zeigen. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen im Innenhof der Nehring 34. Vor dem Regenbogenhaus laden die Bewohner die Kinder unseres Stadtteils ein, unseren Kiez, ihr Haus, ihren Hund, ihre Katze – oder zu was auch immer sie eine Idee haben – zu malen.
Wer Lust hat kann darüber hinaus in der Zeit von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr auch ein wenig mehr über das Regenbogenhaus und seine Bewohner erfahren. Jeweils zur vollen Stunde wird es eine kleine Führung geben, in der im Innenhof die Geschichte des Hauses vorgestellt wird.

 

Unsa Haus!

- Geschichte, Gesellschaft - 08. September 2011 - 00:24
Tags: //////



zwei Kommentare

Nr. 1, Fritz, 20.10.2011 - 23:54
habe erfahren, dass gleichzeitig mit der Besetzterfeier des Regenbogenhauses die heutigen Pächter dem Bio-Laden Lylla Dankbar zum Jahresende gekündigt haben. Sie stören sich angeblich am Sauberkeits-Standard und an zu geringen Löhnen. Der Laden scheint ja echt kein Abzocker zu sein. Da wird nach 25 Jahren ein Projekt rausgeschmissen, was mit wenig Geld Ideale lebt, aber einfache Leute werden nicht geduldet, auch die Hausbesetzer-Erben scheinen jetzt feine Leute zu sein. Bin erstaunt, dass das hier auf diesen Seiten noch nicht bekannt ist, die hören doch sonst immer das Gras wachsen. Die Ladenbesitzerin weiß wohl nicht so recht, wie sie sich wehren kann. Hat jemand eine Idee, wie man den Laden retten kann?
Fritz
Nr. 2, maho, 21.10.2011 - 18:54
Was kann sie machen?
Verhandeln
sich über die rechtlichen Möglichkeiten informieren
Unterschriften von ihren Kunden und aus dem Kiez sammeln
Öffentlichkeit herstellen – ein großes Plakat ins Fenster (wenn sie nichts mehr zu verlieren hat) – an die Presse wenden (zum Beispiel: Berliner Woche), aber auch ruhig klotzen mit rbb usw. Mal greifen sie es auf und mal nicht – wenn man sie nicht informiert, dann passiert garantiert nichts. Damit wäre eine öffentliche Stellungnahme der “Hausbesetzer-Erben” zu erzwingen.

Wenn sie, oder Du, einen Beitrag als Gastautor dazu schreiben möchtest – vielleicht mit einer Vorstellung der Geschichte des Ladens und der aktuellen Probleme – dann bringen wir diesen hier im Blog.
(Bitte beachten: eine Angabe des Namens ist nicht erforderlich, es kann auch ein Pseudonym, wie Fritz?, sein. Allerdings möchten wir unsere Gastautoren in der realen Welt kennenlernen, anonyme Zuschriften akzeptieren wir nicht (bzw. nur in Ausnahmefällen).

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