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27. Mai 2015 - 00:28StadtNatur

und Großstadttierchen


Protest gegen "Heuschrecken" in der Kleingartenkolonie Oeynhausen

Schnecke im Hinterhof am Klausenerplatz

 

- Kiezfundstücke - Kein Kommentar / Kein Trackback

27. Mai 2015 - 00:24Kleingartenkolonie Oeynhausen – „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“? (1)

 
Die lokale SPD wollte schon immer Hand in Hand mit der Grünen Partei die Kleingartenkolonie Oeynhausen retten (2) – wenn bloß die Entschädigung von „Sonderopfern“ nicht so teuer wäre! 25 Mio. € – oder vielleicht sogar „31 bis 35,9 Mio“?

Dieses vom BGH – am Baugesetzbuch vorbei – erfundene und hoch zu vergeltende „Sonderopfer“ des Grundstückseigentümers war bisher für einige Gutachter und Lokalpolitiker die gehätschelte Klippe, an der man die Rettung der Kleingartenkolonie tränenden Auges scheitern lassen wollte. Staatsekretär Gothe (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt) sah im Zwiegespräch mit Bezirksstadtrat Schulte (Brief vom 23.5.2012) diese „Sonderopferrechtsprechung“ als einzige Unabwägbarkeit bei der Rettung der Kleingartenkolonie Oeynhausen:

„Ich teile die Empfehlung zur zügigen Festsetzung des Bebauungsplans. Nach Prüfung der von Ihnen übermittelten Vermerke und Gutachten zur Frage eines etwaigen planungsrechtlichen Entschädigungsanspruches kann ich Ihnen mitteilen, dass zwar eine begründete Hoffnung darauf besteht, einen Entschädigungsanspruch in Höhe der Verkehrswertentschädigung für Wohnbauland abwehren zu können. Allerdings kann dieses Risiko aufgrund der in den letzten Jahren vom Bundesgerichtshof entwickelten sogenannten Sonderopferrechtsprechung nicht vollständig ausgeschlossen werden.“


Wie groß muß – müßte? – also eigentlich die Freude bei der SPD (und ihrer Zählgenossin von der Grüne Partei) gewesen sein, als das Bundesverfassungsgericht am 16.12.2014 entschied, daß die Sonderopferrechtsprechung des BGH verfassungswidrig ist:

„Auch der mit dem Regierungsentwurf befasste Ausschuss des Deutschen Bundestages für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sah die Notwendigkeit einer Befristung (3). Die sehr weitgehende Verkehrswertentschädigung von Planungsschäden auch bei nicht ausgeübten Nutzungen habe zu einer weitgehenden Erstarrung der Planung geführt. Die Gemeinden hätten sich bisher zumeist daran gehindert gesehen, auch dringend notwendige Umplanungen durchzuführen, weil sie die damit verbundenen hohen Entschädigungslasten nicht hätten tragen können.“ (Randnummer 95)
„Angesichts dieser deutlichen Aussagen in den Gesetzesmaterialien widerspricht das Auslegungsergebnis des Bundesgerichtshofs (4) dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers, nach dem durch die Neuregelung ein ‚genereller‘ Ausschluss des Ersatzes von Planungsschäden nach Ablauf der Sieben-Jahres-Frist erreicht werden sollte.“ (Randnummer 96) (5)


Aber man hört keine große Freude bei SPD und Grüner Partei. Man könnte beinah meinen, der SPD passe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht. Oder wie soll man sich erklären, daß die Senatsverwaltung und das Bezirksamt über dieses seit mehr als 10 Jahre laufende Verfahren nie etwas haben verlauten lassen, nicht einmal, nachdem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Juli 2011 Verfassungsbeschwerde einlegte? Und daß dieselben Politikverwalter sogar das Ergebnis der Verfassungsbeschwerde verschwiegen haben, obwohl es doch von zentraler Bedeutung für die Kleingärtner von Oeynhausen ist? Und, nachdem es jetzt im April durch das neue Gutachten allgemein bekannt wurde, schon vier Monate darüber nachzudenken behaupten?

 

„Blick von Cunostraße nach Osten – der noch unverbaute Blick“ / Foto © Mitglieder des Kleingärtnervereins

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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

20. Mai 2015 - 00:02Benefiz-Trödelmarkt im Keramik-Museum Berlin

 
Auch in diesem Jahr lädt der Förderverein KMB als Träger des Keramik-Museums Berlin an beiden Pfingstfeiertagen zu einem Keramik-Trödelmarkt im romantischen Ambiente des Museumsgartens ein.

Unter anderem kommen speziell zu diesem Zweck gespendete keramische Gegenstände zum Verkauf. Neben Nippes und wunderbarem Kitsch kann man auch Vasen, Schalen, Figuren, Objekte oder Gebrauchsgeschirr (Service / Serviceteile) aus Porzellan, Steinzeug, Fayence, Steingut oder Irdenware finden. Feine Unikate anerkannter Künstler oder einfache, rustikale oder auch skurrile Keramikobjekte sind im Angebot, wie auch das eine oder andere Stück aus bekannten Manufakturen (z.B. KPM, Rosenthal, Bollhagen, Karlsruhe, Velten-Vordamm).

An beiden Pfingstfeiertagen sind auch die Museumsräume mit 3 laufenden Sonderausstellungen jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet:

Trödelmarkt im Museumsgarten des Keramik-Museums Berlin (Foto © I. Wiedemann/KMB) 

Der Eintritt zum Trödelmarkt (inklusive Besuch der drei Sonderausstellungen) beträgt 2,00 Euro.

  
Sonntag, 24. und Montag, 25. Mai 2015
von 11:00 – 17:00 Uhr

Keramik-Museum Berlin (KMB)
Schustehrusstraße 13, 10585 Berlin-Charlottenburg

  

- Kunst und Kultur - Kein Kommentar / Kein Trackback

19. Mai 2015 - 00:28Straßenecken

 

Straßenecke im Klausenerplatz-Kiez

 

- Kiezfundstücke - Kein Kommentar / Kein Trackback

18. Mai 2015 - 00:02Eine Boutique der Integration

„Ekunas Kleiderschrank“ neueröffnet

 
Die Geschichte von Ekaterina Inashvili ist zugleich die Geschichte einer gelungenen Integration. Ihre Familie stammt aus der früheren Sowjetunion. Nach der Wende nahm ihre Mutter die Chance wahr, der Familie in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen.

Die beiden Töchter haben ihren Weg gefunden. Ekaterina Inashvili hat sich in der Welt der „Erfolgreichen und Schönen“ „Charlottengrads“ etabliert. Im Gründerzeitambiente des früheren Hotel „Belle Etage“ am Lietzensee Ufer lud sie zu Konzerten und Modenschauen mit russischen Spitzenmodels ein, das berühmte „Hotel Bogota“ begleitete sie mit ihrer Stilsicherheit bis zum schicksalhaften Ausverkauf. In einem eigenen Onlinemagazin berichtete sie über Stars, Trends und den Lifestyle in Berlin und Deutschland. Nunmehr hat sie in der Neuen Kantstraße 4 ein Geschäft für Mode aus zweiter Hand - „Ekunas Kleiderschrank“ - eröffnet. Geschäftsidee ist, daß sie mit Spitzenmarken der Modewelt handelt, die von ihren Bekannten aus der Welt der Stars stammen. Nur wenig verbleibt über einen längeren Zeitraum in dem Geschäft, so gibt es hier fast täglich Neues zu entdecken. Dazu gibt es Geselligkeit für ihre Klientel: Frauenpartys, Bastelkurse unter dem Motto „Pimp up your dress“ und schließlich auch Spendenaktionen für mittellose Künstlerfamilien.

 
Weitere Informationen gibt es bei Facebook unter ekunas.kleiderschrank.

Frank Wecker

Ekaterina Inashvili (links) berät eine Kundin in „Ekunas Kleiderschrank“ / Foto © Frank Wecker

Ekaterina Inashvili (links) berät eine Kundin. Foto: Wecker
 

FW - Gastautoren, Gewerbe im Kiez - Kein Kommentar / Kein Trackback

16. Mai 2015 - 00:32Planschecken

Wasser,  Matsch(e)pampe und mehr auf dem neuen Spielplatz Klausenerplatz


Kinder planen ihre Stadt - hier Wasserstraßenbau

Seen, Kanäle, Dämme - auf dem Wasserspielplatz Klausenerplatz

Wasserspielbereich auf dem Spielplatz Klausenerplatz

 

- Kiezfundstücke, Kinder und Jugendliche - Kein Kommentar / Kein Trackback

16. Mai 2015 - 00:28Mission: Abgeordnetenhaus – CDU (2)

Kandidat Evers‘ Vorschlag zum Schoelerschlößchen in der Wertung der Senatskanzlei

 
Wie berichtet, hatte Herr Kandidat Evers, MdA, zur Beruhigung der Kritiker des Konzepts seiner Parteikollegin, Frau Stadträtin König, einen Vorschlag gemacht:

Er vertraute den Anwesenden an, daß er gleich mit einem Mitglied des Stiftungsrates der Klassenlotterie, von dem Frau König die 2,669 Mio. € für den Innenausbau haben will, essen gehen werde. Und dem wolle er gern einen ermunternden Eindruck von dieser Veranstaltung mitbringen. Des Kandidaten Vorschlag zur Vorgehensweise: der Lottogesellschaft ein Konzept vorzulegen, „das ihren Ansprüchen zusagt“, also das von Frau König. Aber das sei ja nur ein Konzept, „die Inhalte sind austauschbar“. Und nachdem mit diesem Konzept die Lottomittel erlangt seien, „unterfüttern wir es mit Inhalten“.


Eine Anfrage bei den fünf Mitgliedern des Stiftungsrates des Klassenlotterie, darunter auch der Reg. Bürgermeister, führte zu dieser Antwort des Senatskanzlei (Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Senatskanzlei):

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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

14. Mai 2015 - 00:24Historische Ecken

Wir wünschen einen schönen Himmelfahrtstag!

 
Vielleicht mit einem kleinen Ausflug in den Schloßpark Charlottenburg?

Weg zum Mausoleum im Schloßpark Charlottenburg

 

- Schlosspark - Kein Kommentar / Kein Trackback

13. Mai 2015 - 00:24"Problemecken"

 

Gesehen in der Danckelmannstraße

 

- Kiezfundstücke - ein Kommentar / Kein Trackback

12. Mai 2015 - 00:24"Naschecken"

 
Bereits seit Ewigkeiten wachsen sie auf der der ganzen Welt. In Wald und Feld gedeihen sie. Selbst in innerstädtischen Kleingärten und Kiez-Hinterhöfen stehen sie schon lange ganz selbstverständlich rum. Von Bürgern werden sie gehegt und gepflegt. Sehr zur Freude (nicht nur) von Kindern.

Wenn aber Politiker mal ein paar neue Beerensträucher auf dem Klausenerplatz pflanzen (lassen), dann müssen sie das natürlich als ganz was Besonderes darstellen und groß damit angeben. Ja, sind denn schon wieder Wahlen?

 

Beerensträucher auf dem Klausenerplatz

 

- Kiez - Kein Kommentar / Kein Trackback

11. Mai 2015 - 00:02Mission: Abgeordnetenhaus – CDU

 
Am 18.9.2016 ist es so weit: dann wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt – also höchste Zeit, mit dem Wahlkampf zu beginnen, dachte sich wohl Kandidat Stefan Evers, jetzt schon dort tätig als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Zu diesem Zweck hatte er sich Frau König, Stadträtin und CDU, als Gehilfin auserkoren und ließ sie eine zweite Anwohnerversammlung zur Zukunft der 12 Jahre alten Bauruine Schoelerschlößchens – fünfzig Jahre lang bis 2003 ein beliebter Kindergarten – durchführen, diesmal unter der bedeutungsvollen Bezeichnung „Ideenwerkstatt“. Aber Frau König hatte wohl nicht ihren besten Tag (oder gab es vielleicht eine Absprache, um den Kandidaten dann um so glänzender „bürgerorientiert“ dastehen zu lassen?): Schon bei der ersten Veranstaltung im November 2014 war der scheindemokratische Charakter ihrer Art von „Bürgerbeteiligung“ allen beteiligten Bürgern unangenehm ins Auge gesprungen – alles war nämlich von ihr bis ins Detail geplant, für „Bürgerbeteiligung“ kein Platz. Auch diesmal fand sie die passenden Schlußworte, um den in ihren Augen geringen Wert von Anwohnerwünschen deutlich zu machen: „Viele Ideen wurden hier zusammengetragen: wunderschön, sind aber nicht mit öffentlichen Mitteln finanzierbar.“

 

Schoelerschlößchen in Wilmersdorf

Die Wilhelmsaue mit dem Schoelerschlößchen heute (Zustand 1906)

 

Schoelerschlößchen in Wilmersdorf

Hinter dem Schoelerschlößchen - einst Kinder-Garten, heute Lagerplatz (Zustand nach 1933)
 
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MichaelR - Gastautoren, Politik - Kein Kommentar / Kein Trackback

09. Mai 2015 - 00:24Frühlingshimmel über dem Klausenerplatz

Wir wünschen ein schönes Wochenende!

 

Klausenerplatz - Anfang Mai 2015

 

- Kiezfundstücke, Menschen im Kiez - Kein Kommentar / Kein Trackback

08. Mai 2015 - 00:24Wohnen in Berlin - Wohnen im Kiez

Berliner Mietenvolksentscheid - Entscheiden Sie mit!

 
 
Am Samstag werden auf dem Kiezflohmarkt am Klausenerplatz an 2 Ständen Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. Kommen Sie vorbei, sprechen Sie mit uns, informieren Sie sich - Ihre Stimme zählt.

Samstag, 9. Mai 2015 von 10:00 bis 17:00 Uhr

  • Seelingstraße / Ecke Danckelmannstraße
  • Nehringstraße / Ecke Neufertstraße

 
 
 
Kontakt und weitere Informationen:
* Initiative Berliner Mietenvolksentscheid

   

  
 
 

- Gesellschaft, Menschen im Kiez - Kein Kommentar / Kein Trackback

07. Mai 2015 - 00:02Wieder Baumarbeiten in der Danckelmannstraße

 
Kaum entwickeln die Bäume ihr Laub zu einer prächtigen Krone sind mitten in der Brutzeit mal wieder Baumarbeiten angesagt, so wird auf mehreren Schildern in der Danckelmannstraße angekündigt. Am 8. Mai geht es in der Danckelmannstraße los. Ich habe dann gleich beim Bezirksamt angefragt. Also etwa um den 7. Mai erfolgen Kronenschnitt bzw. Baumschnittarbeiten. Das könne alles sein vom vorsichtigen Ausdünnen mit der Astschere bis zum Radikalschnitt, wie wir ihn schon öfter hatten. Das werde vor Ort nach Notwendigkeit entschieden. Das könne ich mir dann ja ansehen. Jetzt sei die beste Zeit für die Maßnahme, da die Schnittflächen dann optimal verheilen könnten. Um eventuelle Vogelnester bzw. brütende Vögel werde man drum herumschneiden. Die Vögel wären ja auch Autolärm gewohnt.

Falls jemand noch weitere Fragen haben sollte, geben die Mitarbeiter des Bezirksamtes gerne Auskunft unter der Telefonnummer: 9029-15660.

 

 

 

- Gesellschaft, Grabowskis Katze, Kiez - zwei Kommentare / Kein Trackback

06. Mai 2015 - 22:58Marlene die Befreierin

Ein Jahr aus dem Leben eines Hollywoodstars

 
 
Es gibt Daten der Geschichte, von denen weiß jeder, der sie miterlebt hat, welche Wendepunkte im eigenen Leben sie mit sich brachten. Die Atmosphäre des Tages, die kollektiven Empfindungen, Gerüche, das Licht - als Zeitzeuge jenes Tages begleiten diese Eindrücke ihn bis an sein Lebensende. Dieses individuelle Erleben wird kein Geschichtsbuch wiedergeben können. Allenfalls ein Künstler vermag es nachkommenden Generationen zu vermitteln. In seiner Hand wird es mehr als in denen der Historiker liegen, wie auf solche Tage zurückgeblickt wird.

Zu diesen Daten gehört zweifellos der 8. Mai 1945. Marlene Dietrich hat ihn beispielsweise im böhmischen Pilsen erlebt. Als Captain der US-Army sollte sie dort bei der Siegesfeier vor amerikanischen und sowjetischen Soldaten auftreten. Während sie sich auf diesen Auftritt vorbereitet, erhält sie die Nachricht, daß sich ihre Schwester in Bergen Belsen bei den Briten befinde. Die US-Armee stellt ihr ein Flugzeug zur Verfügung, damit sie zu ihrer Schwester eilen kann. Marlene Dietrich erfährt dort, daß ihre Schwester nicht, wie sie zunächst vermutet hatte, in dem berüchtigten Konzentrationslager gefangen war, sondern die Kantine der benachbarten Kaserne bewirtschaftete und die Soldaten mit Kinovorführungen unterhalten hatte. Von den Vorgängen im Konzentrationslager hinter dem Stacheldrahtzaun will sie nichts gewußt haben.

Um die Erlebnisse Marlene Dietrichs am Übergang vom Krieg zum Frieden hat Alexander Katt ein Theaterstück geschrieben, das am Freitag, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Theater O-TonArt in der Kulmer Straße 20a in Schöneberg unter dem Titel „Marlene 1945“ uraufgeführt werden wird. Damit widmet sich der Autor einem Abschnitt im Leben der Künstlerin, der bislang kaum berücksichtigt wurde. Ihn interessiert weder das verruchte Revuegirl aus dem blauen Engel noch der mit weiter Schleppe im weißen Mantel gleichsam über den Boden schwebende Hollywoodstar. Jenseits allen Glamours zeigt Alexander Katt eine Künstlerin, die um ihre Position zwischen der Hingabe zu ihrer Familie und der Verachtung des Naziregimes ringt. Mutter und Schwestern profitieren davon, ein Familienmitglied auf der Seite der Sieger zu wissen, andererseits hatten sie nie Verständnis, für den Entschluß Marlenes, in die Emigration zu gehen. Der Zuschauer lernt eine widersprüchliche Marlene kennen, eine Marlene, die wie eine Glucke um ihre Familie kämpft, aber auch die eigenen familiären Bindungen jederzeit gegenüber ihren Leidenschaften und künstlerischen Ansprüchen zurücksetzt. Aus diesen Widersprüchen erklären sich ihr Handeln: Als Soldat in den Reihen der amerikanischen Befreier nach Europa zurückzukehren, ihre Liebe zu Jean Gabin, ihre Entscheidung, nach Paris zu gehen, ihr erster Auftritt im befreiten Berlin, zu dem Deutsche nur in Begleitung von Soldaten der Alliierten Zugang hatten.


„Marlene 1945“ im Theater O-TonArt / Foto © Frank Wecker

„Marlene 1945“ im Theater O-TonArt / Foto © Frank Wecker

Ilka Sehnert als Marlene Dietrich. Fotos: Wecker
   
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