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Bezirksbibliotheken – Teil 14: Bücher wegwerfen, damit die Statistik stimmt?


In den bisherigen 13 Teilen der Serie zur Zukunft der bezirklichen Bibliotheken ging es anfangs vor allem um den Erhalt aller Bibliotheken durch Verhinderung einer zentralen Bezirksbibliothek und seitdem um das zunehmende Ausräumen der geretteten Häuser. Das ist auch aus gegebenen Anlaß das Thema des folgenden Artikels.

 
Gern hat Frau König (CDU) vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf die erfragten Zahlen nicht genannt; sie nahm sich über ¼ Jahr Zeit (13. April bis 29. Juli), bis sie – auf Anraten der Bezirksaufsicht des Senats – antwortete (1). Hier also ihre Zahlen: Zwischen 2004 und 2014 sank der Bestand Kunst um 1078 Exemplare. Allein 2014 wurden 253 Bände beseitigt und 2015 bisher (Juli) sogar schon 449. Das sind allerdings nur die Zahlen für einen einzigen Standort, nämlich die Bücherei am U-Bf. Blissestraße.

Warum hat eine staatliche Institution – deren Aufgabe es (u.a.) eigentlich ist, die mit dem Geld der Bürger angeschafften Bücher für diese Bürger bereitzustellen – im Laufe von 10 Jahren weit über ein Drittel (2) des ihr anvertrauten Bestandes weggeworfen? Die zuständige Stadträtin erklärt das so (Frage 12):

Der prozentuale Anteil des Bestandes ‚Kunst‘ am Gesamtbestand ist seit 2004 ungefähr gleich geblieben, die Nutzung ist seit 2004 kontinuierlich sowohl absolut als auch anteilig an der Gesamtausleihe gesunken. Idealer Weise sollte der Bestandsanteil dem Ausleihanteil entsprechen, die so ermittelte Effizienz den Wert 1 ergeben. Im Bereich ‚Kunst‘ ist dies nicht der Fall, die Tendenz seit 2004 stark fallend. Der Bestand ist im Verhältnis zu seiner Nutzung und im Verhältnis zum Gesamtbestand zu groß.

Stadtteilbibliothek "Ingeborg Bachmann" in der Charlottenburger Nehringstraße

  



KLR erzwingt Bibliothek light

Die zu niedrigen Ausleihzahlen haben der Bibliothek also die Umsatzzahlen und den sogenannten Effizienzwert verdorben; und das ist unter der Herrschaft der Kosten-Leistungs-Rechnung (KLR) eine Katastrophe. Denn die vorherrschenden Parteien im Abgeordnetenhaus veranschlagen den Bezirken im Rahmen der Globalsummen-Zuweisung Geld für die Büchereien allein nach Maßgabe der Ausleihzahlen. So wurden die Stadtbüchereien zu „modernen Gebrauchs- und Verbrauchsbibliotheken“ mit Schwerpunkt auf Ratgebern, gängiger Literatur und Bestsellern. Wer mehr will, muß sich an die Fernleihe halten, was bedeutet: keine Möglichkeit, das Buch vor (oder statt) der Ausleihe einzusehen, gegebenenfalls längere Wartezeiten, weil landesweit nur noch 1-2 Exemplare erhalten geblieben sind, und (seit der Preiserhöhung vom 1. Juli) 2,- oder 3,- Eu Leihkosten (inner- bzw. überbezirklich) für jedes einzelne Exemplar. Was wir jedoch stattdessen wollen, sind inhaltlich gut ausgestattete lokale Bibliotheken, die vielfältige Interessen befriedigen, auch solche, die über die jeweiligen Trends hinausgehen, und deren Bestand man vor Ort nutzen kann (3). Um das zu erreichen, bedarf es endlich eines Bibliotheksgesetzes, das die öffentlichen Bibliotheken zu einer staatlichen Pflichtaufgabe erklärt und gleichzeitig das für Personal und Bestand notwendige Geld zur Verfügung stellt.
 
 
 

Vergeudung von materiellen Werten, bezahlt mit unseren Steuern

Daß staatliche Stellen nicht gut mit dem umgehen, was aus Steuergeldern an materiellen Werten geschaffen wurde, ist nicht nur im Zusammenhang mit maroden Schulen und Brücken bekannt. Das gilt auch für viele andere Bereiche und eben auch für die Büchereien und bedeutet überall einen bedeutenden Wertverlust durch Vernachlässigung oder Vernichtung. Um sich ein Bild zu machen, habe ich daher bei verschiedenen Fachbuchhandlungen nachgefragt: Bei Kunstbänden kann man in etwa mit durchschnittlichen Kosten von wenigstens 40,- Eu je Exemplar rechnen; das macht bei mindestens 1078 weggeworfenen Büchern über 40.000,- Eu aus, und das im Hinblick auf die öffentliche Geldknappheit, die uns Bürgern sonst so oft vorgehalten wird. Dabei ist noch zu bedenken: das sind nur die Bücher aus der Kunstabteilung; insgesamt ist der Bestand in der Bibliothek am U-Bf. Blissestraße laut Auskunft der Stadträtin von 2004 bis 2014 um 24.079 Exemplare – das ist ein Drittel – reduziert worden. Und das ist wiederum nur die Zahl für eine von sieben bezirklichen Bibliotheken. Eine regelrechte Wegwerforgie im Namen der KLR.
 
 

Büchervernichtung, damit die Statistik stimmt

Das ist nicht, was wir von unseren Bibliotheken erwarten. Leider will das Bezirksamt aber von unseren Erwartungen als Nutzer offenbar nichts wissen, wenn man verfolgt, wie die Bibliotheksstadträtin seit 1 ½ Jahren reagiert auf die Forderung nach einer Bibliothekswerkstatt – wo es darum geht, daß die Verwaltung mal mit den Nutzern über deren Forderungen z.B. im Hinblick auf Anschaffung und Aussonderung öffentlich diskutiert: Zuerst (Februar 2014) hieß es, die Zusammensetzung der Teilnehmer wäre nicht repräsentativ; dann (März 2014) ist kein Geld und Personal dafür vorhanden. Im Januar und Februar 2015 müssen „zunächst jedoch die Rahmenbedingungen geklärt werden“ bzw. „dauert der Klärungsprozess an, es gibt noch keine Ergebnisse“; und jetzt (Juni, 6. Frage) ist es wieder der „dramatische Personalnotstand“, der es vor Jahresende unmöglich macht, sich „wieder mit dem Thema Bibliothekswerkstatt auf Bezirksebene befassen“ zu können. Die ganze Entwicklung der Bibliotheken unter den Bedingungen der KLR macht aber deutlich klar: Sie dürfen nicht der Verwaltung allein überlassen bleiben, wir Nutzer müssen einen institutionalisierten Einfluß haben, zum Beispiel in der Form eines Benutzerbeirats.

MichaelR


Der Beitrag wurde den Fraktionen des Abgeordnetenhauses, der Presse und dem Landesrechnungshof übermittelt.


(1) Wobei sie nicht der Gelegenheit widerstehen konnte, das Fragerecht des Fragestellers in Frage zu stellen: Frage 12/einleitende Anmerkung.

(2) „Weit über ein Drittel“: Zwar ist der Bestand von 2004 bis 2014 um 34% gesunken, aber die Zahlen für 2014 (aus den Unterfragen 1 und 2) legen nahe, daß die Rate der weggeworfenen Bücher deutlich höher liegt (Saldo mit Neuerwerbungen).

(3) Das gilt ganz besonders für die heimatkundliche Literatur, die ebenfalls bezirksweit mit vollen Armen beseitigt wurde (siehe Frage 3 und Frage 3), ehe die Stadträtin das weitere Wegwerfen viel zu spät weitgehend untersagte. Statt aber die Abteilung nun mit allem Erreichbaren wiederaufzubauen, wird sogenannte „graue Literatur“ von der Bibliotheksverwaltung zurückgewiesen und für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar im bezirklichen Archiv verwahrt.


MichaelR - Gastautoren, Politik - 17. August 2015 - 20:42
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ein Kommentar

Nr. 1, Haringo, 30.08.2015 - 20:22
Erster Bibliotheksbesuch in der Brandenburgischen Straße

Als Neubürger von Wilmersdorf und Mensch vom (Bibliotheks-)Fach ist mir natürlich schon beim ersten Einkauf die Bibliothek in der Brandenburgischen Straße aufgefallen. Ein neugieriger Blick in das Angebot macht einige Unterschiede bei der Grundversorgung deutlich.

Es fängt bei den eher bescheidenen Öffnungszeiten an, geht weiter mit der zwar systematischen, aber doch recht unübersichtlichen Präsentation der Ware und reicht bis zu schmerzlichen Lücken im Bestand.

Dazu ein Beispiel aus der Philosophie. Zunächst sind die Regale im ersten Stock gar nicht so leicht zu finden. Es fehlt eine deutliche Beschilderung im oberen Eingangsbereich. Bei der Auswahl im Regal ist das Bemühen deutlich zu erkennen, einen Einstieg und Überblick zum Thema zu bieten, was man mit etwas Wohlwollen durchaus als gelungen bezeichnen kann. Aber schon die Auswahl von Werken einzelner Philosophen und entsprechende Sekundärliteratur dazu macht einen etwas willkürlichen Eindruck; man hat sich wohl an den gängigen Namen orientiert. Sehr zu wünschen übrig lässt die Präsentation aktueller Themen, die gegenwärtig auf den Feuilletonseiten diskutiert werden.

Allerdings sind bei einem Bestand von insgesamt 86.000 Medieneinheiten Lücken im Bestand keine Überraschung.

Nach meiner Erfahrung ist es aber gerade für eine eher kleine Bibliothek deshalb um so wichtiger ein inhaltliches Profil zu entwickeln und dieses auch den Nutzern gegenüber zu vertreten, sonst verliert man sich bei der Bestandspflege im Beliebigen und orientiert sich an formalen Kriterien wie den Ausleihzahlen und das führt wiederum genau zu solchen im Artikel beschriebenen Effekten: „Bücher wegwerfen, damit die Statistik stimmt“ (?). Natürlich ist die Aussonderung von Büchern ein wichtiger Bestandteil der Bestandspflege einer jeden Bibliothek. Es kommt aber auf die Kriterien an und die sollten sich eben nicht an einer Statistik, sondern an Ansprüchen und Inhalten orientieren!

Was noch auffiel: das Personal ist sehr freundlich und kompetent – ich komme gern wieder in die Bibliothek.

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